“Das reicht noch nicht”: Myspace und Co. zum Welt-Aids-Tag

Blogger auf der ganzen Welt richten ihr Augenmerk auf den Welt-Aids-Tag am heutigen Montag. Unter dem Motto “Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere” gedenken sie den unzähligen Infizierten und bereits Verstorbenen. Allein im vergangenen Jahr gab es rund zwei Millionen Aids-Tote, wie das Aids-Programm

myaid.jpg Blogger auf der ganzen Welt richten ihr Augenmerk auf den Welt-Aids-Tag am heutigen Montag. Unter dem Motto “Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere” gedenken sie den unzähligen Infizierten und bereits Verstorbenen. Allein im vergangenen Jahr gab es rund zwei Millionen Aids-Tote, wie das Aids-Programm UNAIDS schätzt. Die meisten von ihnen stammen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Allerdings, nicht nur in der Ferne ist Aids eine Bedrohung. Auch in Deutschland ist das Virus nach wie vor präsent. Doch ist das wirklich so? Wie steht es um das Bewusstsein der jungen Leute? Wird Aids noch als Gefahr empfunden?

Die Plattformen StudiVZ, schuelerVZ sowie meinVZ haben gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vor wenigen Tagen eigens Foren ins Leben gerufen, die binnen weniger Stunden auf mehr als 10.000 Mitglieder angewachsen waren. Und auch Myspace leistet seinen Beitrag. Seit exakt 15.01 Uhr heute Nachmittag fragt das Team in einem entsprechenden Bulletin: “Der Welt-Aids-Tag wurde 1988 erstmals von der WHO ausgerufen. Ist dieser Tag nach 20 Jahren immer noch relevant?”

Ein Fünftel steht dem Tag eher gleichgültig gegenüber

Von “Total wichtig – ich bin dabei”, “Das reicht noch nicht – ein Tag Erinnerung ist zu wenig” über “Ein sinnloser Tag – wir wissen doch eh alle Bescheid” bis hin zu “Ist mir egal” reicht das mögliche Abstimmungsspektrum in der soeben gestarteten Umfrage. Immerhin glauben aktuell 45 Prozent der User, dass ein Tag der Erinnerung nicht ausreiche, 34 Prozent sagen, “ich bin dabei”, wohingegen 20 Prozent diesem Tag eher gleichgültig gegenüberstehen.

Ein erschreckendes Ergebnis, das Bände spricht: Immerhin ein Fünftel der jungen Leute scheinen sich demnach überhaupt nicht bewusst zu machen, welche Gefahren eine leichtfertig gelebte Sexualität mit sich bringen kann. Und das sieht auch Kommentator K. Kain so: “ich bin der meinung es sollte wieder mehr in der richtung getan werden, wenn man sich die ganzen pubertierenden leute so ansieht. alle samt erschreckend unaufgeklärt. das nicht nur im sexuellen bereich (krankheiten, verhütung, etc.), sondern auch drogen werden in der zwischenzeit – ohne sich weitere informationen darüber zu holen – geschmissen als wären es süßigkeiten. egal ob legal oder illegal.” Auch Monica betont: “Dieser Tag darf niemals an Relevanz verlieren.” Jess sieht die Verantwortung jedoch an ganz anderer Stelle und bringt es für viele ihrer Mitstreiter auf den Punkt: “Eine dumme Frage, wirklich! Klar, es infizieren sich immer noch genug. In Afrika weiterhin keine Aufklärung. Papst immer noch gegen Kondome. F*** the church!!!” Louve dagegen ist davon überzeugt: “Solange es noch Leute gibt die sagen ‘ich krieg so was nich,ich bin doch nich schwul und ausserdem sehe ich doch ob jemand krank ist!’ und solange es die Regierungen der Staaten nicht schaffen für eine vernünftige Umverteilung ihrer Finanzen zu sorgen und solange es noch viel zu wenig Aufklärung gibt,usw. …solange wird es noch relevant sein.”
umfrag.jpg“Viele wissen über dieses Thema noch nicht richtig bescheid”

“Mach mit! Eine Rote Schleife gegen Aids” trägt unterdessen die wichtigsten Fakten zusammen. Die StudiVZ-Gruppe unter Gründerin Jenny Quade setzt im Gegensatz zu Myspace weniger auf Emotion, denn auf Information und präsentiert zunächst einmal die nackten Zahlen. So würden etwa 60.000 Menschen mit dem HIV-Virus allein in Deutschland leben. Bis heute seien circa 27.000 Menschen hierzulande verstorben. Im vergangenen Jahr kam es zu 2750 Neuinfektionen. Weltweit sind es dagegen 7000 Menschen täglich. 33 Millionen leben aktuell mit der Infektion. “Gemeinsam gegen Aids! Zeige deinen Freunden, dass du dich aktiv mit dem Thema auseinandersetzt”, fordert sie deshalb auf eine Rote Schleife in das eigene Profilbild zu laden, in dieser Gruppe miteinander zu diskutieren oder aber Botschafter des Welt-Aids-Tages zu werden.

“Viele wissen über dieses Thema noch nicht richtig bescheid”, wird dort in einem kurzen Kommentar das zusammengefasst, was viele befürchten. Welches Bild sich auf deutschen Straßen ergibt, das zeigt jedenfalls nachfolgendes Video:

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  1. AIDS ist ne schlimme Krankheit, keine Frage. Auf der anderen Seite ist es mit Sicherheit einer der meistbeworbenen. Wie passen dazu folgende Fakten:

    * In Deutschland zählt AIDS mit etwa 650 Toten pro Jahr zu den unbedeutendsten Todesursachen. (Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/AIDS#Deutschland)
    * Mit 3.258 Neuerkrankungen in 2007 ist es wahrscheinlicher an Syphilis zu erkranken. Warum aber wird Syphilis quasi NIE erwähnt? Ganz zu schweigen von der Zivilisationskrankheit “Überfressen”.
    * Zum Vergleich gibt es jährlich ca. 5000 Verkehrstote – auch dagegen gibt es keine Werbung, nicht einmal ein Tempolimit.

    Ich sehe bei AIDs das Hauptproblem in Afrika und unterentwickelten Ländern. Und dann denke ich muss schnell und massiv geholfen werden, weil dort ganze Regionen aussterben und es dort die häufigste Todesursache ist. Man könnte dazu die deutschen Pharmakonzerne zwingen ihre Lizenzen freizugeben oder freizukaufen um eine Behandlung der Menschen zu ermöglichen.

    Also: Irgendwie gehts hier nicht darum wie gefährlich AIDS statistisch ist. Wahr ist natürlich auch das es sicher nur deswegen unbedeutend ist, WEIL Propaganda betrieben wird – dennoch warte ich mal auf den ersten Fernsehspot der für eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung Werbung macht. Das würde ggf. einige Millionen in Deutschland vor dem Tod bewahren. Aber sowas gibts wohl nicht, weil dann die Junkfoodindustrie Einnahmeeinbußen hätte? Ich verstehe jedenfalls nicht, warum AIDS so eine Sonderrolle hat.