“Melodischer Wahrsager im Netz”

Stellen Sie sich vor, Sie sind Künstler. Wochen und Monate verbringen Sie in einem Tonstudio, feilen an Ihren Songs, geben alles, um ein in Ihren Augen möglichst gelungenes Produkt an den Mann oder an die Frau zu bringen. Sie selbst sind natürlich überzeugt von dem, was Sie tun. Schließlich haben

slice1.pngStellen Sie sich vor, Sie sind Künstler. Wochen und Monate verbringen Sie in einem Tonstudio, feilen an Ihren Songs, geben alles, um ein in Ihren Augen möglichst gelungenes Produkt an den Mann oder an die Frau zu bringen. Sie selbst sind natürlich überzeugt von dem, was Sie tun. Schließlich haben Sie, beziehungsweise die Plattenfirma, Ihr ganzes Herzblut und wahrscheinlich nicht wenig Geld in diese Produktion gesteckt. Doch über Top oder Flop entscheiden letztlich weder Sie noch Ihr Label. Ihre Hörer sind es, in deren Händen Wohl und Wehe liegt.

Das Bange warten soll, wenn es nach den Bestrebungen des Online-Portals Slicethepie geht, nun allerdings ein Ende haben. Wie unter anderem bigtrends.de berichtet, gibt es mit der Anwendung “SoundOutseit heute Morgen die Möglichkeit einen “melodischen Wahrsager im Netz” über den künftigen Erfolg der Scheibe zu befragen. “Der Online-Dienst wendet sich an Bands und Label-Manager, die erste Meinungen über ihre neuen Musikstücke einholen wollen”, wird die Intention des vermeintlich segensreichen Projekts beschrieben. Gerade einmal 20 bis 50 Dollar soll eine Gesamteinschätzung des Songs nebst einer soziodemographischen Analyse des Zielmarktes, basierend auf einer Online-Befragung von bis zu 100 Hörern, kosten. Binnen 24 Stunden gibt es dann ein entsprechend positives oder eben auch negatives Ergebnis aus den Reihen der Slicethpie-Community.

Millionen von Künstlern und Usern schreien geradezu nach neuen Analyseverfahren

Zu schön, um wahr zu sein? Zumindest Tom Clark, Co-Geschäftsführer der britischen Künstlermanagementfirma ie music, die unter anderem Größen wie Robbie Williams führt, lässt darüber wenig Zweifel aufkommen. Er ist überzeugt von diesem “Blick in die Kristallkugel” und meint: “SoundOut ist ein extrem innovatives und effektives Programm, das Managern und Labels hilft, das Marktpotential eines Künstlers einzuschätzen und eine objektive Meinung zu erhalten, bei welcher Zielgruppe deren Musikstücke ankommen.” Auch David Courtier-Dutton, CEO von Slicethepie zeigt sich natürlich zuversichtlich: “In Anbetracht von mehr als zehn Millionen Künstlern und unzähligen Konsumenten, die derzeit im Netz sind, haben wir es hier mit einem wachsenden Bedarf an objektiven Analysen und einer Filterung durch die Zielgruppen selbst zu tun. Als wir auf die statistischen Daten blickten, die durch die Slicethepie-Rezensenten generiert wurden, da wussten wir, dass wir auf dem Weg sind etwas wirklich wichtiges zu erschaffen.”

Ähnlich der Plattform SellaBand ermöglicht auch Slicethepie seit 2007 den Musikfans eine Partizipation am Erfolg ihres Idols. Auch hier haben sie die Möglichkeit die Musikproduktionen mitzufinanzieren und sich an den späteren Einnahmen beteiligen zu lassen. Mittlerweile wurde es rund 20 Künstlern mit einem Kapital von 30.000 US-Dollar ermöglicht ein Album zu produzieren. Darüber hinaus wurden bis dato mehr als zwei Millionen Musikbesprechungen von der Community eingestellt. Wie kompetent die Mitwirkenden allerdings in Sachen “Wahrsagerei” sind, das wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Kommentare

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  1. Ich denke, Slicethepie hat mit Soundout einen Weg gefunden, das Potenzial seiner Scouts in bare Münze zu verwandeln. Wieviele Scouts tatsächlich für Slicethepie “arbeiten” habe ich nicht ermitteln können, auch über die Qualität der Bewertungen kann man sicher wenig sagen.

    Darüber hinaus scheint mir der Preis von 20 bis 50 Dollar für eine aussagefähige und qualitativ hochwertige Marktanalyse etwas niedrig. Aber ich bin da kein Experte. Möglicherweise überrascht uns Sondout.