Willkommen im Nahostsalat! IV: Gesetzessalat
Vielerorts scheinen die israelischen Militäraktionen in Gaza für unproportional oder für zu gewaltätig zu gelten. Täglich bringen die Medien neue Zahlen der Todesopfer und Verletzten auf beiden Seiten heraus. Spätestens dann beginnt auch das Erbsenzählen der Israelkritiker, die penibel jeden Toten auf der palästinensischen Seite mit den Toten auf der israelischen Seite auf die Goldwaage legen. Heraus kommt dann zum Beispiel eine Gegenüberstellung von 770 toten und 3200 verletzten Palästinensern zu neun toten und 12 verletzten Israelis. Wer von solchen politischen Zahlenspielen am wenigsten profitiert, sind die Angehörigen der Toten auf beiden Seiten des Konfliktes.
Auch internationale Größen haben sich in der Vergangenheit zu den israelischen Militäroperationen zu Wort gemeldet:
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die Eskalation der Gewalt aufs Schärfste. “Wir verurteilen die palästinensischen Raketenangriffe und verlangen die unverzügliche Einstellung dieser terroristischen Handlungen”, sagte er schon im März 2008 vor dem UN-Sicherheitsrat, der damals in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengetreten war. Jedoch verurteile er auch, wenn er Israels Recht zur Selbstverteidigung anerkenne, die “unverhältnismäßig überzogene Gewaltanwendung”, die so viele Zivilisten getötet habe.
Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft missbilligte ebenso die “unverhältnismäßige” Offensive der israelischen Armee und forderte zugleich die Palästinenser zum Stopp ihrer Raketenangriffe auf.
Wie “verhältnismäßig” Israels Handlungen in diesen Tagen sind, klärt Alan M. Dershowitz, renomierter Harvardprofessor für Jura, im Wall Street Journal auf. In seinem Beitrag kritisiert er Stimmen, die Israel für sein militärisches Verhalten in Gaza an den Pranger stellen und weist darauf hin, dass die Operation “Gegossenes Blei” sehr wohl vom internationalen Recht gedeckt sei und Israel für sein Vorgehen gegen den Terrorismus gelobt werden sollte. Drei Gründe nennt er für die Rechtmäßigkeit des israelischen Handelns und die Absurdität der Vorwürfe ihrer Gegner:
- First, there is no legal equivalence between the deliberate killing of innocent civilians and the deliberate killings of Hamas combatants. Under the laws of war, any number of combatants can be killed to prevent the killing of even one innocent civilian.
- Second, proportionality is not measured by the number of civilians actually killed, but rather by the risk posed. This is illustrated by what happened on Tuesday, when a Hamas rocket hit a kindergarten in Beer Sheva, though no students were there at the time. Under international law, Israel is not required to allow Hamas to play Russian roulette with its children’s lives.
- While Israel installs warning systems and builds shelters, Hamas refuses to do so, precisely because it wants to maximize the number of Palestinian civilians inadvertently killed by Israel’s military actions. Hamas knows from experience that even a small number of innocent Palestinian civilians killed inadvertently will result in bitter condemnation of Israel by many in the international community. Israel understands this as well. It goes to enormous lengths to reduce the number of civilian casualties — even to the point of foregoing legitimate targets that are too close to civilians.
Für Dershowitz steht fest, dass nach internationalem Recht allein die Hamas verurteilt werden sollte, die ganze drei Kriegsverbrechen gleichzeitig begangen habe: das bewusste Zielen auf israelische Zivilisten, das Missbrauchen palästinensischer Zivilisten als menschliche Schutzschilde und die Zielsetzung der Vernichtung eines Mitgliedsstaates der Vereinten Nationen. Die Welt solle diese Rechtslage endlich begreifen lernen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Alan Dershowitz: Israel’s Policy Is Perfectly ‘Proportionate’.
- AG Friedensforschung an der Universität Kassel: 100 Tote und eine humanitäre Katastrophe.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andersdenken20.de.
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Raif
Das Internet spielt im Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Hamas im Gaza-Streifen eine wichtige Rolle. Neben spezifischen Websiten werden auch Plattformen wie «YouTube, …» mit speziell produziertem Material versorgt.
Nein, Danke…
holm
Wie oft will dieser Autor denn noch seine pro Israel Propaganda breit schmieren?!
Ich bin es leid, immer und überall die ach so tollen Israelis als Friedenstauben verkauft zu bekommen.
Das in den “Terror-Tunneln” hauptsächlich Nahrungsmittel transportiert werden/wurden, da der Gazastreifen durch Israel blockiert wird, erwähnt man dann natürlich nicht gern. Von einem Vergleich der eingesetzten Waffen (z.B. Panzer vs Kalaschnikow) ganz abgesehen. Ganz abgesehen davon, dass es nicht nur völlig verständlich ist, wenn sich ein Volk, ein unterdrücktes dazu, gegen einen Aggressor zur Wehr setzt - eben so wie es die Palästinenser tun, sondern legitim.
Auch das es bei diesem Krieg eigentlich (mal wieder) nur um Rohstoffe geht, wird natürlich ausgelassen. Da aber der Autor auch so gern mit putzigen Quellen(?) herumwirft, gebe ich auch mal eine zum Besten:
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=11680
Da wundert es schon um so weniger, wenn die Aussagen der Merkel’s, Steinmeier’s und ihresgleichen sofort und eindeutig pro Israel ausfallen…
Thilo Pfennig
Das mit der Ausgewogenheit ist tatsächlich so eine Sache. Ich möchte mal gerne, das jemand sagt wieviele Tote und welche Mittel denn “ausgewogen” wären - und dann möchte ich mal sehen, was das für einen Effekt hätte. Ich bezweifle nämlich stark, das irgendeine Ausgewogenheit zu weniger Toten oder längerfristigem Frieden führen würde. Die, die das fordern, denen ist sowieso meistens egal was mit den Opfern passiert. Das ist die Argumentation von denjenigen, die weit weg sind vom Konflikt. Und wo bleibt die Kritik an denen, die die Waffen und Geld für den Terror liefern? Hamas agiert nicht alleine, sondern mit Rückendeckung. Es so darzustellen, das hier Israel nur gegen Hamas kämpfen würde ist totaler Blödsinn. Im Grunde wird hier immer noch der 6-Tage-Krieg ausgefochten.
Lukas Lehmann
@Raif: Da haben Sie vollkommen recht. Allerdings spielt der Krieg hauptsächlich immer noch im Nahen Osten über konventionelle Medien áb, was allerdings nicht bedeutet, dass das Internet keine große Macht hätte. Trotzdem, soweit ich die israelische Seite ansehe, so haben offizielle Behörden immer noch schwer zu tun, sich im Internet zu etablieren. Youtube und Twitter ist erst der Anfang. Was fehlt sind eben vor allem Informationen in englischer Sprache und nicht nur in Hebräischer.
@Holm: Sie scheinen ja ein ganz ewiefter Experte für den Nahen Osten zu sein. ich hoffe mal, dass Sie auch selbst mal da waren und eben nicht nur sich am Strand gelabt haben, sondern auch mit Leuten geredet und gearbeitet haben. Dann üwrde es Ihnen auch nicht im geringsten Einfallen, Ihre einseitigen Märschengeschichten von einem Agressor israel und einem unterdrückten Volk der Palästinenser zu reden. Fakt ist, dass seit den Oslo-Abkommen zwischen Israel und Arafat (PLO) die Westbank unter autonomer Verwaltung steht, allerdings ein paar Zipfel immer noch aus sicherheitspolitischen oder religiösen Gründen unter israelischer Kontrolle stehen. Für mich sind diese Beschlüsse von 1993 und 1995
im Rahmen des Friedensprozesses zwischen Israelis und Palästinenser ein Vortschritt nach vorne - soweit man die geschichtliche und politische Entwicklung seit 1967 beobachtet. Statt der Okkupation der Jahre seit 1967 ist die Westbank seit 1993 zum ersten Mal in großen Teilen unter palästinensischer Verwaltung. Falls Sie mal nach Israel kommen, sollten Sie am Besten einen Abstecher nach Jericho, Bethlehem, Ramallah und andere Ortschaften machen, um sich selbst zu vergewissern, dass es in diesen Orten eine palstinensischer Autonomie gibt mit palästinensischen Polizisten -sogar mit Gewehren. Da werden Sie keine Steinewerfenden unschuldigen Jungs sehen, die gegen israelische Panzer Steine werfen. Das gehört schon längst der Vergangenheit an und tritt heute nur noch sehr selten auf. Besuchen sollten SIe aber auch mal die Hotels in der Westbank und die Geschäfte und Restaurants, die trotz Wirtschaftskrise hohe Einnahmen verbuchen können. Wenn Sie dies als israelische Propaganda ansehen, dann machen SIe bitte ein Gegenexempel für meine aus der NYT gelieferten Fakten.http://www.nytimes.com/2008/12/24/world/middleeast/24bethlehem.html?_r=2&partner=rssnyt&emc=rss
Das mit den Rohstoffen find ich übrigens völlig aus der Luft gegriffen. Israel hat genug Rohstoffe und braucht nicht noch mehr. Zu dem hat Israel auch kein Interesse den Gazastreifen wieder zu besetzen, sondern wird diesen wieder an die PA nach dem Krieg abgeben. Darüber hinaus sollten Sie wissen, dass Gaza nicht für Öl oder Gaz berühmt ist, sondern für dessen fruchtbare Böden, von denen die früheren jüdischen Siedler bis 2003 unmengen an Ernteerträge einnehmen konnten und zu guten Preisen in Israel verkaufen konnten.
@ Thilo Pfennig: Im großen und ganzen stimme ich Ihnen zu und das bei so unterschiedlichen Zahlen- und Ortsangaben keine saubere und seriöse Berichterstattung aus Gaza möglich ist, sollte hierbei auch beachtet werden. Wünschenswert wäre, wenn dies immer wieder in den Medien eindeutig dem Zuschauer bemerkbar gemacht wird. Leider fehlt dies. EInzige Kritik habe ich am Vergleich mit dem Sechs-Tage-Krieg: Damals ging es um eine Auseinandersetzung zwischen Ägypten und Israel, in der sich wieder arabische Staaten eingemischt haben. Am Ende stand allerdings nach dem Jom Kippur Krieg ein Friedensvertrag mit Ägypten. Weiter gekämpft wird heute somit nicht mehr. Allerdings hat die damalige Besetzung der Westbank und Gaza, die übrigens von der linken Regierung wieder aufgelöst werden sollte, dann aber unter Begin, nach dem überragenden Wahlsieg der Likud, beiseite geräumt wurde, womit bis 1993 die Besetung der Westbank und Ostjerusalems besiegelt wurde. Zu dem ´darf man auch nicht den islamistischen Fundamentalismus ausser Acht lassen, den es 1967 in dieser Form auch noch nicht gab. All diese Entwicklungen haben zu einer anderen Ausgangslage beigetragen. Der Konflikt um Grenzen geht allerdings weiter und hier haben Sie auf alle Fälle wieder Recht.
Raif
Lieber Herr Lehmann und Pfenning, für eine einseitige Berichterstattung hat die israelische Regierung immer noch Sie und Herrn Thiolo Pfenning. Dies kann noch gesteigert werden. Warten wir s ab…
Lukas Lehmann
Lieber Raif, Ich würde mich freuen, wenn Sie ihre ausbalancierte Sicht auf den Nahen Osten erstmal selbst auf der Readers Edition präsentieren könnten, anstatt mit unsachlichen Kommentaren und angeblicher Einseitigkeit Autoren und Kommentatoren persönlich anzugreifen.
Readers Edition » Willkommen im Nahostsalat! : Mediensalat
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holm
Eigentlich wollte ich nichts mehr zu Ihnen sagen, Herr Lehmann, aber einerseits müssen sie schon mit Widerspruch rechnen - hier gibt es eben Leute, die sich ihre eigene Meinung bilden. Ganz konkret wenn sie versuchen hier einen Aggressor reinzuwaschen, wie Sie es mit Israel versuchen.
Was Ihren profunden Kommentar zu meinem Statement angeht so haben Sie nicht ganz Unrecht mit dem Kennen der Materie. Und dies obwohl ich persönlich gar nicht vor Ort war. Aber mit meinem Wissen und der Kenntnis um diverse Hintergründe kann ich über Ihre einseitige und verklärende Darstellung der Vorgänge und die Entwicklung zu eben diesen nicht einmal mehr geringschätzig lächeln, nein, da bekomme ich Zornesfalten.
Ich darf mich hier verabschieden…
Lukas Lehmann
@Holm: Ihr wissen würde mich wirklich mal interessieren. Allein Israel als “Agressor” darzustellen scheint ja viel darüber zu sagen, was Sie wissen und wo Ihre Quellen herkommen. Es tut mir Leid, aber da kann ich Ihnen nun beim besten Willen auch nicht weiter helfen. So lange man Sachlagen verallgemeinert, ignorant eine Kollektivschuld einer ganzen Gesellschaft aufzwingt, ohne überhaupt einzelne Gruppierungen zu kennen und diese auseinander zu halten, ist eine sachliche Diskussion nun wirklich nicht möglich.
Thilo Pfennig
Ich warte auch immer noch auf gute Vorschläge dazu was Israel anders machen sollte. Wenn ihr sagen würdet: Alle Armeen der Welt abschaffen wäre ich auf eurer Seite. Ich glaube die heutige Situation ist einfach die, das aus verschiedenen Gründen zufällig halt die Israelis die besseren Waffen haben - und das es der Grund warum sie noch leben. Ein Grund dafür ist das schlechte Gewissen der Europäer, die über viele tausend Jahre Juden umgebracht haben. Vergessen wir nicht das der Holocaust nur die Spitze des Eisbergs war. Für die Juden ist Israel eben ihre letzte Zuflucht - und sie werden es nicht zulassen, das irgendwer ihre Existenz gefährdet - das bedeutet auch, das sie im Zweifelsfall auch härter zuschlagen. Die USA führt weltweit Kriege fernab der Heimat. Dennoch ist die USA aggressiver. Diese Relation sollte man auch mal bedenken.
Marion
@Thilo Pfenning
Ich warte auch immer noch auf gute Vorschläge
Sehr geehrter Herr Pfenning,
80 Thesen für den Frieden. Vielleicht ist das ja ein Ansatz?
http://www.uri-avnery.de/staticsite/staticsite.php?menuid=12&topmenu=12&keepmenu=inactive
Desweiteren war ich dehr erstaunt, das Herr Avnery noch nie vom Zentralrat der Juden eingeladen wurde. So schrieb er es jedenfalls in einem Buch.
Woran hat es gelegen.
Mit herzliche Grüssen
Marion
Uri Avnery wurde 1923 als Helmut Ostermann Beckum/Westfalen geboren und emigrierte 1933 mit seinen Eltern nach Palästina. Im israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948 kämpfte er als Soldat und seine Kriegsmemoiren machten ihn in Israel zum Staatsfeind Nummer eins. Von 1950 bis 1990 war er Inhaber und Herausgeber der Wochenzeitung Haolam Hazeh (Diese Welt), die sich für einen palästinensischen Staat neben Israel einsetzte. Er war insgesamt zehn Jahre Abgeordneter im israelischen Parlament und arbeitete als friedenspolitischer Berater von internationalen Politikern wie Bruno Kreisky. Bereits 1973 initiierte Avnery geheime Kontakte zur PLO und traf und traf sich 1982 als erster Israeli mit Jassir Arafat im belagerten Beirut. 1993 gründete Avnery mit anderen die Friedensorganisation Gush Shalom (Friedensblock). Als Buchautor und Journalist erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Alternativen Friedensnobelpreis. Er lebt in Tel Aviv.
Lukas Lehmann
Liebe Marion,
Herr Avnery und die israelische Linke sind so unbedeutend wie die deutschen “Grauen Panter”, was das jetzige Wahlergebnis auch gezeigt hat. Der Einbruch und ihr Verschwinden von der politischen Bühne haben sich diese Leute auch selbst zuzuschreiben, in dem sie in Fantastereien leben, den Staat Israel polemisch angreifen und mit dem Nationalsozialismus vergleichen, andererseits aber keine wirklichen Lösungen gegen Terror und andere Probleme der israelischen Gesellschaft parat haben. Zudem sind die Uri Avnery’s in Israel alle zionistische Dinosaurier, Symbole einer vergangenen Zeit, einer sozialistischen vorstaatlichen Zeit im Zionismus. Da seit langen die Gesellschaft sich von diesen Idealen verabschiedet hat und einen kapitalistisch-staatlichen und demokratisch-bürgerlichen Weg eingeschlagen hat, ist es für mich nicht verwunderlich, dass Parteien wie die Likud oder Kadima an Stärke gewinnen - was in der jetzigen Situation sicher etwas positives für das Land Israel bedeutet.
Ich möchte Sie zu dem daran erinnern, dass ein Uri Avnery nie so fortschrittlich für den Frieden sich eingesetzt hat, wie Shimon Peres oder Jitzhak Rabin - Politiker, die aus dem Militär kommen und nicht aus dem linken “Friedenslager”. Der geistige Vater all dieser Bestrebungen ist auch wiederum nicht Avnery, sondern Jeshajahu Leibowitz, ein israelischer, jüdisch-orthodoxer Philosoph, der 1967 die Besetzng der Westbank und des Gazastreifens stark kritisierte, sogar die Klagemauer in Jerusalem Gottes Diskothek und 1983 das Verhalten der israelischen Armee im Libanon als judeo-nazistisch bezeichnete.
Herr Avnery schiebt sich gern in die Ecke von Leibowitz, will sich selbst zum “Heiligen”, zur Ikone der Friedensbewegung machen, aber das ist er ganz gewiss nicht. Der einzige, der wirklich 1967 scharfsinnig genug war, die Katastrophe nach der Besatzung der Westbank vorraussah, die Terroranschläge und Kriege mit den Arabern, war Leibowitz und in dem Maße wird er in Israel von vielen Seiten noch immer verehrt, während Avnery missachtet wird.
http://www.hagalil.com/israel/leibowitz/palaestina.htm
Marion
Hallo Lukas,
das Buch “Ein Leben für den Frieden” habe ich also falsch verstanden.
Vielen Dank für diesen Hinweis.
Da ist wahrscheinlich auch einer mit der Gründe gewesen warum er gezielt getötete werden sollte?
Immerhin ist er ein Holocaust Überlebender und der Zentralrat der Juden könnte
Ihn schon einmal nach Deutschland einladen. Oder wie siehst du das.
Mit herzlichen Grüssen
Marion
http://de.wikipedia.org/wiki/Uri_Avnery
Das deutsche Auswärtige Amt erklärte daraufhin: „Die Bundesregierung verurteilt den Aufruf des israelischen Politikers Baruch Marsel zur gezielten Tötung Uri Avnerys auf das Schärfste. Aufrufe zur Gewaltanwendung gegen politische Gegner sind unter keinen Umständen akzeptabel.“ [3] Auch der Friedensaktivist Rupert Neudeck rief zur Solidarität mit Avnery auf.
Marion
Hallo Lukas,
übrigens gibt es Baruch Marsel immer noch. Ein Bericht vom 28.11.2008. Bekommt er keine Gerichtsverhandlung??
http://209.85.129.132/search?q=cache:SPyE0fmUiwAJ:https://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/AKTUELL/2008/47/063.htm+%22Baruch+Marsel%22&hl=de&ct=clnk&cd=20&gl=de
«Wir werden einen entschlossenen Krieg ohne Kompromisse kämpfen und ihn gewinnen», kündigt der Fanatiker Baruch Marsel an, der in der Vergangenheit mehrfach wegen gewalttätiger Übergriffe verurteilt wurde.
Der palästinensische Journalist Khalid Amayreh aus Hebron hält eine Wiederholung des Massakers von 1994 heute «für wahrscheinlicher denn je zuvor». Die Siedler richteten ihren Zorn zunächst nicht gegen die israelischen Soldaten, sondern griffen die Palästinenser an. «Aber was hat der Prophet Mohammad mit dieser Sache, der Hausbesetzung, zu tun?», fragt Amayreh. Er ist fassungslos über die Gleichstellung des moslemischen Propheten mit einem Schwein. «Diese Leute sind gefährlich», warnt er.
Dass Israels Armee «es nicht mit ein paar Dutzend fanatischen Siedlern aufnehmen kann», will er nicht glauben. Das Problem sei, dass die Regierung keinen Sympathieverlust in der Öffentlichkeit riskieren wolle. Am 10. Februar werden in Israel vorgezogene Parlamentswahlen stattfinden.
Polizei sichert Pilgerzug
Ein Sonderaufgebot von Soldaten und Grenzpolizei sichert die Altstadt von Hebron, nachdem sich gestern 20 000 jüdische Pilger nach Hebron auf den Weg gemacht hatten, um dort in der Yitzhak-Halle zu beten, dem grössten Raum in der Abraham-Moschee. Seit dem Massaker 1994, als der jüdische Fanatiker Baruch Goldstein in dieser Moschee 29 betende Moslems erschoss, ist die Halle nur noch an zehn Wochenenden pro Jahr für Juden zugänglich. Eine «unsägliche Kollektivstrafe für das jüdische Volk», sagt Noam Arnon. «Würde jeder Ort, an dem ein Araber gemordet hat, für die Araber geschlossen werden, müsste das gesamte Staatsgebiet von Arabern geräumt werden.»
Lukas Lehmann
ich habe damals für eine Hausarbeit Uris “Zwei Völker, zwei Staaten.” gelesen, was zwar interessant war, da es viel über die Person Avnery berichtete, aber im großen und ganzen sehr oberflächlich den israelisch-palästinensischen Konflikt behandelte. Leibowitz hat in der Hinsicht inhaltlich mehr Klasse und Weltsicht, auch wenn er teilweise sehr polemisch wieder rüber kommt. Aber bedenkt man, dass der gute alte Mann seine Ideen schon 1967 manifestierte und viele Dinge voraussah, mit dem der Staat Israel heute immer noch zu kämpfen hat, gönne ich diesem Mann, der zu Recht “Jesaja II” genannt wird, mehr Hochachtung als einem Herrn Avnery, der sich mit Terroristen trifft und sehr gern Jesaja III werden möchte.
Baruch Marzel, ein Siedlerführer der Gush Emunim, also ein Avnery/ Finkelstein/ Pappe des rechten Lagers, ist eine sehr umstrittene und schillernde Persönlichkeit. Am Wahltag wollte dieser bunte Kautz in Umm El-Fahm , einem israelisch-arabischen Dorf, sein Amt als leitender Wahlbeobachter antreten - natürlich aus purer Provokation gegen seine verhassten Araber. Die israelische Polizei hat Marzel allerdings abgehalten den Ort zu betreten, um Ausschreitungen zu verhindern.
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3669421,00.html
Falls Marzel, den Wikipedia als israelischen Politiker definiert, Avnery umbringen wollte, ist das sicherlich kein Ausdruck der israelischen Gesinnung, sondern Audruck der Ideologie dieses rechten Siedlungslagers, die übrigens die Verantwortung für einen Mord schon zu tragen haben - den für Jitzhak Rabin.
Liebe Marion, ich weiss nicht, warum ausgerechnet der Zentralrat Avnery einladen sollte. Bekommt er nicht schon genug EInladungen aus Deutschland?
Marion
Lieber Lukas,
ich fände es schon wichtig.
Ich sehe das als ein Zeichen des guten Willens und vielleicht auch eines gut geführten Dialoges.
Weil der Zentralrat der Juden sich solidarisch mit Israel erklärt hat, fände ich es auch schön mehr darüber in der Presse zu lesen wie er sich Friedensverhandlungen in Israel vorstellt.
Mit freundlichen Grüssen
Maron
Lukas Lehmann
Liebe Marion,
erst gestern hat sich die Vorsitzende des Zentralrats, Frau Knobloch, im Tagesschau-Chat zu diesem Thema geäußert.
http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll476.html
Mit besten Grüßen,
Lukas
Marion
Lieber Lukas,
ich habe mir es jetzt in Ruhe durchgelesen. Ich denke es ist schon wichtig wenn es dazu auch eine Fernsehsendung geben würde, aber bitte ohne Friedmann;-)
Zum Thema Antisemetismus muss ich leider sagen, das auch ein Freund von mir telefonisch bedroht worden ist nur weil er jüdischen Glaubens ist.
Bedenklich fand ich das er eine Geheimnummer hatte.
Mit herzlichen Grüssen
Marion