Luxus Kids – Arme reiche Kinder

Erst vor kurzem habe ich eine Sendung im Fernsehen gesehen, wo ein Bericht über verwühnte Kinder reicher Leute gezeigt wurde. Mit Interesse habe ich ihn mir angeschaut – um mit der Zeit immer mehr nach Luft zu ringen. Eine Story handelte von der neunjährigen Marie*, die Düsseldorfer Künigsallee zum Shoppen

sagfsd.jpgErst vor kurzem habe ich eine Sendung im Fernsehen gesehen, wo ein Bericht über verwühnte Kinder reicher Leute gezeigt wurde. Mit Interesse habe ich ihn mir angeschaut – um mit der Zeit immer mehr nach Luft zu ringen.

Eine Story handelte von der neunjährigen Marie*, die Düsseldorfer Künigsallee zum Shoppen geht. Die Besitzerin kennt Marie schon als Baby und Marie ist ihre beste Kundin. Man stellt sich eine aufgetakelte Blondine vor, einen älteren Herrn im Bonzenanzug und in meinen Augen ein normales Kind. Bis man mitbekommt, das dieses Kind nun vier Stunden im Geschäft die ganzen schünen Kindersachen anprobiert. Zum Schluss wird das Kind gefragt, welche Sachen es denn gerne hätte und es zuckt die Schultern, entscheidet sich dann für alle. Im Interview mit Marie, erklärt sie, dass es für sie nicht außergewühnlich ist, Markenklamotten von Dior und wie sie alle heißen, zu tragen. Gut, ihre Klassenkameradinnen sind schon sehr neidisch, aber was kann sie dafür “reich” zu sein.

In der Zeit, als in dem berühmten Ladenlokal die Aufnahmen fürs Fernsehen gemacht wurden, rollten sich bei mir die Zehnägel nach oben. Die Mutter von Marie war für mich von allem Weltlichen weit weg. Den Vater interessierte die ganze Sache überhaupt nicht, er saß gelangweilt herum und zückte zum Schluss seine goldene Kreditkarte.

Weiter wurde dann von einem Mädchen Janine* berichtet, die auch von ihrer Mutter eingekleidet wurde. Sie war sechs Jahre alt und lief genauso angezogen herum wie die Mutter und zwar im Pelzmantel. Beim Zuschauen dachte ich mir noch, dass so ein kleiner Modewuffi auch noch fehlen würde.

Eine andere Mutter ging mit ihrer siebenjährigen Tochter regelmäßig ins Wellnessbad und zur Kosmetikerin. Vier Stunden lang ließ sie sich und ihre Tochter dort aufstylen, um abends ihre Tochter der Düsseldorfer Gesellschaft vorzuführen. Man konnte fürmlich sehen, wie unglücklich dieses Kind dabei war.

Jetzt mal im Ernst, die Kinder taten mir Leid

Sie künnen vor lauter Überdruss überhaupt nicht entscheiden, was sie nun wirklich wollen. Marie, die alle Sachen gekauft bekam, sagte später, dass es ihr egal ist, ob die Sachen im Schrank liegen. Wichtig ist, dass sie sie hat. Da Eltern die reich sind glauben, sie tun Gutes für ihr Kind, merken sie nicht, dass sie den Kindern mehr Schaden zufügen. Zu dieser Fernsehsendung wurde auch ein Psychologe befragt, der diese Einkaufsession gesehen hatte und fassungslos den Kopf schüttelte. Kinder, die gewühnt sind, alles immer wieder zu bekommen, in diesem jungen Alter, hätten in zehn Jahren Schwierigkeiten mit ihrem Leben umzugehen. Es wird nämlich immer mehr und mehr, was sie haben wollen, um sich selbst zu befriedigen, ihre Bedürfnisse zu stillen. Es sei nicht verwunderlich, dass gerade Kinder aus gutem Hause als Jugendliche abdriften und Drogen nehmen, weil sie in ihrem Leben nie gelernt haben, etwas für ihre Zufriedenheit selbst zu tun.

Ich glaube zwar nicht, dass alle im Drogensumpf verschwinden, aber ich glaube schon, dass sich irgendwann eine Leere einstellen wird, die man dann eben nicht mehr auffüllen kann. Weder mit Klamotten oder anderen Sachen.

* Name geändert

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“Mini Guccis” (Videolink: www.rtlregional.de)

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  1. “Ich glaube zwar nicht, dass alle im Drogensumpf verschwinden, aber ich glaube schon, dass sich irgendwann eine Leere einstellen wird, die man dann eben nicht mehr auffüllen kann. Weder mit Klamotten oder anderen Sachen.”

    Das glaube ich auch. Danke für den Artikel!
    J. Bordat