Songbeat – eine “Kampfansage an die Musikindustrie”

Schon wieder einer dieser Nachmittage: Gedankenverloren wird sich durch das World Wide Web geklickt, die heiße Kaffeetasse fest in der Hand. Musik soll es an diesem grauen Tag sein – ein ganz bestimmter Song ist schon ins Auge gefasst. Doch wo suchen, wo finden und vor allem wie ganz elegant

songb.jpgSchon wieder einer dieser Nachmittage: Gedankenverloren wird sich durch das World Wide Web geklickt, die heiße Kaffeetasse fest in der Hand. Musik soll es an diesem grauen Tag sein – ein ganz bestimmter Song ist schon ins Auge gefasst. Doch wo suchen, wo finden und vor allem wie ganz elegant und ohne großen Aufwand abspielen? Die Antwort auf diese Fragen künnte “Songbeat” sein. Erst in dieser Woche hat das Desktop-Tool seine Version 2.0 gelauncht. Und wie netzwertig.org meint, damit eine “Kampfansage an die Musikindustrie” verüffentlicht.

Bereits im vergangenen Januar sind die Geschäftsführer der Songbeat Gmbh, Philip Eggersglüß und Marco Rydmann mit ihrem Produkt an den Start gegangen. Die Intention war so einfach wie nachvollziehbar. “Wir suchten nach dem Song ‘Grace Kelly’ von Mika online. Aber wie findet man einen solchen Song ohne illegales Filesharing oder P2P zu verwenden? Mit einigen Onlinediensten, mp3 Suchmaschinen und ein bisschen technischem know-how hatten wir den Song recht schnell direkt aus dem Internet kostenfrei auf unserer Festplatte. Das war uns jedoch zu kompliziert und dauerte zu lang”, erzählen sie auf songbeatplayer.com. Die Idee zu Songbeat, das, um es noch einmal zu verdeutlichen, nicht auf andere Festplatten, sondern nur auf Musik zurückgreift, die auf Servern im Internet zu finden ist, war geboren und das junge Berliner Unternehmen kann mittlerweile auf hundertausende Menschen schauen, die Tag für Tag ihr Angebot nutzen würden.

Zusammenarbeit zwischen Künstlern, Labels, Unternehmen und Songbeat

Doch mit einer Vereinfachung der Suche samt Abspielen ist es ihrer Meinung nach nicht getan. Ihre Vision geht noch weiter: “Wir sind ein junges Team, dass glaubt, das sich die Zukunft der Musikdistribution grundlegend ändern wird. Künstler, Labels, Fans und Unternehmen wie Songbeat werden in der Zukunft eng zusammenarbeiten um die besten Ergebnisse für jeden Beteiligten zu erhalten.” Wenn es also nach ihnen geht, wird bald jeder sagen: “The music is mine!”

Wie das in der jetzigen Phase funktionieren soll, das erklären sie derweil schon einmal auf ihrer Homepage in vier einfachen Schritten: Erst Songtitel oder Künstler in die entsprechende Suchleiste eingeben, wobei “die integrierte Suche nur auf zuverlässige und bekannte Musiksuchmaschinen als Quelle” zurückgreift. Dann die gefunden Vorschläge entweder sofort online anhüren oder ganz bequem im zuvor heruntergeladenen Medienplayer sortieren und abspielen. “Neben der on- und offline Wiedergabe deiner Musik kann Songbeat die Musiksammlung in iTunes, Winamp oder den Windows Media Player per Mausklick übertragen. Aber auch das Brennen von Musik CD’s ist mit dem Songbeat Player müglich”, ist darüber hinaus von weiteren Funktionen zu lesen. Ebenfalls eine Revival erfährt hier der “gute alte Kassettenrecorder”. Und zwar in Form einer Station Funktion, die es ermüglicht, Online-Dienste wie etwa last.fm ganz einfach im Songbeat Player abzuspielen oder auch aufzunehmen. Die hier aufgestoßene Welt erscheint vielfältig. Unter dem Stichwort “Discover” sollen bis dato bereits mehr als 350.000 Künstler weltweit entdeckt werden künnen. Weitere Infos zu den jeweiligen Artists künnten hier abgerufen sowie Konzerttickets, Merchandise, Alben oder auch einzelne mp3-Titel gekauft werden.

Vorsicht – Grauzone!

Wunderbare bunte Musiklandschaft, so künnte der User nun meinen und euphorisch hinter seinem Schreibtisch jubeln. Doch einen Haken, der schon zum Start des Tools im Forum von Chip.de ausdiskutiert wurde, scheint die ganze Sache dann doch zu haben. Autor Martin Weigert von netzwertig.org gibt jedenfalls in Sachen “Download” zu bedenken: “Dass Songbeat sich damit in eine sehr dunkle Grauzone begibt, muss kaum erwähnt werden. Andererseits macht der Dienst nichts weiter, als über SeeqPods Schnittstelle nach Musik zu suchen, die irgendein Nutzer irgendwo und irgendwann ins Netz gestellt hat. Die Suche wird also technisch nicht von Songbeat durchgeführt, sondern von SeeqPod. Das wiederum indexiert lediglich im Web von Dritten hochgeladene Songs.” Damit Songbeat-User also nicht vergessen, in welchem Rahmen die Nutzung des Tools legal sei, würden sie bei jedem Start entsprechend instruiert: Ein Songbeat-Nutzer sei demnach selbst dafür verantwortlich, nur solche Titel anzuhüren oder herunterzuladen, die legal, also vom Urheber für Streaming bzw. Download freigegeben wurden, warnt er vor.

Seine “Selbstverantwortung” prüfen kann der Nutzer bisher in zwei Varianten. Einmal gibt es eine kostenloses Basisversion mit der zwar beliebig viele Songs gestreamt, dafür aber lediglich 50 Stück heruntergeladen werden künnen. Zum anderen ist für zehnEURo im Jahr die Müglichkeit zum unbegrenzten Download vorhanden. Also, die heiße Kaffeetasse an diesem Nachmittag kurz aus der Hand nehmen und lieber zweimal genau hinsehen.

Kommentare

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  1. Wenn es Freie Software wäre, würde ich ja nichts sagen – aber fremde Musik anbieten und dann das eigene Programm für Geld – das ist unmoralisch und ich hoffe die Musikindustrie gibt ihnen einen ordentlich Tritt. Wer auf freies Teilen setzt, sollte nicht bei seinen eigenen Werken Sperren einbauen.