Wer sich für die Menschrechte engagiert, muss mit politischen Konsequenzen rechnen. Das gilt erst recht für Menschrechtsaktivisten, die häufig selbst mit Gefängnis und Folter bestraft werden.
Der französische Präsident Sarkozy wird mit dem Dalai Lama sprechen – auch die deutsche Kanzlerin hat den Papst des Ostens empfangen. Doch Chinas Reaktion ist jedesmal dieselbe: Wut, Beschimpfung, diplomatische Eiszeit und die Absage politischer Termine. Vor 60 Jahren hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Das war eine Revolution und eine Reaktion auf die Barbarei des Zweiten Weltkrieges. Völkermord, politische Gefangenschaft, Folter, Vergewaltigungen und Angriffskriege gelten seither als schlimmste Verbrechen.Aber nicht nur Diktaturen, auch Demokratien vergessen die Menschrechte schnell, wenn sie sich bedroht fühlen. Der US-Angriff auf den Irak mit dem Ergebnis von mehreren hunderttausend Toten ist schwerste Menschrechtsverletzung. Im Kampf gegen den Terrorismus griffen die USA unter Bush zum Mittel des Staatsterrorismus, folterten Gefangene und verletzten massenhaft die Menschenrechte. Die Bush-Regierung war für die Menschenrechte das größte denkbare Desaster.
Wie Deutschland und Europa mit afrikanischen Flüchtlingen umgeht, wenn sie nicht einmal die Möglichkeit erhalten, einen Asylantrag zu stellen, verletzt ebenfalls die Menschrechte. Wir behandeln sie wie Kriminelle, aber nicht wie Menschen, die Hilfe zum Überleben benötigen.
Wie China seine Minderheiten wie Tibeter, Uiguren oder Christen unterdrückt, ist 60 Jahre nach Verabschiedung der Menschrechte eine Schande. Auch im indischen Bundesstaat Orissa werden seit Monaten systematisch Christen gejagt und in Südindien täglich neugeborene Mädchen getötet, weil sie Mädchen sind.
Doch die größte Menschrechtsverletzung ist, dass wir täglich 26.000 Menschen verhungern lassen, obwohl wir auf einem unendlich reichen Planeten leben.
Im Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschrechte heißt es: “Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.”
Diese schönen Menschrechte stehen zwar seit 60 Jahren auf dem Papier, aber wir alle müssen noch lange an ihrer Verwirklichung arbeiten, zum Beispiel durch Mitgliedschaft bei Amnesty International oder bei Human Rights Watch oder in sozialen und kirchlichen Hilfsorganisationen, damit die Würde Menschen nicht länger an tastbar bleibt.
Quelle: Franz Alt 2008
So lange wie sich die Besitzansprüche der Menschen in das unermessliche schrauben, und dass dann noch als wirtschaftliche Vernunft bezeichnet wird, kann sich daran nichts ändern. Es sollten sich wieder Unternehmer finden die in zivilisierten Ländern Produktionsstätten eröffnen und ihre Produkte zu bezahlbaren Preisen verkaufen. Und wer es sich leisten kann sollte auf Produkte aus Ländern, wo die Menschenrechte missachtet und die Arbeitsbedingungen unmoralisch oder unmenschlich sind verzichten. Ausserdem ist es für Investoren immer ein Risiko, in solchen Ländern zu investieren. Immer da wo Menschen unterdrückt und ihrer Freiheit beeraubt werden, wo sie unter Korruption und Willkür leiden ist die Gefahr für Unruhen und Revolten sehr hoch. Den Leute die Ihren Reichtum durch Investitionen in Ländern wie China oder desgleichen investieren, sollte die Schamröte lebenslang im Gesicht stehen bleiben.