Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

In dem Artikel „Fall Mannichl wird immer dubioser“ diskutiert die WELT unter dem Untertitel „Verfassungsschutz hat zum Passauer Anschlag keinen Hinweis auf die rechte Szene“, ob der Anschlag tatsächlich einen rechten Hintergrund hat. Dies wirkt etwas befremdlich, da doch das Opfer selbst, als Leiter der Polizeidirektion Passau, ganz konkret den

In dem Artikel „Fall Mannichl wird immer dubioser“ diskutiert die WELT unter dem Untertitel „Verfassungsschutz hat zum Passauer Anschlag keinen Hinweis auf die rechte Szene“, ob der Anschlag tatsächlich einen rechten Hintergrund hat. Dies wirkt etwas befremdlich, da doch das Opfer selbst, als Leiter der Polizeidirektion Passau, ganz konkret den Hinweis auf den rechtsradikalen Hintergrund gegeben hat.

Heinz Fromm, Präsident des Bundesverfassungsschutzes wird dabei mit den Worten zitiert: „Hätten wir Hinweise, würden wir diese sofort weiterleiten. Das ist bisher nicht der Fall“.In dem Artikel wird dabei auch auf die Existenz zahlreicher Vertrauens-Leute („V-Leute”) in der rechtsradikalen Szene verwiesen.

Es wird aber noch gewagter, denn am Ende des Artikels steht „Die Ermittler ziehen nun auch die Möglichkeit in Betracht, dass ein Linksextremist das Attentat verübt haben könnte, sich als Rechter tarnte und bewusst die feindliche Szene anschwärzte.“

Ein konkreter Hinweis auf die rechtsextreme Szene des Polizeichefs wird also negiert, während die vielen V-Leute sich nun nur als vom Staat bezahlte Mitglieder Rechtsradikaler und Rechtsextremer entpuppen? Wie bei so vielen rechtsextremen Anschlägen zuvor wie beispielsweise in Mölln, Lübeck oder Potsdam sprießen nach ausbleibenden Ermittlungserfolgen wilde Gerüchte. Oft wird den Opfern eine Mitschuld angedichtet oder die Täter gar im linksextremen Millieu gesucht.

Wahr ist, dass die Täter von Fürstenzell noch nicht gefasst wurden. Da es aber bereits seitens mehrerer Regierungen in der Vergangenheit die Existenz von Gruppen wie der geheimen Stay-Behind-Organisation Gladio bestätigt wurde, bei denen es eine intensive Zusammenarbeit mit Rechtsextremen gab und Mannichl in dem Bereich besonders aktiv und erfolgreich war, stellt sich die Frage, ob Herr Mannichl nicht für den Geschmack mancher Geheimdienstler zu fleißig wurde.

Es stellt sich weiterhin die Frage, wozu man denn bundesweit und in den Bundesländern die ganzen V-Leute bezahlt, wenn der einzige Effekt, den sie zu haben scheinen, der ist, dass die beobachteten Organisationen nicht angetastet werden können?

Die Tatsache, dass noch kein Täter dingfest gemacht werden konnte, lässt auch darauf schließen, dass dieser sich auf eine gut funktionierende Organisation verlassen kann, wenn es denn nicht Schlamperei bei den Ermittlungen oder einfach nur wahnsinniges Glück ist.

In einem Interview in der Passauer Neuen Presse äußert sich Mannichl wütend über die Vorwürfe gegen ihn, die vor allem von der Süddeutschen Zeitung aufgeworfen wurden. Unter anderem findet man in dem Interview auch eine Stellungnahme zu den angeblich fehlenden Hinweisen: „Schließlich widmet sich die „Süddeutsche“ der rechten Szene: Alle Polizeidienststellen hätten alle Dateien mit in Frage kommenden Verdächtigen ohne Erfolg durchforstet. Alle Verdächtigen? Die Großen mit Glatze, wie Mannnichl beschrieben hatte? Von denen gibt es Unmengen.

Bleibt die Frage, ob man jemals einen Täter finden wird. Aber offenbar gibt es eine Menge Leute, denen der Fall Mannichl nicht ins politische Bild passt und die keine Scheu haben, wilde Spekulationen und Gerüchte zu verbreiten und dabei das Opfer selber anzugreifen.

Kommentare

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  1. huahh, Verschwörungstheorien! Endlich! Gladio! Die Weltregierung gegen Mannichl! Klingt total schlüssig! Was ist mit Chemtrails, dem 11. Sptember und der gefälschten Mondlandung? Hatte Alois Beweise? Echt, das ist der Brüller. Ein so schwerer fall von Wirklichkeitsverweigerung ist mir noch nie untergekommen, danke dafür, das war lustig.