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Wissenschaft

Spukhafte Fernwirkung: Welche physikalische Wirklichkeit steckt dahinter?

Montag, den 10. November 2008 um 13:24 Uhr von Manfred Sommerfeld


Quantenzufall und die ’spukhafte Fernwirkung’ zwischen zwei quantenmechanisch verschränkten Teilchen kann nicht durch Wechselwirkungen innerhalb von Raum und Zeit (der Raumzeit) erklärt werden. Aber welche Erklärung gibt es dann?

Physiker, die im Weltbild der klassischen Physik des 19. Jahrhunderts verhaftet sind, gehen davon aus, dass sich die Welt ähnlich einem Uhrwerk verhält, nämlich deterministisch und im Prinzip berechenbar. Dies wird an einem Beispiel deutlich: Der Fall eines Würfels aus der Spielesammlung kann nach der klassischen Physik genau vorausgesagt werden, wenn die Randbedingungen bekannt sind, wenn man also weiß, aus welcher Höhe gewürfelt wird, wie genau der Würfel die Hand verlässt oder wie groß die Luftreibung ist usw. Weil allerdings die Rechnungen sehr kompliziert werden können und auch nicht immer alle Randbedingungen bekannt sind, kann man die Vorausberechnung in der Praxis dann doch nicht durchführen. Zufall entsteht hier nur deshalb, weil nicht alle Informationen bekannt sind, die zur Berechnung notwendig wären.

Im Gegensatz zu der deterministischen Variante des Zufalls stehen die Phänomene der Quantenphysik, deren Erklärung zu einer jahrzehntelangen Diskussion zwischen den Quantenphysikern führte. Werden beispielsweise einzelne Photonen (Lichtteilchen) durch einen Strahlteiler geschickt bei dem Sie zwischen zwei Wegen wählen können, dann kann die Entscheidung der Photonen für einen der beiden Wege nicht mehr mithilfe einer mathematischen Rechenvorschrift oder irgendeinem physikalischen Prinzip vorhergesehen werden. Die Entscheidung der Photonen für einen der beiden Wege wird von den Physikern als ‘Quantenzufall’ oder auch ‘Objektiven Zufall’ bezeichnet. Was ist das für eine Wirklichkeit, die objektiven, reinen Zufall, eben den Quantenzufall hervorbringt?

Alain Aspect wies bereits 1982 empirisch nach, dass eine momentane, praktisch zeitlose Wechselwirkung zwischen zwei verschränkten Photonen existiert. Verschränkung ist ein quantenmechanisches Phänomen, bei dem zwei Teilchen ein System bilden und über die räumliche Entfernung miteinander wechselwirken, auch wenn die Entfernung Milliarden Kilometer beträgt. Albert Einstein nannte das Phänomen ’spukhafte Fernwirkung’. Er bewies, dass alle Verbindungen und Wechselwirkungen innerhalb der Raumzeit durch Signale übertragen werden, die Zeit benötigen. Die Wechselwirkung, die eine momentane, praktisch zeitlose Verbindung erfordert, kann nicht innerhalb der Raumzeit stattfinden, solange die Einsteinsche Relativitätstheorie gültig ist.

Was existiert außerhalb der Raumzeit?

Der fundamentale Prozess der Natur, der sich im Quantenzufall und in der Verschränkung manifestiert, muss deshalb außerhalb der Raumzeit stattfinden. Aber was existiert außerhalb der Raumzeit? Es bleibt kaum etwas anderes übrig als eine transzendente Wirklichkeit anzunehmen, in der die Raumzeit eingebettet ist. Diese transzendente Wirklichkeit hat nichts mit ähnlich klingenden Begriffen aus der Religion, Esoterik oder Philosophie zu tun. Es ist eine physikalische Wirklichkeit, denn in ihr finden offensichtlich Wechselwirkungen statt, die sich in quantenphysikalischen Experimenten manifestieren. Die Eigenschaften solch einer transzendenten Wirklichkeit hat der Mathematiker Klaus-Dieter Sedlacek in dem kürzlich erschienenen Buch mit dem Titel “Unsterbliches Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen” beschrieben. Dieses ist auch für Nichtphysiker leicht verständlich. So beweisen letztendlich der Quantenzufall und die Existenz der ’spukhaften Fernwirkung’, dass es eine transzendente Wirklichkeit geben muss.

Photo Quelle/Copyright:PhOtOnQuAnTiQuE, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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4 Reaktionen zu “Spukhafte Fernwirkung: Welche physikalische Wirklichkeit steckt dahinter?”

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  1. tolya glaukos

    am 10. November 2008 um 13:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    … ich denke, nicht nur herr sedlacek schreibt interessante bücher ;)

    wenn ich hier von einem ‘quantenzufall’ lese, möchte ich diesen begriff doch einmal kurz dekonstruieren. nur, weil etwas unerklärbar scheint, muss nicht ein zufall wirken, man steht lediglich vor einem phänomen, das nicht erklärbar ist.

    das deterministische weltbild des 19. jahrhunderts, wie hier beschrieben, ist auch heute in der wissenschaft nach wie vor lebendig, ja ist der kern von selbiger geblieben und wird es womöglich auch immer bleiben: warum sucht man so verzweifelt eine weltformel? sie würde die determination manifestieren, gegen ihr gesetz könnte nichts im universum verstoßen, wenn sie denn die korrekte formel wäre. kurzum: formeln determinieren, wenn es die richtigen formeln sind.

    für die quantenphänomene fehlt lediglich die formel bzw. das formelsystem, deshalb wirkt das quantenverhalten oft zufällig, willkürlich. darin verrät sich lediglich unser unwissen.
    und dass wir menschen noch vor vielen rätseln stehen, ist ja keine novität. dass einsteins physikalisches weltbild erweitert werden wird, dürfte nicht zu debatte stehen, selbst einstein hätte das damals nicht in frage gestellt …

  2. Helmut Rohe

    am 10. November 2008 um 15:15 Uhr | Link | Kommentar melden

    Dass im Weltall intelligentes Leben in den unterschiedlichtes Entwicklungsstadien existiert, kann ich mir vorstellen. Aber die Vorstellung, dass im Raum in irgend einer Weise miteinander verbundene Teilchen vorhanden sind, ist noch faszinierender. Die Zustandsänderung eines dieser Teilchen führt unabhängig von der Entfernung zwischen beiden zeitgleich zur gleichen Zustandsänderung bei dem verbundenen Teilchen. Das regt die Phantasie an.

  3. Seika

    am 11. November 2008 um 09:00 Uhr | Link | Kommentar melden

    Bis zum letzten Satz fand ich den Beitrag noch relativ interessant. Ich finde es aber interessant, dass der erste Artikeln den Herr Sommerfeld hier veröffentlicht, ganz zufällig auf das neue Buch von Herrn Sedlacek verweist, der ja auch gerne Werbung für seinen Mitstreiter Herrn Froböse macht.

    Ich habe nichts gegen Werbung, aber die Readers-Edition sollte nicht zu einem Werbeplakat für mittelmäßig erfolgreiche Autoren werden.

  4. Manfred Sommerfeld

    am 11. November 2008 um 12:59 Uhr | Link | Kommentar melden

    Antwort auf Seika:

    Im Urheberrecht steht folgendes:

    § 63 Quellenangabe
    (1) 1Wenn ein Werk oder ein Teil eines Werkes in den Fällen des § 45 Abs. 1, der §§ 45a bis 48, 50, 51, 53 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 3 Nr. 1 sowie der §§ 58 und 59 vervielfältigt wird, ist stets die Quelle deutlich anzugeben. […]

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