Nein, eine Freude ist es wahrhaftig nicht dieser Tage die Zeitungen aufzuschlagen. Seit Wochen und Monaten können wir Talfahrten an den Börsen beobachten, lesen von kleinen und großen Skandalen in der Finanzwelt und lassen uns durchschütteln von dem, was da in großen Lettern verkündet wird. In der bunten TV-Welt sieht es derweil keinen Deut besser aus. Und Stephan Ruß-Mohl, Kolumnist der österreichischen Wochenzeitung “Die Furche“, hat genau das augenscheinlich satt.
Wenn die Krise herbeigeschrieben wird
Für ihn steht fest: Der Journalismus, der derzeit betrieben wird, ist ein “Überschätztes Frühwarnsystem mit Gier nach ‘bad news’“, so schreibt er zumindest auf carta.info, einem Mehrautorenblog für Politik, Medien und Ökonomie. Auch er kann sich des Eindrucks, der sich ihm beim Zappen quer durch den Mediendschungel aufdrängt, nicht erwehren: “der Untergang des Abendlandes” ist wohl ziemlich nah.
Doch wie kam’s? Erst hätten sie zugeschaut, die lieben Damen und Herren Journalisten, PR-Botschaften “mit einem Mouseclick” in “Journalismus” verwandelt und nun? Nun hat sich die Situation in ihr Gegenteil verkehrt. “Zu befürchten ist, dass sie sich neuerlich prozyklisch verhalten und jetzt mit ihrer (kaum minder maßlosen) Gier nach ‘bad news’ die wirklich große Krise (und damit auch ihren eigenen Untergang) herbei schreiben”, urteilt er über seine Kollegen.
Die Kompetenzen haben sich verschoben, ist er sich sicher. So wird leicht ein Feuilleton-Chef zum Krisenexperten – wie auch immer er zu diesem Titel gekommen sein mag – oder aber noch schlimmer, “Wirtschafts- und Finanzjournalisten gleich ganz wegrationalisiert”. Ruß-Mohl versteht die Welt nicht mehr. Was ist bloß los in unseren großen Medienhäusern? Ist es wirklich sinnvoll gerade die auszubooten, deren Sachkompetenz wir eigentlich zur Krisenbewältigung dringend benötigten?
Differenzieren statt Panikmache
Die Zweifel, die der Schweizer Kommunikationswissenschaftler anbringt, scheinen berechtigt. Sie lassen aber vor allem auch an die Ausführungen des ehemaligen WDR-Intendanten Fritz Pleitgen anlässlich der 3. Internationalen Sicherheitskonferenz im Jahr 2005 erinnern, in denen er sich ausführlich seine Gedanken zum Thema “Die Verantwortung der Medien in Krisenzeiten” macht. Einer seiner Schlusssätze hängt bis heute im Ohr: “(…) ich glaube, dass eine differenzierte Berichterstattung gerade auch in Krisenzeiten mehr bringt, mehr das gegenseitige Verständnis fördert, als eine reine Angst- und Panikmache.”
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Also ich finde die Sichtweise eher naiv. Glaubt man wirklich das das ganze System zufällig so funktioniert, wie es funktioniert? Zum einen findet man im Journalismus heute wohl gerade die Suche nach Gründen für die Fnanzkrise, da gibt es dann auch viel Copy & Paste. Und dann werden natürlich einfach die Ängste und Themen bedient, die die Leute lesen und hören wollen. Die weiteren Folgen sind dadurch verursacht das Journalismus seine Rolle im System spielt und selbst natürlich auch Opfer der selben Mechanismen wie alle sind. Ich habe manchmal den Verdacht die Journalisten glauben mehrheitlich wirklich daran, das sie über den Dingen stehen und das es da nur manchmal “Verfehlungen” gibt, die man korrigieren muss. Aber in Wirklichkeit sind diese Verfehlungen doch das Wesentliche am Journalismus. Und die hehre Rolle ist nur Eigenpropaganda um ihre Rolle besser zu spielen. Wie auch bei Politikern. Ich würde ja auch gerne von Journalisten etwas mehr Selbstrefflektion erwarten – aber was soll man von einem Haufen erwarten, der in Universitäten gleichförmig erstellt wurde und dem eine gehörige Portion Arroganz eingeimpft wird. Das ein Medienwissenschaftler auch so naiv ist diese Eigenpropaganda zu glauben ist dann wohl auch nicht verwunderlich. Wikipedia schreibt über ihn u.a. “Seine Forschungsfelder sind Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Journalismus” – dann sollte er noch mal von vorne anfangen und sich mal kritisch damit beschäftigen welche Rolle Journalismus in unserer Gesellschaft spielt für den Systemerhalt. Dann würde ihm auch klar, das Journalisten alles tun um ihre Rolle wunschgemäß zu erfüllen. Nur dafür wertden sie bezahlt. Die Ausnahme bestätigt hierbei die Regel.