“Wir wollen Eure Achselhöhlen sehen!”

Die Schröders liefern sich im Kissinger JuKuz ein heißes Feuergefecht mit ihren Fans Wenn aus einer kühnen Idee Realität wird, dann ist das schon etwas Besonderes. Besonders wenn diese dann auch noch einschlägt wie eine Bombe! Dickes Lob an die Verantwortlichen: Mehr davon! Eine von Deutschlands dienstältesten “Punkrockkapellen”, Die Schröders

burger.jpgDie Schröders liefern sich im Kissinger JuKuz ein heißes Feuergefecht mit ihren Fans

Wenn aus einer kühnen Idee Realität wird, dann ist das schon etwas Besonderes. Besonders wenn diese dann auch noch einschlägt wie eine Bombe! Dickes Lob an die Verantwortlichen: Mehr davon!
Eine von Deutschlands dienstältesten “Punkrockkapellen”, Die Schröders aus Bad Gandersheim, rockten auf Einladung von Tobias Schneider und Ralf Stierstorfer, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Jugendveranstaltungen e.V., am vergangenen Samstag gemeinsam mit den Hamburgern “Das Pack” und den heimischen “Taschenrockern” im Bad Kissinger Jugend- und Kulturzentrum bis die Fetzen flogen. Ihr Vorhaben, “die Menschen glücklich zu machen”, haben sie dabei mit Bravour umgesetzt.

Die Scheiben des JuKuz sind vollends beschlagen. Ein lustiges Völkchen tanzt dicht an dicht im frisch renovierten Club oberhalb der sonst so ruhigen Kurstadt. Diese erlebt an diesem Abend wenig Besinnliches: Von Ruhe keine Spur. Schweiß hängt in der Luft und die Diskrepanz zwischen Innen- und Außentemperatur steigt von Minute zu Minute. Wenn Franken auf Hamburg und dann auch noch auf Niedersachsen trifft, ist das schon eine Reise wert, mögen sich die zahlreich erschienenen Musikfreunde so kurz vor Heiligabend gedacht haben. Erst wenige Wochen zuvor hatten die Kissinger gemeinsam mit fünf lokalen Hip Hop-Crews die Erde zum Beben gebracht. Doch die zweite U&D-Winterkonzertreihe ist natürlich noch steigerungsfähig.

Entgegengefiebert haben sie diesem Ereignis schon lange. Stolz hatten die Organisatoren kurz nach dem Besuch des Taubertal Festivals im vergangenen Sommer verkündet, dass genau die Band, die viele von ihnen schon während ihrer Jugendtage mit Songs wie “Frau Schmidt” oder “Lass uns schmutzig Liebe machen” begleitete, nun den Weg in ihr Zuhause finden wird.

Ihr Ruf eilt ihnen voraus

daspack.jpgJetzt ist der große Abend da, die Massen nicht mehr zu bremsen. Und so wird das standesgemäß in schwarz-weiße Fanshirts gekleidete Publikum von Frontmann Burger sogleich aufgefordert: “Wir wollen Eure Achselhöhlen sehen!” Dieses gehorcht ihm natürlich aufs Wort: Die Hände fliegen nur so über die hochroten Köpfe hinweg. Purzelbäume werden geschlagen und auch ein Bad so manch Zuhörers oberhalb besagter Achselhöhlen wird freudestrahlend genommen. Zum ersten Mal haben Burger und seine Bandkollegen Hämpi, O-Lee und Sascha den Weg ins bayerische Staatsbad gefunden. Bereut haben sie diesen kleinen Ausflug im Rahmen ihrer aktuellen Weihnachtstour sicherlich nicht.

taschro.jpgAuch abseits von Metropolen wie Berlin oder Hamburg eilt ihnen ihr Ruf als “Partyband” voraus. Kein Wunder also, dass ihr kleines Experiment “Wie laut ist Bad Kissingen”, der empirischen Überprüfung über Gebühr standhält. Einem Hexenkessel gleich zeigt sich der neuerdings in frischem Orange und Weiß gehaltene Raum, der sonst eher “harmloseren” Freizeitbeschäftigungen vorbehalten ist. Mehrmals während des gut 90 Minuten dauernden Auftritts wird die Bühne mit der Forderung nach altbekannten Gassenhauern wie “Frösche weinen nie” gestürmt. Keine Frage, dass solche Wünsche von den musikalischen Routiniers, die neben ihren zahlreichen Hits aus der Vergangenheit auch ihr aktuelles Album “Endlich 18” mit im Gepäck hatten, ohne zu zögern in die Tat umgesetzt werden.

fans.jpg“Das war ein super Konzert, total hammergeil”

Nein, dem Motto ihres bekannten Songs “Was nicht passt wird passend gemacht”, muss das Quartett in Unterfranken nicht Folge leisten. Hier stimmt einfach alles. “Das war ein super Konzert, total hammergeil”, freut sich Burger nach dem schweißtreibenden Auftritt. Die vielgereiste Band, die ihre Volljährigkeit mit der völligen Eigenproduktion ihrer letzten Platte bewies, hat eigentlich mit weniger Zuhörern und schon gar nicht mit so einer Stimmung gerechnet. Immerhin kannten sie nach eigenen Angaben bis dato nur die Autobahnausfahrt “Bad Kissingen/Oberthulba”. Umso überraschter sind sie denn auch als sich herausstellt, dass die eigentlich sonst so reservierten Franken hier beweisen, dass sie ordentlich Feuer unterm Hintern haben. Zwar hätten sie auch vor 19 Leuten gespielt, erklären sie sichtlich außer Atem. Doch deutlich ist ihnen anzumerken, dass sie mit diesem gut besuchten Gig mehr als zufrieden sind. “Wir würden sofort wiederkommen – auch ohne Gage”, erklärt Burger lachend. Und wer weiß, vielleicht sehen die Bad Kissinger “ihre” Schröders schön früher als gedacht wieder.

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