“Wir nehmen dazu keine Stellung, das ist eine individuelle Angelegenheit”, erklärte Hendrik Thalheim, Pressesprecher der Fraktion Die Linke, am Samstagabend auf telefonische Anfrage der Readers Edition. Von Unmut bis hin zu grenzenloser Zustimmung war an Reaktionen zur Sperrung der deutschen Seite wikipedia.de schon an diesem Tag alles auf unserer Plattform zu finden. Mittlerweile hat Heilmann seine Einstweilige Verfügung gegen Wikipedia zurückgezogen. Im von linksfraktion.de eigens geführten “Interview der Woche” meldet sich nun Petra Pau, Mitglied des Vorstandes der Bundestagsfranktion Die Linke zu Wort. (d. Red.)
Gegen Maschinen-Stürmerei im Internet
“Wir kämpfen seit Jahren gegen immer wieder mal geäußerte Bestrebungen, das Internet zu zensieren, egal aus welcher Ecke sie auch kommen”, betont Petra Pau im Interview der Woche. Den großen und demokratischen Fortschritt des Wikipedia-Prinzips sieht sie darin, “dass es dort keinen Ober-Zensor gibt und keine Chef-Redaktion, die eine politische Linie vorgeben kann.” Wichtig ist es, dass Kinder und Jugendliche Medienkompetenz erwerben.
Auch Fraktionsvize Bodo Ramelow äußert Respekt für das Engagement der tausenden Nutzerinnen und Nutzer, die diese freie und allen zugängliche Enzyklopädie aufbauen: “Wikipedia ist ein wichtiges Informationsmedium. Ich bin sicher, dass ein Missbrauch von Wikipedia für Falschmeldungen nur mit allen an der Plattform Beteiligten gemeinsam verhindert werden kann, nicht gegen sie.”
Interview der Woche
Gegen Maschinen-Stürmerei im Internet
Petra Pau, Mitglied des Vorstandes der Bundestagsfraktion DIE LINKE. und Vizepräsidentin des Bundetages, im Interview der Woche
DIE LINKE will das Internet zensieren?
Um Himmels willen, wie kommen Sie darauf? Wir kämpfen seit Jahren gegen immer wieder mal geäußerte Bestrebungen, das Internet zu zensieren, egal aus welcher Ecke sie auch kommen. Das ist die politische Seite. Außerdem liegt es in der Natur des weltweiten Gewebes, dass es sich letztlich jedweder Kontrolle entzieht. Das ist die technische Seite.
Aber in Web-Blogs wird genau dieser Vorwurf erhoben. Zu Unrecht?
Was die Partei oder die Fraktion DIE LINKE betrifft, ist ein solcher Vorwurf auf jeden Fall falsch. Wenn Einzelne das anders sehen, dann ist das ihr Problem. Auf DIE LINKE künnen sie sich dabei aber nicht berufen, im Gegenteil.
Der aktuelle Streit dreht sich um Wikipedia und um die Forderung, die deutsche €žAusgabe” aus dem Netz zu nehmen, weil dort Falsches vermeldet würde.
Wenn ich eine Falschmeldung zum Maßstab für die Existenzberechtigung eines Mediums nehmen würde, dann müsste ich ja in derselben Logik fast alle Printmedien verbieten. Das wäre doch Maschinen-Stürmerei. Zumal: Man kann gegen konkrete Falschmeldungen konkret vorgehen, bei Wikipedia übrigens einfacher, als auf dem Zeitungs- oder TV-Markt.
Nutzen Sie selber Wikipedia?
Ja, zur Einstiegsrecherche und häufig verlinke ich sogar Wikipedia-Einträge auf meiner eigenen Webseite. Nehmen Sie das als mein persünliches Gütesiegel für das Projekt Wikipedia. Der große, auch demokratische Fortschritt des Wikipedia-Prinzips besteht doch gerade darin, dass es dort keinen Ober-Zensor gibt und keine Chef-Redaktion, die eine politische Linie vorgeben kann.
Weil alle fast alles schreiben künnen, egal, ob es stimmt oder nicht?
Ob etwas stimmt oder nicht, das müssen alle Wikipedia-Nutzer schon für sich entscheiden. Das kann ihnen niemand abnehmen. Ich finde auch nicht alles gut und richtig, was bei Wikipedia eingetragen wird. Aber das kann man nicht Wikipedia anlasten. Viel entscheidender ist, dass bereits Kinder und Jugendliche das erwerben, was man Medienkompetenz nennt. Das ist übrigens eine langjährige Forderung der Linken.
Fragen: Rainer Brandt
linksfraktion.de, 16. November 2008
Quelle: www.linksfraktion.de
Prima Leistung Frau Gorges, erstmal den Artikel-Inhalt 2mal in Kommentaren posten und jetzt noch nen Artikel daraus machen, glauben Sie dadurch wird dieses Blabla von der Linken glaubwürdiger, wenn man es nur oft genug wiederholt?
Aber wir künnen ja jetzt einfach alle anfangen Pressemitteilungen von Parteien hier zu posten, sind garantiert unvoreingenommen. Meiner Meinung nach unterminieren sie hier durch solche Posts die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit der Readers-Edition.