Zwei Seiten

Wer die Ausstellung zum Kooperationsprojekt “Blaubart” des Berufsverbandes Bildender Künstler und des Mainfranken Theaters in der BBK-Galerie in Würzburg gesehen hat, kann sich bestimmt an ihre Komposition von Fotos mit Massenmördern erinnern. Die aktuellen Arbeiten von Verena Rempel, die unter dem Titel “Fama” vom 9. Januar bis 1. Februar in

Wer die Ausstellung zum Kooperationsprojekt “Blaubart” des Berufsverbandes Bildender Künstler und des Mainfranken Theaters in der BBK-Galerie in Würzburg gesehen hat, kann sich bestimmt an ihre Komposition von Fotos mit Massenmördern erinnern. Die aktuellen Arbeiten von Verena Rempel, die unter dem Titel “Fama” vom 9. Januar bis 1. Februar in der BBK-Galerie ihr Einzelausstellungsdebüt gibt, beängstigen zwar nicht, aber sie machen nachdenklich.

Und das ist es, was die junge Bildhauerin will, die einst das Handwerk der Herrgottschnitzerei in Oberammergau erlernte, in Wien ihren Schwerpunkt auf die transmediale Kunst verlegte und sich im Laufe ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung immer mehr der Fotografie und Installation zugewendet hat. Den ihr aktuell verliehenen Debütanten- und Katalogförderpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst nimmst sie zum Anlass, visuell über den soziokulturellen Wertewandel vor allem im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Religion und moderner Gesellschaft nachzudenken.

Eine Botin der Wahrheit und der Lüge, des Ruhms und des Klatsches

Mit dem osteuropäischen Kulturkreis durch zahlreiche Reisen vertraut, zeigt Verena Rempel zwei Seiten einer Medaille. Hierfür hat sie den Titel “Fama” gewählt, der eine Botin der Wahrheit und der Lüge, des Ruhms und des Klatsches zugleich meint. So überträgt sie beispielsweise Ikonen mittels inszenierter Selbstporträts in die Gegenwart, um heutige Götzen zu entlarven oder setzt den Popstar Madonna mit hunderten von realen Madonnen zusammen. Während die Religion in den osteuropäischen Ländern von sinnstiftender Bedeutung ist, was dort seinen Niederschlag in der Kunst findet, wird der Konsum bei uns zum Ersatzheiligen, dem es zu huldigen gilt. Auf vielfache Weise spielt die Debütantin hierfür mit der Ikonografie. Genaues Hinsehen ist erforderlich.

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