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Palästina: “Sie wissen nicht, ob sie leben werden.”

Dienstag, den 13. Januar 2009 um 20:40 Uhr von Jillian York

“Der Krieg in Gaza geht in seine 17. Nacht. Ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich mich nicht mehr verpflichtet fühle, diese Geschichte zu erzählen. Das Leben scheint still zu stehen; auf der Arbeit; zu Hause, wenn ich esse, wenn ich schreibe, ich fühle mich, als warte ich nur darauf, dass das alles aufhört, so dass ich mir erlauben kann raus zu gehen oder einfach zu schlafen. Es ist so ein selbstsüchtiger Gedanke, wenn sie in Gaza auch darauf warten, dass es endet, aber nur weil sie dann zu einem Leben zurückkehren können ohne die Angst, dass der Tod vor dem nächsten Atemzug kommt.”

So beginnt Mohammad, der in Ramallah lebt, aber aus Gaza stammt, seinen Beitrag mit dem Titel “Der Tod ist gewöhnlicher als Schlaf”. In den letzten 17 Tagen, seit der ersten Attacke auf Gaza, teilt Mohammad die Anrufe bei seiner Familie auf KABOBfest, so dass die Welt ihre Geschichten hören kann.

Wenn man den Bericht jedes Tages liest, sieht man, wie das Leben in Gaza immer schlechter wird.

Im gestrigen Beitrag erinnerte uns Mohammad daran, dass schlecht schlimmer ist, als sich viele vorstellen:

“Das Leid der Palästinenser wird immer dann sichtbar, wenn Israel einen Großangriff beginnt. Aber mein Cousin erinnerte mich letzte Nacht aus Gaza, dass das Leiden immer da ist, es wurde nur von denjenigen hingenommen, die dem nicht ständig ausgesetzt sind. Vor diesem Massaker haben die Menschen in Gaza kaum gelebt aufgrund der lähmenden Belagerung, welche das Land, das Meer und die Luft abgesperrt hat, welche die Lieferung von Rohmaterialien und Vorräten, Lebensmitteln und Medizin blockiert hat und welche dazu geführt hat, dass 97% der Geschäfte in Gaza schließen mussten.”

Und letzte Nacht berichtete Mohammad aus der relativen Sicherheit in Ramallah in der Westbank:

“Es ist hier gerade kurz nach 3:30 Uhr in der Nacht. Ich wurde durch einen unerwarteten Anruf aus Libyen geweckt. Nachdem er aufgelegt hatte, bemerkte ich eine Nachricht von Arrej, der Frau meines Onkels: die Panzer haben uns erreicht, in unserem Haus ist Rauch, bitte bete für uns.

Ich rief sie an. Ich konnte die Explosionen draußen hören und Maschinengewehrfeuer. Kurz vor 2 Uhr nachts sind israelische Panzer und Spezialeinheiten in Gebiete direkt vor Tal al-hawa, in der Nähe des Gemeinde-Colleges vorgedrungen. Überraschenderweise sind sie auf zähen und brutalen Widerstand getroffen. Panzer schießen wahllos in die Nachbarschaft. Munition mit weißem Phosphor werden benutzt, um offensichtliche Verstecke zu verdecken. Die ganze Wohnung ist mit weißem Rauch gefüllt, die Kinder sind wach, schreien. Es scheint ein sicheres Versteck zu geben, aber sie erwarten das Schlimmste. Sie sagen, ich soll weiterhin für ihre Sicherheit und ihren Widerstand beten. Sie wissen nicht, ob sie leben werden.”

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Katrin Zinoun, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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4 Reaktionen zu “Palästina: “Sie wissen nicht, ob sie leben werden.””

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  1. Thilo Pfennig

    am 13. Januar 2009 um 23:58 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich frag’ mich langsam was diese Berichte mir denn sagen sollen? Habe gar nichts dagegen das Leute ihr Erleben dokumentieren aber warum wird das übersetzt und hier nochmal als was Neues verkauft ohne einen Mehrwert? Wenns nicht der Xte Beitrag wäre, wäres mir auch egal.

  2. Thorsten

    am 14. Januar 2009 um 08:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    Der Krieg in Gaza ist furchtbar schlimm und jeder Tote und Verletzte ist einer zu viel! Jedoch sollte man nicht vergessen, dass des die Hamas war -von den Palestinensern in Gaza gewählt- die Israel mit Terror übersäht hat. Und es ist heute die Hamas, die die Menschen in Gaza als lebende Schutzschilde missbraucht!

  3. Dirk

    am 14. Januar 2009 um 13:20 Uhr | Link | Kommentar melden

    Der Krieg ist mehr als nur schlimm. Er ist vollkommen unnötig. Man braucht so was nicht, aber irgendwie haben die Menschen noch nicht begriffen, dass so ein Krieg wirklich überflüssig ist. Denn man kann viel mehr erreichen, wenn man mit den Personen redet und sie nicht einfach nur abknallt. Ich finde das echt nicht in Ordnung und ich hoffe, ich hoffe wirklich, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Krieg endlich ein Ende hat. Ich würde es den Menschen dort wirklich sehr wünschen.

  4. Thorsten

    am 14. Januar 2009 um 14:05 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Dirk

    “Denn man kann viel mehr erreichen, wenn man mit den Personen redet und sie nicht einfach nur abknallt.”

    Mit Terroristen die Raketen schießen und Selbstmordattentate verüben kann man nur schwer reden. Das hat sogar die UNO erkannt! Redet man mit ihnen, wertet man sie auf, macht sie hoffähig und belohnt ihre Terrorattacken.

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