“Traditionen darf man nicht brechen!”

Die Musikinitiative Hammelburg e.V. lud am vergangenen Freitag zur X-Mas-Party Unzählige Hände wurden geschüttelt, Menschen fielen sich in die Arme und die Erlebnisse des vergangenen Jahres wurden über Stunden hinweg ausgetauscht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war es wieder soweit: Jung und Alt aus nah und fern trafen sich erneut im Wasserhaus

Bild11.JPGDie Musikinitiative Hammelburg e.V. lud am vergangenen Freitag zur X-Mas-Party

Unzählige Hände wurden geschüttelt, Menschen fielen sich in die Arme und die Erlebnisse des vergangenen Jahres wurden über Stunden hinweg ausgetauscht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war es wieder soweit: Jung und Alt aus nah und fern trafen sich erneut im Wasserhaus vor den Toren der Weinstadt, um gemeinsam mit den “Mixed Pickles” das diesjährige Weihnachtsfest ausklingen zu lassen.

“Covern bis der Weihnachtsbaum wackelt”, wenn es ein Motto in der kleinen Saalestadt gibt, das so konsequent um-, aber vor allem fortgesetzt wird, dann das der Musikinitiative Hammelburg e.V. Auch in diesem Jahr hat es der rund 320 Mitglieder starke Verein wieder ordentlich krachen lassen und den besinnlichen Feiertagen mit Rock- und Pop-Hits aus Vergangenheit und Gegenwart ein lautstarkes Ende gesetzt. Das sehr gut gefüllte Wasserhaus, das im kommenden Frühjahr mit dem “Tanz in den Mai” seinen fünften Geburtstag feiert, verwandelte sich dabei in einen kochenden Hexenkessel, der die frostigen Temperaturen dank heißer Musik gewürzt mit Glühwein, Würstchen und natürlich Lagerfeuer, schnell vergessen machen ließ.

Bild21.JPGSeit 1990 gehört die alljährliche Veranstaltung zum festen Termin im “Fahrplan” der Musikinitiative. Doch trotz der nun erreichten “Volljährigkeit”, zeigten sich die Organisatoren und die unüberschaubare Zahl an Gästen kein bisschen müde. Ganz im Gegenteil. “Traditionen darf man nicht brechen!”, schallte es ein ums andere Mal sichtlich euphorisch durch die gemütlichen Räumlichkeiten, die durch die brachialen Klänge von “AC/CD” über “Kiss” bis hin zu “Rage Against the Machine” nichts von ihrer behaglichen Atmosphäre einzubüßen schienen.

Raus aus der “Christbaum-Lethargie”

Bild3.JPGZugegeben, ein bisschen nervös waren sie schon, die rund 30 aktiven Musiker der Musikinitiative Hammelburg e.V., die sich an diesem Abend versammelt hatten, um mit einem aufrüttelnden Mix das Publikum aus ihrer “Christbaum-Lethargie” zu reißen. Bis kurz vor Öffnung der Türen war das bunt zusammengewürfelte Trüppchen zusammengesessen, hatte an den Arrangements gefeilt und den Stücken ihren letzten Schliff gegeben. Die harte Arbeit hinter den Kulissen hatte sich gelohnt. Hochrote Köpfe, verschwitzte T-Shirts und fliegende Menschen prägten das Bild, das sich den hart arbeitenden Akteuren auf der Bühne beim Blick in die tobende Menge bot. Tosender Applaus, wechselte mit unermüdlichen Zugabe-Rufen, stets einhergehend mit unterstützendem Gesang einschlägiger Textzeilen wie “I want you to want me”, “Where is my mind” oder “Should I stay or should I go”, die selbstverständlich von vorne bis hinten mitgesungen werden konnten. Da kam es denn auch von Zeit zu Zeit vor, dass ein gar zu wild turnender Gast über die ohnehin schon glühenden Gesichter der anderen hinwegsegelte, tief eintauchte in den immer mehr verschmelzenden Pulk und nur mit Mühe wieder auftauchte.

Bild4.JPGWährend die einen jedoch Anlauf von der Bühne ins Publikum nahmen, musste auch so manch zusammengewürfelte Formation mehrere Versuche unternehmen, um letztlich glücklich durch das geplante Programm zu kommen. Nein, bierernst nahm sich in dieser ganz und gar “unheiligen Nacht” wohl keiner der Beteiligten. Da wurden großformatige Spickzettel gezückt oder auch ganz “dezent” auf den Monitorboxen platziert, Liedpassagen ohne Rücksicht auf aktivierte Mikrofone zugerufen und auch die ein oder andere ungeplante Einlage ganz zur Belustigung aller Anwesenden mit eingebaut. Der Spaß stand hier eindeutig im Vordergrund. Und dieser lockte sogar Prominente an. Die Gäste trauten ihren Augen nicht: Fand sich doch plötzlich der legendäre Gene Simmons auf der kleine Bühne inmitten der unterfränkischen Provinz wieder. Was war geschehen? Ein unvorhergesehener Geldregen? Einschlägige Verbindungen ungeahnten Ausmaßes oder doch nur eine Fata Morgana? Nein, Julian Warmuth von den Ghostbastärtz nahm sich schon inmitten der Weihnachtszeit dem Motto der nächsten Faschingsfete an. Diese steht dann ganz im Zeichen der “Rock Idols” und schickt sich an, “Stars und Sternchen” der Musikszene von den großen Bühnen dieser Welt ins kleine Vereinsheim zu holen. Auch Brian Johnson, Frontmann von AC/DC, kam auf einen Sprung vorbei, denn die Interpreten scheuten keine Mühen und verkörperten ihre Idole selbstverständlich stilecht mit allen dazugehörigen Details. Wo allerdings Burkhard Fenn, ehemaliger Schlagzeuger von Gung Fu, exakt die passende Schiebermütze des legendären Sängers aufgetan hatte, das bleibt sein Geheimnis.

“Vom Bläser bis zum Rohr”

Bild5.JPG“Das war wieder mal eine rundum gelungene Veranstaltung”, freut sich auch Steffen Lömmer, frischgebackener erster Vorstand der Musikinitiative, über die 19. X-Mas Party in Hammelburg. Das seit Jahren bewährte Konzept “Mixed Pickles”, das einen Schlagzeuger zum Sänger, eine Frontfrau zur Backgroundqueen, einen Gitarristen zum Star am Saxophon und einen Vorstand zum Helden an der Trompete werden lässt, begeisterte auch 2008 die eingefleischten Fans der Traditionsveranstaltung. “Vom Bläser bis zum Rohr war alles dabei”, schmunzelt er über das quirrlige Treiben der zehn Bands, die derzeit ihr Zuhause in den Kellerräumen des Gebäudes haben.

Und das lässt zuversichtlich auf die nächste Saison blicken. Eine Art Generationenwechsel habe sich in den letzten Wochen vollzogen, erzählt Steffen Lömmer stolz. Neben der neu formierten und top motivierten Vorstandschaft konnte die “Musikinifamilie” auch neue Gesichter in ihren Reihen begrüßen. “Wir freuen uns über jeden, der zu uns kommen möchte”, betont er deshalb noch einmal. Jede Unterstützung sei willkommen und ein weiterer kleiner Baustein zur Verwirklichung der ambitionierten Ziele, die sich die Musikini für das kommende Jahr gesetzt hat.
Bild61.JPG“Gemeinsam mit meinem Team möchte ich ein möglichst interessantes Programm schaffen und neben der Förderung regionaler Bands auch mal überregionale Akzente setzen”, kündigt er schon jetzt das ein oder andere Highlight, wie den am vierten April 2009 erstmals stattfindenden “HipHop-Jam”, an. Schon jetzt werde ihm hierbei vielfältige Unterstützung von allen Seiten zuteil, für die er sich ganz herzlich bedanken möchte.

So kann es weitergehen. Bereits am zweiten Januar können sich Jung und Alt den nächsten Termin anstreichen. Frei nach dem Credo “das Wasserhaus feiert sich selbst”, heißt es dann: Auf zum “Heimspiel”. Mit so bekannten Musikinibands wie Black Petty, RMS und Ghostbastärtz kann so kurz nach Jahreswechsel der Silvesterkater gebührend aus den Köpfen geblasen und der gerade noch wackelnde Christbaum endgültig zu Grabe getragen werden.

Mehr Informationen unter www.musikini.de oder www.myspace.com/wasserhaushab.

Text: Nicole Oppelt/Sandra Schmelz

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