Die “Generation doof” kennen wir ja bereits. Anne Weiss und Stefan Bonner haben sie uns im Februar dieses Jahres eingehend vorgestellt. “Eine ganze Generation scheint zu verblüden”, stellen sie da lapidar fest. “Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig”, so ihre knappe Diagnose der Lage. Und jetzt fragt auch noch Werner Pluta auf handelsblatt.de: “Macht Web 2.0 dumm?”
Überrollt hat ihn diese “Sinnkrise” inmitten des Social Media-Hypes dank des Autors und Internetkritikers Andrew Keen. Denn, so Pluta, für diesen sei das “Mitmach-Netz ein rotes Tuch“. Wie? Hat da jemand etwas gegen einen kollektiven Austausch? Gegen die vielen tollen, neuen Müglichkeiten, dank derer wir alle unsere Texte, Tüne, Bilder, Videos auf unzähligen Portalen, in diversen Foren, Wikis und sonstigen “Ablagen” der Allgemeinheit präsentieren? Offensichtlich.
Apokalypse 2.0 statt Second Life?
Der britisch-amerikanische Internetunternehmer ist nämlich der festen Überzeugung: Das Web 2.0 wird uns in ein “kulturelles Chaos, eine ükonomische Katastrophe und moralischen Niedergang” stürzen. Apokalypse 2.0 statt Second Life, also? Na, ganz so schlimm nun doch wieder nicht. In seinem Blog “The Great Seduction” relativiert sich die “Endzeitstimmung” sogleich ein wenig. Denn eigentlich, schreibt Pluta weiter, sei in Keens Augen nichts dagegen einzuwenden, dass Nutzer ihre eigenen Inhalte schaffen und diese dann im Internet verüffentlichen würden. Aber: “Problematisch wird es, wenn 2.0-Techniken als eine Müglichkeit idealisiert werden, konventionelles Talent zu untergraben und das Wissen üblicher Experten durch die Arglosigkeit von Onlineamateuren zu ersetzen.” Besonders schlimm für ihn seien dabei die “Machenschaften” so einschlägiger Portale wie Facebook, Flickr, YouTube und Co. “Verlässliche oder schüne Inhalte” würden durch sie verdrängt.
Die bittere Folge: Das Internet sei zu einer “Kakophonie unkontrollierter, personalisierter, oft anonymer Meinungsäußerungen geworden, wo alle gleichzeitig reden, aber keiner dem anderen zuhürt”. Und so sieht er allerorten nur noch “Massenverdummung und eine Kultur des digitalen Narzissmuss”, die eine “friedliche Koexistenz von traditionellen und Web-2.0-Medien” unmüglich mache. Umsonst sei Trumpf – Qualität, etwa im Journalismus sei nicht mehr gefragt.
Bürger, haltet doch einfach den Mund!
“Menschen schaffen Technik, und es liegt an uns, die Verantwortung für die Folgen der Web-2.0-Revolution zu übernehmen”, lautet daher sein Appell an alle “verantwortungslosen” User da draußen. Denn seine Helden, stellt Pluta fest, seien nicht etwa die Bürgerjournalisten, sondern – Achtung (!) – “Bürger, die ihre Unwissenheit anerkennen, die den Mund halten, die die Medien nutzen, um von anderen, die besser Bescheid wissen und talentierter sind als sie selbst, gern etwas über die Welt lernen”.
Den ausführlichen Beitrag über diese vielleicht in Teilen sogar berechtigte Kritik lesen Sie hier.
Zu Keens Blog geht es hier.
Hey Nicole,
wie schün, Dich in beruflichem Zusammenhang zu finden! Mache jetz PR für Second Life und beim täglichen Check darf Dein Artikel ja net fehlen!
Melde mcih bald auch wieder privat – versprochen! Ich hoffe, Dir gehts gut und Du hast eine flauschige Woche!
Liebe Grüße
Julia