China: Ist der Bürgerjournalist Zuola eine potenzielle Bedrohung für die Staatssicherheit?!

Am 20. November sandte Zuola eine Twitter-Botschaft, in der er berichtete, dass er nicht durch den Zoll von Shenzhen nach Hongkong kam. “Ich kann nicht nach Hongkong reisen, ich darf China nicht verlassen, ich weiß nicht, warum. Ich rufe wen um Hilfe. Vielleicht wird es später besser. Idiotische Blacklist.” Innerhalb

Am 20. November sandte Zuola eine Twitter-Botschaft, in der er berichtete, dass er nicht durch den Zoll von Shenzhen nach Hongkong kam.

“Ich kann nicht nach Hongkong reisen, ich darf China nicht verlassen, ich weiß nicht, warum. Ich rufe wen um Hilfe. Vielleicht wird es später besser. Idiotische Blacklist.”

Innerhalb von ein paar Minuten wurde seine Message via Twitter weiterverbreitet, und er erklärte seine Situation genauer:

“Ich habe eine HK-Travelcard für chinesische Staatsbürger und einen Reisepass. Die Polizei checkte 30 Minuten lang meine ID-Card und sagte dann ‘nein’.”

Zuola ist einer der bekanntesten Bürgerjournalisten Chinas, der auf seinen Reisen durch China über Themen wie das “Nagelhaus” in Chongqing und die Ameisenfarmer-Proteste berichtete.

Rebecca Mackinnon berichtete umgehend in ihrem Blog über seine Lage und lieferte eine nette Beschreibung seines kontroversiellen Images:

oiwen.jpg“Zuola ist deswegen so umstritten, weil er sich zu einer kommerziellen Marke hochstilisierte, ohne aber dadurch seinen Status als Bürgerjournalist zu kompromittieren. Man nannte ihn ‘Nagelhaus-Blogger’, ‘Enfant terrible der chinesischen Blogosphäre’. Einer meiner chinesischen Journalisten-Blogger-Freunde nennt ihn ‘postmodern’.”

Dieses Mal wollte Zuola via Hongkong nach Deutschland fahren, um an der “Best of Blog Awards“-Zeremonie teilzunehmen. Er erklärt diese Reise in seinem Twitter-Stream:

“An jene, die mich am Grenzübertritt hindern wollen: Ich plane, nach Deutschland zu fliegen, um an der ‘Best of Blog Awards’-Zeremonie der Deutschen Welle teilzunehmen. Ich werde sieben Tage in Deutschland bleiben und habe bereits das Ticket für den 24. bis 30. November gekauft. Behandelt mich nicht wie einen politischen Gefangenen, das würde meinem internationalen Image schaden. Sagt bitte etwas zu meinen Gunsten, oder die Medien werden wild spekulieren und glauben, ich hätte irgendein Verbrechen begangen.”

Am Tag darauf versuchte Zuola in Shekou einzureisen, aber es gelang ihm nicht:

“Ich wurde am Hafen von Shekou daran gehindert, nach Hongkong zu reisen. Sie refundierten mir das Ticket. Die Polizei hat mir geraten, zurück nach Changsha zu fahren und die Polizei dort zu fragen. Sie weigerten sich, mir ein schriftliches Dokument zu geben, das beweist, dass ich an der Ausreise gehindert wurde. Ich beschloss, nach Changsha zurückzufahren und eine Erklärung zu fordern.”

Am 22. November kam Zuola in Changsha an und wollte eine Müglichkeit finden, seinen Namen von der Blacklist streichen zu lassen:

“Bin wieder in Changsha. Wer kann mich von der Blacklist streichen? Welches Vergehen habe ich eigentlich begangen? Muss ich wie ein Verbrecher behandelt werden? Werde heute eine Antwort bekommen.”

Aber es gelang ihm wieder nicht, eine Antwort zu bekommen:

“Die Sicherheitsbehürden auf Provinz- und nationaler Ebene konnten ihre Vorgesetzten nicht finden, um die Situation zu klären. Morgen werde ich um 8 Uhr in Changsha zu den Sicherheitsbehürden gehen und eine Erklärung fordern. Sie antworteten: Wenn du dorthin gehst, dann wird das jeder wissen. Das wird ihnen nur recht sein “

Heute bekam er schließlich eine Erklärung:

“Ein Staatspolizist namens Zhou empfing mich. Er gab zu, dass es eine Entscheidung der Staatssicherheit von Changsha war, mich auf die Liste zu setzen und an der Ausreise zu hindern. Er sagte, ich sei eine ‘potenzielle Bedrohung für die staatliche Sicherheit’. Aber er weigerte sich, eine Erklärung zu schreiben, in dem festgehalten wird, dass ich am Verlassen des Landes gehindert werde.”

Dann rief er SOS:

“[SOS] Ich brauche Hilfe seitens eines Rechtsanwaltes und von Freunden in den Medien! Wie kann ich beweisen, dass meine persünliche Freiheit legal oder illegal beschnitten wird? Soll ich die Polizei um Beweise dafür bitten, dass ich von ihr in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt werde? Wie kann ich so einen Beweis bekommen?”

Schließlich beschloss er, die Reise abzusagen und nach Hause zu fahren:

“Ich kann nicht nach Deutschland reisen und ich muss die Deutsche Welle darüber informieren. Morgen werde ich nach Meitanba zurückkehren und wieder arbeiten. Ich werde nicht rumhängen und der Partei und der Regierung Anlass zu Sorge geben “

Ein neues Twitter-Account “freezuola” wurde schnell eingerichtet, um Kommentare zu dem Fall weiterzuleiten. Hier eine Auswahl:

“[locked] halte die Internet-Performance-Kunst hoch, bis das Ganze ein Ende hat

[locked] Zuola macht keine Arbeit für die Demokraten oder die demokratische Bewegung sowas Normales und Kleines wie das

peijinc So funktionieren Black Boxes. Du kannst klagen, aber wer weiß, ob du einen Anwalt findest, der dir hilft.”

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Ingrid Fischer-Schreiber, Teil des “Project Lingua“. Die Verüffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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