Die Erde ist eine Scheibe. Je näher man dem Rand kommt, desto eher ist man geneigt, von der Erde runter zu fallen. Genau so ist das auch in der Politik. Die Mitte ist ungefährlich. Aber je weiter man nach links geht, desto eher ist man Kommunist. Und je weiter man nach rechts geht, desto eher ist man Nazi. Ist doch klar.
Wenn man einem Grundschüler die politischen Ausprägungen seines Landes verdeutlichen müchte, dann bedient man sich eines eindimensionalen Strahls, der von links nach rechts geht. Das Kind ist schließlich vüllig unbedarft, deswegen liegt es nah, dem Grundschüler die Welt so einfach wie müglich zu erklären. Um die Mitte herum tummeln sich CDU und SPD. Irgendwo da links und rechts verteilt sind auch die Grünen und die FDP. Weit links die Linke, weit rechts die NPD. Ganz ganz links sind die büsen Kommunisten und ganz ganz rechts sind die büsen Nazis.
Wer künnte es dem Grundschüler verdenken, der einfachen Logik zu folgen, dass jeder, der sich auf dem Strahl nach links bewegt, zentimeterweise mehr zum Kommunisten wird? Und in die andere Richtung halt zum Nazi. Ein Sechsjähriger weiß es schließlich nicht besser. Doch irgendwann wird er feststellen, dass die Welt eben rund ist. Und egal, ob man das politische System jetzt in einem Kugelmodell, einem Wertedreieck oder in einem Hufeisen darstellen müchte: Wenn das Kind erwachsen wird, wird es feststellen, dass auch ein €žRechter” genau so weit vom Nationalsozialismus entfernt sein kann, wie ein €žGrüner” oder ein €žLinker”.
Die meisten Kinder lernen es, manche merken es nie: Die Erde ist keine Scheibe.
Diskussion zu “Rechts der CDU – Nitzsche und ‘Arbeit, Familie, Vaterland’”
Zitat: “dass auch ein €žRechter” genau so weit vom Nationalsozialismus entfernt sein kann, wie ein €žGrüner” oder ein €žLinker”.”
Wieder ein Versuch von Martin Bücker uns an der Nase herumzuführen. Mit dem Subjekt eines Grundschülers, für die er uns alle offenbar hält. Übertragen auf die Weltkugel versucht er uns zu erzählen, das Postdam genau so weit voneinander entfernt sind wie Berlin und Tokyo.
Die Wahrheit ist – es GIBT Unterschiede – und natürlich ist ein Rechter einem Rechtsradikalen immer näher als ein Linker. Es mag sein das die Mitte etwas schwierig zu definieren ist. Im zweifelsfalle wird sie wohl definiert von der Menge des grüßten gesellschaftlichen Konsenses.
Zum einen sind Neorechte wie Herr Bücker stets bemüht die Distanz von der Mitte in ihren Aussagen und ihrer Position stets deutlich zu machen – zum anderen wollen sie diese Distanz die sie selber definiert haben dann wegdiskutieren und im Grunde sind es eigentlich solche Leute, die uns die Erde als eine Scheibe erklären wollen. Das Rechts gleich Links ist und das es eigentlich gar keine Unterschiede gibt. Dennoch findet man in allen Statements der Neuen Rechten fast ausschließlich Bezüge und Argumentationezum Dritten Reich und Rechtsradikalen und kaum Bezüge zur “Mitte”, obgleich die die ihnen laut dieses Artikels angeblich ja so viel näher sind. Was denn nu?