Am 20. 12. wartet ein besonderes Weihnachtsgeschenk auf die Kissinger
Als Tobias Schneider, gemeinsam mit Ralf Stierstorfer Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Jugendveranstaltungen e.V. Bad Kissingen, im vergangenen Sommer das bekannte Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber besuchte, war es noch eine fixe Idee. Doch bereits wenige Monate später ist sie unter Dach und Fach: Die Schröders, die damals die Massen unter sommerlicher Sonne begeisterten, kommen nun nach Bad Kissingen. Von der großen Bühne des Traditionsevents geht es kurz vor Heiligabend ins beschauliche Jugend- und Kulturzentrum, wo die vier Musiker aus dem niedersächsischen Bad Gandersheim den Gästen in kalter Winternacht ordentlich einheizen werden.
“Endlich 18“, so der Titel ihres aktuellen Albums, das die 1989 gegründete Punkband dieser Tage erneut durch Deutschland ziehen lässt. Hamburg, Berlin, Kaiserslautern, der Terminplan der nun “volljährigen” Herren ist gut gefüllt. Sänger Burger, Gitarrist Hämpi, Bassist O-Lee und Schlagzeuger Sascha befinden sich nach fast vier Monaten Konzertpause auf Weihnachts- oder besser gesagt Geburtstagstour. Immerhin, so berichten sie stolz, seien sie nun genauso alt wie das Ende der Berliner Mauer. Im Gegensatz zu ihr hat diese Band jedoch Bestand und seit ihrer “Geburt” unermüdlich die Menschen bewegt. Seit Anfang Dezember sind sie deshalb wieder einmal unterwegs, um die Hallen der Republik zum Kochen zu bringen. Grund genug, auch den Unterfranken am 20. Dezember ein kleines Konzert zu “schenken” und die Club-Räume unweit des Universum Kinopalasts zu stürmen. Unterstützt durch das Hamburger Duo “Das Pack” und die, den Readers Edition-Lesern schon bestens bekannten, “Taschenrocker” gibt es für “die dienstälteste Punkrockkapelle” auch in der sonst so ruhigen Kurstadt nur ein Ziel: “die Menschen glücklich zu machen” – und das möglichst lautstark.
Mittelfinger in Richtung aller Stilpolizisten
“Es scheint, als hätte besagte Combo einen gewaltigen Schluck aus Motörheads Hausbar getrunken, denn so kompromisslos, so entschieden rockig wurde auf keinem Vorgängerwerk geklampft, getrommelt, gesungen”, beschreiben sie ihren neuesten Tonträger, den die eingefleischten Fans sicherlich auch in Bad Kissingen aus voller Kehle mitsingen können, selbst. Durchtränkt von “Partyatmosphäre” sei das, was das Publikum erwarten werde, prophezeien sie sichtlich selbstbewusst. Denn “Inhaltlich wie musikalisch haben die Schröders es tatsächlich geschafft, sich von allen Konventionen zu befreien und einen optimistischen Mittelfinger in Richtung aller Stilpolizisten und zwangsmisantrophen Musikkritiker zu strecken”, so das Resümee ihres Schaffens, das im Laufe der Jahre auch mit zwei Edelmetallauszeichnungen (Gold und Platin in Österreich) garniert wurde.
“Wunderschön zu wissen, dass man auch in Würde altern kann!”
Doch nicht nur Neues wird so kurz vor Heiligabend durch die Nacht schallen: Nur zu gut, erinnert sich der ein oder andere sicher noch an Hits wie “Lass uns schmutzig Liebe machen” aus dem Jahr 1995 oder den Song “Frösche weinen nie“, der auch schon wieder eine ganze Dekade zurückliegt. Jetzt, sieben Jahre nach dem letzten Studioalbum “Das Leben ist kein Ponyhof“, sind sie im Jahr 2008 wirklich erwachsen geworden. Was sie jedoch nicht daran hindert, die kreischenden Teenager von damals mit der jungen Generation von heute vor der Bühne zu einem tobenden Pulk zu vereinen. “Was nicht passt wird passend gemacht”, sangen sie einst für Pro7. In Bad Kissingen wird die Band, die sich, der Legende folgend, in einer Telefonzelle gründete und mittlerweile auf rund 800 Mal Bühnenerfahrung zurückblicken kann, sicherlich genauso verfahren.
“Wunderschön zu wissen, dass man auch in Würde altern kann!”, stellen sie anlässlich ihres Geburtstages fest. Die hiesigen Medien Mainpost und neun7 werden das Konzert im Rahmen der zweiten U&D-Winterkonzertreihe präsentieren und damit nach dem erfolgreichen Hip-Hop-Event Anfang November beweisen, dass auch Barden mit Anfang 40 die Massen begeistern können bevor es im Januar mit jüngerem Sound à la Scallwags, Black Rabbit und Ismael weitergehen wird.
Das “Readers-Edition-on-Tour”-Team ist natürlich auch wieder mit von der Partie und wird den Schröders bei ihrem voraussichtlich exzessivem Treiben “konsequent konzentriert” über die Schultern schauen. Wir jedenfalls sind schon mächtig gespannt, ob das kleine JuKuz erstens mächtig gefüllt sein und zweitens heile bleiben wird. Wir lassen’s Euch selbstverständlich wissen…
Bis es soweit ist, hier nochmal ein kleiner Abstecher in die “gute alte Zeit”:
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