Googeln Sie doch mal “Human Rights, Israel”. Sie werden gefühlte 30 400 000 Hits kriegen.
Dann googeln Sie “Human Rights, Palestine” – und Sie dürften so um die 7 340 000 Hits bekommen.
Oder dann klicken Sie ganz einfach hier – die müssen’s eigentlich wissen, wie’s denn so um die Menschenrechte steht in Israel und den palästinensischen Gebieten.
Denn heute ist ja ein denkwürdiger Tag in Sachen Menschenrechte. Da lesen wir nämlich die Worte des Moshe Feiglin – alles andere als das Wort rechtsextrem wäre für diesen Mann schlicht unpassend.
Auf seiner Homepage standen Dinge wie Israel müsse den Palästinensern Wasser und Strom abstellen, Olympische Spiele boykottieren, Israels Botschaften in Deutschland und anderen anti-semitischen Ländern schließen, das Schuljahr anhand des jüdischen Kalenders orientieren. Einen palästinensischen Staat darf es, so Feiglin, nicht geben. Das haben wir bis gestern auf des Herrn Feiglins Homepage gelesen. Dieser Mann und sein Gedankengut haben bei den Primaries des Likud unter Benjamin Netanyahu abgeräumt, besetzen eine Vielzahl wichtiger Listenplätze; dieses Gedankengut wird also die laut Meinungsumfragen nächste Wahlsiegerin bei den anstehenden israelischen Parlamentswahlen dominieren.
Heute doppelt der Likud-Politiker in einem Interview nach.
Von seiner rechtsradikalen Hetze distanziert er sich nicht wirklich: Die Konditionen seien gegeben, dass Israel sich aus der UNO zurückziehe, diktiert der Politiker dem Journalisten in den Block. Dass Feiglin meinte, die Schweiz habe ja gute Gründe, nicht bei der UNO mitzutun, macht die Aussage nur noch erschreckender – der Radikale scheint nicht zu wissen, wovon er eigentlich spricht. Aber bei seiner Wählerschaft kommt UN-Bashing, wie qualifiziert auch immer, womöglich gut an.
Und so erstaunt eine heute publizierte Meinungsumfrage der Bar-Ilan Universität bei Tel Aviv eben auch nur beschränkt: 64 Prozent aller Israeli finden, Menschenrechts-Organisationen seien israel-feindlich. — Erstaunen mag hingegen die zweite Aussage der Meinungsumfrage: Laut 55 der befragten Israeli schützt Israel die Menschenrechte besser als westliche Demokratien.
Keine Polemik, bitte. Das ist die israelische Position am Tag, an dem im Westen der 60. Jahrestag der Ausrufung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gedacht wird.
Und dann gibt’s ja immer noch andere Stimmen - im Westen: “Als Völker- und Menschenrechtlerin muss man ein grosses Frustpotenzial haben, sonst wird man unglücklich. Man muss sich an den kleinen Schritten freuen können und darf nicht an den grossen Katastrophen verzweifeln.”
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.
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