Fundstücke aus dem Netz: “Die Welt aus der Sicht einer Vagina”

Werbung muss Aufmerksamkeit erregen, muss anders sein und bestimmt auch provozieren. Keine darf der anderen gleichen, das Rad am besten ständig neu erfunden werden: Das sind eherne Gesetze, die jeder Praktikant schon in den ersten Schaffenstagen in einer Werbeagentur eingeimpft bekommt. Peter Schwierz von turi-2.blog.de hat  – sichtlich diesen Regeln

vagina.jpgWerbung muss Aufmerksamkeit erregen, muss anders sein und bestimmt auch provozieren. Keine darf der anderen gleichen, das Rad am besten ständig neu erfunden werden: Das sind eherne Gesetze, die jeder Praktikant schon in den ersten Schaffenstagen in einer Werbeagentur eingeimpft bekommt. Peter Schwierz von turi-2.blog.de hat  – sichtlich diesen Regeln folgend – heute ein besonders exotisches Exemplar aufgetan und uns damit nach so ernsten Themen wie der Finanzkrise, den Auseinandersetzungen im Nahen Osten oder den Ermittlungen nahe Passau, einen Augenblick des Schmunzelns geliefert.

“Anziehen, ausziehen, Party, Fitness, Sex”

Die Welt aus der Sicht einer Vagina“, lautet sein bezeichnender Titel, der die Sache nun wirklich genau auf den Punkt bringt. Oder sollten wir an dieser Stelle vielleicht besser von Perspektive reden? Immerhin geht es hier ja doch um ein durchaus “heikles” Produkt: Intimpflege aus dem Hause GlaxoSmithKline gilt es nämlich möglichst innovativ zu bewerben. Und das scheinen die Macher aus dem Hause Grey Amsterdam – übrigens ein überwiegend weiblich besetztes Kreativteam – auch geschafft zu haben. “Anziehen, ausziehen, Party, Fitness, Sex – und am Ende versperrt ein Tampon die Sicht”, beschreibt uns der Autor das temporeiche Geschehen, das seiner Meinung nach zu folgenden Reaktionen führen wird: “Pikiert und heftig werden einige ältere Herrschaften mit dem Kopf schütteln. Und die Zielgruppe? Wird’s vermutlich bejubeln.”

“Selten dürften sich Männer so sehr für Intimhygiene interessiert haben.”

Claus Vaske, Kommentator des amüsierenden Beitrags, jedenfalls folgt Schwierz’ Prognose auf dem Fuße und zeigt sich sichtlich begeistert: “Selten dürften sich Männer so sehr für Intimhygiene interessiert haben. Aber wer verschenkt schon – außer in Notfällen – Waschcreme? Also: Hoffentlich schalten sie auch noch Spots, die die potentiellen Käuferinnen ansprechen”, hofft er auf Nachfolgespots aus der niederländischen Kreativschmiede. Dieser überschwenglichen Freude schließt sich auch Olaf Kohlbrück auf off-the-record.de an. Er bringt das Ganze letztlich jedoch ziemlich pragmatisch auf den Punkt: “In Zeiten, in denen Körpergerüche, Menstruationsblut, Urin, Eiter, Sperma und Hämorrhoiden literarisch en vogue sind, kann sich eben auch Werbung das kleine Stück Freiheit mehr erlauben, um die Hygienevorstellungen von Marken an Kunden und Kundinnen zu bringen. Das muss nicht mehr diskret ablaufen.”

An die 26.000 Klicks hat das gute Stück derzeit allein auf YouTube erhalten. Und wer weiß, vielleicht entwickelt es sich ja auch wider allen seriösen Erwartungen zum meistgeklickten Link am heutigen Montag…

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