Deutsche Bank: Hochmut kommt vor dem Fall

Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, muss eine herbe Schlappe hinnehmen. Nachdem er nach Einrichtung des Rettungsfonds (SOFFIN) für die Banken noch stolz verkündet hatte, dass er sich schämen würde wenn er Staatsgeld annehmen würde, ist durch den Einstieg der Deutschen Post mit einem Aktienanteil an der Deutschen Bank

Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, muss eine herbe Schlappe hinnehmen. Nachdem er nach Einrichtung des Rettungsfonds (SOFFIN) für die Banken noch stolz verkündet hatte, dass er sich schämen würde wenn er Staatsgeld annehmen würde, ist durch den Einstieg der Deutschen Post mit einem Aktienanteil an der Deutschen Bank von zehn Prozent die indirekte Staatsbeteiligung schneller als erwartet Wirklichkeit geworden. Jetzt musste Ackermann einräumen, dass im vierten Quartal die Deutsche Bank einen Rekordverlust von 4,8 Mrd. Euro verbuchen musste. Nun ist keine der großen deutschen Privatbanken mehr ohne Staatsbeteiligung.

Absehbare Entwicklung

Die scheinbar überraschende Wendung im Fall der Deutschen Bank kommt für Insider nicht unerwartet. Eigentlich hätte er daher zweckmäßiger Weise seine Worte wohl abwägen sollen. Es war schließlich bekannt, dass die Deutsche Bank selbst tief im Verbriefungsgeschäft verwickelt war. Die hohen Renditeziele von einer Eigenkapitalrendite von mehr als 25 Prozent waren noch durch einen hohen Fremdkapitalanteil und Zinsarbitrage möglich. Offenbar haben jetzt die Bilanzkorrekturen in den Wertpapierbeständen und das Deleveraging, d.h. die Senkung des Hebels von Eigen- zu Fremdkapital die Verluste erzeugt und gleichzeitig auch die zukünftigen Ertragsperspektiven nachhaltig eingetrübt. Das Geschäftsmodell einer reinen Investmentbank ist wohl ein Auslaufmodell. Dies führte auch dazu, dass die Deutsche Bank plötzlich an einer Übernahme der Deutschen Postbank großes Interesse zeigte. Hier sorgt ein langweiliges und ertragsarmes Geschäft mit einfachen Bankkunden für eine solide Eigenkapitalbasis und stabile Erträge.

Die geplante Übernahme der Deutschen Postbank durch die Deutsche Bank war jedoch zu Börsenkursen abgeschlossen worden, bevor es zu der Lehman-Pleite am 15. September 2008 kam. Nun hätte die Deutsche Bank kräftig draufzahlen müssen, da die Übernahme nicht am Ende zu hohen Wertverlusten führen würde. Nun soll Ackermann seinen Einstieg bei der Deutschen Postbank nur mit einem Aktien-Swap zwischen Deutscher Postbank und der Deutschen Bank, die von der Deutschen Post gehalten werden, ermöglicht werden. Dies schont die eigene Liquidität und bietet auch die Möglichkeit unauffällig an der Bewertung des Aktien-Swaps noch einige Korrekturen vorzunehmen.

Das Ende der Legende von der kostenlosen Absicherung

Die Bundesregierung hat mit der Einrichtung des SOFFIN in Höhe von 400 Mrd. Euro und jetzt erneut mit dem Rettungsfond für andere Wirtschaftsunternehmen in Höhe von 100 Mrd. Euro im Rahmen des Konjunkturpakets II deutlich gemacht, dass die Krise der Wirtschaft durch den Zusammenbruch der Finanzmärkte so gravierend ist, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes zu einem Kollaps führen könnten. Der Zusammenbruch der Lehman Brothers hat nachdrücklich vor Augen geführt, dass es zu weit reichenden Folgewirkungen kommt, wenn auch nur eine große systemische Bank in die Insolvenz abgleitet. Um diesen unkontrollierten Kollaps zu verhindern, sieht sich die Bundesregierung gezwungen die derzeit unkalkulierbaren Risiken der Finanzhäuser sowie anderer Unternehmen der Wirtschaft durch ihre Rettungsschirme Ausfallbürgschaften abzusichern, um das Vertrauen in das Finanzsystem auf Basis der Staatshaftungsgarantien zu verbessern. Leider zeigen diese Anstrengungen wenig erkennbare Wirkungen. Zwar werden massiv öffentliche Mittel zu Rekapitalisierung der Banken und weitgehende kostenlose Risikoabsicherungen mittels Staatshaftungsgarantien den Geldhäusern eingeräumt, aber ein Ende des Finanzbedarfs ist derzeit nirgendwo abzusehen. Im Prinzip befindet sich die Politik derzeit im Blindflug. Nach der Commerzbank und der Deutschen Bank scheint erneut die Hypo Real Estate (HRE) mit den bisherigen staatlichen Hilfen und Finanzzusagen nicht überlebensfähig. Dabei sind bereits insgesamt 80 Mrd. Euro schon in das Fass ohne Boden geflossen.

Da hilft dem einfachen Bürger nur noch Galgenhumor. Man kann ja leise vor sich hin summen: “Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?, Wer hat soviel Pinke, Pinke? Wer hat das bestellt?” Schließlich kommen ja demnächst die tollen Tage des Karnevals. Hoffentlich bleibt’s nur dabei und es finden diesmal auch die tollen Tage im Tollhaus der Weltwirtschaft statt.

Das Gerede von mehr Transparenz in der Wirtschaft wird schon jetzt als absurdes Spektakel desavouiert. Auch die Bundesregierung beteiligt sich mit allen Kräften am Maskenball und täuscht die breite Öffentlichkeit. Vielleicht sollte man die Kanzlerin und Herrn Ackermann als Prinzenpaar wählen. Zum Narren halten sie uns allemal.

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  1. Zur Unterstuetzung gewissermassen: was direkt / indirekt mit all dem zu hatte -
    die Kreditkrise in den USA wirklich einleuchtend erklaert (so, dass selbst Armleuchter
    begreifen koennen)
    The morgage crisis, explained
    http://clusterstock.alleyinsider.com/2009/1/the-mortgage-crisis-explained

    Sowie ein flashback auf das was im TV lief. In knapp zehn Minuten drei news -
    shows, einmal 2006, zweimal 2007 (Fox News). Peter Schiff, der richtig warnte
    vor den xxx Problemen und die anderen, die lachen. Und obendrein wirklich
    grossartig mit aller Ueberzeugung die irrsten Anlagetipps geben, naemlich die
    “financials”, die Banken, … die dann nicht bloss abstuerzen, sondern gleich auch
    noch jede Geld brauchen.
    http://www.youtube.com/watch?v=2I0QN-FYkpw