Vor rund vier Jahren kam bei einem Brand in einer Polizeizelle in Dessau-Roßler der Asylbewerber Oury Jalloh ums Leben. Er wurde nicht gerettet, da die diensthabenden Beamten nicht eingriffen. Heute wurden die beiden Staatsbediensteten vor dem Landgericht Dessau-Roßler freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte milde Urteile gefordert.
Diese Beamten tragen eine erhebliche Mitschuld am Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh.
Sie haben nicht zu einem Feuerlöscher gegriffen als in der Zelle Brandalarm ausgelöst wurde. Oury Jalloh starb qualvoll. Außerdem hat man ihm ein Feuerzeug, mit dem er – in gefesselter Position – seine Matratze angezündet haben soll, nicht abgenommen. Im Normalfall wird jede Person äußerst gründlich durchsucht, bevor sie in eine Arrestzelle gesperrt wird. Offensichtlich wurde hier grob fahrlässig gehandelt.
Des Weiteren bleibt festzuhalten, dass das Leben eines Asylbewerbers anscheinend nicht viel wert ist. Die Staatsanwaltschaft hatte lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 4800 Euro gefordert. Ein Hohn für die Hinterbliebenen.
Die Rechtsstaatlichkeit hat hier einmal mehr versagt. Aufgrund widersprüchlicher Aussagen war es nicht möglich, dass der Richter ein objektives Verfahren führen konnte. Polizisten deckten sich gegenseitig, Aussagen waren nicht schlüssig. Hoffnung darf jetzt in der Berufung der Nebenanklage liegen.
Danke, dass Sie hier noch einmal an die grausame Tötung des Asylbewerbers Oury Jalloh durch deutsche Polizisten erinnern. Da ich persönlich deutsche Polizeibeamte im Einsatz gegen Ausländer erlebt habe, kann ich nur sagen, dass wir bereits wieder in einem Nazistaat leben (oder nie damit aufgehört haben!). Allerdings müssen sich die Nazis wie in dem Märchen von Rumpelstielzchen verhalten und dürfen nur hinter verschlossenen Türen singen:”Ach wie gut das niemand …”