YouTube für die Truppe: US-Militär setzt auf Social Media

Das britische Think-Tank “Demos” weiß es schon eine ganze Weile: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern die Nutzung von Social Networks nahelegen, anstatt sie zu verbieten. In einer entsprechenden Studie kamen sie zu dem Schluss, dass Portale wie Facebook, MySpace und Co. ein nützliches Instrument zur Fürderung der internen Kommunikation seien. Das

troop.jpgDas britische Think-Tank “Demos” weiß es schon eine ganze Weile: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern die Nutzung von Social Networks nahelegen, anstatt sie zu verbieten. In einer entsprechenden Studie kamen sie zu dem Schluss, dass Portale wie Facebook, MySpace und Co. ein nützliches Instrument zur Fürderung der internen Kommunikation seien. Das US-Militär geht nun ähnliche Schritte. Wie zoomer.de berichtet, steht den Soldaten an der Front seit neuestem ein eigenes Videoportal namens “Troop-Tube” zur Verfügung. Allerdings, ganz so frei wie in der zivilen Welt geht es dort nicht zu. Das Pentagon hat ein wachendes Auge über die eingestellten Inhalte.

Die Intention für die Verantwortlichen liegt auf der Hand. Haben sich die Soldaten in der Ferne früher über oben genannten Kanäle mit ihren Familien zu Hause ausgetauscht, soll es von jetzt an in gesteuerterer Form zugehen. Seit Mai vergangenen Jahres, so ist der Meldung zu entnehmen, ist der Zugang zu MySpace und YouTube über das Netzwerk der Army gesperrt. “Nach offizieller Sprechweise fürchtete die Heeresleitung um die Internetbandbreite, wenn zu viele Soldaten gleichzeitig lustige Filmchen auf Youtube ansehen. Außerdem künnten unvorsichtige Soldaten dem Feind mit ihren selbstgedrehten Videos den Standort der Truppen verraten.”

Geht es um leichteren Austausch oder doch nur um Zensur?

So wie das US-Militär agiert, hätte “Demos” seinen Ratschlag sicherlich nicht verstanden wissen wollen. Auch wenn sie ebenfalls klare Regeln für die interne Nutzung einfordern. Denn eigentlich, das dürfte klar sein, geht es hier nicht nur um leichteren Austausch mit den Daheimgebliebenen, sondern um Zensur, die auf Troop-Tube natürlich viel leichter müglich ist als auf frei zugänglichen Portalen.

Die aktuellen “Videos of the Day” wirken daher auch wenig spannend. Kristin Valverde und Joy Ozment, beide Frauen von US-Soldaten in der 3rd Brigade A Troop 133 Cavalry, freuen sich auf die Rückkehr ihrer Männer unnd blinzeln ein unschuldiges “We love you” in die Kamera. Daneben gibt es eine Ansprache von General David Petraeus, der sich im Zuge einer Konferenz in Washington bei den Truppen für deren tolle Arbeit im Irak, in Afghanistan und natürlich auf der ganzen Welt bedankt.

Unterteilt in die Kategorien “Air Force”, “Army”, “Navy”, “Marines”, “Dod/Civilian”, “Guard Reserve” und “Troop Reporters” kann sich der User nun durch eine ansehnliche Zahl an Grüßen, Lobpudeleien und Statements aus ihrem Alltag wühlen.

Auch Alina Cho von CNN hat sich heute des neuen Militär-Angebots angenommen. Doch Kritik an der Vorabfilterung – Fehlanzeige. Schließlich gehe es ja um eine geschmackvolle Präsentation und die nationale Sicherheit, oder etwa nicht? Sehen Sie hier ihren Video-Report in englischer Sprache:

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