Peter Scholl-Latour: Leiden bei 3nach9

- “Der letzte große Welterklärer litt
in 3nach9″;Photo/Quelle: via
Wikipedia.org”
Als Zuschauer der Radio-Bremen-Talkshow “3nach9″ wartete man Freitagabend sehnsüchtig darauf, dass er endlich an die Reihe kam: Peter Scholl-Latour. Schließlich war es dann soweit. Angekündigt wurde der Journalist, langjährige Fernsehkorrespondent und Buchautor als “der letzte große Welterklärer”. Nun ja. Das ist in keiner Weise verkehrt. Medienleute von seinem Schlage, die nicht nur hochgebildet sind, sich durch zahlreiche Reisen in nahezu alle Länder der Welt bestens informiert über deren Geschichte und Politik zeigen, sondern auch noch in der Kultur der Völker, über die sie berichten und schreiben, als bestens bewandert erweisen, sind rar. Dazu kommt Scholl-Latours enorme Kompetenz in religiösen Belangen. Besonders - aber durchaus nicht nur - was den Islam und diejenigen Länder anbetrifft, in welchen diese Religion gelebt wird.
Am liebsten hätte sich Scholl-Latour aus der Talkshow ausgeklinkt
Wer gestern Abend nicht hoffte, dass Scholl-Latour zum schrecklichen Gaza-Krieg befragt werden würde, bzw. sich selbst darüber äußerte, war naiv zu nennen. Und so geschah es denn Gott sei Dank auch. Und der große alte Mann, wahrlich ein Welterklärer par exellence, sagte was zu sagen war. Nämlich, dass der Staat Israel mit seiner so genannten Offensive - in Wirklichkeit ein Morden und Brandschatzen, das statt der Hamas, die man angeblich bekämpfen will, die 1,5 Millionen starke, seit Jahrzehnten eingesperrten Bevölkerung, Frauen und Kinder trifft, verletzt und tötet - einen großen Fehler macht. Ein Fehler, der Israel letztlich selbst schweren Schaden zufügen wird.
Nicht nur, was die Sympathie für das Land in der gesamten Welt anbelangt. Und im Gazastreifen, sowie darüberhinaus in der gesamten arabischen Welt, wird dieser mörderische, sinnlose Krieg ein mehr an Hass gebären. Abgesehen davon, dass dieser Krieg die Probleme im Nahen Osten keinesfalls lösen wird. Im Gegenteil. Was ein jeder Mensch, der einmal alle Scheuklappen ablegt und tief in sich hineinhört, auch erkennen könnte. Natürlich ist das nicht opportun. Schon gar nicht im deutschen Fernsehen. Wohl deshalb auch, ist kürzlich eine Anne-Will-Talkshow, zu der Dirigent Daniel Barenboim (der eine interessante und einleuchtende Meinung zum israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt zu vertreten gehabt hätte) eingeladen gewesen war, abgesagt worden. So wurde es dann auch gestern in “3nach9″ schwierig. Widerspruch kam in erster Linie von der als “Beraterin für internationale Beziehungen” angekündigten Melody Sucharewicz (sie lebt seit dem 19. Lebensjahr in Israel), die vehement der israelischen Erklärung für diese “Offensive” huldigte. Wonach auf die von der Hamas auf Israel abgeschossenen Raketen habe endlich geantwortet werden müssen. Dazu sei gesagt: natürlich ist die Bedrohung durch die Hamas-Raketen aus Sicht der betroffenen israelischen Bevölkerung keineswegs hinnehmbar.
Aber kann der derzeit Gaza und die dort lebenden Palästinenser niedermähenden Krieg diesen Zustand tatsächlich beenden? Was ist denn auch schon von einer seit Jahrzehnten “wie in einer Sardinenbüchse eingesperrten” (Scholl-Latour) Zivilbevölkerung zu erwarten, die aus dem dichtbesiedelten und von hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Gaza-Streifen nicht herauskommt? Die - nebenbei bemerkt - ganz und gar nicht in ihrer Gesamtheit alle hinter den Aktionen der Hamas steht. Aber deren Geisel ist. Doch selbst, wenn, die zugegebenerweise noch sehr junge, Melody Sucharewicz etwas auf Scholl-Latours Meinung einzuschwenken schien, verfiel sie wieder in die Sprachregelung der schwachen Regierung Olmert (die im Übrigen u.a. auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland gebetsmühlenartig verbreitet wird). Dann fiel auch noch Moderatorin Amelie Fried in ihrer manchmal etwas naiv wirkenden Art ein. Die Schauspielerin Katrin Sass verdrehte ungläubig die Augen dazu. Schließlich sprang der Songtexter Michael Kunze auch noch Frau Sucharewicz bei. Peter Scholl-Latour, es war ihm mit pochend steigendem Blutdruck förmlich nachzufühlen, litt. Und bereute offensichtlich, sich auf diese Talkshow eingelassen zu haben. Was wieder einmal zeigte: so komplexe Themen können in Talkshows eigentlich nur zerredet werden.
Besonders schwer ist es natürlich erst recht dann, wenn eine bestimmte Meinung über ein Thema gewissermaßen von vornherein als Lesart festeht, und am liebsten Denk- bzw. Interpretationversuche ausgesprochen werden würden, um das regierungsamtlich festgeklopfte (deutsche), fälschlicherweise für politisch korrekt gehaltene Bild nur ja nicht anzukratzen. Moderator Giovanni di Lorenzo versuchte dann noch Scholl-Latour wieder zu Wort zu verhelfen. Doch dieser war augenscheinlich verärgert und kündigte an, sich aus dem diletantischen Gespräch ausklinken zu wollen. Ganz hielt Scholl-Latour dies freilich nicht aus. Verständlich.
Mit der Hamas verhandeln!
Immerhin machte er noch einen Versuch. Er wies darauf hin, was - dächte man vernünftig darüber nach - im Grunde eine Binsenwahrheit ist, nämlich, dass Israel eigentlich mit der Hamas verhandeln müsste. Weil die nicht nur der Gegner, sondern auch diejenige Partei sei, die die palästinensischen Wahlen gewonnen hat. Nur das wollte eben weder Israel noch der Westen anerkennen. Und wenn dann nun noch einer käme, so Scholl-Latour, der sage, Hitler sei doch auch demokratisch gewählt worden, um damit zu erklären, warum die Hamas nicht anerkannt gehört; dann könnten wir die Demokratie doch gleich abschaffen. Ärgerlich, wie Scholl-Latour inzwischen - m.E. vollkommen zurecht - geworden war, sagte er mit Blick auf den Grünen-Vorsitzenden Özdemir, zu Zeiten des Osmanischen Reiches sei es im Nahen Osten im Vergleich zu heute noch human und halbwegs friedlich zugegangen. Alles in allem war diese gestrige “3nach9″-Talkshow aus Bremen eine schwere Prüfung für Peter Scholl-Latour. Der große alte Mann des Journalismus schlug sich dennoch wacker. Er scheint nach wie vor auch im hohen Alter noch eine gute Konstitution zu besitzen.
Was kommt nach Scholl-Latour?
Ich musste - eingedenk des derzeitig abdankenden G.W. Bush - daran denken, wie schwer es Scholl-Latour in Talk-Runden früherer Jahre noch gegen diejenigen Journalisten hatte, die etwa während des völkerrechtswidrigen Irak-Krieges lange, zu lange auf der US-amerikanischen Schleimspur krochen, wo doch Peter Scholl-Latour bereits zu dieser Zeit die Zeichen der Zeit erkannt, und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen gewußt hatte. Er hat es verkraftet. Wie er wohl auch “3nach9″ verkraften wird. Obgleich, wie Scholl-Latour sagte: “Man hat mich in die Falle laufen lassen!” Sollte heißen, man wird ihn nun sicher des Antiisraelismus - wenn nicht noch Schlimmeren zeihen. Noch während der Sendung, so di Lorenzo, sollen tausende TV-Zuschauer angerufen haben, um mitzudiskutieren.
Eines steht fest: man wollte oder konnte Scholl-Latour nicht verstehen. Was nur, das beschäftigt mich inzwischen, wird, wenn Scholl-Latour dereinst einmal nicht mehr sein wird. Ihm kann jedenfalls, so steht zu befürchten, keiner so schnell das Wasser reichen. Und was heute von manchen Informationen in der Presse und den Medien zu halten ist, hat man ja in den letzten Jahren zur Genüge bitter erfahren müssen: Nämlich wenig, dem zu trauen wäre. Aber - auch dies sei noch angefügt - lag freilich auch Peter Scholl-Latour selbst nicht immer nur richtig, bzw. vertrat manch fragwürdige Meinung. Was macht`s: schließlich kann man nicht immer ins Schwarze treffen. Scholl-Latour aber tat es in den meisten aller Fälle dann doch. Ganz sicher, weil der Mann sich eben stets auf unumstößliche Fakten und ein immenses Wissen stützte und stützt.










Kathrin Mosler
Vielen Dank für Ihren ausgezeichneten Beitrag. Ich bin gestorben vorm Fernseher gestern Abend, verärgert und beschämt über die beiden Moderatoren, besonders Frau Fried, aber auch Lorenzo. Auch das Schreiben einer Protest e-mail
konnte mich nicht beruhigen. Ich machte den Fernseher aus.
Ihr Beitrag gibt mir Hoffnung, dass uns der politische Verstand und die Diskussionskultur in Deutschland noch nicht verloren gegangen sind. Kathrin
Helmut Rohe
Die Frage ist mehr als berechtigt: WER KOMMT NACH PETER SCHOLL-LATOUR!
Wenn Menschen wie er nicht öffentlich zu Wort kommen, wird es dunkel. Auch wenn sich die Politik nie von der Meinung anderer beeindrucken lässt, sind diese Stimmen unverzichtbar.
Lukas Lehmann
Ich habe mir den Beitrag eben angeschaut und war sehr enttäuscht über das Verhalten Scholl-Latours. Er mag ja seine eigene Meinung haben, aber hochnäsig, arrogant und dann beleidigt auf Kritik von einer Person, die trotz ihres Alters, ihre eigenen Erfahrungen in Israel gemacht hat, zu reagieren, finde ich sehr unangemessen und hat nicht Israels Ruf geschadet, sondern wieder mal gezeigt, dass Herr Scholl-Latour lieber prahlt und mit seinem Ruf sich brüstet, als sachlich mit Fakten zu kontern. Darauf einen Artikel aufzubauen, der Herrn Scholl-Latour verteidigen soll, nur weil er eben eine sehr kritische Einstellung zu Israel hat, finde ich im Rahmen seines Beitrags in dieser Sendung mehr als unangepasst. Es tut mir leid, aber als Kenner des Nahen Ostens hätte er mehr wissen sollen und mehr erklären können, als es zum Beispiel Freunde von mir tun würden, die im 5. oder 6. Fachsemester Islamwissenschaft studieren. Hier enttäuscht er voll und ganz und missrepräsentiert sein Wissen und seine Erfahrung, die ich Ihm zu schreibe.
Philron
Sehr guter Artikel, weil er den Verlauf des Konflikts gestern recht nuanciert wiedergibt. Letztlich ist das Ganze gestern bei den Machern außer Kontrolle geraten. Einer der Intellektuellsten und Wichtigsten Leute in Deutschland wurde in die Rolle eines vorurteilsbeladenen Dummkopfs gedrückt weil er bei einem offensichtlich sensiblen Thema auf den Busch geklopft hat. Das Popsternchen Melody Sucharewicz als Repräsentantin der Entertainment-Nebelmaschine Israels wurde in einer Unterhaltungsshow auf ein größeres Podest gehievt als der erfahrene Kenner. Dort hatte ein Mensch, der die Abart von Politik und Manipulation zugunsten von Individualinteressen auf der ganzen Welt studiert hat, wirklich nichts zu suchen.
Ein kleines Highlight war noch die Stelle, als Scholl-Latour darauf hinwieß, das der Präsident für den die “bezaubernde” Melody Sucharewicz ganz stolz ein Tänzchen veranstaltet hat, ein Massenmörder mit Verantwortung für Millionen Tote im Kongo sei. Scholl-Latour wurde damit abgewürgt, das dies gerade nicht das Thema sei. Schlächter haben eben auch gute Seiten wie es aussieht und man muss das wohl differenzieren lernen.
Marion
Liebe Kathrin Mosler,
ich kann Ihrem Kommentar nur beipflichten.
Desweiteren möchte ich erwähnen das die Rundfunkanstalten auch nicht mehr sind was Sie mal waren.
Für mich ist völlig unverständlich warum der SWR die palästinensichen Tagebücher von seine Internetseite genommen hat.
Das ist noch im Cache vorhanden.
http://209.85.129.132/search?q=cache:CA8EgTiWM6AJ:www.swr.de/swr2/palaestina/tagebuch/theisen/teil2.html+Pal%C3%A4stinensisches+Tagebuch&hl=de&ct=clnk&cd=2&gl=de
Karl-Heinz Völker
Hallo, wenn man in die 3 nach 9 Sendung schon einen Gast einlädt, der offen die Politik Israels verteidigt
http://www.il-israel.org/index.php?idpage=104
hätte man auch das “audiatur et altera pars” gelten lassen müssen und auch einen Gast einladen müssen, der die Meinung der Hamas vertritt.
Das ständige Unterbrechen von Herrn Scholl-Latour durch Frau Sucharewicz, das auch von den Moderatoren nicht unterbunden wurde, lässt vermuten, dass gewisse Meinungen nicht öffentlich in den Medien geäußert werden sollen.
Jürgen Riedel
Glückwunsch, ein guter Artikel!
Vorneweg schon mal festgestellt: Ich distanziere mich aufs äußerste von rechtsradikalen Meinungen und
Aktionen in jeglicher Form. Auch die Angriffe der Hamas auf Israel sind zu verurteilen.
Es war mal wieder die gewohnte Konstellation bei Talk-Shows, in denen es um Israel geht:
- Ziel: Glorifizierung Israels und seiner Haltung, Meinungsmache und Manifestierung der
einseitigen Sicht für Israel
- wie: Gästerunde, in der EIN Experte sitzt (Scholl-Latour), und ansonsten in der Mehrheit
pro-israelische eingestimmte ins Wort einfallende Polemiker. Dazu noch sich nicht gerade
neutral verhaltende Moderatoren.
Und dann kann’s losgehen: Man startet mit einem “Geplänkel” über Krisengebiete auf der Welt (da ist es ja auch schlimm, aber natürlich kein Vergleich zu dem, was Israel angetan wird), um dann die unvermeidliche Frage zu stellen, weil man ja weiß, dass Peter Scholl-Latour NICHT die einäugige Sicht auf Israel hat. Nun erlebt der Zuschauer Meinungsmache, wenn auch für den denkenden Menschen etwas zu dilettantisch: man stellt seine Meinung als antiisraelisch hin. Nun kommt der psychologische Effekt, der einen unbewussten Reflex beim Menschen allgemein auslöst:
die Meinung, die von vielen vertreten wird, muss die richtige sein, also ist die des Einzelnen falsch.
Stufe 2: da Herr Scholl-Latour natürlich über ein größeres Wissen über die Situation in Israel verfügt, als sämtliche restlichen Gäste der Talkrunde zusammen, darf er seine Meinung nicht erklären und belegen, also wird ihm dauernd ins Wort gefallen, bis zu dem Punkt, wo Peter Scholl-Latour (zu Recht) sich von der Diskussion zurückziehen will.
Es ist fürwahr dilettantisch, wenn an der Diskussion die naive Melody Sucharewicz teilnimmt, die ihre nationalistisch geprägten Angriffe auf Herrn Scholl-Latour mit Anekdoten von einem ugandischen „Trommelworkshop“ mit Einheimischen würzt, soll den Eindruck vermitteln: seht her, ich bin doch so multikulturell und lösungsorientiert im Bezug auf andere Kulturen. Natürlich angenehmer, als sich mit den Problemen Ugandas zum Beispiel auseinander zu setzen (Kindersoldatenrekrutierung, Staatsterror,etc.). Es soll verdeutlicht werden: wir Israelis kommen doch mit allen klar auf der Welt. Nur die Palästinenser nicht mit uns. Und deshalb sind die die Bösen. Und alle, die in irgendeiner Form zu Palästina halten.
By the way, Frau Sucharewicz: Ein paar Stunden Trommelworkshop rechtfertigen nicht mehrere Wochen Trommelfeuer auf Zivilisten und sogar die UN.
Von Herrn Scholl-Latour wurde ein sehr elementarer Aspekt des gesamten Konflikts genannt: der demographische! Das Land, auf dem die Israelis wohnen, ist als Heimatland für die Israelis nicht historisch belegt, allerhöchstens im biblischen Sinne, ein Anrecht auf dieses Land ist höchst fragwürdig. Es ist fest zu stellen, dass Israel sich zur eigenen Rechtfertigung vieler Mittel bedient, derer sie die anderen anklagt.
Herr Scholl-Latour, mit Recht werden Sie in Zukunft Einladungen zu Talkshows mit Argwohn betrachten.
Sie haben es wirklich nicht nötig, sich in Talk-Shows dieser Qualität rechtfertigen zu müssen, wo Sie noch als Sprungbrett benutzt werden, die israelische Position in unseren Köpfen kritiklos zu verankern. Dank Ihnen, Herr Scholl-Latour, hat das gestern bei 3nach9 nicht so reibungslos funktioniert.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Riedel
Peter Wiekerstrauch
Ich bin froh, dass es vielen anderen Fernsehzuschauern gestern abned ebenso erging wie mir, davon zeugen die meisten Kommentare.
Selbst ein schneller und wütender Protest-Mail an Radio Bremen hat mich nicht beruhigen können.
Es ist im übrigen alles bereits gesagt. Das schlimmste war wieder einmal das Unvermögen, insbesondere von A.Fried, in dieser Situation angemessen zu reagieren.
Statt dessen rügte sie Scholl-Latour, er hätte seine Chance gehabt.
Die selbstenannte, vielleicht auch bezahlte Botschafterin Israels dagegen durfte ihr seichtes oberflächliches Geplapper zwischenstreuen-es war wohl auch so angelegt von der Redaktion.
Diese Talkshow wollte ich schon öfters wg. der Moderatoren boykottieren-jetzt aber bin ich fest entschlossen.
Sonja Schulten
Herr Stille hat die gestrige Sendung sehr gut zusammengefasst.Mein Mann und ich waren in erster Linie erleichtert darüber, dass Herr Scholl-Latour den Focus auf die fatale humanitäre Situation der palästinensischen Bevölkerung gelenkt hat. Seit Ausbruch des Krieges habe ich solche Äußerungen von namhaften Journalisten und Politikern vermisst.
Renate Cortez
Danke für diesen Bericht! Auch wenn Giovanni meiner Erinnerung nach nicht von tausenden (;-) sondern “nur” von hunderten von Zuschauer-emails gesprochen hat, scheint die Kontroverse zwischen der Isreal-Repräsentantin und Scholl-Latour doch bei so manchem Zuschauer (so auch bei mir) ein ähnliches Entsetzen hervorgerufen zu haben, wie bei der Kommentatorin Frau Mosler. (Interessant wäre noch gewesen, zu wissen, wie das prozentuale Pro und Kontra dieser mails ausgesehen hat)
Gewiss, Scholl-Latour kann einem mit seiner Rechthaberei und Großtuerei manchmal ganz schön auf die Nerven gehen. Aber sein gestriger Ausraster hat mir persönlich angesichts unserer überwiegend konsensuell auf Isrealkurs getrimmten Politik und Medien (so auch die beiden Moderatoren) sehr gut getan. Isreals mörderischer Feldzug wird auch durch noch so geübte propagandistische Rhetorik nicht Recht. Scholl-Latour hat nichts weiter getan, als dieses in wohltuender Weise einmal öffentlich klarzustellen.
Renate Cortez
Dr. Klaus Beckmann
Mein unmaßgelicher Eindruck vom gestrigen Auftritt des großen Welterklärers war, dass es ihm doch ein wenig an der Souveränität mangelte, die eigene Einschätzung gegen jemanden zu vertreten, der sich nicht nur selbstbewusst zeigt und Scholl-Latours Urteile überhaupt infrage zu stellen wagt, sondern auch authentische Erfahrung mit der verhandelten Thematik hat und dies überzeugend artikulieren kann.
Bei allem Respekt vor Scholl-Lators Lebensleistung frage ich mich schon eine ganze Weile, ob er nicht vielleicht ein paar Jahrzehnte zu lange persönlichen Umgang mit Größen der arabisch-muslimischen Hemisphre pflegt, um noch zu einer unbefangenen Bewertung dessen, was im Nahen Osten vor sich, fähig zu sein. Seine in der gestrigen Debatte geäußerte Behauptung, die Hamas wolle doch nichts als die Grenzen des 4. Juni 1967, widerspricht nicht nur dem Wortlaut der Hamas-Charta (da ist in Art. 11 eindeutig davon die Rede, dass kein einziger Quadratmeter des waqf-Landes Palästina - in den Grenzen von 1947! - jemals wieder unter nichtmuslimische Herrschaft kommen darf), sondern wird auch durch die Praxis dieser Organisation Lügen gestraft. In meine Augen betreibt Scholl-Latour - ob bewusst oder unbewusst, sei dahingestellt - Apologetik der “arabischen Sache” und verträgt es nur sehr schlecht, mit den komplexen Fakten, die sich eben nicht immer bedingungslos seiner “Welterklärung” fügen wollen, auseinander zu setzen.
Frau Sucharewicz bekommt ein großes Kompliment von mir, weil sie nicht nur klar zur Sache geredet, sondern auf Scholl-Latours teilweise peinliche Ausfälle nicht mit gleicher rhetorischer Münze zurückgezahlt hat.
Hansi99
Es stimmt, was in einigen Kommentaren steht:
Die Sendung war äußerst schlecht moderiert.
Wer er erlaubt, der - zugegeben recht hübschen aber überheblichen - MELODY SUCHAREWICZ unwidersprochen ihre unsinnigen Thesen zu verbreiten, hat das Recht auf objektive Moderation verwirkt.
Mit Peter Scholl-Latour hatte die MELODY einen Gegner, der ihr in allen Argumenten haushoch überlegen war.
Leider ist die Moderation nicht darauf eingegangen.
Peter Staudt
Auch ich möchte dem Artikel voll zustimmen.
Es war einfach lächerlich wie der “Israel sucht den Superstar” Gast die Talkrunde
mit Ihrer naiven Darlegungen, ohne tieferen Sinngehalt bestimmen konnte.
Der absolute Höhepunkt war dann die Aussage Ihres schönsten Erlebnisses mit dem
Massenmörder aus Uganda , der Sie umarmte.-Toll Frau Fried ! das müssen Sie weiter unterstützen.
Gertrud Hunter
Ich habe mich über die gestrige Sendung sehr geärgert. Es mag ja sein, dass Herr Scholl-Latour der absolute Islam-Kenner ist…jedoch fand ich es sehr unangebracht, die junge, sehr intelligente Melody Sucharewicz zu beleidigen. Sie war klug genug, um über diese verbalen Angriffe hinwegzusehen. Einfach war das sicherlich nicht. Ich für meinen Fall, hätte gerne mehr von Frau Sucharewicz gehört als von Herrn Scholl-Latour.
mostapha
Frieden für alle,
eintäuscht war ich gestern.
einmal über den Massaker zu sprechen und sofort danach über Schlagermusik um zu vergessen.
Das erste Thema über die unproportionalen Krieg gegen die Zivilisten seit mindestens zwei Jahren.
die Beispielvertreterin sagte, dass die chamas mit chassamraketen täglich südisrael bombardiert, aber wenn wir zählen wie viel toten bei den beiden Seiten sind, dann gibt es kein Vergleich…????
Israel respektiert ONU. Israel hat versucht die Palestinenser immer und immer wieder zu vernichten
Israel bekommt viel viel Geld von Deutschland und USA.
Palastenaser kämpfen mitum ihr Land und sie sollen aufhören erst wenn die Israelis kapiert haben, dass sie besatzer waren und sind.
Olaf Marschall
Dieses Thema hat es nicht verdient in einer, wenn überhaupt mittelmäßigen Talkshow mit schlechten, unkompetenten und unvorbereiteten Moderatoren behandelt zu werden. Ich habe sie zum Ersten Mal gesehen und das wird auch das letzte Mal sein.
Eine Anmaßung Herrn Scholl-Latour in eine solche Runde einzuladen. Ich habe höchsten Respekt vor S.L. und war über den Sendungsverlauf höchst entsetzt. Leider muss man ihm den Fehler ankreiden, sich in so eine Runde einladen zu lassen.
Er hatte mit allem Recht was er gesagt hatte.
Respekt vor allen in der Runde die sich herausgehalten haben. Selbsterkenntnis, dass man über ein Thema nicht dass entsprechnde Wissen besitzt und lieber nichts sagt ist selten. Als Beispiel dieser Cem Özdemir. Die Wenigsten werden sich daran erinnern, dass er schon vor Jahren an der Parteispitze etabliert werden sollte aber damals über den Flugmeilenskandal gestolpert ist. Aber anstatt Konsequenzen zu ziehen wurde er einfach einige Jahre in das europäische Parlament gesteckt und ist jetzt Chef der Grünen, der Wähler hat ja ein kurzes Gedächtnis. Dann irgendein Kunze, Liedeschreiber von Beruf, naja ihr habt es ja gesehen. Als letztes diese giftige Harmony die wie man gesehen hatte nur darauf gelauert hat ihre Propaganda an S.L. Kopf zu werfen. Und mit einem Massenmörder ist die auch befreundet. So eine falsche und eingebildete Frau. Bei jedem intelligenten Menschen muss der Auftritt S.L. ihm ein höheres Ansehen verschafft haben, aber wir wissen ja alle wer diese Talkrunden hauptsächlich bevorzugt. Nämlich Menschen auf dem Bildungsniveau der Moderatoren.
Bei mir hat es nur bewirkt, dass ich mir jetzt ein Buch von Scholl-Latour zulege.
Christine
Ich war entsetzt über die unmögliche Amelie Fried, die in ihrer Unhöflichkeit einem Gast gegenüber kaum zu überbieten war. Beide Moderatoren haben die Sendung als Plattform für ihre eigene Einstellung zum Nahost-Krieg missbraucht. Die unsägliche
Melody Sucharewicz mit ihrer doch sehr infantilen Darstellung der Tatsachen kann einem Scholl-Latour nicht das Wasser reichen, was ihr ganz offensichtlich noch niemand gesagt hat. Ich habe die Sendung viele Jahre regelmässig geschaut, aber das werde ich mir zukünftig nicht mehr antun. Wer eine Sendung nicht neutral moderieren kann, soll es lassen. Den Herrn Lorenzo habe ich offensichtlich überschätzt., ich hätte mehr Neutralität und vor allem Souveränität von einem Zeitungsmann erwartet.
Prof. Vercin Getorix
Ihr Artikel und die Mehrheit der hier abgegebenen Kommentare treffen den Nagel wohl am Kopf.
Der Sender und seine Moderatoren unternahmen den wahnwitzigen Versuch, das Thema des höchst komplizierten Palästina-Konflikts zu erörtern. In zehn Minuten, so zwischendurch, im Schnellgang, zwischen Beiträgen der Film- und Unterhaltungsindustrie.
Schade!
Fazit: Aus der geplanten israelischen Propaganda-Aktion wurde ein Trauerspiel und ein Schuss der nach Hinten losging. Damit hat Sucharewicz ihrem Land mehr geschadet…
Auch nazulesen bei
http://www.normalverkehr.com/post/melody-sucharewicz-desastroeser-autritt-im-wdr-3nach9-zur-palaestina-frage/
Detlef Bodart
Daß die eingesetzte Propaganda-Frau den einzig Sachkundigen der Runde nicht zu Wort kommen lassen durfte, lag in der Natur ihres Auftrags. So konnten sich auch “politisch korrekte” Trittbrettfahrer diesem Vorgang, zwecks erhoffter Karriereförderung anschließen. Daß die beiden Moderatoren dies jedoch nicht unterbanden, indem sie für eine ungestörte und für das Publikum verständliche Meinungsäußerung sorgten, zeigte daß sie für solche Aufgaben völlig ungeeignet sind.
Nikolas
Was für ein einseitiger und ekelhafter Artikel, der natürlich bei sämtlichen Linken sofort gefallen findet.
Israel brandschatzt also ? Wissen Sie was der Begriff bedeutet ? Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, die das Ziel hat die ganze Welt zu islamisieren. Aber solange es nur Israel betrifft kanns der deutschen Linken ja egal sein. Scholl-Latour hat sich schon in so vielen Talkrunden blamiert (die Kassandra) und jetzt kam eine weitere hinzu. Sein Stolz all diese islamistischen Führer zu kennen ist einfach nur peinlich. Ebenso sein ewiges Gelaber über die Osmanen, sobald er einem Türken begegnet. OK, er ist alt und stammt aus einer anderen Zeit. Ein bißchen Nachsicht ist angebracht.
Christine
..genau so ist es. Die beiden sollen bei Plaudereien mit Showgrössen und ähnlichem bleiben. Dort sind sie unterhaltsam. Einem Thema wie diesem, mit einer indoktrinierten Sucharewicz und einem Schwergewicht wie Scholl-Latour waren die beiden offensichtlich nicht gewachsen. Einfach peinlich die beiden. Aber so kommt es, wenn man sich selbst total überschätzt. Manchmal täte beiden ein wenig mehr Bescheidenheit gut.
Tina
Wow, hier geht es aber ähnlich merkwürdig zur Sache. An alle, die hier schreiben: wäre nicht schlecht, keinen Unsinn zu schreiben und sich auf Gesagtes oder Dinge zu beziehen, die so nicht statt fanden.
Dieses Gespräch gestern war schlecht. Aber: Scholl-Latour wurde sicher vor mehr als 3 Wochen eingeladen. Anlass daher eher sein letztes Buch oder dass er mal Zeit hatte. Nicht der aktuelle Konflikt. S-L sagte bereits zu Beginn seines Parts, dass es in einer solchen Runde (sinngemäß sagte er, eine “fröhliche Runde”) nicht so sehr
Sowohl S-L als auch Sucharewicz haben sich beide nicht super verhalten. Er war ebenso herablassend wie sie. Natürlich ist man mit 28 oder so sehr viel beeindruckter von verschiedenen Dingen als jemand, der ein Leben wie S-L hinter sich hat. Allerdings habe ich das Gefühl, dass S-L einfach zu einem Teil wirklich beleidigt war, dass ihm eine junge Person vehement eine Meinung entgegenbrachte. Und doch hat er sicher mehr Einblick in das reale Leben/ Alltag in Gaza, als die junge Wahlisraelin.
Sehr gestört hat mich dann aber auch, dass S-L sich brüstete, mit wem er sich wann getroffen hat. Dass er Melody Sucharewicz, die sich ebenso brüstete, dann darauf hinwies, dass sie sich mit einem Massenmörder umarmt hatte, war tatsächlich gut, weil wahr, aber nachdem bereit der Streit da war, natürlich gleich wieder Zündstoff. Leider hat hier wiederholt die Moderation versagt.
S-L hat leider auch etwas die Hamas verniedlicht, fand ich, in dem er z.B. sagte, sie hätten fast keine Waffen. Im Vergleich zu anderen Mächten sicher. Aber in diesem Kontext war es schlecht geäußert.
Weiter gestört hat mich, dass Sucharewicz offensichtlich Standardsätze drauf hatte. Auch den Verweis auf Mütter, die bei jedem Kind, egal ob israelisch oder palästinensisch, weinen und Herzklopfen bekommen. Das ist mir zu platt. Ich kann auch als Nicht-Mutter mich ob der Sinnlosigkeit von solchen Bombardierungen ratlos empfinden und Angst und Mitleid um mir unbekannte Personen, gerade älterer Menschen haben. Aufgrund des massiven Medieninputs ist das aber leider immer geringer.
Dass Israel “in erster Linie ganz einfach nur Frieden und Sicherheit” wollen, wie von Sucharewicz gesagt, ist einfach. So einfach, dass es einerseits einleuchtend ist, andererseits eben keine sinnvolle
“israel leidet ‘in dem sinne’ (äh, in welchem?) an einem Syndrom, für das es nicht viel kann, die Perzeption der Menschen und deren David-Goliath-Perspektive und die von den Medien nicht ganz richtig und nicht ganz objektiv dargestellte Realität.” Wenn sie durch die Medienwelt zappe, so sagte sie, sei sie überrascht über die Darstellung. Dabei sagte sie, sie rede (gar nicht) von Al-Jasira. Aber: deutsche, französische udn italienische Medien. Als ob gerade letztere sich mit Glaubwürdigkeit einen Namen gemacht hätten.
Problem: es gibt immer verschiedene Realitäten, je nachdem, wer sie erlebt. Und einerseits berichten deutsche Korrespondenten von ausserhalb Gaza, andererseits gibt es viele Berichte über das Alltagsleben in Israel, mit den Gasmasken im Haus und den Bunkern. Doch schlagen Bomben gerade eben massiv in Gaza ein, wo es keinen Platz gibt, zu entkommen. Immerhin einer der bevölkerungsreichsten Orte der Erde.
Sucharewicz klang sehr einstudiert und sprach zu dezidiert. Geradezu gönnerhaft und damit überheblich am Ende zu S-L: “Wir alle wissen, dass niemand die Welt so gut kennt und so gut versteht, wie Sie. Das bleibt Ihnen mit Sicherheit.”
Dass sich Kunze mit Halbwissen und äh, äh, äh, immer noch einschaltete, war furchtbar.
Kritik muss aber vor allem an der Moderation festgemacht werden. GdL leitete ein: wo sehe Sie persönlich die derzeit schlimmste Krise? S-L: im Kongo. (führte das aus, musste dann natürlich auch auf Gaza zu sprechen kommen, auch wegen der Mod.). Dass S-L natürlich dazu befragt würde, war klar. nur: in diesem Rahmen schlecht, zu wenig Raum. Noch dazu unterbrach Sucharewicz ihn ständig, nachdem sie einmal von A. Fried eingeführt worden war.
GdL hätte es besser machen müssen, A Fried hatte immer nur die betroffen-mütterlich hochgezogenen Augenbrauen und den Kükenbonus im Gepäck. Ja, Sucharewicz ist jung und damit unerfahrener. Aber wer sich aufmacht, Israels inoffizielle Botschafterin sein zu wollen, der muss damit rechnen, dass er in einer Runde oder vor Publikum redet. Dann gilt nicht der Kükenbonus. Wohl aber der persönliche Respekt und der Wille, eine möglichst realistische Darstellung zu leisten und die Perspektiven und Probleme zu erklären. Hätte doch mit diesem Hintergrund super funktionieren können. Interessant wäre auch Barenboim dabei gehabt zu haben.
Insgesamt: schlechte Themenführung, schlechte Mod, insb. A. Fried, verklärte Gestalten. Sinnvoll: das 2x (Özdemir und S-L) darauf verwiesen, dass man in Gaza quasi als Gefangene der Hamas lebt und wie in einer Sardinendose.
R.Greiler
Es war peinlich, wie die beiden Moderatoren eifrig bemüht waren Scholl Latours fachlich neutrale Positionen immer schon nach ein paar Worten zu unterbrechen, indem sie selber oder dieses dümmliche Geplappere dieses, auf Lächeln getrimmten Mädchens ihm ins Wort gefallen sind.
Fried und de Lorenzo haben gezeigt, wessen Interessen sie dienen.
Man braucht nicht zu rätseln, was gestern geschehen ist, um die bösen Details dieses Gaza Gemetzel zu vertuschen und wegzureden: Wir haben eine Sendung des Israel TV gesehen.
Alexander Böhme
Ihr Kommentar trifft es.
Mann musste sich ja fragen:
Bekommt Radio Bremen eigentlich Geld dafür, mit der Einladung von Melody Sucharewicz die Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Regierung und Armee zu begleiten?
(Melody Sucharewicz hat sich letztenendes auch selbst disqualifiziert, da sie doch die Massemmörder in Zentralafrika nicht kennt…)
Die Moderation hat total versagt, wenn zum Schluß Scholl-Latour als der mit unangebrachten Gesprächsführung dasteht.
Alexander Böhme
ohlmax
Die überwiegende Mehrzahl der Kommentare läßt mich hoffen, dass sich bei uns doch nicht nur eindimensional denkende Altyuppies als Bildungsschicht bezeichnen, die noch dazu ganz offensichtlich eine vorgefertigte und angelieferte Haltung vertreten. So war das befriedigenste an der peinlichen Veranstaltung das Lesen der hier abgegebenen Kommentare. Ein echter Eklat ist die Anweseheit von Frau Fried im öffentlich - rechtlichen Fernsehen und Herr di Lorenzo hat gestern abend alles verspielt.
Philron
@ Nikolas
Könnten Sie erklären, wieso Ihrer Meinung nach die Linken (zwingend?) mit der Hamas symphatisieren? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht so richtig…..
Generell finde ich Ihren Einwand ziemlich unpassend da hier kaum jemand zum Israel-Palästina-Konflikt Stellung bezogen hat und das spricht auch für das Niveau der Kommentare hier. Es ging einzig und allein um die undifferenzierte populistische Auseinandersetzung gestern in der Talkshow.
Ralf Zocher
Scholl-Latour hat meiner Meinung einen glasklarem Verstand und hervorragendes Logikdenken. Ihm ist sofort aufgefallen, dass er in eine falle gelockt wurde.
Bewußt von Frau Harmony, vielleicht unbewußt von den Moderatoren.
Höchsten Respekt vor einem 82-jährigem, der sich dem so gestellt hat.
Man muss sich vorstellen, ein Mann mit einer solchen Lebenserfahrung und Wissen muss sich einem “Big Brother Verschnitt, massenmörder umarmendes Püppchen” erklären, stellt euch vor es wäre Reich-Ranicki, der hätte ihr den Kopf abgerissen.
Schande über Radio Bremen und die Moderatoren.
Robert Albrecht
Auch ich hätte mich am liebsten unter dem Sofa verkrochen angesichts dieses Tiefpunkts deutscher Fernsehquasselunkultur. Wie kann man nur einem ehrwürdigen großen alten Mann wie Peter Scholl-Latour ein derart unterqualifiziertes Propagandasternchen wie Fräulein Sucharewicz zumuten! Die Schönheit der jungen Dame ist heute schon durch das narzißtische Glitzern ihrer Augen und den eingefrorenen Dünkel im Gesicht einer vermeintlich Hochwohlgeborenen verdorben. Dass sie sich nicht entblödet hatte und auch noch stolz darauf war, sich zur nützlichen Idiotin eines afrikanischen Massenmörders gemacht haben, entblößte ein erschreckendes Ausmaß moralischer Verkommenheit. Aber die eigentliche Schuld an diesem Disaster trifft die ModeratorInnen, Fried, mit ihrem krankhaften Narzißmus, aber auch di Lorenzo. Moderieren heisst mäßigen! Sie haben statt dessen zugespitzt und in Kumpanei mit Sucharewicz dem mit Abstand klügsten und gebildetsten Diskutanten die Entwicklung jedes
komplexen Gedankenganges verunmöglicht. Scholl-Latour hatte doch anfangs gesagt, er möge gar nicht in einer solch oberflächlich-fröhlichen Runde über derart ernste Themen reden. Aber nein, es mußte unbedingt sein? Ein Falle? So sah es jedenfalls aus.Wie auch immer: Schande über Radio Bremen!
Niklas
Scholl-Latour ist alles andere als neutral. Ist er nicht und war er nie. Seine engen Beziehung zu sämtlichen islamistischen Führern, vom Iran bis zur Hisbollah sollten eigentlich jedem bekannt sein. Wer diesen Mann als neutral bezeichnet entlarvt sich nur selbst. Er hat natürlich ein Recht auf seine Meinungen, auch wenn er mit seinen Analysen und Vorhersagen meistens daneben liegt.
Renate Cortez
Ein paar Aspekte hinsichtlich der vorangehenden Kommentare möchte ich noch einmal kurz thematisieren. Jürgen Riedel hat mich darauf gebracht, dass ich in meinem obigen Kommentar versäumt habe, mich von rechtsradikalem Gedankengut zu distanzieren. Große Teile der Öffentlichkeit, sowie auch die jüdischen Verbände sind ja nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, jemandem für ein israelkritsches Statement den Antisemitismus-Stempel aufzudrücken. (Das war ja auch die nicht unberechtigte Angst von Peter Scholl-Latour) Man sieht sich also förmlich genötigt, sich von Rechtsradikalismus und dergl. zu distanzieren, bevor man auch nur zwei kritische Worte über Israel äußert. Ich distanziere mich also ganz brav von jedem wie auch immer gearteten Antisemitismus. Die israelische Taktik geht auf.
Es stimmt, Dr. Beckmann, was Sie in Ihrem Kommentar über die Hamas-Charta sagen, und dass das nicht hinzunehmen ist, ist gar keine Frage, ebenso wie der Raketenbeschuss von palästinensischer Seite. Es stimmt aber auch - und das erwähnen Sie nicht - dass in dem “Theodor-Herzl-Projekt” zur Errichtung des jüdischen Staates ausdrücklich von Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung die Rede ist. Für Israel haben diese Statuten bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren. Und wenn der Sicherheitsrat konstatiert, dass die besagte isralische “Kampagne” völkerrechtswidrig ist, so tut die israelische Regierung den Beschluss damit ab, dass kein außenstehendes Gremium über die israelische Verteidigungspolitik zu befinden habe. Nach meiner Einschätzung sieht Scholl-Latour die Situation richtig: Israel muss, ob es will oder nicht, mit der Hamas verhandeln.
Renate Cortez
Tina
@ Vercingetorix: in dem offensichtlich von Ihnen geschriebenen und von Ihnen geposteten Link sind aber allerhand sachliche Fehler enthalten. Es fängt bereits im Titel an.
Leo Arin
Ich schrieb folgende E-Mail an 3nach9:
Mit großem Interesse und ebensolchem Unwillen habe ich Ihre o.g. Sendung verfolgt, und hier speziell den Passus, in dem Peter Scholl-Latour nach Ihrer eigenen Werbung über sein neues Buch und über seine Sicht der Krise in Nahost reden sollte.
Die Inkompetenz und Ignoranz der beiden Moderatoren war kaum zu überbieten; inkompetent, weil sie nicht in der Lage waren, Herrn Scholl-Latour den Raum zu geben, den die Darlegung eines so komplexen Sachverhaltes, wie ihn die Nahost-Krise nun einmal darstellt, erfordert, ohne daß er ständig von Teilnehmern der Runde unterbrochen wurde.
Selbst wenn man nicht alle Standpunkte des Herrn Scholl-Latour nachvollziehen kann oder will, ist es doch Aufgabe der Moderatoren, ihm zumindest zunächst einmal Gelegenheit zu geben, seine Lagebeurteilung - wenn man ihn danach fragt - darzustellen. Daß Herr Scholl-Latour aufgrund seiner profunden Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen eine andere Sicht der Dinge vertritt, als eine junge Israelin, die natürlich äußerst subjektiv und betroffen argumentiert, ist m.E. selbstverständlich. Deswegen war es ausnehmend unprofessionell von beiden Moderatoren, es zu einer Diskussion zwischen Herrn Scholl-Latour und Frau Sucharewicz kommen zu lassen. Zudem wurde Herr Scholl-Latour immer wieder von anderen Rundenteilnehmern (Özdemir, Kunze etc.) unterbrochen, so daß er seine Hintergrundinforma-tionen gar nicht darstellen konnte. Die Ignoranz der beiden Moderatoren zeigte sich dann aber, als sie der Reaktion Scholl-Latours zum Schluß seines Beitrages mit vollkommenem Nichtverstehen begegneten, und Frau Fried sich gar dazu verstieg, Herrn Scholl-Latour dafür zu rügen, daß er aufgrund der mangelnden Erfahrung der jungen Israelin, deren Meinung als Unsinn abtat.
Die Unfähigkeit beider Moderatoren, mit einer etwas schwierigeren Situation in Ihrer Talk-Show (und mehr ist die Sendung ja nicht) umzugehen, läßt an das alte Sprichwort denken: “Schuster, bleib bei deinem Leisten!” Frau Fried sollte lieber in ihrer Studierstube Bücher schreiben oder - besser noch - nur lesen, und Herr di Lorenzo ist besser in der Chefredaktion seiner Zeitung aufgehoben, wo er in aller Ruhe Geschriebenes redigieren und produzieren kann, ohne den Gefahren einer spontanen Diskussion ausgesetzt zu sein, auf die er offensichtlich nicht adäquat reagieren kann.
Johannes
Ich bin der Meinung, der medienerfahrene S.L. hat gewußt, auf was er sich einläßt . Es macht ihm doch Spaß, seine Meinung, Erfahrung etc. zu präsentieren auch im Streitgespräch. Und die Moderatoren /Regie kennen ihn auch lange genug, um zu wissen, was sich abspielen wird. Er hat seine Kontrahentin behandelt wie jeden anderen und keine Rücksicht auf ihr Alter, Schönheit, Glauben etc. genommen: Das spricht doch eigentlich für ihn. Gleichberechtigung? Wenn da ein Mann gesessen hätte, auf den er “losgeht”, wäre er nicht als uncharmant beschimpft worden. Obwohl ich sagen muss, dass mir die Offenheit und Klarheit der Moderatorin gefällt. Ebenso des Moderators. Wo sieht man heute noch eine Talkshow, wo derart offene Diskussionen so lange geführt werden können. Woanders wird sowas doch sofort unterbunden. Der Moderator darf ja nicht seine Meinung äußern usw…Und sowas will man doch als Zuschauer sehen, ich jedenfalls. Die üblichen Frasen sieht man doch überall zu genüge!
Lukas Lehmann
@Renate Cortez
“Große Teile der Öffentlichkeit, sowie auch die jüdischen Verbände sind ja nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, jemandem für ein israelkritsches Statement den Antisemitismus-Stempel aufzudrücken.”
Wo faktisch Antisemitismus nachweisbar ist, ist es auch gerechtfertigt solche Ideen antisemitisch zu bezeichnen.
“dass in dem “Theodor-Herzl-Projekt” zur Errichtung des jüdischen Staates ausdrücklich von Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung die Rede ist.”
Als Kenner des “Judenstaats” und “Altneuland” muss ich Ihnen hier deutlich widersprechen und Unkenntnis der Quellen vorwärfen: 1. hat Herzl eindeutig die Araber als Teil des Judenstaats in seinem Roman “Altneuland” beschrieben. Reshit Beit war integraler Bestandteil der jüdischen Gesellschaft, der sogar ein Friedenspalast als Parlament diente. Das einzige, was man Herzl vorwerfen könnte ist seine Annahme, dass alle Araber automatisch sich in den Judenstaat integrieren lassen werden - eine zu kurz gedachte Annahme, die auch andere Zionisten wie Achad Haam in seinem Reisebericht “Emet mi Erez Israel” bestritten und für eine kontrollierte Ansiedlung von Juden aus Europa plädierten, sowie dafür, dass nicht alle Juden in den Judenstaat einwandern sollten, sondern dieser nur als geistiges Zentrum der Juden in der ganzen Welt dienen sollte (Kulturzionismus). Ihre Annahme ist eindeutig ein Produkt der 68er und der palästinensischen Propaganda.
Niklas
Ich finde es fast lustig, wie die “neutralen” Israelkritiker hier die Aussagen von Scholl-Latour deuten. ihr habt nicht wirklich zugehört, oder ? Es geht doch nur darum, dass ihr ein Problem mit der freien Meinungsäußerung der jungen Israelin habt. Also wird sie gebasht und Scholl-Latour verteidigt und von Verhandlungen und blabla gesprochen.
Scholl-Latour selbst hat aber gesagt, dass er sich keine politische Lösung vorstellen kann, sondern jaaa, dass “jüngste Gericht” diesen Konflikt beenden wird. Hat er gesagt. Denn die Hamas will eben nichts als die islamistische Vorherrschaft. Aber solange die noch nicht bei uns vor der Tür steht (oder doch - schon mal auf einer Pro-Palästina-Demo gewesen ? Gibts auch schöne Videos zu bei Youtube) ist es natürlich schöner für die linken, deutschen Friedensgewinnler Israel zu kritisieren. Sollten Extremisten hier mal zuschlagen wird sich das sofort um 180° drehen. Aber wiegesagt, solange hat man dann Verständnis à la S.L.
Ralf Zocher
Man muss schon zugeben, dass es sehr “unterhaltsam” war und für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Ich muss dem öffentlich rechtlichen ein revolutionäres Sendungskonzept unterbreiten.
Mehrere Streithähne zur Sendung einladen und den Moderator weglassen.
Patent ist hiermit mir :)
Tina
@Johannes
Sicher muss er gewußt haben, worauf er sich einläßt. Aber ob er wußte, dass ihm Sucharewicz gegenüber sitzt und ihr der Raum geboten wird, ihn ständig zu unterbrechen?
Ich teile Ihre Ansicht, dass Diskussionen in anderen Runden sofort unterbunden werden. Auch ich sehe nicht gerne die “üblichen Phrasen”.
Aber: wenn man sich als Sendung/ Mods. darauf einläßt, dann muss man es auch handhaben können. Und das war einfach nicht der Fall.
Rückblickend frage ich mich, ob A. Fried M. Sucharewicz überhaupt ernst nimmt? Denn ihre Äußerungen zur Verteidigung von Sucharewicz und die Mimik lassen nicht darauf schließen. Wohl dann aber unbewußt.
@ all:
da ich nicht wußte, dass es einen “The Ambassador” überhaupt gibt:
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?apage=1&cid=1148287846265&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull
Wenn es das große Problem von MS ist, dass die ganze Welt zunächst einmal jede Israelin daran misst, dass sie aus dem Land mit den weltweit schönsten Frauen kommt, dann weiss ich auch nicht mehr…
Zugegeben, das war kein neutraler Kommentar von mir.
Arkas
Dass Scholl-Latour etwas sauer darüber wurde, dass diese isrealische Aushilfs-Propagandaministerin nur Phrasen gedroschen hat und ihm nicht wirklich antworten konnte/wollte, er sich aber für eine objektive neutrale Position rechtfertigen musste ist verständlich.
Vorwerfen könnte man ihm höchstens, dass er versucht alle wichtigen Aspekte reinzubringen, obwohl es offensichtlich war, dass die anderen das nicht verstehen würden, wenn er es so knapp ausführt.
Beispiel:
“Keine Waffen”
Jeder der Ahnung von sowas hat weiß, dass er damit meint, dass die paar Kassam-Raketen, Mörsergranaten und Kalashnikovs die die Hamas hat keine Bedrohung für Israel in dem Sinne darstellen, dass es befürchten muss, im Ernstfall militärisch zu unterliegen.
Er hätte sich also besser auf einen Punkt konzentrieren und einen vorsichtigeren Diskussionstil pflegen sollen, als er gemerkt hat, dass es nicht so läuft, dass er einfach erzählt und alle das brav abnicken. Dass er mit allem Recht hatte ist zwar klar, hilft aber nichts.
Ausserdem hat er natürlich den Fehler gemacht, auf die Unlösbarkeit des Konflikts hinzuweisen, Stichworte “Sardinenbüchse”,”Demographie” und “Siedler”.
Das heißt im Klartetxt natürlich, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwann einen großen Krieg gibt in dem “genügend” Leute sterben um den Druck aus der Situation zu nehmen.
Damit fördert er zwar den Erkenntnisgewinn maximal, weil es der Kern des Themas schlechthin ist, führt er aber jeden vor, der sich um eine friedliche Lösung bemüht, oder vorgibt das zu tun, oder dem Friedensgeschwätz Glauben schenkt also quasi alle Politiker aller Staaten abgesehen von den extremen Hardlinern und die Dummjournaille deren Exemplare zwei man auch in der Sendung bewundern durfte.
Olaf Marschall
@NIKLAS
Das siehst du meiner Meinung nach falsch. Hier wird nicht die Redefreiheit angegriffen sondern das Gegenteil. S.L. hat seine freie Meinung kundgetan und wurde heftigst angegriffen ohne sich erklären zu können. “…sie sagen die Hamas seien keine Terroristen…”. Harmonys Beitrag, dass sie mit einem Massenmörder Händchen gehalten hat wurde indessen “beschützt”. Das ist Meinungsgestaltung.
desweitern finde ich so langsam, dass es eine gute Werbung für sein neues Buch ist.
Philron
@ LUKAS LEHMANN
“Wo faktisch Antisemitismus nachweisbar ist, ist es auch gerechtfertigt solche Ideen antisemitisch zu bezeichnen.”
Wäre nett wenn Sie das erklären könnten. Es muss möglich sein, den Standpunkt oder das Verhalten eines JEDEN kritisieren zu dürfen, ganz gleich ob Juden, Islamisten, Terroristen, Politiker, Ärzte und dergleichen. Man gewinnt manchmal echt den Eindruck, der Staat Israel müßte den Nazis einen Schrein bauen, denn in der Konsequenz hat der Holocaust Israel einen Blankoscheck für jede Politik und jeden Krieg bewirkt. Denn jeder der an den Aktionen zweifelt, ist ein Antisemit, namentlich hier sogar die Linken. Was ist denn das für eine Welt? Der heutigen Generation diese Altlasten aufzuerlegen ist eine Unverschämtheit.
Mir kommt es vor, als ob es sich hier um die reinste Form eines Schwarz-Weiss-Postulats handelt. “Wenn ihr nicht mit uns seid, dann seid ihr unser Feind.” Diese Melody ist z.B. so eine, die ihr Ego damit aufbläst, indem sie auf dieser Haltung Trittbrett fährt. Und wenn diese Frau diese Volk repräsentiert, ist das eine Einladung zum Antisemitismus….
(…von dem ich mich ausdrücklich distanziere ;-) )
Christine
Es scheint Leute zu geben, für die eine kritische Einstellung gegenüber der Politik Israels gleichbedeutend mit Antisemitismus ist. Das eine richtet sich gegen die Politik
eines Staates, das andere pauschal und dumpf gegen dessen Bevölkerung. Ich frage mich, ob manche Schreiber den Unterschied nicht verstehen können - oder ob sie es kurzerhand nicht verstehen wollen. Schon merkwürdig.
Rathenau
Macht es euch nicht so kompliziert.
Die Moderatorin Amelie Fried ist jüdischer Herkunft über ihren Großvater Franz Fried. Und der Moderator Giovanni di Lorenzo ist angestellter Chefredakteur der Zeit, die von den Juden Josef Joffe und Michael Naumann herausgeben wird. Dazu noch eine waschechte Israelin. Natürlich saß Scholl Latour in der Falle. Wie so ziemlich jeder, der in den deutschen Medien keine genehmen Äußerungen tätigt.
Wer mehr wissen will:
GeorgRitter@hushmail.com
Alexander Lassalle
Na, da hat eine ganze Menge Leute wohl eine andere Sendung gesehen als ich. In dem vollen Bewusstsein, dass es unmöglich sein wird, die hier vertretenen Kommentatoren für eine ausgewogenere Sicht der Dinge zu gewinnen, möchte ich doch auch meine Meinung niederschreiben. Zunächst einmal sollte festgestellt werden, dass Peter Scholl-Latour bereits in zahllosen Fernsehsendungen mit zahllosen Gesprächspartnern über zahllose Themen aneinander geraten ist, weil er dazu neigt, niemanden aussprechen zu lassen, anderen die Kompetenz abzusprechen und sich selbst den Besitz der einzigen Wahrheit zuzusprechen. Sein eigenes Sprechen ist, mit anderen Worten, das, was ihn an der Kommunikation mit anderen am meisten interessiert. Dies ist seit Jahrzehnten so und hat bereits viele Menschen, die ihm begegneten, verärgert. In der Sendung 3nach9 war es nicht anders: wer sich die Sendung nochmals genauer ansieht (was die meisten nicht tun werden, weil ihr Urteil schon feststand, bevor die Sendung überhaupt auf Sendung ging), wird leicht feststellen können, dass es nicht Herr Prof. Dr. Scholl-Latour war, der unterbrochen wurde, sondern dass es vielmehr er war, der alle anderen Gäste und die Moderatoren - wie es schon immer seine Art war - ständig mit vor Erregung zitterndem Antlitz unterbrach. Scholl-Latour gerät nur dann nicht mit anderen aneinander, wenn diese seinen Monologen andächtig und widerspruchslos lauschen. Abstruser Höhepunkt dieses arroganten und hochmütigen Auftrittes war der völlig unsinnige Einwurf, der Präsident Ugandas sei ein Massenmörder. Wenn jemand ohne weitere Beurteilung oder Bewertung - in diesem Falle eine junge Frau - erzählt, dass er im Rahmen einer Funktion vom Präsidenten eines souveränen UN-Staates empfangen wurde, behauptet er damit ja nicht, dass dieser Präsident ein verehrungswürdiger Mensch ist. Insofern war an diesem Punkt der Sendung mehr als deutlich, dass Scholl-Latour von einem Maß an gekränkter Eitelkeit bewegt war, die ihn vollends zum motzigen Greis werden ließ, der ungefragt und ohne Grund die Gesprächsrunde mit seinen neunmalklugen Einwürfen bombardiert.
Nachdem hier soviele Stellungnahmen von Menschen versammelt sind, die - wie Scholl Latour - offenbar davon überzeugt sind, die volle Wahrheit des israelisch-palästinensischen Konfliktes als einzige wirklich zu kennen, erscheint es fast aberwitzig, in diesem Punkt zum Nachdenken anregen zu wollen. Nun, sei es drum! Die Hamas ist, dies ist international ohne Zweifel anerkannt, eine terroristische Vereinigung, in deren Charta als Hauptziele die Vernichtung Israels und die Errichtung einer moslemischen Weltherrschaft formuliert sind. Die Hamas will also z.B. auch Deutschland zu einer Bastion des Islam machen. Somit wären die hier repräsentierten Scholl-Latour-Befürworter zu fragen, ob sie dies für wünschens- oder für bekämpfenswert halten. Wenn eine solche Organisation aus der Distanz vom heimischen Sofa mit Hilfe des Fernsehgerätes oberflächlich beobachtet wird, mag sie weitaus weniger bedrohlich erscheinen, als wenn man in einem Gebiet lebt, in dem täglich Raketen einschlagen, die von dieser Organisation abgefeuert werden. Würden diese Raketen auf Deutschland abgefeuert, würden die hier abgegebenen Kommentare anders lauten. Nun sehe ich das nächste Argument herankommen: die Israelis sind selber Schuld, weil sie die Palästinenser so schlecht behandeln. Das ist sogar nicht völlig falsch, wenngleich vile zu einseitig und einfach. Allerdings bleibt etwas wesentliches hinzu zu fügen: der Hass der Hamas und das Bestreben, Israel auszulöschen, hat ganz und gar nichts mit dem Verhalten Israels zu tun, sondern wird durch dieses allenfalls bestärkt. Anders gesagt: würde Israel die palästinensische Bevölkerung mit Entgegenkommen, Hilfe und Verständnis geradezu verwöhnen, würde dies die Grundauffassung der Hamas und ihre islamistisch-imperialistischen Bestrebungen nicht ändern. Vielmehr wäre ein solch freundschaftliches Entgegenkommen Israels gar nicht im Sinne der Hamas, weil dies den Hass, mit der diese ihre Propagandamaschine befeuert, schmälern könnte. Der Hamas und ihren intenationalen Verbündeten geht es nicht um Frieden und einen palästinensischen neben einem jüdischen Staat, sondern um eine geschlossene islamische Machtzone, die nicht von einem nicht-islamischen Land unterbrochen ist. Die Interessen des eigenen Volkes werden diesen ideologischen Motivationen untergeordnet. Die Raketen werden aus Wohngebieten abgeschossen; dies ist eiskaltes militärstrategisches Kalkül, denn die Hamas weiß sehr genau, dass sie auf diese Weise nur dann bezwungen oder geschwächt werden kann, wenn Israel Zivilopfer riskiert - ein gefundenes Fressen für die islamistische Propagandamaschine. Natürlich wissen wir alle in diesem unserem Land aus der Erfahrung der eigenen Geschichte, dass Kriege nicht ohne Opfer geführt werden können. Dies nehmen wir auch ziemlich problemlos hin, solange Israel nicht das Land ist, dessen Kriegsführung Menschen zum Opfer fallen. Nun bitte ich alle Kommentatoren einmal, ganz im stillen Kämmerlein, um das höchte Maß an Ehrlichkeit, das sie aufzubringen bereit sind: wo war Ihre Empörung, als in den vielen Kriegen und Bürgerkriegen der letzten Jahrzehnte Opfer zum Teil in Millionenhöhe zu beklagen waren? Wo war Ihre Empörung bei Somalia, bei Tibet, bei Eritrea, bei …? Daher müssen Sie sich die Frage gefallen lassen, warum jedes Opfer auf palästinensischer Seite in Ihrem Herzen soviel mehr wiegt als all die anderen Mütter, Kinder, Männer? Was ist es wirklich, das Ihr Herz beschwert? Oder geht es am Ende darum, es von etwas zu entlasten, indem man den einstigen Opfern das Tätertum nachweist? Wenn es so einfach ist, dann sollte man es auch so halten: natürlich ist Israel auch Täter. Wohl dem, der sich im Fegefeuer des Existensdruckes nicht die Hände beschmutzt! Die Hamas ist aber alles andere als ein Opfer. Sie ist eine gefährliche, verlogene, hinterhältige, gewalttätige und faschistoide Organisation, die seit langen Jahren Israel terrorisiert.
Wie aber soll man mit einer Organisation verhandeln, die einem das eigene Existenzrecht abspricht und jeden Tag Raketen auf das eigene Land abfeuert? Dies ist kein leichtes Unterfangen. Dies wäre ungefähr so, als hätten die Juden mit Hitler über einen jüdischen Staat in den Grenzen des Deutschen Reiches verhandelt. Scholl-Latours Hinweis, dass es sich um eine gewählte Partei handelt, ist in diesem Zusammenhang als unerträgliche Agitation zu werten. Ugandas Präsident wurde auch gewählt, doch er ist, wenn man dem schlauen Peter glauben darf, ein Massenmörder. Die moralischen Prinzipien scheinen austauschbar zu sein.
Letztlich geht es bei der Bewertung des gestrigen kleinen TV-Eklats aber nicht um diese Sachfragen. Selbst wenn Scholl-Latour in allem vollkommen Recht hätte, müsste er als nun 85-jähriger weitgereister und gebildeter Mann, der er ohne jeden Zweifel ist, mit Souveränität ertragen, dass eine junge Frau, die seine Ur-Enkelin sein könnte, ihm widerspricht. Das Maß seiner Aufgeregtheit zeigt, wie schwer es selbst einem so versierten Israelgegner fällt, andere Meinungen auch nur anzuhören. Noch weiter reduziert könnte man natürlich auch hinzufügen, dass Scholl-Latour ein äußerst uncharmanter Auftritt gelungen ist. Es ist ohne Zweifel kein Ausdruck guter Manieren, einer jungen Frau bereits nach drei Sätzen zu sagen, dass sie eine Dilettantin ist, mit der sich die Auseinandersetzung nicht lohnt. Hätte er es doch dabei belassen, statt dann auch noch zu behaupten, man habe ihn, der doch so unendlich klug, erfahren und versiert ist, in eine Falle gelockt!
Mike
Ich schaltete gestern just in dem Moment die Sendung ein als S.L. an die Reihe kam. Oh, dachte ich, S.L. ist dabei; da wird er ja gleich wieder seine manchmal etwas selbstherrlichen und arrogant wirkenden Erklärungen über die Konflikte der Welt loslassen. So kam dann auch prompt die Frage an ihn, welchen Konflikt er als den z.Zt. schlimmsten empfindet. Er erwähnte den dann den Kongo Konflikt. Ich dachte tatsächlich bei mir, dass wir wohl um den Palästina Konflikt herum kämen, da sich S.L. wohlwissend in welcher Runde er sich befand dieses Thema nicht anschnitt.
Aufgefallen ist mir, dass währen des Gesprächs mit S.L. vor der Gaza-Sache sehr häufig diese durchaus hübsche Frau von der Regie eingeblendet wurde und ich mich fragte, was für eine Nachwuchs-Autoring sie wohl sei.
Doch dann kam doch das, was ich befürchtet hatte. Lorenzo befragte S.L. nach dem Gaza-Konflikt. S.L. versuchte sich noch einmal zu retten (”S.L.: Die Runde ist eigentlich zu föhlich, als dass ich mich zu diesem Thema äußern möchte…”) doch es gab kein Entrinnen mehr. Kaum 3-4 Sätze von S.L. zu diesem Thema und die Falle schnappte zu! Das hübsche Mädel entpuppte sich als Wahl-Israelitin und begann ihre recht simplen Ansichten zu vertreiben. So, das wird jetzt unschön dachte ich und das wurde es auch.
Ich bin wirklich kein großer Scholl-Latour Fan aber gestern fand ich schrecklich wie man einen solchen Mann so demontieren kann. Amelie Fried und Lorenzo haben ganze Arbeit geleistet wie wohl auch der Rest des Teams von 3 nach 9, denn es war offensichtlich, dass dieser Konflikt zwischen dieser Melody und S.L. herbeigeführt wurde. Leider konnte es von vornherein nur einen Verlierer geben: S.L.
Das dumme einfältige Gelaber von diesem Hinz oder Kunz lass ich ganz außen vor.
Es ist leider in Deutschland so, dass man sich nicht zu jedem Thema frei äußern darf… Wir stehen aus bekanntem Grund zu Recht in jüdischer Schuld. Aber unsere Schuld gegenüber den Juden ist meiner Meinung nach keine Schuld einem Staat gegenüber, der 1948 auf nicht eindeutig geklärtem Terrain errichtet wurde dessen Bewohner vertrieben wurden. Man muss auch als Deutscher das Recht haben eine Anti- Israelitische Meinung öffentlich vertreten zu dürfen. Israel ist ein Staat keine Religion. Und die Lenker dieses Staates sind keine geistlichen sondern weltliche Führer. Welcher Religion spielt keine Rolle. Deshalb müssen sie sich auch wie alle anderen weltlichen Staatslenker für ihre Außenpolitik kritisieren lassen. Lassen wir doch den Juden und Islam Stempel mal weg, sieht der aktuelle Konflikt ganz anders aus…
Ok.. mehr möchte ich jetzt nicht schreiben. Ach so, ich bin weder rechtsradikal oder antisemit.
Nina
Das war eine anstrengende und streckenweise peinliche Sendung.
Wer in einer einzigen Sendung mit Ossi-Mentalitäten, Opern- im Gegensatz zu Musicalmusik, Winnetou, dem Nahost-Konflikt, Ausländerdiskriminierung und Haarfarbenwechseln konfrontiert werden möchte, der war genau richtig.
Bei der Diskussion über den Nahost-Konflikt zeigte sich die ganze journalistische Kompetenz der Wellness-Redaktion. Denn offenbar ist es nur pc eine einzige Meinung zu dem Thema zu vertreten. So muss sich denn auch Peter Scholl-Latour von Frau Melody auf eine Weise belehren lassen, die in den Ohren weh tat (sie wissen gar nicht wie schnell die Terroristen Tunnel graben). Schön dass Frau Melodie das weiß, sie hat ihre Hausaufgaben gemacht und nebenbei noch ein Fremdwörterlexikon auswendig gelernt. Ein bisschen mehr ehrliches
Interesse an einem GESPRÄCH und etwas weniger Attitude hätten ihr gut getan. Das ausgerechnet Amelie Fried ihr auf naivste Weise beispringen musste und selbst Herr Lorenzo nicht irgendwann diese Melodie etwas leiser gedreht hat, das hat nicht grade zur Diskussion beigetragen. Dass Herr Scholl-Latour von Anfang an zögerte, überhaupt das Thema in so einer bunten Runde anzudiskutieren, und sein Satz “ich bin in eine Falle gelockt worden” fand ich im Bezug zum Verlauf des Gespräches ebenso erschreckend, wie die Tatsache dass gleich nach diesem Diskussionsgau mit lustigen bunten Themen mit Perücke und Gesang fortgefahren werden konnte.
Frau Fried sitzt heute bestimmt erstmal beim Friseur um sich von den Strapazen zu erholen!
Angelika Post
Ich habe meinen Ohren nicht getraut, als ich das dümmliche Geplapper der jungen Israelin hörte, die dem großartigen Journalisten Peter Scholl-Latour in arroganter Weise oft ins Wort fiel. Mit dieser “Botschafterin” tut sich Israel keinen Gefallen.Auch habe ich nicht verstanden, dass sich die beiden Moderatoren, insbesondere Frau Fried, so sehr für das dümmliche Mädchen einsetzten. Ich hatte sehr den Eindruck,dass man Wert darauf legte, auf der jüdischen Seite zu stehen.Das Gespräch war eines Herrn Scholl-Latour nicht würdig.
Angelika P.
Marc
Vielen Dank für diesen hervorragenden Beitrag!
Auch ich hab die Sendung gestern Abend verfolgt und musste festestellen das es gut tun würde wenn eine grosser Teil unserer deutschen Bevölkerung die unnötige Last der Erbschuld ablegen würde. Ich hatte den Eindruck das man Peter Scholl Latour gar nicht verstehen wollte und ganz gezielt in die Ecke der “friedliebenden islamischen Welt” getrieben hat. Grosse Anstrengungen seitens der Moderatoren das Thema von beiden Seiten zu beleuchten gab es leider auch nicht. Ein Beispiel diesen Konflikt neutral zu diskutieren war das gestern abend nicht, was wohl auch zu einem sehr grossen Teil an frau melody w. lag. Die grosse Empörung war nicht Peter Scholl Latour sondern seine israelische “Kontrahentin”
Christine
@ Herrn Alexander Lassalle
“Na, da hat eine ganze Menge Leute wohl eine andere Sendung gesehen als ich.”
Das ist Polemik und in einer Diskussion wenig hilfrein. Wir haben alle die gleiche Sendung gesehen, interpretieren sie aber unterschiedlich. Um es mal mit einem bekannten Politiker zu sagen “Und das ist auch gut so”.
Renate Cortez
@ Lukas Lehmann
Wäre es Ihnen smypathischer, ich würde der “israelischen Propaganda” auf den Leim gegangen sein? Fakt ist, meine Annahme ist weder ein Produkt der 68er, noch der palästinensischen Propaganda, oder links/grün-extremer Darstellungsversuche. Ich bin lediglich ein relativ gut informierter Mensch, der nicht an Wahrnehmungsstörungen hinsichtlich der Wirklichkeit leidet. Auch mir sind die von Ihnen genannten Quellen bekannt. Und nun noch einmal deutlich und ohne dass Sie mir das bitte als Hamas/PLO-Verteidigung oder -Verherrlichung auslegen: Ich bin außer über die Aktionen dieser Terror-Organisationen eben auch über die Verfehlungen von Israel unterrichtet. Es müsste doch möglich sein, dies öffentlich benennen zu dürfen, ohne einer solchen Kategorisierung wie der Ihren anheim zu fallen. Im übrigen sind wir glaube ich ein wenig zu weit vom Thema abgekommen, welches doch eigentlich die gestrige Sendung 3nach9 war. ;-)
Renate Cortez
Tina
Was mich wundert: ich habe nicht wirklich gesucht, aber beim googlen auch keine Artikel zum Verlauf der gestrigen Sendung gefunden. Will jetzt keiner der Journalisten mehr, da S-L gestern bereits sagte, er würde als antisemitisch dargestellt werden, oder weil Kritik an MS Heuchlertum zeigen könnte, oder weil man auch nicht mehr weiss, was man dazu noch sagen soll, oder GdL als Zeit-Chefredakteur nciht kritisieren will, oder einfach ob der Moderation die Hände über dem Kopf zusammenschlug statt sie auf der Tastatur zu halten?
Christine
Sorry, sollte natürlich wenig “hilfreich” heissen :-)
Till Möller
Gerne möchte ich meinen Kommentar zu diesem Artikel mit einem Hinweis beginnen: Ich stimme in keinster Weise mit der von ihnen vertretenen Meinung überein.
Dies beginnt mit Ihrer Einschätzung von Herrn Scholl-Latour als “letztem Welterklärer”. Sehen Sie, “Welterklärer” gibt es viele - zu viele - und kaum einer hat Substanz. Das s o l l t e bei jemandem mit der Erfahrung, dem Wissen und der (phasenweisen) Eloquenz eines Herrn Scholl-Latour anders sein. Und war es ja auch, zumindest teilweise.
Seine Ausführungen zur demographischen Situation der Palästinenser und dem zu verurteilenden Siedlungsprogramm im Westjordanland waren argumentativ hieb- und stichfest, das muss man ihm meines Erachtens zugestehen.
Auf einem völlig anderen Blatt aber stand das V e r h a l t e n Hernn Scholl-Latours gegenüber seiner Diskussionspartnerin, Frau Sucharewicz, sowie dem Moderatorenteam und - schlussendlich - den Zuschauern von 3nach9. Für mich als Zuschauer legte Herr Scholl-Latour eine Art an den Tag, die ich absolut unmöglich fand.
Obwohl er eindeutig die längeren Redezeiten als Frau Sucharewicz hatte, stellte er sich unentwegt als Opfer da, dass “in eine Falle gelockt” worden sei. Auf mich als unbeteiligten Zuschauer wirkte es äußerst seltsam, dass der “letzte Welterklärer” sich derart angegriffen gefühlt hat, da ich für seine Wut keinen Grund finden konnte.
Sicher, Frau Sucharewicz war anderer Meinung als er. So what? Und nebenbei bemerkt: Frau Sucharewicz stellte natürlich eine recht einseitige Sicht auf das Israel/Palästina-Problem dar, ich will ihre Einseitigkeit in der Argumentation nicht in Schutz nehmen. Aber genau diese Einseitigkeit in der Betrachtungsweise war es doch, die Herrn Scholl-Latour und Frau Sucharewicz gemeinsam hatten.
Kein Wort über die schreckliche humanitäre Lage der Palästinenser von Frau Sucharewicz, kein Wort zur - von EU-Gelder finanzierten - furchtbaren, Mörder glorifizierenden Propagandamaschinerie der Palästinenser von Herrn Scholl-Latour. Beide sahen den Konflikt ausschließlich aus der jeweils eigenen Sicht - da haben sie sich nicht groß unterschieden, wie ich finde.
Und auch inhaltlich konnte ich keinen Unterschied zwischen der Komplexität der Argumente Herrn Scholl-Latours und Frau Sucharewiczs finden. Herr Scholl-Latour stellte es so dar, als würde er, dank jahrelanger Erfahrung, Perlen der Weisheit von sich geben, während ein dummes, kleines israelisches Mädchen in einer Tour Pipifaxargumente bringen würde. Und das war schlichtweg nicht der Fall.
Frau Sucharewicz ist überaus gut informiert, intelligent, wortgewandt und welterfahren - nicht quantitativ, aber durchaus qualitativ - ebenso ernst zu nehmend wie Herr Scholl-Latour, der gerade im Zuge von 9/11 eine ganze Menge allerhöchstens teilreflektierte Statements von sich gegeben hat, die einen Großteil seiner über Jahre erworbenen Reputation bei vielen, über Jahre treuen Lesern verspielt hat. Dass er sich dadurch gleichzeitig neue Freunde, wie etwa das rechtgerichtete Blatt “Junge Freiheit”, gemacht hat, ist davon unbenommen.
Doch zurück zur Sendung: Da hatten wir sie also sitzen, den “letzten Welterklärer” und die ehemalige israelische Sonderbotschafterin. Beide wollten nur und ausschließlich ihre Perspektive präsentieren. Was Herrn Scholl-Latour für mich falsch gemacht hat, war, persönlich und unsachlich zu werden. Er warf Frau Sucharewicz vor, keine Ahnung zu haben. Er unterbrach ihre Ausführungen über den Raketenbeschuss der israelischen Stadt Sderot, mit dem flapsigen Spruch, ihm seien schon genug Raketen um die Ohren geflogen, da müsse sie ihn nicht belehren. Hatte sie ihn denn überhaupt belehren wollen? Wohl kaum. Sie wollte ihre Sicht der Dinge darstellen.
Und was hatte Herr Scholl-Latour dem, außer den bereits angesprochenen Argumenten, entgegenzusetzen: Nichts als Arroganz. Nichts als machohaftes Zurschaustellen von Status. Nichts als Paranoia. Hätte man ihn noch weiter reden lassen, lange hätte es wohlmöglich nicht gedauert, bis er Frau Sucharewicz - ach was, den ganzen NDR - als Mossad-Agenten, die es lediglich darauf abgesehen hätten, ihm seinen Heiligenschein zu klauen, darzustellen versucht hätte.
Und die Moral von der Geschicht: Er wird senil - Sie merken’s nicht.
Joss
Auch ich halte ziemlich viel von S.L.. Was solche Konflikte und den Medienrummel
immer wieder auszeichnet, ist, das so ein Rummel eine begrenzte Lebensdauer
hat. Das laesst sich regelrecht voraussagen. Erst stuerzen sich die Medien auf
sowas, wobei immer wieder auch der Zwang zu einer Parteilichkeit besteht, dann
kommen noch die Leser- Seher- Kommentare hinzu, und das ergibt insgesamt,
boshaft gesagt, eine Art Narrenhaus - Effekt. Fast wie auch Dantes Inforno
(Lasst alle Hoffnung fahren …).
Bis dann auf einmal der ganze Zirkus und Medienrummel urploetzlich vorbei ist,
die “Veranstalter” so tun als haetten sie das alles ohnehin nie verbrochen. Es also
gescheiter gewesen waere, sich erst gar nicht, und schon gar nicht auf diese Weise, auf das Thema einzulassen.
Im Verlauf des Kaukasus - Konflikts kam dann ueberhaupt noch heraus, dass
die Berichterstattung hautpsaechlich keine solche war, sondern vielmehr Sache
einer PR - Agentur war, die die Medien sehr ausfuehrlich mit PR- Aussagen
versorgte. Und die dann auch oftmals ohne Zoegern weitergegeben wurden.
Der Guardian hat ein kleines Gestaednis dazu abegelegt (und auch die SZ hat
m. E. nach mal ueber diesen PR - Krieg geschrieben.)
http://www.guardian.co.uk/media/2008/aug/18/pressandpublishing.georgia
M. E. war da mit S.L., er hat ueber “Russland im Zangengriff” schon lange
vorher geschrieben, da schon mal viel besser dran. Vor allem auch ohne diesen
Stress oder Brummschaedel, den die Medien verursachen.
Charly K.
@ Alexander Lassalle
Danke für diesen sehr guten Beitrag. Nach dem hier Gelesenen hatte ich auch schon Zweifel, ob alle dieselbe Sendung gesehen haben. Ich höre Scholl-Latour gelegentlich ganz gern zu, weil oft erfrischend gegen den Strich argumentiert, aber gestern war das ein halbstündiges Fremdschämen. Derart die Contenance zu verlieren, hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Man hätte da von Moderatorenseite Scholl-Latour rechtzeitig vor sich selbst schützen müssen.
Olaf
Ich möchte noch einmal darauf zurückkommen und fragen: wer kommt nach Scholl- Latour ? Ich frage mich das obwohl mir seine Überheblichkeit manchmal auf den Geist geht. Jedoch fiel es einem gestern wie Schuppen von den Augen, daß dieser Schlagabtausch inzeniert war und die Dame aus Israel dort mit Absicht plaziert war.
Entweder man ist jetzt konsequent und bringt an diesem Sendeplatz jetzt endlich einen Polittalk, der es in sich hat oder ich sage:
Wir Millionen wollen wieder unser politisch korrektes Fersehen zurück…
…unglaublich uns am schönen Fr. abend so zu belästigen…
Ach und noch @Hr. Lehmann:
Wer meinen Sie ist berechtigt oder befähigt zu beurteilen, wo Antisemitismus beginnt und wo er aufhört. Bitte beschreiben sie diesen Personenkreis. Gehören Sie dazu?
Katayun Pirdawari M.A.
Ja, der Umgang mit Peter Scholl-Latour war nicht professionel, so sehr ich Herrn di Lorenzo schätze. Scholl-Latour spricht aus, was viele gern sagen würden, aber es nicht dürfen, da Kritik an Israel mit Antisemitismus gleich gesetzt wird.
Es müßte eine Diskussionsrunde geben, aber bitte mit fähigeren ModeratorInnen, in der das Thema völlig völkerrechtlich diskutiert werden könnte. In dieser Diskussionsrunde müßten Daniel Barenboim, Peter Scholl-Latour und Helmut Schmidt teilnehmen.
Dann wäre vielleicht eine gesunde Diskussion über die Lage der Menschen in GAZA und in Israel möglich.
Leidvoll « Gustav’s World
[…] Leidvoll Es gibt ja soetwas wie fremdschämen. Bzw. das man mit einer Person mitleidet. So ist es gestern abend mit passiert, als ich die Talkshow 3 nach 9 u.a. mit den Gästen Peter Scholl Latour und Melody Sucharewicz - Beraterin für internationale Beziehungen in Isael, gesehen habe. Ich habe förmlich mit Scholl Latour mitgelitten, wie er ständig mit Propaganda Sprüchen von Frau Sucharewicz unterbrochen wurde. Das er irgendwann auf diese Sendung keine Lust mehr hatte, kann ich nach vollziehen. Ich an seiner Stelle wäre gegangen. Wer es nicht gesehen hat, kann sich das Gespräch hier noch einmal anschauen. Eine sehr gute Kritik zu dieser Talkshow gibt es hier…die Kommentare sollte man auch noch dazu lesen. […]
Arkas
@ Alexander Lassalle
Auch Sie haben Peter Scholl-Latour nicht so ganz verstanden scheint mir.
Zunächst: Zustimmung, er ist leicht reizbar und es lässt sich kaum mit ihm diskutieren wenn man eine andere Meinung hat, der Einwurf zum Präsidenten von Uganda war auch unnötig und es stünde ihm besser zu Gesicht etwas mehr über den Dingen zu stehen.
Sei es wie es mag, er hat mehr Ahnung vom Weltgeschehen als alle anderen heute aktiven Journalisten zusammen, das macht ihn nicht unangreifbar, aber ich jedenfalls kann über seine Art zu diskutieren hinwegsehen.
In dieser Runde wurden aber nicht Meinungen diskutiert, sondern er hat vergeblich versucht den anderen was zu erklären und die haben größtenteils Unsinn geredet.
Der ganze Streit basiert viel mehr auf Missverständnissen, als auf eine einseitgen Pro-Israel-Ausrichtung der anderen, das wird jetzt nur hineininterpretiert.
Nun zum Inhalt:
Natürlich ist die Hamas eine islamistische Terrororganisation und der potentielle Feind jedes Nicht-Moslem auf der ganzen Welt. Betroffen ist davon im Moment nur der Blitzableiter Israel, wir (noch) nicht, weshalb es sich von hier aus auch leicht kritisieren lässt.
Herr Scholl-Latour hat Israel aber nicht aus der moralischen Perspektive kritisiert sondern eher aus einer strategischen.
Ihm ging es vorrangig darum, aufzuzeigen, dass der derzeitige Krieg Israel einen enormen Imageschaden zufügt und gleichzeitig der militärische Erfolg nur sehr gering ist, da die Hamas eben nicht zu zerschlagen ist, ohne massive zivile Opfer.
Genauso ist auch sein Tipp zu verstehen, mit der Hamas zu verhandeln.
Glaubt hier irgendjemand ernsthaft, Herr Scholl-Latour wüßte nicht, dass Israel sich niemals mit der Hamas auf einen endgültigen Frieden einigen könnte? Natürlich geht das nicht, egal wie bereit Israel dazu ist, die Hamas will das nicht.
Um jedoch einen (wenn auch nur kurzfristigen) Vorteil für Israel herauszuschlagen sind Verhandlungen seiner Meinung nach geeigneter. Bspw. um den Raketenbeschuss zu stoppen. Selbst wenn der nach 6 Monaten wieder anfängt, 6 Monate Ruhe sind besser als 6 Monate Beschuss.
Der Hinweis darauf, dass Hamas nunmal gewählt ist ist quasi banal, damit wollte er nur sagen, dass man halt mit niemand anderem verhandeln kann, weil niemand anders Macht hat. Das entscheidene Wort ist dabei nicht das “gewählt”, auf so einen Firlefanz kommt es überhaupt nicht an, was aber natürlich die meisten Leute wieder nicht verstehen, da sie nicht in Machtverhältnissen denken sondern in wertenden Kategorien, in denen Demokratie bspw. eine wichtige Rolle spielt.
Wäre die Hamas durch Putsch and die Macht gekommen und jetzt fest im Sattel hätte er an genau der Stelle fast denselben Satz gesagt, nur eben so, dass die Hamas nunmal an der Macht ist.
Es ging ihm nicht darum die Hamas zu legitimieren oder schönzureden sondern lediglich darum zu zeigen, dass die dort das Sagen haben.
Ein weiteres Beispiel für diese Hauptmotivation seiner Ausführung war die Stelle, an der er sagte die maßgeblichen Leute in Israel (Militär, Geheimdienst etc.) könnten sich nicht in die Hisbollah, Hamas usw. hineinversetzen und hätten deshalb auch im Libanon versagt. Darauf sagt Frau Sucharewicz mit erhobener Stimme doch glatt, sie sei stolz darauf das nicht zu können. Fein, kleine Mädchen müssen sich auch nicht in die Psyche von Terroristen hineinversetzen, aber die Strategen bei Militär und Geheimdienst müssen es sehr wohl, weil es ihr Job ist, ihr Land vor diesen Leuten zu beschützen.
Außerdem hat er als Alternative sogar vorgeschlagen die Sache in “einem Aufwasch” (!) zu erledigen, nicht über Wochen hinweg. Daraufhin hat Melody Sucharewicz ganz zu Recht geantwortet, dass Gaza danach platt wäre. Warum hat er darauf wohl nicht viel gesagt? Weil er hätte sagen müssen, dass es keine friedliche Lösung gibt und letztendes somit nur ein “richtiger” Krieg bleibt, das wollte er der Runde dann doch nicht zumuten und das ist auch der Grund warum er darüber eigentlich gar nicht reden wollte.
Natürlich weiß er ganz genau, dass bei so einem “Aufwasch” mehr Menschen sterben würden (außer man lässt sie fliehen), aber - q.e.d. - er hat über Israel nicht den moralischen Zeigefinger erhoben sondern den strategischen!
Fazit: Peter Scholl-Latour übt Manöver-Kritik und zeigt vorsichtig auf den großen Krieg der am Horizont heraufzieht, die junge Dame weiß aufgrund ihrer Unerfahrenheit (kein Vorwurf, bei dem Alter) nicht wie sie das mit den offiziellen Aussagen ihrer Regierung in Einklang bringen soll, alle anderen haben von militärisch-taktischem Denken soviel Ahnung wie ein Schwein vom Fliegen und was dabei herauskommt haben wir alle gesehen.
Es mag so manchem schwer fallen sich in solche Gedankengänge hineinzuversetzen, aber so war es und nicht anders.
Gregor S.
@Alexander Lassalle
Vielen Dank für Ihren erhellenden Kommentar!
Allen Terroristen-Verstehern aus dem Rotweingürtel zur Lektüre empfohlen
die Charta der HAMAS, die sich übrigens direkt aus dem Koran ableitet:
http://usahm.info/Dokumente/Hamasdeu.htm
Inge Lolling
Eigentlich habe ich darauf gewartet, daß Herr Scholl-Latour das Studio verläßt. Er ist aber geblieben. Warum?
Amelie Fried als Moderatorin in dieser speziellen Situation kaum auszuhalten, von Giovanni hätte ich als Chef der Zeit mehr Klugheit und Emphatie erwartet.
güngör
hallo,
ich bin hier gelandet, weil ich keinen artikel in den gängigen tageszeitungen (sz, faz, cciero, zeit etc.) finden konnte.dies spricht nicht unbedingt für die vierte gewalt 2.0.
auch ich empfand die dame aus israel sehr aufmüpfig und auch respektlos gegenüber herrn schall-latour, dessen ansichten ich nicht immer teile. doch gestern reflektierte er, weil er beinahe dazu genötigt wurde (”das ist doch eine fröhliche runde”), sehr nüchtern die aktuelle lage in palästina und streifte dessen ursachen.
letztendlich hat er nur die übetrieben einseitige berichterastattung der deutschen presselandschaft entlarvt. da passte frau sucharewicz als alibi-jüdin natürlich ins bild.
ich meine, als türkischstämmiger deutscher, ist die einseitige haltung in der öffentlichen meinung, aufgrund der jüngeren deutschen geschichte, natürlich nachvollziehbar. doch ob sie auch richtig ist, steht auf einem anderen papier.
hochachtungsvoll
güngör y.
Christine
Schon interessant, wie viele Schreiber hier meinen, die einzig richtige Sichtweise auf die Dinge zu haben. Anderen Teilnehmern dieser Diskussion das Recht zuzugestehen
die Sache anders zu sehen - Fehlanzeige. Spiegelt eigentlich ganau die Situation der Talkrunde von gestern wieder :-) Einer (eine) weiss alles besser und alle anderen liegen falsch….
So ist es und nicht anders ???
Lukas Lehmann
@ Renate Cortez
“Wäre es Ihnen smypathischer, ich würde der “israelischen Propaganda” auf den Leim gegangen sein? Fakt ist, meine Annahme ist weder ein Produkt der 68er, noch der palästinensischen Propaganda, oder links/grün-extremer Darstellungsversuche. Ich bin lediglich ein relativ gut informierter Mensch, der nicht an Wahrnehmungsstörungen hinsichtlich der Wirklichkeit leidet. Auch mir sind die von Ihnen genannten Quellen bekannt.”
Scheinbar sind Ihnen die Quellen eben nicht bekannt, sonst würden Sie nicht behaupten, dass Herzl in seinem “Palästina-Projekt” oder so ähnlich Palästinenser vertreiben wollte. Entschuldigen Sie, aber das ist völlig daneben und stimmt mit den Quellen eben nicht überein. Ich nehme Ihnen Ihre Quellenkenntnis also nicht ab. Tut mir Leid und das hat auch nichts mit Propaganda von israel zu tun, sondern mit sauberem akademischen Arbeiten bzw. einer guten journalistischen Recherche.
“Und nun noch einmal deutlich und ohne dass Sie mir das bitte als Hamas/PLO-Verteidigung oder -Verherrlichung auslegen: Ich bin außer über die Aktionen dieser Terror-Organisationen eben auch über die Verfehlungen von Israel unterrichtet. Es müsste doch möglich sein, dies öffentlich benennen zu dürfen, ohne einer solchen Kategorisierung wie der Ihren anheim zu fallen. Im übrigen sind wir glaube ich ein wenig zu weit vom Thema abgekommen, welches doch eigentlich die gestrige Sendung 3nach9 war. ;-)”
Habe ich eine Kritik an Israel als antisemitisch abgestempelt? Nein, sondern wiederholt nur einzelne Inhalte, die eindeutig auf klassische Antisemitismen hinweisen, wie den Ritualmordvorwurf, das lutherische “auserwählte Volk der Juden”, die Marr’sche jüdische Weltverschörung etc.. Ich gehe mal davon aus, dass Sie darüber genauso informiert sind, wie Sie nach ihren Aussagen über den Zionismus informiert sind.
@Philron
“Wäre nett wenn Sie das erklären könnten.”
Das kann ich tun:
Antisemitismus= Judenhass
klassischer Antisemitismus= Annahme, dass die Juden ein störrisches Volk sind und sich nicht zum wahren, christlichen Glauben erziehen lassen wollen, dass Juden Christusmörder wären, dass Juden das “auserwählte Volk” wären und sich als etwas besseres und privilegierteres ansehen und die Annahme, dass Juden blutrünstig wären und zu Ostern/ Pessach christliche Kinder und Babys entführen, um sie zu schächten, um ihr Blut zu trinken (Ritualmordvorwurf).
moderner Antisemitismus = Annahme, dass Juden die Medien, die Regierung, die Kultur und die Wissenschaft beherrschen und kontrollieren und eine Weltherrschaft anstreben. Dazu würden Juden die “reine Rasse” jedes Volkes verseuchen und beschmutzen (durch Assimilation, die in Westeuropa im Zuge der jüdischen Emanzipation verstärkt zu Tage trat) (Wilhelm Marr). Zum modernen Antisemitismus gehört auch die Holocaustrelativierung, in dem dem Staat Israel ein Holocaust an den Palästinensern vorgeworfen wird oder der Holocaust ganz als Erfindung der Juden angesehen wird.
Weitere Quellen gib es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus; Wolfgang Benz, Was ist Antisemitismus?, URL: http://books.google.de/books?id=FaGpj0ORpwAC&dq=antisemitismus+Wolfgang+Benz&printsec=frontcover&source=bl&ots=h9VBrulV5R&sig=jpIcxek997zMWwJau1HT4kSanME&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=9&ct=result#PPA8,M1.
In dem Sinne, sobald diese Stigmata des Antisemitismus u.a. in der Israelkritik auftauchen, kann man diese zu Recht als antisemitisch bezeichnen. Kritik an Israel, wie sie u.a. von Tom Segev, Jeshajahu Leibowitz oder anderen betrieben wird, kann wie dieser genannte Personenkreis zeigt auch sachlich und nicht antisemitisch sein. Israelkritik ist also strengstens erlaubt und wird von keinem Zentralrad der Juden oder der israelischen Regierung verboten.
“Es muss möglich sein, den Standpunkt oder das Verhalten eines JEDEN kritisieren zu dürfen, ganz gleich ob Juden, Islamisten, Terroristen, Politiker, Ärzte und dergleichen.”
ja und dies habe ich zuvor betont. Sehe also kein Problem damit.
“Man gewinnt manchmal echt den Eindruck, der Staat Israel müßte den Nazis einen Schrein bauen, denn in der Konsequenz hat der Holocaust Israel einen Blankoscheck für jede Politik und jeden Krieg bewirkt. Denn jeder der an den Aktionen zweifelt, ist ein Antisemit, namentlich hier sogar die Linken. Was ist denn das für eine Welt? Der heutigen Generation diese Altlasten aufzuerlegen ist eine Unverschämtheit.”
Das gehört zur typischen Ideologie und Engstirnigkeit der Deutschen, die die eigene Schuld dazu benutzen, um eine pseudo Abrechnung mit dem Judenstaat für ihr eigenes Vergehen im 2. Weltkrieg zu erzeugen. Komischerwweise wird man von dieser Verklemmtheit auf israelischer Seite nichts mitbekommen, wo man eben als Deutscher nicht stigmatisiert wird, sondern wo man als Mensch behandelt wird, dem man zuhört und sein offenes Ohr schenkt. Hier könnten die verklemmten Deutschen vor allem in der Beziehung mit den jüdischen und auch muslimischen Mitbürgern einiges lernen. Abschotten tut sich nämlich der engstirnige Deutsche zu aller erst und nicht der Migrant, der hier eigentlich sein neues zu Hause sich aufbauen wollte.
“Mir kommt es vor, als ob es sich hier um die reinste Form eines Schwarz-Weiss-Postulats handelt. “Wenn ihr nicht mit uns seid, dann seid ihr unser Feind.” Diese Melody ist z.B. so eine, die ihr Ego damit aufbläst, indem sie auf dieser Haltung Trittbrett fährt. Und wenn diese Frau diese Volk repräsentiert, ist das eine Einladung zum Antisemitismus….”
Inwiefern soll was ein Schwarz-Weiss-Postulat sein?
Philron
@ GREGOR S.
“Allen Terroristen-Verstehern aus dem Rotweingürtel zur Lektüre empfohlen
die Charta der HAMAS, die sich übrigens direkt aus dem Koran ableitet:
http://usahm.info/Dokumente/Hamasdeu.htm ”
Was genau sagt DAS aus? Ich sehe hier niemanden der mit der Hamas sympathisiert. Und mit Terroristen pauschal schon gar nicht. Was genau meinen Sie mit Ihrem Verweis auf den Koran? Is das in Ihren Augen die “Luzifer-Schrift”? Ich habe Zweifel daran dass Sie wissen wovon Sie eigentlich reden. Die Israelis sind gleichermaßen religiöse Fundamentalisten und ich habe noch nie davon gehört, das sie sich exzessiv und verzweifelt um Frieden in der Welt bemüht hätten.
güngör
an alle, die sich das nochmal antun möchten:
http://www.radiobremen.de/tv/3nach9/videoplayer/?bid=009242&sendung=2009-01-16
bitte.
danke.
Renate Cortez
Hier ein Link zur SZ vom 7.1.2009 mit einer Einschätzung der Israel/Gaza-Situation durch Uri Avnery. Dieser Mann beeindruckt mich sehr. (Prophylaktisch angemerkt: Ich weiss, dass man ihm von manchen Seiten Sympathisantentum hinsichtlich Palästina vorwirft, das sei auch jedem unbenommen.)
http://www.sueddeutsche.de/politik/637/453329/text/
Renate Cortez
Nina
@Christine
besonders spannend sind ja hier die verschiedenen Meinungen in den kommentaren, von einzig richtiger Sichtweise kann kaum die Rede sein. Erst lesen, dann schreiben!
lilli holm
ich stimme dem artikel von claus-dieter stille voll und ganz zu & bin froh, dass scholl-latour seine meinung so kompetent vertreten hat.
diese talkshow war eine schande für den NDR, die dumme A.F. und den falsch reagierenden G.d.L., der aussah, wie ein krankes gerupftes huhn.lilli holm
Helmut Rohe
Christine hat leider recht.
Jeder glaubt, nur seine Sichtweise der Dinge sei die einzig richtige.
Das ist ein Grundproblem von uns Menschen. Das steckt wohl tief in uns drin.
Das ist auch der Grund, warum so viel so schrecklich schief läuft in der Welt.
Schade
Guy
Frau Sucharewicz in der Plattheit ihrer Olmert-Argumentation war peinlich. Aber immerhin hat sie einen Trommelkurs beim “Massenmörder” (PSL) Museveni absolviert. Das passt.
Christine
@ Nina
Es gibt hier einige Schreiber, die ihre eigene Meinung als die einzig richtige Sichtweise darstellen. Interessant sind doch gerade die unterschiedlichen Ansichten, die man dann auch so stehen lassen sollte. Niemand hat das Recht für sich gepachtet. Nichts anderes wollte ich damit sagen. Sie haben mich ganz offensichtlich missverstanden.
Also erst lesen, dann schreiben :-)
Sabine Neunes
ich kann Peter Scholl-Latour nur wegen seiner Selbstbeherrschung bewundern. Er,einer der profundesten Kenner der arabischen Welt ,ist wirklich in eine Falle gedappt .Ich schäme mich für dieses inkompidente Moderatorenteam. Hier wurde auf Kosten eines der letzten wahrhaften und unbestechlichen Korrespondenten versucht auf Einschaltzahlen zu machen. Über so eine lausige diletantische Sendung in der sogar Massenmörder aus Uganda als völkerverbindende Elemente herhalten müssen habe ich mich sehr geärgert. Mein subjektiver Eindruck war,dies war alles vorbereitet. Ich jedenfalls schaue mir diese Talksendung mit solchen parteiischen Moderatoren nicht mehr an. Die zwei Moderatoren sollten sich schämen einen Mann von 85 Jahren so zu behandeln.
Sabine Neunes
Till Möller
Sehr geehrter Herr Güngör Y.,
Ich möchte Sie bitten, auf antisemitische Begrifflichkeiten wie die Titulierung von Frau Sucharewicz als “Alibi-Jüdin” zu verzichten. Und bevor Sie sich aufregen: Ich sage nicht, dass Sie ein Antisemit sind und habe Sie auch nicht als Antisemiten bezeichnet. Ich fände es nur angenehm, wenn wir in dieser Diskussion auf solche unnötigen, herabwürdigenden Bezeichnungen verzichten könnten.
Falls Sie sich darüber wundern sollten, dass ich den Begriff “Alibi-Jüdin” als antisemitisch auffasse, möchte ich Sie darüber in Kenntnis setzen, dass beispielsweise auch hier in den Kommentaren - wenn auch nicht von Ohnen - mehrfach die Auffassung vertreten worden ist, bei der Diskussion bei 3nach9 habe es sich um eine Inszenierung gehandelt. Auf einer ganz banalen wie basalen Ebene ist dies bei einer Talk-SHOW so selbstverständlich, dass darauf hinzuweisen überflüssig ist.
Gemeint ist doch etwas anderes, nämlich dass es da Strippenzieher hinter den Kulissen geben würde, die über die Gästeliste bis hin zum Ablauf der Diskussion das Ganze gesteuert hätten. Hören Sie die Nachtigal trapsen? Gleichzeitig wird die Antwort auf die Frage, wer für diese Inszenierung verantwortlich sein soll, (bewusst?) offen gelassen. Ist es das vermeintlich schlechte Moderatorenteam, der NDR, Israel, der Mossad oder vielleicht doch das “weltweite Judentum”, das verantwortlich ist? Auf mich wirkt das wie eine verklausulierte, vielleicht sogar un(ter)bewusste Neuauflage der Wahnsinnsphantasie einer “jüdischen Weltverschwörung”.
In eben dieser Richtung gehend wirkt auf mich Ihre Titulierung von Frau Sucharewicz als “Alibi-Jüdin”. An dieser Stelle nochmals der Hinweis, dass ich weder Sie noch die Intention Ihrer Äußerung als antisemitisch bezeichnet habe. Nur Ihre Formulierung und die anderen Beiträge, die von einer Inszenierung sprachen, habe ich kritisiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Till Möller
Olaf Katzenberger
@ Till Möller,
hier waren wohl die Augen größer als die Wahrnehmung.
Frau S. Hat sich mit Floskeln, mit denen sie wahrscheinlich schon in “The Ambassador” brilliert hat über Wasser gehalten…und dies auch nur mithilfe der Moderatoren und Herrn Oezdemir.
Es ist schlichtweg normal, dass erfahrenere Menschen mit einem anderen Blickwinkel auf die Dinge da stehen, wenngleich diese oftmals unbequem und ernüchternd sind. So war es auch in diesem Fall…
Also, bevor man andere als senil bezeichnet einfach mal den Blick auf und für sich selbst schärfen
Lukas Lehmann
@ Till Möller
Danke für Ihren Beitrag, den ich sehr schätze und der genau das wiedergibt, was ich beim Lesen vieler Kommentare auch mit entsetzen feststellen musste.
Thilo Pfennig
Scholl-Latour ist ein alter Schwachkopf der endlich seine Pension genießen sollte - und das Fernsehen sollte ihn in Ruhe lassen anstatt das er sich immer wieder öffentlich mit seiner oberflächlichen und dummen Analyse selbst blamieren muss. Siehe dazu auch dieses Buch: http://www.palmyra-verlag.de/P-SL.htm
Aus irgendeinem Grund lieben die Deutschen den Scholl-Latour. Wahrscheinlich weil er sich immer als “Welterklärer” geriert - und in einer Zeit des ständigen Umbruchs tut es gut jemanden zuzuhören, der alles auf simple kulturalistische Muster herunterbricht.
Zur These “Israel muss mit Hamas verhandeln” - Frage: Über was? Über den Zeitpunkt darüber wann Hamas die Juden vernichtet oder um Israels kollektiven Selbstmord? Und kommt mir jetzt nicht damit, das es um pragmatische Lösungen für die Palästinenser geht. Wenn man verhandeln will dann muss man auch wissen um was es geht - und was Hamas will ist Israel vernichten - welche Gegenthese und welchen Diskurs soll und kann Israel darüber führen? Vielleicht Teilvernichtung der jüdischen Bevölkerung des Südens dulden? Das mag jetzt provokativ wirken - aber es kotzt mich an wenn irgendwelche selbsternannten Experten nur nach Waffenruhe, Frieden udn Dialog schreien, aber ihre Lösungen im Endeffekt mehr Blut fordern. Hätte die Weltgemeinschaft eine klare Position gegen Gewalt und für eine Überlebensrecht der Juden wäre die Hamas vielleicht längst kein Thema mehr und beide Parteien würden in Frieden nebeneinander leben. Der konflikt wird von all denen mitgeschürt, die der Hamas Hoffnung machen ihr Ziel der Auslöschung ISraels wäre gerecht und auch erreichbar!
Johannes
Ich weiß gar nicht, was sich hier so viele künstlich aufregen, von Fremdschämen ist die Rede, Schande über Radio Bremen usw.
Was will man denn mehr erreichen, als eine Talkshow, über die man sich am Tag danach unterhält…hast du das gesehen?!!Eklat!!
Außerdem: SL hat doch wirklich nicht überrascht und die Moderatoren waren gut wie immer, fand ich. Sie hätten ja schlecht auch noch auf die arme “Botschafterin” losgehen können. Die musste ihren Job ja machen, sie kann sich ja schlecht im Sessel verstecken.
Ich freue mich auf jeden Fall immer, wenn ich Leute im Fernsehen sehe, die sich nicht anpasst verhalten. Das gilt für beide Kontrahenten! Sehr erfrischend. Dieser Einheitsquatsch a la “Anne Will” und “Hart aber fair” ist doch unerträglich, 1 1/2 Minuten Redezeit, aber jetzt lassen sie mich mal ausreden…blabla.. und jetzt ein Einspieler…
Vielen Dank an 3 nach 9!!
güngör
@ Till Möller
lieber till,
da meine aussage in keinem bezug zu den von Ihnen kritisierten beiträgen stehen, läuft Ihre kritik an mich ins leere.
so wie es den “alibi-türken” gibt, gibt es auch den “alibi-juden” oder den “alibi-iraner” etc. - that´s all!
interessant was sie in dieses eine wort hineininterpretieren. sie sollten sich fragen, warum das so ist.
güngör
Christine
Komisch finde ich, das in keinem Medium heute über diese Sache berichtet wird. Liegt es daran, dass die Sendung gestern zu spät für einige Tageszeitungen von heute lief? Oder sind es nur die paar Leute hier, die sich über das vorgefallene geärgert haben? Oder liegt es daran, dass man als Zeitungsmann ungerne schlecht über einen aus der eigenen Zunft schreibt? Wie hoch ist eigentlich die Einschaltquote von 3 nach 9? Weiss das jemand?
Philron
@ Christine
Ich kann mir vorstellen das die Show schlicht und ergreifend nicht bedeutend genug ist, um einen recht komplizierten Eklat wie den gestrigen ausführlich auszuwerten.
@all
Ich glaube trotz meiner Kritik an der Verfahrensweise auch nicht an eine Verschwörung, so wie das hier bei einigen Kommentatoren teilweise durchklang. Ich glaube allerdings schon, das die Moderatoren in ihrer Funktion als Unterhalter selbst ein durch Medien geschaffenes einseitiges Bild der Dinge hatten und sich das in ihrer Unprofessionalität nur offenbart hat. Ein Scholl-Latour ist kein lustiger Mensch und seine Betrachtungsweise ist wesentlich filigraner als die Bewertung “in einem Satz” wie sie für die Unterhaltungsbranche üblich ist.
Ich hab den Beitrag grad nochmal geschaut und komme zu dem Schluss, das die Eskalation wirklich erst durch Überempfindlichkeit seitens der MODERATOREN zustande kam, die manche Bemerkungen aufgrund des Genuschels von SL falsch verstanden haben und gleich nachhaken wollten, ohne SL den Satz beenden zu lassen. Sowohl die Mods als auch die schöne Melody haben aufgrund der Sensibilität des Themas einen völlig falschen O-Ton reininterpretiert. Dazu kamen dann unglückliche Äußerungen von SL (wie das Foto mit dem getöteten Hamas-Minister).
Man kann sich über die Reaktion von SL in der Tat streiten. Ich denke letztenendes, das er recht frühzeitig erkannt hat, wohin sich diese Diskussion entwickeln würde und das weitere Erklärungen die Eskalation eher verstärken als entschärfen. Außerdem hat er den Gegenwind gespürt der sich aufbraute, was er selbst dann als “Falle” sicherlich überbewertet hat. Es ist halt immer das gleiche Problem: jemand mit komplexem Wissen versucht DOOFEN etwas zu erklären und verstrickt sich dann. Erst recht wenn sich, wie gestern stattgefunden, die ganze Runde vom durchaus vorhandenen Charisma einer überstolzen Schülerin einnebeln läßt, worin sich die Entertainer eben mehr heimisch fühlen als in einer kritischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen in der Welt. Schließlich ist es schmerzhaft, wenn man unter die Nase gerieben bekommt, das der Typ dessen Begegnung einen Überschläge vor Stolz ob der Begegnung mit ihm machen läßt, ein Mörder ist. Das das nicht ins Wohlfühl-Szenario passt, kann ich vollends nachvollziehen ;-)
neutraler
Ich bin amerikanischer Staatsbürger und kann mich auf den US-Amerikanischen ersten Artikel berufen: Meinungsfreiheit. Deshalb muss ich Gott sei Dank nicht immer vorneweg schicken, dass ich das nun folgende als freund des Staates Israel sage, wie der politiker Cem Özdemir es in der Talkshow 3nach9 ständig tat, bevor er etwas zur momentanen Situation in Israel sagte.
Dennoch werde ich nicht meine Meinung wiedergeben, sondern die Meinung eines israelischen Bürgers. Den folgenden Artikel werde ich auch an Herrn Di Lorenzo und Frau Fried schicken, damit sie erkennen, dass Scholl-Latour recht hat.
Hier der Link:
http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_Israel_juedische/shlaim_avi_israel_gaza_realitaet_rhetorik.htm
Peace, Love and Happines
Till Möller
Sehr geehrte Diskutanten,
ich möchte Ihnen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge auf Ihre Beiträge antworten.
@ Güngör Y.:
Offenbar ist es mir nicht gelungen, Ihnen den Zusammenhang zwischen antisemitisch belegten Begriffen wie dem der “Alibi-Jüdin” und den, unter anderem in anderen Kommentaren verschieden deutlich anklingenden, antisemitischen Verschwörungs-, genauer gesagt Inszenierungstheorien plausibel zu erläutern. Das finde ich schade, aber damit kann ich leben.
Was mich jedoch noch interessieren würde, da ich ganz aufrichtig nichts mit den Begriffen anfangen kann: Erklären Sie mir, was die Begriffe “Alibi-Türken” und “Alibi-Iraner” ihrer Meinung nach bedeuten? Ich habe wirklich keine Ahnung, aber rein intuitiv würde ich jemanden als “Alibi-XY” bezeichnen, wenn er nur dazu da ist, den Anschein von etwas zu wahren.
Im sehr konservativen, der republikanischen Partei nahestehenden amerikanischen Sender FOX News gibt es beispielsweise eine Vielzahl von sehr lautstarken, konservativen Kommentatoren und Moderatoren - Bill O’Reilly verkörpert dies geradezu idealtypisch. Daneben gibt es, wohl um dem Slogan von Fox News “Fair & Balanced” wenigstens halbwegs den Anschein der Glaubwürdigkeit zu verleihen, in Form von Alan Colmes einen einzigen “liberalen”, sprich der demokratischen Partei nahe stehenden, Moderator. In diesem Zusammenhang könnte ich es zumindest vom Bezug her nachvollziehen, wenn jemand Alan Colmes als “Alibi-Liberalen/Demokraten” bezeichnen würde, um damit der Meinung Ausdruck zu verleihen, er sei nur bei Fox um dem Sender den Anschein zu geben, tatsächlich “fair und ausgewogen” Bericht zu erstatten.
Doch zurück zu Ihrer Verwendung des Begriffs “Alibi-Jüdin”:
Sie verwendeten den Begriff ja in einem bestimmten Kontext, und zwar schrieben Sie, dass die deutsche Presselandschaft eindeutig zu Gunsten Israels Bericht erstatten würde und da die “Alibi-Jüdin” Frau Sucharewicz gut ins Bild passen würde. Sie verwenden den Begriff als eben gerade nicht so, wie ich ihn intuitiv - wie in dem obigen Beispiel beschrieben - verstehen würde. Was, wenn nicht, dass das Ganze ohnehin inszeniert sei, wollen Sie denn dann mit der Rede von der “Alibi-Jüdin” Frau Sucharewicz gemeint haben, wenn dies doch so gut ins Bild passe, zur vermeintlich Israel in der Berichterstattung begünstigende deutsche Presse? Aus eben diesem Grund drängte sich mir genau der Zusammenhang zwischen Ihrer Verwendung des Begriff “Alibi-Jüdin” und den anderen Beiträgen, die ich kritisiert habe, auf.
Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass ich Wert darauf lege, Sie in keiner Form persönlich angegriffen oder als Antisemiten bezeichnet habe.Ich hoffe, in dieser Beziehung etwas Klarheit schaffen zu können.
@ Lukas Lehmann:
Das freut mich. Vielen Dank!
@ Olaf Katzenberger:
Ich nehme an, dass Sie sich auf meine Aussage beziehen, Frau Sucharewicz sei in Bezug auf ihre Informiertheit, Welterfahrenheit und Vertrautheit mit dem Thema, wenn auch nicht in quantitativer, so aber durchaus in qualitativer Hinsicht Herrn Scholl-Latour [in der Debatte] ebenbürtig gewesen. Das “in der Debatte” habe ich deshalb in Klammern gesetzt, weil ich diese Einschränkung in meinem Beitrag nicht ausdrücklich gemacht habe, auch wenn sich mein Statement nur auf die Diskussion bei 3nach9 bezogen hat. Wenn Sie mich so verstanden haben, als wolle ich generell Frau Sucharewicz und Herrn Scholl-Latour wissensmäßig oder sonstwie gleichstellen, dann sei Ihnen versichert, dass ich hier nicht Lebenswerfahrung per se beurteilen wollte, sondern lediglich Verhalten innerhalb der Debatte. Für Ersteres fehlt mir auch schlichtweg die Kenntnis der Person von Frau Sucharewicz.
Vielen Dank Ihnen allen für die anregende Diskussion.
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
PS: Eventuell werde ich mich irgendwann aus Zeit und Motivationsmangel aus der Debatte ausklinken. Dass hier gerade in einer Vielzahl von Kommentaren eine geradezu Internetforenartige Diskussion entsteht ist, fürchte ich, auch gar nicht im Sinne des Seitenbetreibers. Oder täusche ich mich? Ist das heutzutage normal, dass es zu solchen Diskussionen auch per Kommentar kommt?
M.Gebhardt
Ich bin gestern rein zufällig bei 3nach9 gelandet und mußte verweilen, weil Peter Schollatour zu Gast war. Es war schon bezeichnend, mit welcher Selbstsicherheit historisch ungebildete Leute versuchten, die Arbeit eines Journalisten zu beurteilen, der über Jahrzehnte hinweg an vielen Brennpunkten dieser Welt unterwegs war. Uns “Vorwendlern” aus der DDR sind beispielsweise die objektiven Berichterstattungen aus den Zeiten des Vietnam-Krieges in bester Erinnerung.
Unbegreiflich war in der gestrigen Sendung der moderative Dilletantismus von Amelie Fried, die immer wieder versuchte den cross-link zu Melody Sucharewicz herzustellen, weil jene doch die Olmertsche Pflichlektüre für diese Sendung herbetete. Empfehlenswert für beide Frauen- und nicht nur für diese- wäre die Beschäftigung mit dem Buch “Die ethnische Säuberung Palästinas” von dem israelischen Historiker Ilan Pappe. Das, was Israel heute als Kulturtat hinstellt, nämlich die Urbarmachung des Heiligen Landes, fand schon in den Reden Ben Gurions von 1938 seinen Ausdruck, wo er bekannte, daß er in Zwangsumsiedlungen der Palästinenser gar nichts Unmoralisches entdecken kann. Damit wurde noch während des britischen Mandats begonnen; 800000 Palästinenser auf der Flucht, deren Dörfer und Städte vorher dem Erboden gleichgemacht wurden.
Was bedeutet es eigentlich für uns als Zuschauer von 3nach9, wenn man Peter Schollatour vorführen will ? Einer meiner Vorredner ( Till Möller) führt das auf Senilität des alten Journalisten zurück, wenn dieser sich nicht ins Handwerk pfuschen läßt. Man hat nämlich gemeint, in Casting-Manier hier einen Superstar zu installieren, der bereits vorher in seiner Heimat in einer Model-Show zu einer bestimmten Sorte von Medienbotschafterin für Israel auserkoren wurde. Wir als Zuschauer sollen lernen, wie das Recht des Stärkeren durchgesetzt wird. Dafür haben unsere Medien alle Register gezogen, ganz egal, ob Tausende von Palästinensern totgebombt oder ob UN-Einrichtungen zerstört werden. Unerträglich in diesem Zusammenhang ist auch die Haltung unserer naturwissenschaftlich denkenden Kanzlerin mit ihrem christlich fundamentiertem Weltbild. Die Herren Joffe und Naumann sind Drahtzieher solcher Kampagnen. Und dafür hat man sich die gestrige Strategie bei 3nach9 ausgedacht. Das dümmliche Niveau einer solchen Sendung ist aber nicht jedermanns Sache und kann auch nicht die historische Wahrheit verzerren !
Helmut Jaksch
Das Problem ist doch, daß Deutschland, aus bekannten Gründen, mit Kritik an Israel nicht objektiv umgehen kann. Ich frage mich nur, ob wir Deutschen uns irgendwann
von unseren Komplexen Israels gegenüber lösen können. Das was damals mit den Juden passierte war ohne Zweifel sehr sehr schlimm, und mit keinen Worten zu beschreiben. Aber diese Erblast muß doch irgendwann bewältigt sein.
Gewalt in Form von Krieg braucht immer zwei Parteien und wer ist dabei der Gute und der Böse-ich könnte das nicht beurteilen-das Thema Krieg ist mir zu komplex und
das Verhalten der Beteiligten absolut unverständlich.
Eigentlich müßte man froh sein, wenn Leute wie Scholl-Latour zumindest versuchen,
etwas Objektivität in dieses Thema zu bringen.
Ulrich Hartmann
Nachdem ich mich fast einen ganzen Tag über diese verunglückte Talkshow geärgert habe, will ich einfach auch den Moderatoren und mehr noch ihrem Redakteur und der Intendanz des NDR mitteilen, dass ich mir nur noch eine Talkshow dieser Art und dieser beiden Moderatoren ansehen werde. Sie fragen sich warum?
Vielleicht gibt es ja noch diesen einen Funken von Anstand, der Sie zu einer Entschuldigung gegenüber Herrn Peter Scholl-Latour veranlasst und das möchte ich noch erleben. Ich will mich nicht zum geistigen und moralischen Format der MELODIE äußern. Das ist m.E. vielfach treffend genug zum Ausdruck gebracht worden, aber Herrn Scholl-Latour derart massiv (ich glaube auftragsgemäß) an der Darlegung seiner Meinung zu hindern, ist ein Abrutschen auf unterstes Niveau.
Mögen sich doch die Leute, die den Akteuren in den Medien verbieten, Kritik an der Politik des Staates Israel zu äußern, selbst vor die Kamera stellen und sich der Kritik der urteilsfähigen Bürger stellen.
Jochen Ebmeier
Peter Scholl-Latour ist ein zu stark von sich eingenommener Besserwisser.
Ich erinnere mich an den Abend, als der Vormarsch der Alliierten in einem Regen-Sand-Sturm ins Stocken geraten war: “Dabei haben sie noch nicht einmal der ersten Verteidigungsring um Bagdad erreicht! Und danach der zweite Ring… Und erst der dritte Ring mit den waffenstarrenden Republikanischen Garden! Und selbst wenn sie [[was Allah verhüten möge? - mein Zusatz]] bis nach Bagdad kämen - der Häuserkampf gegen die furchterregenden und zu allem entschlossenen Mujjaheddin-Saddam ist noch viel ausschichtsloser als der Dschungelkrieg in Vietnam!”
(Merke: Militärexperte ist Scholl-Latour auch.)
Und dann… kein erster, kein zweiter, kein dritter Verteidigungsring, die Republikanischen Garden suchen vor dem Feindkontakt das Weite, Mujjaheddin-Saddam - wo denn? wie denn? was denn?
Dass ihm ein dummes und freches Mädchen gegenüber sitzt, macht den eitlen alten Mann nicht weiser - es sieht bloß so aus. Dass die lautstarke Mehrheit, in deren Horn er tutet, den Weihrauchkessel über ihm schwingt, macht ihn nicht sympathischer.
Mathias Brodkorb
Kommentar gemeldet und wegen antisemitischer Äußerungen entfernt.
Redaktion Readers Edition
Rolf Ehlers
@Lukas Lehmann:!Darauf einen Artikel aufzubauen, der Herrn Scholl-Latour verteidigen soll, nur weil er eben eine sehr kritische Einstellung zu Israel hat, finde ich im Rahmen seines Beitrags in dieser Sendung mehr als unangepasst” ???
Peter Scholl-Latour hat keine “kritische Einstellung zu Israel,” er erklärt nur ganz zu Recht, dass der Krieg gegen Hamas nicht gerechtfertigt ist. Israel, nicht die Hamas hat
den Waffenstillstand des letzten Jahres gebrochen. Natürlich hatte die Hamas mit ihren lästigen, wenn auch wenig durchschlagenden, Rakentenagriff, die kriegerische Auseineandersetzung begonnen. Die Waffenpause aber wurde von Israel selbst beendet,das offenbar mit Bush und Obame eine Aktion abgesprochen hat, die am Ende der neue Messias Obama auf wunderbare Weise beenden soll.
Till Möller
Sehr geehrter Herr Gebhard,
Freundlich weise ich Sie darauf hin, dass Ihre Behauptung, ich würde es auf Herrn Scholl-Latours von mir vermutete Senilität schieben, dass er “sich nicht ins Handwerk pfuschen lassen würde”, während 3nach9 ihn “vorführen” würde, falsch ist. Dieser ohnehin etwas verquere Gedankengang gibt meine Äußerungen nicht richtig wieder.
Auf mich hat Herrn Scholl-Latours Verhalten gegenüber Frau Sucharewicz machomäßig, arrogant, oberlehrerhaft und darüber hinaus überaus uncharmant gewirkt. Da ich ihn so nicht in Erinnerung hatte, vermute ich, dass das Alter seinen Tribut fordert und er deshalb seine Manieren vergessen hat. Dass Sie dies anders sehen, ist Ihr gutes Recht. Ich möchte Sie nur bitten, meine Meinung nicht unkorrekt darzustellen, wenn Sie sich denn dazu entscheiden, meinen Beitrag ausdrücklich zu erwähnen.
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
Olaf Katzenberger
Talkshow 3nach9
ich finde es zunächst einmal Klasse, dass es soviele - wie auch immer geartete - Meinungen zu dieser Sendung gibt. Es liegt in der Natur der Sache, sich, wenn es eine entsprechende, vertretbare Meinung gibt, auch mit dieser zu identifizieren und das ist ja auch die Natur einer Sendung. Sie wird, zumindest in dieser Form immer polarisieren…was sie ja auch deutlich getan hat.
Nichts desto trotz ist es nach meinem Empfinden absolut misslungen, eine für dieses Forum ohnehin äußerst schwierige Thematik in diesem Forum (3n9) zu etablieren.
Alle Diskussionsforen, welche ich (mit wachsender Begeisterung) mit Peter Scholl Latour verfolgt habe, waren im Nachgang äußerst streitbar - jedoch nicht aufgrund antisemitischer Einlassungen des Journalisten, sondern aufgrund glasharter und scharfsinniger Analysen und weitest gehend richtiger Einschätzung aktueller weltpolitischer Vorgänge.
Das Anwenden von in jahrzehntelang erworbenen Kenntnissen und Fakten empfinde ich als achtenswert und nicht als verdammenswürdig.
Um hier nicht den Eindruck von Wankelmütigkeit zu erzeugen möchte ich mich dahingehend postionieren, alsdass ich diesen Einsatz in Form, Dauer und Intensität als unverhältnismäßig empfinde.
Zudem halte ich es für unglaubwürdig, dass Voränge wie die Bombardierung eines UN Gebäudes und einere Schule durch Israel ehrlich untersucht werden. Würde wiederum auch das Vertrauen im eigenen Land unterminieren.
Zudem hat Herr SL mehrfach erwähnt, dass er das Forum als zu seicht (richtigerweise) empfindet als das über eine so schwierige Thematik diskutiert werden sollte. Richtig - wie sich heraus gestellt hat.
silke
Kleine Beobachtungen am Rande der politischen Diskussion:
Mein Unbehagen begann bereits, als Frau Fried Herrn Scholl-Latour zu seinen vielen Reisen befragte. Ich hatte den Eindruck, daß sie ihm insgeheim nur noch Senioren-Kaffeefahrten zutraute. Ihre Art und Weise schien mir zu zeigen, daß sie keinen Respekt vor Menschen vom Format eines Scholl-Latour hat. Vielleicht hat sie auch noch nicht erlebt, daß intensive geistige und körperliche Tätigkeit Menschen bis in’s hohe Alter zu großen Leistungen befähigt? Für Herrn Scholl-Latour war diese Moderatorin völlig unangemessen. Ein Fehlgriff der Verantwortlichen beim Sender.
Ich kannte Melody S. vorher nicht. Ich gewann jedoch früh den Eindruck einer selbstgefälligen jungen Frau, die sich ihrer Wirkung gewiß ist und nur auf ihr Stichwort wartet. Als sie dann loslegte, begann es mich zu gruseln: Da spulte offenbar jemand - sehr gut trainiert - gespeicherte Sätze ab. Es kam mir - ich muß es leider sagen - wie “gehirngewaschen” vor.
Diesen Gast einem Peter Scholl-Latour gegenüber zu setzen, empfinde ich ebenfalls als Mißgriff. Und Herrn di Lorenzo hätte ich bei so einer kritischen Entwicklung der Talkrunde mehr Souveränität gewünscht. Leider fühlte ich mich an das amerikanische Fernsehen erinnert, wo Äußerungen von ernst zu nehmenden Kritikern - live - ausgeblendet wurden …
Die Fortsetzung der Sendung 3nach9 “wie im Programm”, mit dem fröhlich trällernden Einspieler zu annett louisan, empfand ich als Schlag ins Gesicht und habe abgestellt.
Stefan
Die Äußerungen, die man hier liest, sind von erschreckender Borniertheit und Dummheit. Null Ahnung vom Palästina-Konflikt, aber einem alten Sturkopf wie PSL begeistert Beifall klatschen, wenn der zum wiederholten Male seinen Stuss verbreitet.
Und bevor mir jemand vorwirft, ich träfe nicht das Thema: Hier wird immer wieder davon ausgegangen, PSL sei der einzig intelligente Mensch in der Runde gewesen und die Wahl-Israelin sei eine dumme Schnepfe, die die Propaganda Israels wiedergebe. Das ist bereits eine derart einseitige Darstellung, dass es zum Kotzen ist. Die junge Dame war ausgesprochen intelligent und hat genau das gleiche Recht, ihre Meinung zu äußern, wie PSL. Und wenn sie ihm widerspricht, hat er das zu akzeptieren und sich nicht wie eine beleidigte Leberwurst aufzuführen und davon zu faseln, er sei “in eine Ecke” gedrängt worden.
Also:
1) Peter Scholl-Latour ist ein alter arroganter Mann, der seit Jahrzehnten das gleiche predigt und der Meinung ist, alle Konflikte der Welt als Einziger durchschaut zu haben. Neben ihm gibt es keine andere Meinung. So war das auch in der Talkshow zu beobachten. Er ließ die junge Wahl-Israelin, die eine akzeptable Meinung vertrat, kaum zu Wort kommen, fühlte sich beleidigt, weil ihm jemand widersprach und trat schließlich sogar nochmal nach, als es um Uganda ging. Typisch für PSL.
2) Es wird immer wieder vorgetragen, auch von PSL, ist aber leider seit Jahrzehnten unwahr: Die These, dass derjenige, der Israel kritisiere, als Antisemit bezeichnet werde. Es stimmt einfach nicht. Israel wird seit Jahrzehnten in Deutschland kritisiert, mitunter sehr hart, etwa vom SPIEGEL, aber auch in allen anderen Medien, besonders in linken Medien, ohne dass jemals der Vorwurf des Antisemitismus geäußert worden wäre. Natürlich muss die Kritik sachlich sein. Wer etwa der israelischen Armee vorwirft, sie ginge gegen die Palästinenser “mit Nazi-Methoden” vor, der argumentiert schon in einer Art und Weise, die wenigstens als bösartig, vielleicht sogar antisemitisch, auf jeden Fall dumm genannt werden muss. Denn ginge die israelische Armee mit Nazi-Methoden gegen die Palästinenser vor, dann gäbe es keine Palästinenser mehr.
3) Die junge Wahl-Israelin vertrat die Sichtweise vermutlich nahezu aller Israelis, nicht bloß - wie viele hier schreiben - des israelischen Militärs oder der israelischen Hardliner. Es wäre jetzt zu viel verlangt, den gesamten Nahost-Konflikt aufzuarbeiten, nur so viel für alle Unwissenden hier:
- Israel ist nicht völkerrechtswidrig gegründet und es wurden auch keine Palästinenser vertrieben. Die Juden begannen schon vor 1900, das Land zu besiedeln und haben dazu den dort vereinzelt lebenden Arabern Land abgeKAUFT. Abgekauft, nicht geklaut. Das Land ist später völkerrechtlich verbindlich von der UN (!) geteilt worden. Direkt nach dem Tag der Staatsgründung Israels haben die Araber allerdings einen Krieg mit dem Ziel der Vernichtung Israels geführt. Erst danach gab es einzelne “Vertreibungen” - der Großteil der Palästinenser ist allerdings lediglich vor den Israelis geflohen, weil sie aufgrund der eigenen Propaganda überzeugt waren, es gäbe Gräueltaten.
- Erstaunlicherweise bemängeln immer alle, die Palästinenser würden wie Sklaven von den Israelis im Gaza-Streifen eingesperrt. Fakt ist, dass die Palästinenser nicht nur in Israel arbeiten können (bzw. durften, vor den ständigen Angriffen), dass sie von Israel - dem bösen Feind - mit Wasser, Lebensmitteln, Benzin, Dünger etc. versorgt werden, und dass schließlich nicht nur zu Israel eine Grenze besteht, sondern auch zu Ägypten. Wieso wird das eigentlich nie thematisiert? Ägypten könnte doch auch seine Grenze öffnen. Die aber wird von Ägypten hermethisch abgeriegelt. Wieso wird nicht von Ägypten verlangt, dass sie endlich die Grenze für ihre palästinensischen Brüder öffnen?
- Würden die Palästinenser die Milliarden, die sie von Europa, arabischen Ländern, den USA erhalten, statt für Waffen endlich mal für ihre Entwicklung, Infrastruktur, Schulen etc. verwenden, wären sie viel weiter und alles wäre besser.
- Hamas ist eine Terrororganisation, die die Vernichtung Israels propagiert. Als Israel sich 2005 aus dem Gaza-Streifen zurückzog, begann Hamas, als Dank Raketen auf Israel abzufeuern. Dies hat Israel jetzt drei Jahre ertragen, bis die Bevölkerung von ihrer Regierung die nötigen Schritte verlangte, dies zu stoppen - übrigens auch das links-pazifistische Lage. Unter diesen Umständen sind echte Friedensverhandlungen zwischen Hamas und Israel wirklich illusorisch. In der Charta der Hamas steht, dass es zwischen ihnen und Israel niemals Frieden geben wird, weil Hamas die Zerstörung Israels wolle.
Renate Cortez
@ Neutraler
Vielen Dank für den Link. Ein sehr nachdenkenswerter Beitrag. Wenn dieser wirklich von einem Israeli stammt (was ich aufgrund des mir nicht bekannten Namens nicht einschätzen kann), so gibt er in etwa die Position wieder, die auch der weiter oben von mir angeführte Israeli Uri Avnery einnimmt.
Zu den mehrfach angesprochenen “Verschwörungstheorien” innerhalb des Senders: Ich weiss nicht… Das scheint mir irgendwie zu weit hergeholt. Ich glaube einfach, dass die beiden Moderatoren aufgrund Ihrer politischen Prägung reagiert haben.
Apropos Verschwörungstheorien
@ Lukas Lehmann
Ja, ich weiss auch von den von Ihnen angesprochenen Verschwörungstheorien, (Marr, etc.) und darüberhinaus kenne ich auch die sog. “Protokolle” (Stichwort Biarritz). All das ist mir persönlich aber viel zu unsinnig, um darüber zu diskutieren. Ich habe auch nicht behauptet, dass Herzl in seinem “Judenstaat” schon Vertreibungen gefordert hätte, sondern dass das darauf aufgebaute Projekt Vertreibungen und Landnahme vorsieht (bis in die gegenwärtige Zeit).
Renate Cortez
Stephan Fröhder
Der Artikel von Claus-Dieter Stille auf readers-edition.de scheint tatsächlich die positive (!) Ausnahme zu sein bei der Berichterstattung über die “3 nach 9″-Talkshow vom 16.1.2009. Ob Journalisten berichten (dürfen), Moderatoren sich um Objektivität bemühen und (ARD-) Fernsehredaktionen ihre eigentliche Aufgabe wahrnehmen und die Öffentlichkeit umfassend und ohne (!) Rücksicht auf Parteien oder Interessengruppen informieren, ist nicht nur eine Frage von Wochenendunterhaltung und TV-Spaß. Die Demokratie geht verloren, wenn Medienchefs Themen, Berichte und Kommentare bestimmen und Diskussionen steuern. Weder Amelie noch Giovanni noch Melody scheinen zu verstehen, dass man langfristig wieder in der Diktatur ankommt, wenn man Meinungsfreiheit und offene Debatte der Propaganda “für die gute Sache” opfert.
Jürgen Bennemann
Ich bin froh, dass es in diesem, unserem Lande doch noch genügend “Unangepasste”, Nicht-Mainstream-Angehörige und Nicht “Ja-Sager” gibt und kann vielen Beiträgen nur zustimmen. Exemplarisch u.a. dem von Ulrich Hartmann.
Heute morgen habe ich Radio Bremen folgende E-Mail gesandt:
“Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte gerne einen kurzen Kommentar zu Ihrer Sendung vom 16.01.2009 abgeben:
Ich fand die Art von Amelie Fried und Giovanni di Lorenzo und die Art des “Pop-Stars”,Melody Sucharewicz, gegenüber Herrn Scholl-Latour unmöglich und hoffe, Sie haben sich nach der Sendung bei ihm entschuldigt.
Israelische “Schwarz-Weiß-Malerei” reicht uns; Herr Scholl-Latour gehört - wie Sie wissen - seit Jahrzehnten zu den immer objektiven Korrespondenten. Einen derartigen Angriff in einer Talk-Show gegenüber einem Talk-Show GAST halte ich für unmöglich.
Es wäre schön, wenn sich die Sendung künftig wieder ihrem ursprünglichen Niveau nähern würde. Soaps und ähnliche Spektakel mit ihren spektakulären Darstellern und Darstellerinnen kann man sich zu Hauf bei entsprechenden niveaulosen Sendern ansehen.”
Jürgen Bennemann
B.Jung
“in 100 Jahr sinn mir allminanner Türke” ließ ein hessischer Munartdichter seinen Helden (Datterich) deklamieren.
Gestern informierte uns die Darstellungskünstlerin Sucharewicz darüber, daß inzwischen der ganze Islam die Weltherrschaft wolle. Nun, die Nazis behaupteten selbiges von den Juden und deren Nachfolger dann von den “Soffjetts”. Undifferenziertes Geschwätz dieser Art gab es zu allen Zeiten. Und besonders viel davon hörten wir gestern in 3 nach neun. In einer Sendung die regiemäßig darauf angelegt war Scholl Latour zu dessavoieren, weil er nicht in jedem Palästinenser einen “Terroristen” sieht. Aber der Einsatztruppe gelang lediglich, Gott sei es gedankt, die eigene Entlarfung.
Dr. Klaus Beckmann
Das Ausmaß der Erregung über den misslungenen, dennoch aber äußerst vielsagenden Talkbeitrag von Peter Scholl-Latour wird mir langsam unheimlich.
Weder ist S.-L. an der Darlegung seiner Meinung gehindert worden noch gibt es irgendwo ein Israel-Kritik-Verbot. Allerdings ist es - immer noch - erlaubt, bei Israel-Kritik kritisch zurück zu fragen und Statements wie das von S.-L., das sich m. E. in Verharmlosung des Islamismus erging, mit den evidenten Fakten zu konfrontieren. Wenn die Argumente des “Welterklärers” stichhaltig gewesen wären, hätte er es mit den Entgegnungen der jungen Israelin spielend aufgenommen. Sich schmollend “aus der Konversation” zu verabschieden, ist alles andere als ein Zeichen für Sicherheit in der Sache. Daran ändern auch alle kraftmeiernden Vokabeln und Verdächtigungen gegen die “Widersacherin” nichts.
Was ist nur so schwer zu ertragen daran, dass S.-L., für viele wohl geradezu ein Idol des Journalismus und der “Aufklärung”, gestern Abend sehr schlecht abschnitt und wirkte wie das, was er zumindest auch ist: ein eitler alter Mann?!
jürgen probst
also den herrn scholl-latour und gefolge in ehren aber ich bezweifle das herr scholl latour das entsprechende wissen hat um überhaupt über diesen konflikt neutral zu berichten kennern sollte bekannt sein das herr scholl latour damals mit ayatolla khomenei befreudet war und zusammen mit ihm nach theran gekommen ist.wie kann man erwarten das daraus eine diskussion entsteht wie die hervoragenden komentare über einen irakkrieg mit dem herrn busch da waren sie gut herr latour im übrigen hat die plo früher auch gewalttaten wie flugzeug entführungen etc. durchgeführt für die sie bis heute noch bezahlen müssten jedes haus in gaza gehört eingeebnet jeder keller gesprengt bis gaza endlich normales palestinensisches gebiet wird im übrigen müssen wir deutschen im speziellen eigentlich unsere klappe halten auch soviele jahrzehnte nach dem zweiten weltkrieg was wir der welt angetan haben israel wird die hamas diesmal ausrotten und sich dann zurückziehen ich schliesse mit den worten shalom israel.
Joerg Rinke
Diese Sendung war purer Verkündungs-Journalismus vom Feinsten - ein exemplarisches Beispiel für den Zustand des Journalismus in Deutschland 2009.
Genau das ist der Grund, warum die Politik sich so weit vom Bürger entfernt hat Es ist niemand mehr da, der noch dagegen hält. Niemand mehr, der die Meinung der Bevölkerung artikuliert. Niemand mehr der unseren Volksvertretern noch kritisch auf die Finger schaut.
Unsere Journalisten haben eine verbriefte Pressefreiheit und nutzen sie nicht mehr.
Mangelnde Verantwortung, Feigheit und Opportunismus dieser Leute wird unserer Gesellschaft noch viel Schaden zufügen.
Umso mehr ist dieser Artikel von Herrn Claus-Dieter Stille zu schätzen, ein kleiner Lichtblick. Bravo, Herr Stille, Danke für Ihre Zivilcourage. Solche Männer braucht das Land, Von Ihrer Sorte müsste es viel mehr geben.
Jörg Rinke
Aysche Sener
Vielen Dank für die zahlreichen mutigen, klugen und informativen Kommentare.
Trotz “Erbschuld”, der Gefahr als Antisemit stigmatisiert zu werden oder (siehe oben) als Terroristen-Versteher bezeichnet zu werden, und einseitiger Berichterstattung in den deutschen Medien ist es anscheinend nicht möglich den Deutschen die politisch-korrekte Meinung aufzuzwingen. Man schaut diesmal also doch nicht weg und weiß, das unschuldige Menschen massakriert werden
http://www.toomuchcookies.net/?s=offener+Brief+an+Merkel&x=12&y=9
Noch ein Wort zu dem Alibi-Türken Cem Özdmir(Gruß an Till Möller bei Verständnis-Problemen einfach googeln) seine ständige Bekundung ein Freund Israels zu sein war einfach nur jämmerlich vielleicht bringt ihm das genug Wählerstimmen in seiner Schwäbischen Heimat
Peter Scholl-Latour: Leiden bei 3nach9 | nachrichten-netzwerk.net
[…] Quelle: Readers Edition Autor: Claus-Dieter Stille […]
Brigitta
Nachdem auch ich mich über weite Strecken des Tages mit der gestrigen Talk Show beschäftigt habe, habe ich mich entschlossen, nachfolgende Mail an die Redaktion zu senden. Wie im Vorbereicht von U.Hartmann hoffe auch ich auf eine Entschuldigung an Herrn Scholl- Latour
Sehr geehrte Redaktion,
nachdem ich mich gestern Abend fürchterlich über die Art und Weise aufgeregt habe, wie man mit Herrn Scholl- Latour umgegangen ist, habe ich meinen Eindruck 1 Tag überdacht.
Heute habe ich mir das Interview noch einmal angehört. (Leider haben Sie die letzten Minuten nicht mehr übertragen)
Vorweg: Ich bin nicht gerade ein Sympathisant von Herrn Scholl- Latour, auch wenn ich seine Kenntnisse und seinen Sachverstand sehr achte.
Nur das, was gestern Abend bei Ihnen abgelaufen ist, kann ich n i c h t unterstützen. Vor allem Sie, Frau Fried, haben sich ständig in das Gespräch eingemischt und Herrn Scholl- Latour unsachlich zurechtgewiesen. Und dieses, obwohl er gar nicht Ihr Gesprächspartner war! Da Frau Fried sonst nicht zu dieser Gesprächsführung neigt, ich erlebe sie eher als unscheinbar, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Lauf des Gesprächs gewollt war.
(Herr Scholl- Latour hat es als Falle bezeichnet)
Meiner Meinung nach sollte der Sender sich bei Herrn Scholl- Latour in aller Form entschuldigen!
Noch ein Wort zu Melody Sucharewicz: Sie ist jung und voller Elan. Sie ist aber auch sehr unerfahren. Sie mag jüngere Menschen mit Ihrem (geschulten) Charme erreichen, uns, die inzwischen Lebenserfahrung sammeln durften und mussten, aber nicht.
Frau Sucharewicz, ich empfinde Sie einseitig in Ihrer Sichtweise und als sehr gut geschult. Von wem auch immer.
Mit freundlichem Gruß
Berlin
Diesen teilweise antisemitischen Ansichten, die hier verbreitet werden, kann ich mich überhaupt nicht anschließen.
In der Sendung 3 nach 9 hat Melody Sucharewicz äußerst akkurat und glaubwürdig nicht nur den Standpunkt Israels, sondern den Standpunkt vieler Menschen, inklusive meinem eigenen, vertreten. Großartig hat auch das Moderatorenteam reagiert, die Sachlichkeit nicht aus der Diskussion zu nehmen.
Peter Roman Scholl-Latour, der ebenfalls in dieser Sendung zu Gast war, hat sich mit seiner Argumentation in eine extremistisch-antisemitische Ecke manoeuvriert, die im letztlich selbst nicht gefallen hat. Worauf ihm nichts anderes eingefallen ist, als unsachlich zu argumentieren. Ich war enttsäuscht und beschämt was aus diesem Mann geworden ist. “Ich bin in eine Fall gelockt worden.” war später seine Entschuldigung, und Melody Sucharewicz antwortete richtigerweise ironisch: “Wir alle wissen, dass niemand die welt so gut versteht und so gut kennt wie sie. Das bleibt Ihnen mit Sicherheit.”
Migges
Es passiert sehr selten, dass mir das Sehen einer Sendung wirklich “weh” tut, aber die “3 nach 9″ Sendung hat dies, nach Kerners “Eva Hermann”-Sendung mal wieder geschafft. Ich möchte weder Scholl-Latur noch der jungen Dame irgendwelche Schuld an dieser Situation zuschreiben, sie kennt gar keine andere Sichtweise als Betroffene, er kennt sich hingegen auf beiden Seiten so gut aus, dass seine Analyse vielen öffentlich nur schwer verdaulich erscheint. Totales Versagen muss man leider dem Moderatoren-Team, insbesondere Herrn Lorenzo attestieren - dies zeichnete sich schon beim ersten wirren, mal schleimend, mal den Gesprächspartner ignorierenden Interview mit der Opernsängerin ab. Um eine Sendung ihres (gestrigen) Niveaus zu bereichern, müssen die Moderatoren schon in den Dschungel…
Karl-Heinz Völker
Hallo, Christine,
hier eine Reaktion
http://kommentare.zeit.de/user/paula48/beitrag/2009/01/17/solidaritaet-mit-peter-scholllatour
Europnews » Blog Archiv » Deutsche Zensur in Sachen Israel: 3 nach 9 Moderatoren arbeiten im Sinne Israels
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Manfred Stiegel
Ich weiß nur folgendes:
1. Es gab eine Zeit, da wurde ein paläst. Führer namens Jassiv Arafat als Staatsfeind Nr.1 von den Geheimdiensten gejagt. Er war gefürchtet wie heutzutage Osama bin Laden, die PLO von Arafat war so verschrien wie al-Qaida.
Trotzdem gibt es letztendlich einen Friedensnobelpreisträger Arafat. Wie kam es dazu? Es gab damals noch charismatische israelische Politiker, die unter strengster Geheimhaltung mit der PLO und vor allem mit Arafat verhandelten.
Es stellt sich doch die Frage, warum die heutige Politiker-Riege der Israelis sich Geheimverhandlungen mit der Hamas verweigert?
2. Schauen wir uns doch diese Riege der Israelis mal genauer an: Da gibt es (noch) einen Ministerpräsidenten OLMERT. Dieser wird mit Korruptionsvorwürfen überschüttet. Dies ist der Grund seines Rücktritts, der nach den nächsten Wahlen vollzogen wird.
Dann haben wir da noch einen ehemaligen Ministerpräsidenten SCHARON. Auch er steht unter Korruptionsverdacht, seine Söhne übrigens auch.
Tja, und dann haben wir da noch einen ehemaligen Präsidenten KATZAW, der wegen Vergewaltigung und sexuellen Nötigungen (alle im Amt begangen) zurücktreten musste. Oder den jetzigen Präsidenten PERES, ein Friedensnobelpreisträger der die Bombadierungen und damit die unschuldigen Zivilopfer für in Ordnung findet.
Ist es nicht geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, dass die gesamte westliche Welt Arafat in seiner letzten Amtszeit als Gesprächspartner ablehnte, weil dieser korrupt war?
2. Warum erinnert sich niemand mehr an die Reise unserer glorreichen Bundeskanzlerin, die frisch gewählt, eine Nahostreise antrat, sich aber weigerte, mit den Vertretern der Hamas, die damals ebenfalls frisch gewählt waren, zu treffen?
Damals hätte die Chance bestanden, beide Konfliktparteien in Geheimverhandlungen an einen Tisch zu bringen. Ich bin davon überzeugt, dass man, unterstützt mit Wirtschaftsprogrammen etc. eine Einigung erzielt hätte. Diese Chance wurde von unserer Kanzlerin leichtfertig vergeb. Wie könnte heute die Welt in Nahost aussehen!
3. Warum erregt sich keiner in Deutschland, wenn Israel bei seinen Überfällen auf andere Völker (Libanon, Palästina) mit Hilfe deutscher Waffentechnik zuerst die Infrastruktur (Wasser- Strom- und Lebensmittelversorgung, Straßen,Schulen,Kindergärten etc) zerstört, die wiederum mit deutschen bzw. mit EU-Mitteln zuvor aufgebaut wurde?
4. Tja, und dann die Rolle des Zentralrates der Juden. Man mag sich unbenommen mit den Israelis solidarisch erklären. Aber darf man so blind sein, dass man die Opfer, die von Israelis zerbombt, zerfetzt, verbrannt oder verstümmelt wurden überhaupt nicht sieht oder zur Kenntnis nimmt? Dieses dämliche Geschwätz über die ach so gefährlichen Hamas-Raketen, die eine Treffgenauigkeit von Feuerwerksraketen haben kann wird von Deutschen (Juden) übernommen. Natürlich stellt der Raketenbeschuss auf Israel auch ein Verbrechen dar und wird von mir verurteilt. Man sollte zwar keine Aufrechnung der Opfer machen, aber glauben Sie mir, wenn es umgekehrt wäre, hätten wir tägliche Opferzahlen in unserer neoliberalen Presse, zu der auch DIE ZEIT gehört, zu lesen. Dann würden wir von Aufrechnung zu Aufrechnung stolper.
Warum unterstützt nun der Zentralrat Israel? Ist das Verbindungsglied die jüdische Religion? Das wäre verständlich. Nur dann gebe ich zu bedenken: Der amerikanische Präsident Bush ist (evangelischer) Christ. Muss ich dann als Evangelischer mich mit dem Überfall auf den Irak und anderen Verbrechen solidarisch erklären?
5. Scholl-Latour hat ja versucht zu erklären, dass sich Israel mit seinen Militäraktionen letztendlich selbst schadet. Völlig richtig! Eine Umfrage in Deutschland “Sollte Deuschland Israel im Falle eines Angriffs finanziell unterstützen?” ergab folgendes Ergebnis: 35% Ja, 57% Nein, 8% Weiß nicht!
Dies ist es, was SL meint und dies alles hat mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun.
6. Zum Schluss noch: Der ugandische Präsident Museveni ist wirklich ein Massenmörder und führend u.a. in der Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Und das darf man in einer Tallkshow in Deutschland nicht mehr sagen? Frau Fried sollte aufhören Kinderbücher zu schreiben und sich mit dem Thema Kindersoldaten befassen. Di Lorenzo empfehle ich eine Ausbildung bei Herrn Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung, damit dL mal in Erfahrung bringt, was investigativer Journalismus ist.
Ich habe mir noch folgendes vorgestellt:
Wir befinden uns im sogen. 3.Reich. Frau Sucharewicz erzählt eine Geschichte, wonach ihr eine Volkstanzgruppe aus Bayern fröhlich tanzend und schreiend vorgeführt wurde. Anschließend gab es einen Empfang, Umarmung, Tänzchen (?) mit dem Präsidenten. Scholl-Latour wendet ein:” Adolf Hitler ist ein Massenmörder” Lorenzo protestiert, A.Fried ist pikiert und schockiert:” Aber Herr Scholl-Latour, das gehört nun wirklich nicht hierher”
Was gäbe es zu tun?
-Werft Israel aus allen europäischen Institutionen hinaus, Israel liegt nun mal nicht in Europa. Eine Neuaufnahme gibt es erst dann, wenn Frieden herrscht.
- Der israelische Präsident Peres soll seinen Friedensnobelpreis zurück geben
- Stellt alle finanziellen Zuwendungen an Israel ein, stellt alle Waffenlieferungen an Israel ein.
- Schickt die beiden Moderatorn von 3nach9 in die Wüste. dL hat früher schon Talkgäste diskreminiert.
Ich für meinen Teil schaue mir diese Sendung nicht mehr an, DIE ZEIT wird von mir nicht mehr gekauft und nicht mehr gelesen.
Und was Scholl-Latour betrifft: Ich bin auch nicht immer seiner Meinung gewesen, was er aber z.B. vor dem Irak-Krieg vorausgesagt hat ist haargenau eingetreten. Vor solcher Fachkenntnis ziehe ich meinen Hut. dL sollte sich eine Scheibe abschneiden, was er jedoch mit Sicherheit nicht tun wird.
Lukas Lehmann
@RENATE CORTEZ
@ Lukas Lehmann
“Ich habe auch nicht behauptet, dass Herzl in seinem “Judenstaat” schon Vertreibungen gefordert hätte, sondern dass das darauf aufgebaute Projekt Vertreibungen und Landnahme vorsieht (bis in die gegenwärtige Zeit).
Renate Cortez”
Liebe Frau Cortez,
auch hier muss ich Ihnen wiederum widersprechen. Herzl hat die Araber als integralen Teil der jüdischen Gesellschaft in seinem Staat angesehen. Da ging es nicht um Vertreibung und sonst so was, was Sie in den Text hineinlesen. Ihre These, dass sich die nachfolgende Generation aber dann auf den Herzl-Text bezogen hätten, um Palästinenser zu vertreiben ist auch falsch. Sie karikieren den Zionismus als ein gegossenes Blei, an dessen Anfang Herzl steht. Weder war der Zionismus eine Gruppierung oder Bewegung, wie sie oft von der Propaganda verschiedenster Seiten dargestellt wird, an dessen Anfang Herzl stand, sonder er ist ein Überbegriff verschiedenster Gruppierungen und zionistischer Strömungen mit zum Teil ganz konträren Modellen für einen Staat Israel. Die Kulturzionisten, die sich auf Achad Haam stützen, der übrigens mehr als 10 Jahre vor Herzl seine ersten Schriften herausgab, forderten eben keinen Judenstaat, sondern einen jüdischen Staat, ein kulturelles Zentrum, von dem aus die Juden in der Diaspora inspiriert werden sollten und sich neu als jüdische Nation formieren sollten. (hierzu können Sie auch Martin Bubers Rede vor dem 5. Zionistenkongress von 1901 lesen, bei dem er sich kritisch mit Herzl auseinandersetzte und das kulturzionistische Modell dem “Judenstaat” gegenüberstellte. Dann neben den Kulturzionisten gab es die sozialistischen Zionisten, die im Gegensatz zu Herzl aus Osteuropa kamen, aus dem nicht-assimilierten Ostjudentum. Diese forderten wiederum eine ganz andere Gesellschaft in Erez Israel - eine sozialistische und keine bürgerliche Gesellschaft, wie sie Herzl wollte. Auch diesen Sozialisten, die zusammen mit den Kulturzionisten den größten EInfluss auf das vorstaatliche Israel hatten, ging es auch nicht um Vertreibung der Araber, sondern um Koexistenz mit ihnen, wobei die Zionisten in Kibbuzen lebten und sich selbst durch jüdische Wächter schützten (im Gegensatz zu den Juden des alten Jeschuws, die sich durch arabische Wächter schützten und Araber auf ihren Feldern arbeiten liessen). Den Zweig, den Sie ansprechen ist der revisionistische Zionismus Jabotinskys, aus dem die Likud entstand und die einen extrem rechtskonservativen Weg einschlugen. Aus dieser Richtung entstammen die Großisraelfantasien u.a. nach dem Sechstagekrieg 1967 oder die vorstaatliche jüdische Terror- und Untergrundorganisation Irgun, die Anschläge gegen Briten und Araber vollzog. David Ben-Gurion, der zu den sozialistischen Zionisten gehörte und selbst in einem Kibbuz lebte, war hingegen Anführer der gemässigten Haganna, die keine Anschläge verübte und aus der später die israelische Armee hervorging. Um Ihnen den wissenschaftlichen Forschungsstand von heute über die Ereignisse darzulegen, die von den 1964 unter Arafat sich formierenden Palästinenser als die Nakba bezeichnet wurden, beziehe ich mich auf die Einführung von Prof. Michael Brenner, “Geschichte des Zionismus”. Dieser hebt in dieser hervor, dass es zum einen Vertreibungen der arabischen Palästinenser durch rechtsgerichtete israelische Verbände gab, gleichzeitig aber auch Fluchtbewegungen der palästinensischen Araber in das Ausland gab. Dies ist die aktuelle wissenschaftliche Norm.
Mit Bitte um Verständnis der Sachlage,
Mit freundliche Grüßen,
Lukas Lehmann
Karl-Heinz Völker
Jürgen Probst schrieb
“jedes haus in gaza gehört eingeebnet jeder keller gesprengt bis gaza endlich normales palestinensisches gebiet wird ”
Vielen Dank für Ihre offenen Worte!
Karl-Heinz Völker
Stefan Fröhder schrieb
“Die Demokratie geht verloren, wenn Medienchefs Themen, Berichte und Kommentare bestimmen und Diskussionen steuern. Weder Amelie noch Giovanni noch Melody scheinen zu verstehen, dass man langfristig wieder in der Diktatur ankommt, wenn man Meinungsfreiheit und offene Debatte der Propaganda “für die gute Sache” opfert. ”
D’accord
Stefan
@Manfred Stigel:
Himmel, bitte informieren Sie sich doch einmal über den Nahost-Konflikt, bevor Sie solchen Unsinn schreiben. Sie haben offenkundig keine Ahnung. Das gilt auch für viele andere hier im Forum, die teilweise sogar offen antisemitischen Dreck schreiben. Zum Kotzen, was hier abgeht.
Also: Israel WILL Frieden. Seit Jahrzehnten. Israel wollte von Beginn an nichts anderes, als auf dem von Juden gekauften Land und später in dem aufgrund eines UN-Beschlusses völkerrechtlich verbindlich gegründeten Staat Israel zu leben. Nur leider wurde es von Beginn an von arabischen Armeen attackiert, die nichts anderes wollten und wollen als die Vernichtung Israels.
HAMAS will die Vernichtung Israels. Die Hamas ist eine völlig andere Kategorie als die auch schon extremistische Fatah. Die Hamas lässt nicht mit sich reden. Es ist doch nicht Israel, die das Gespräch verweigern, sondern die Hamas. In der Hamas-Charta steht ausdrücklich, dass es keine Friedensverhandlungen mit Israel geben wird, sondern dass alle etwaigen Friedensverhandlungen nur Makulatur sind. Die Hamas will die Vernichtung Israels und nichts anderes. Sie will keinen Rückzug Israels auf irgendwelche Grenzen von anno dazumal, sondern sie will Israel ausrotten. Wann geht das endlich in die Köpfe der Deutschen? Was soll Israel denn mit diesem Gegner verhandeln, der die Vernichtung Israels bezweckt und bislang alles getan hat, um dieser Vernichtung näher zu kommen? Soll verhandelt werden über den Zeitpunkt, zu dem diese Vernichtung stattfinden soll?
Israel will Frieden, muss sich aber notgedrungen gegen die ständigen Angriffe von Hamas, Hizbollah & Co. wehren. Hamas, Hizbollah und andere Gruppen, hinter denen mittlerweile durchgehend der Iran steht, wollen nichts als Krieg mit Israel, und zwar solange, bis Israel zerstört ist.
Also entweder besiegt Israel diese Gegner oder Israel wird eines Tages untergehen. Eine Friedenslösung sehe ich nicht. Dafür sind Hamas und Hizbollah zu fanatisch, zu kompromisslos. Alle friedlichen Lösungen Israels - der Rückzug aus Südlibanon 2001, der Rückzug aus Gaza 2005, die Auflösung zahlreicher Siedlungen - haben Israel nur geschadet, weil sie Hamas und Hizbollah beflügelt und bestärkt haben.
Melody Sucharewicz: Desaströser Auftritt in der Sendung 3nach9 zur Palästina-Frage -- Normalverkehr
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THK
Ich habe mir folgendes vorgestellt:
Eine kleine, heruntergekommene Kate in unserer gutbürgerlichen Nachbarschaft. Das Haus ist ungepflegt (kein Geld, keine Lust, wer weiß das schon…) Auf dem Rasen steht ein Schild:
„Wir werden das nächstgelegene Haus anzünden und mit unserer Gang die Herrschaft über die Straße übernehmen.“. Immer wieder fliegen Steine in das Fenster des schönen Nachbarhauses, die Kinder des Hauses trugen bereits Verletzungen davon, doch he’ nur Platzwunden.
In unserer Nachbarschaft wurde lange am Stammtisch diskutiert:
Das Schild kann man mit etwas gutem Willen überlesen; es passt zur Benneton- Werbung um die Ecke. Gegen die Steinewerfer kann man ja doch nichts machen, bestraft man die Alten in der Kate, was soll aus den dortigen Kindern werden und man hat ja noch niemanden wirklich schmeißen sehen. Außerdem wohne ich drei Häuser weiter weg. Lasst uns beten oder fernsehen: DSDS.
Natürlich verurteilen wir die Bewohner des schönen Hauses als diese, alleingelassen, sich selbst zu wehren suchen. So etwas stört die friedliche Atmosphäre unsere Gemeinschaft und außerdem: „Mussten die denn ausgerechnet so nah an die Kate bauen und dann auch noch Gardinen zu deren Seite, das provoziert doch nur“.
Zugegeben: Diese Vorstellung ist einfältig, genau wie die gegensätzliche Haltung von Herrn Scholl-Latour. Ich teile das schiere Entsetzen über das menschliche Leid in diesem Gebiet. Ich bejahe jedoch das Recht Israels, sich mit allen Mitteln zu schützen. Und wer ein anderes Land mit Raketen angreift, der beginnt einen Krieg.
Und Schuld… gottlob wohnen wir drei Häuser weiter, wir hatten doch nichts gesehen.
Johannes
Ich bleibe dabei: Gute Show (Talkshow!!).Wer mehr erwartet hat, ist selbst schuld. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas. Und die Verschwörungstheorien sind auch Schwachsinn, die Macher wollten einfach Einschaltquoten. Gaza ist nun mal Thema, also setzt man SL einer Botschafterin gegenüber und die Diskussion ist vorprogrammiert. Wenn man ehrlich ist, schaltet man doch deswegen ein und nicht wegen Anett Lousian?? Wie man hier sieht macht sich doch jeder SEINE Meinung und das ist doch gut so, oder?
Und: ein Scholl-Latour muss doch nicht in Schutz genommen werden, wenn er angegriffen wird (noch dazu von einer 26-jährigen)- das kann er doch selbst am besten und sehr redegewandt?? Wozu die Aufregung? Ich versteh´s nicht.
Die Kommentare der SL Fans hier und das hier macht mich, als heimlichen (und kritischen)SL-Fan (und Nicht-Kenner des Orients) nachdenklich:
http://www.henryk-broder.de/html/tb_scholl-latour.html
“Dem Peter seine Freunde
Das Schlimmste an Peter Scholl-Latour sind nicht seine Ansichten, sondern seine Fans. Er selber ist ein routinierter Grantler, kann aber auch charmant sein. Und er ist kein Übelnehmer. Er teilt aus und steckt ein.”
Hermann
Toller Beitrag,
dem inhaltlich nicht mehr hinzuzufügen ist.
Ich habe die tendenziöse Moderation von Frau Fried und zum Teil auch die von Herrn di Lorenzo als ein übeles Beispiel freiheitlcher fernsehrkultur empfunden.
Hier tummeln sich zwei, die auf Kosten der Fernsehgebührenzahler ihre persönliche - recht naive - Meinung zum Besten geben.
Robert Albrecht
@Till Möller, am 17. Januar 2009 um 14:58 Uh
…”Und die Moral von der Geschicht: Er wird senil - Sie merken’s nicht.”
Damit stellen Sie sich selbst ein Armutszeugnis aus. Wenn Sie allen Ernstes Fräulein Sucharewicz mit einem Peter Scholl-Latour auf eine Stufe stellen, dann beweisen Sie damit nur, daß Sie den Unterschied zwischen einem echten Gelehrten und einer intellektuellen Azubine nicht begriffen haben. Der Mann ist selbst in seinen Irrtümern noch himalayahoch größer, als der heutige deutsche Durchschnitt.
Und Ihre Diffamierung Scholl-Latours als “senil” richtet sich selbst!
Robert Albrecht
@güngör, am 17. Januar 2009 um 17:57 Uhr
Hallo Güngör, Ihre Antwort an Till Möller finde ich ganz zutreffend. Dieser verwechselt übrigens auch den klassischen christlichen Antijudaismus mit dem Antisemitismus, der als pseudowissenschaftliche Theorie jüngeren Datums und ein Phänomen der Moderne ist. Überzeugend seine Kompetenz nachgewiesen hat er damit nicht.
Thilo Pfennig
Ich habe mir die Talkshow auch noch mal angeschaut und konstatiere das Scholl-Latour 90% der Redezeit hatte geschätzt und dazu unheimlich viel simplifizierten Unsinn oder Allgemeinplätze von sich gab. Er geht nach Israel und redet da mit den Leuten: “Kinder, so könnt ihr das nicht machen” - oh weiser Mann - aber er findet einen Netanjahu gut, den man eher als rechtsaussen bezeichnen muss und er wäre auch dafür im Gaza-Streifen tabula rasa zu machen in wenigen Tagen. Leute das heisst vielleicht 10.000 Tote auf schlag. Gleichzeitig kritisiert er Israel das sie nicht mit der Hamas redet (was ja nicht stimmt, denn schließlich gab es einen Waffenstillstand zwischen beiden Parteien)
Und REDEN … ohne zu sagen über was. Dann hat er noch behauptet das es heutzutage in Kriegen mit Söldnern nur um die Wirtschaft gehe, was früher nicht der Fall war. Er selbst ist ehemaliger Kämpfer der französischen Fremdenlegion und hat somit selbst Hand angelegt - und so einer soll hier Friedensapostel ernst genommen werden? SL meint also das Spanien und Portugal keine wirtschaftlichen Interessen an Kolonien in Südamerika oder Asien hatten. Er vergisst dabei das Wirtschaftsinteressen gerade im Kolonialismus IMMER im Mittelpunkt standen. Sicher gab es da auch noch den Missionsgedanken, aber der war nachrangig.
Ich stimme Kritikern der Sendung nur zu, das man einen alten, senilen, selbstgefälligen Mann manchmal vor sich selber schützen sollte. Auch wenn er auf Werbetour ist für sein neues Buch. Und ich weiss gar nicht wie so viele, die ihn für weise halten das beurteilen wollen, wenn sie sich selber als geringer wissend einstufen - dann habt ihr ja gar nicht die Kompetenz dazu ihn zu beurteilen!? Oder geht ihr danach wie selbstbewusst und voreingenommen jemand auftritt.
Mein Vorschlag: Auftrittsverbot für Scholl-Latour im deutschen Fernsehen - so einen mist muss man sich nicht geben. Von Differenzierung ist bei ihm keine Spur - das versucht er immer nur dadurch zu verwischen, das er eben das anderen vorwirft, die einfach nur nicht seiner Meinung sind.
Robert Albrecht
@Christine, am 17. Januar 2009 um 18:12 Uhr
“Komisch finde ich, das in keinem Medium heute über diese Sache berichtet wird. Liegt es daran, dass die Sendung gestern zu spät für einige Tageszeitungen von heute lief?”
Ja, gute Frage! Mir scheint auch, wie Einigen hier, dass das mit unserer weitgehend konformistischen Presselandschaft zu tun haben könnte. Melodys Auftrittchen ist nach hinten losgegangen, also lieber totschweigen…
Mann könnte lachen, wenn es bei alledem nicht um Leben und Sterben ginge…
Robert Albrecht
@M.Gebhardt, am 17. Januar 2009 um 19:25 Uhr
“Ich bin gestern rein zufällig bei 3nach9 gelandet und mußte verweilen, weil Peter Schollatour zu Gast war. Es war schon bezeichnend, mit welcher Selbstsicherheit historisch ungebildete Leute versuchten, die Arbeit eines Journalisten zu beurteilen, der über Jahrzehnte hinweg an vielen Brennpunkten dieser Welt unterwegs war. Uns “Vorwendlern” aus der DDR sind beispielsweise die objektiven Berichterstattungen aus den Zeiten des Vietnam-Krieges in bester Erinnerung.”
Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen! Und auch wenn PSL das amerikanische Vietnam-Debakel realistisch beurteilt und seinen Ausgang fast als Einziger richtig prognostizierte, so konnte man gerade ihn doch nich als Antiamerikaner oder Gegner des Westens abstempeln. Das Gegenteil war und ist wahr! In Sachen Israel-Palästina ist es ebenso.
“Empfehlenswert für beide Frauen- und nicht nur für diese- wäre die Beschäftigung mit dem Buch “Die ethnische Säuberung Palästinas” von dem israelischen Historiker Ilan Pappe. Das, was Israel heute als Kulturtat hinstellt, nämlich die Urbarmachung des Heiligen Landes, fand schon in den Reden Ben Gurions von 1938 seinen Ausdruck, wo er bekannte, daß er in Zwangsumsiedlungen der Palästinenser gar nichts Unmoralisches entdecken kann. Damit wurde noch während des britischen Mandats begonnen; 800000 Palästinenser auf der Flucht, deren Dörfer und Städte vorher dem Erboden gleichgemacht wurden.”
Danke für den Hinweis. Auch Professor Michael Wolfsohn spricht aufrichtig über diese Schattenseiten der israelischen Geschichte. Einen solchen Mann hätte man Scholl-Latour zur Seite stellen können!
Jeeves
Alles Quatsch. Wirklich schlimm war nur Herr Kunze. Zack!
Tina
@ Stefan: einige Korrekturen an Ihren Ausführungen:
“3) Die junge Wahl-Israelin vertrat die Sichtweise vermutlich nahezu aller Israelis, nicht bloß - wie viele hier schreiben - des israelischen Militärs oder der israelischen Hardliner. Es wäre jetzt zu viel verlangt, den gesamten Nahost-Konflikt aufzuarbeiten, nur so viel für alle Unwissenden hier:
- Israel ist nicht völkerrechtswidrig gegründet und es wurden auch keine Palästinenser vertrieben. Die Juden begannen schon vor 1900, das Land zu besiedeln und haben dazu den dort vereinzelt lebenden Arabern Land abgeKAUFT. Abgekauft, nicht geklaut. Das Land ist später völkerrechtlich verbindlich von der UN (!) geteilt worden. Direkt nach dem Tag der Staatsgründung Israels haben die Araber allerdings einen Krieg mit dem Ziel der Vernichtung Israels geführt. Erst danach gab es einzelne “Vertreibungen” - der Großteil der Palästinenser ist allerdings lediglich vor den Israelis geflohen, weil sie aufgrund der eigenen Propaganda überzeugt waren, es gäbe Gräueltaten.”
Hallo Stefan.
Leider fangen Sie Ihren obigen Artikel bereits ziemlich arrogant an, sehr schade. Warum nur?
Beschuldigen andere, keine Ahnung zu haben, scheinen aber selbst weit davon entfernt zu sein. Besonders verblüfften mich die Aussagen, wie ich sie oben zitiere.
- Sie sagen “vertritt die Sichtweise vermutlich nahezu aller Israelis”. Was ist denn das für eine Aussage? Entweder oder. Und Sie vermuten nur. Dann lassen Sie es sich gesagt sein: nein, es gibt sehr viele Israelis, die die staatliche Politik verdammen und sich andere Lösungen wünschen, die sehr viel Verständnis für die Probleme der Palästinenser haben. Und nur sehr wenig Verständnis für die Siedler haben.
- Sie sprechen davon, dass Israel nicht völkerrechtswidrig gegründet wurde. Vielleicht sollten Sie sich ein wenig mehr mit dem Völkerrecht in historischer Hinsicht beschäftigen - das damalige Völkerrecht wurde von bestimmten Nationen mit Wirkung für bestimmte Nationen verwendet. Es galt nicht für alle Nationen in gleichem Maße. “Zivilisiert” ist hier ein Stichwort.
- Sie sagne: “Die Juden begannen schon vor 1900, das Land zu besiedeln und haben dazu den dort vereinzelt lebenden Arabern Land abgeKAUFT. ”
Korrektur: Palästinensern wurde, u.a. forciert durch das britische Potektorat, Land abgekauft, zu einem Schleuderpreis. Sie konnten es dann u.a. zurückpachten, für einen unangemessen hohen Preis, so dass sie es sich nicht leisten konnten und abwandern mussten. Oder sich verdingen. Es war also ein Ausverkauf, und es lebten nicht nur vereinzelt Araber auf dem Gebiet des heutigen Israels.
Ein bisschen mehr Hintergrundwissen schadet nicht, wenn man so in die Welt schreit…
Dr. Klaus Beckmann
Regierungen haben sich damit abgefunden, von den Regierten kritisiert zu werden (in der arabisch-muslimischen Welt dauert es damit freilich stellenweise noch etwas), selbst der Papst wird von manchen Katholiken kritisiert - nur Kritik am “Welterklärer” S.-L. scheint ein grundstürzendes Verbrechen zu sein. Ein “übles Beispiel freieitlicher Fernsehkultur” sei da gegeben worden (eine Formulierung, die man sich merken sollte!), einem “echten Gelehrten” wurde furchtare Schmach angetan…
In meinen Augen ist einfach das geschehen: S.-L. ist mit seiner einseitigen Beurteilung der Lage im Israel-Hamas-Konflikt (angefangen bei der Behauptung, die Hamas habe fast keine Waffen - an Zynismus gegenüber den Bewohnern Sderots wohl kaum überbietbar!) an eine Gesprächspartnerin geraten, die sachlich entgegnen konnte und ihn rhetorisch zu meistern wusste. So etwas passiert im freiheitlichen (!) Diskurs. Wer sich damit nicht abfinden kann, blamiert sich indes nur, wenn er, statt bessere Argumente für seine Position zu suchen oder die Position zu revidieren, wüste Beschimpfungen gegen die Moderatoren loslässt, Verschwörungstheorien über die “Schulung” der jungen Israelin ausbrütet oder ankündigt, die freien Medien fortan boykottieren zu wollen.
S.-L. hatte jede Chance, seine Position im Dialog darzustellen und durch nachvollziehbare Argumente zu stützen. Dass er beleidigt darauf verzichtete und sich “in eine Falle gelockt” sah, spricht für sich. Das gilt meiner Ansicht nach auch für das Nachkarten seiner Fans in dieser Diskussion.
Karl-Heinz Völker
Thilo Pfennig schrieb
“Mein Vorschlag: Auftrittsverbot für Scholl-Latour im deutschen Fernsehen ”
Danke für Ihre offenen Worte
Stefan
@Tina:
Ich habe nicht arrogant begonnen, sondern verärgert über so viel plumpe Unwissenheit. Und dass es Unwissenheit ist, die viele Leute hier im Forum antreibt und in ihren falschen Ansichten bestärkt, werden Sie ja wohl kaum ernsthaft bestreiten wollen, oder?
Zu Ihren Anmerkungen:
- Völkerrecht ist immer im Wandel. Trotzdem ist unstrittig, dass am 29. November 1947 die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit für den Teilungsplan stimmte. Somit war die Gründung Israels nicht völkerrechtswidrig. Mehr gibt es dazu aus rechtlicher Sicht nicht zu sagen. Falls Sie mir das nicht glauben, fragen Sie Völkerrechtler.
- Der Staat Israel wurde direkt nach der Gründung von zahlreichen Staaten anerkannt, übrigens zwei Tage nach Gründung sogar von der Sowjetunion. Nur mehrere arabische Staaten - Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien - erkannten Israel nicht an, sondern erklärten ihm noch in der Gründungsnacht den Krieg. Mit diesem und den folgenden Kriegen begann die Tragödie der Palästinenser.
- Korrekt ist, dass das Land zu niedrigen Preisen gekauft wurde. Es handelte sich ja größtenteils auch um karge Wüstenstriche und die Araber waren teilweise heilfroh, dass sie das Land zu einem guten Preis los geworden waren. Die Juden bewirtschafteten das Land in der Folge so erfolgreich, dass es erblühte. Aber das ist eben Pech derer, die nicht fähig gewesen waren, selbst ordentlich Landwirtschaft zu betreiben, und das Land deshalb verkauft hatten. - Festzuhalten bleibt, dass das Land nicht geraubt wurde, wie vielfach immer wieder fälschlich behauptet wird, oder dass Palästinenser vertrieben wurden, sondern dass das Land abgekauft wurde.
- In den Gesamtkontext gehört auch, dass der Großmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, von Adolf Hitler in Berlin empfangen wurde. Er plante die Ermordung der im arabischen Raum lebenden Juden und erhielt dafür die Unterstützung durch Adolf Hitler. Bis heute ist Hitler im arabischen Raum hoch angesehen, auch Deutsche werden regelmäßig zu ihren damaligen “Erfolgen” im “Kampf” gegen die Juden beglückwünscht.
- Dass das Land (Palästina) vor der jüdischen Besiedelung nicht stark besiedelt war, ist ein historisches Faktum und lässt sich Geschichtsbüchern entnehmen. Bitte informieren Sie sich. Es steht im Übrigen sogar bei Wikipedia, was zwar keine sonderlich seriöse Quelle sein mag, aber dennoch von mir zitiert sein soll: “Während der osmanischen Herrschaft ist Palästina nur dünn bevölkert und stagniert wirtschaftlich. Von der Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts gehen Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aus. In den folgenden Jahrzehnten wandern – auch deshalb – viele weitere Menschen, Juden wie Araber, in Palästina ein.”
Lukas Lehmann
@ Stefan: hier eine Quelle, die die Angaben gleich auf Seite 1 bestätigen: Mallmann/Cüppers, Halbmond und Hakenkreuz. Das “Dritte Reich”, die Araber und Palästina. http://www.amazon.de/Halbmond-Hakenkreuz-Dritte-Araber-Pal%C3%A4stina/dp/3534197291
Klaus-Michael Mallmann, geb. 1948, ist Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg und Professor für Neuere Geschichte in Stuttgart. Bei der WBG erschienen von ihm zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt: »Karrieren der Gewalt«, »Genesis des Genozids« und »Deutsche, Juden, Völkermord«. Martin Cüppers, geb. 1966, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle Ludwigsburg. Bei der WBG erschien zuletzt »Wegbereiter der Shoah«.
aysche sener
@Lukas Lehmann zu ihrer Quelle kann ich nur sagen “Papier ist geduldig” und jeder kann in jede Richtung forschen und viel Blödsinn verbreiten.
jürgen probst
ES MAG ALLES ZUTREFFEN ICH SCHREIBE HIER MEINEN ZWEITEN KOMMENTAR
NUR ZUR INFORMATION ICH KRITISIERE NICHT DAS LEBENSWERK VON ICH SCHREIBE DEN NAMEN AUS NICHT WIE ANDERE DIE ABKÜRZEN WEIL SIE SICH NUR WICHTIG MACHEN WOLLEN IM NAMEN IHRER MACHENSCHAFTEN ICH SCHREIBE HERR PETER SCHOLL-LATOUR SONDERN NUR IN DIESEM SPEZIELLEN KONFLIKT SEINE EINSEITIGE PARTEINAME. ES IST DOCH EINE TATSACHE DAS ES NUR FRIEDEN GEBEN KANN WENN EIN STATUS QUO EREICHT WIRD WO ALLE STAATEN AUF HEUTIGEM STAND FESTGELEGT WIRD WENN MAN SO NACHTRAGEND IST WIE HAMAS UND AEHNLICHE WIR ES IMMER SO WEITERGEHEN ISRAEL IST NICHT ZU SCHLAGEN UND HAMAS WIRD NIE SO STARK SEIN UM ISRAEL ZU BSIEGEN.MAN SOLLTE GRENZEN FESTLEGEN UND DAS VERTRAGLICH FESTLEGEN.IM MOMENT SEHE ICH DAS SEIT DEM ZWEITEN WELTKRIEG STÄNDIG ISRAEL ALS DER BÖSE DARGESTELLT WIRD SOWIE ISRAEL IMMER SCHULD IST UND DIE PÄLESTINENSER IMMER ALS UNBEWAFFNETE OPFER DARGESTELLT WERDEN OBWOHL SIE AUCH z.B PHOSPORBOMBEN ODER ICH KENNE NICHT DIE GENAUE BEZEICHNUNG GEGEN ISRAEL EINGESETZT HAT.ES HABEN VIELE VORGESCHLAGEN AUFTITTVERBOT FÜR HERRN PETER-SCHOLL-LATOUR DAS FINDE ICH NICHT ANGEMESSEN.ES HERSCHT IN DEN MEDIEN MEINUNGSFREIHEIT FÜR BEIDE SEITEN. ABER DIE HAMAS HERSCHT NICHT IN DEN MEDIEN AUCH NICHT ISRAEL ABER DIE TATSACHEN DIE EHER FÜR ISRAEL SPRECHEN ABER MAL SEHEN WIE LANGE DER WAFFENSTILLSTAND HERSCHT.
Robert Albrecht
@Karl-Heinz Völker, am 18. Januar 2009 um 17:54 Uhr
“Thilo Pfennig schrieb
´Mein Vorschlag: Auftrittsverbot für Scholl-Latour im deutschen Fernsehen´.
Danke für Ihre offenen Worte”.
Aha, soweit sind wir schon: Schamlos wird nach Zensur gerufen, Freiheit soll nicht die Freiheit der Andersdenkenden, sondern nur noch die der Konform-”Denkenden”. Nur das das dann keine Freiheit mehr ist. Bitte denken Sie mal darüber nach, werte Herren Völker und Pfennig!
David Steinbrück
Melody Sucharewicz ist eine moderne jüdische Esther, die charismatisch aber ohne sachliche Argumentation von den Systhemmedien aufgebaut wird die Massen zu manipulieren. In den Medien wird heute nicht mit Fakten und Hintergründen argumentiert, sondern mit Populismus-und dafür braucht man Popstars( siehe Obama)! Erfreulich ist nur, dass so viele Zuschauer mitdiskutieren wollten. Die Masse lässt sich offensichtlich doch nicht so leicht gleichschalten.
Stefan
@Aysche Sener: Dass der Großmufti von Jerusalem bei Adolf Hitler war und von dessen Plänen zur “Endlösung der Judenfrage” lernen wollte, ist historisch belegt und kein Blödsinn.
Bis heute liegen in vielen arabischen Ländern (Ägypten, Iran etc.) in den Buchläden “Mein Kampf” aus, im Kinderprogramm des Fernsehens laufen antisemitische Filmchen und einem deutschen Touristen wird begeistert gedankt - für die historischen Erfolge im Kampf gegen die Juden. Das alles ist kein “Blödsinn”. Informieren Sie sich gefälligst, bevor Sie andere Leute abkanzeln.
aysche sener
@ Stefan: Ja - und???
Was genau wollen - Sie damit sagen?!
Wenn Sie danach suchen , werden Sie auch in Deutschland solche Bücher, Filmchen und dergleichen finden.
Sie sollten wissen, dass Antisemitismus und Nationalsozialismus nach wie vor ungelöste Probleme sind und es in Deutschland sogar eine, mit Steuergeldern finanzierte Partei gibt, die antisemitisch und nationalsozialistisch eingestellt ist.
sibel
@ Stefan
Beim lesen ihres Kommentars hat sich mir die Frage gestellt ob sie damit das Unrecht welches Israel momentan begeht rechtfertigen wollen, dass es Unrecht ist Menschen zu töten, Bomben zu werfen und den Transport von Hilfsgütern zu blockieren sollte auch ihnen einleuchten.
aysche sener
Ein geschehenes unermessliches Unrecht wie die Vertreibung und Tötung von Millionen Juden rechtfertigt nicht, dass die Nachfahren von diesen Menschen, denen Schlimmsten angetan wurde - heute andere Menschen - Morden und vertreiben, Massaker anrichten und dann auch noch dieses schwere unmoralische Vorgehen mit “Selbstverteidigung ” rechtfertigen. Völkermord lässt sich mit nichts entschuldigen!
Thomas Sievers
Die Sendung offenbarte, was 3 nach 9 seit langen Jahren schon ist. Seichte, belanglose Unterhaltung, mit zwei Moderatoren, die völlig überfordert sind, sobald es zu ernsthaften Themen kommt.
Die geradezu groteske Art und Weise, wie besonders eine völlig überforderte Frau Amelie Fried in dieser Situation einen honorigen und in der Sache vollkommen überzeugend erklärenden Peter Scholl-Latour veralberte ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Amelie Fried kann ich mir gut in der ARD mittags beim ARD-Buffet vorstellen. Zu mehr reicht es in meinen Augen wahrlich nicht.
Schön die Zeiten, als die NDR-Talkshow und 3nach9 noch mit hochkarätigen und professionellen Moderatoren und Themen besetzt waren. Sie sind es heute nicht mehr wert, gesehen zu werden.
willi book
Danke für den Artikel. Ich habe mir gerade die Aufzeichnung angesehen und war entsetzt über soviel Inkompetenz und dummes Geschwätz der beiden Moderen. Mittlerweile kann ich nicht mehr höre, wie in allen möglichen Medien der Konflikt auf einen Kampf Israels gegen eine - na ja gewählte Regierung, aber wen interssiert’s- terroristische Hamas reduzieren und einfach 60 Jahre Verteibung ausblenden. Der arme Scholl -Latour konnte wenigstens noch darauf hinweisen, dass die Einegesperrten Palästinenser verrückt werden in den besetzte Gebieten ohne irgendeine Perspektive. Soviel Dummdreistigkeit und Selbsgerechtigkeit wie sie die Wahlisraelitin an den Tag legte ist schwer zu ertragen. Zahlen wir GEZ - Gebühren, um uns Israelische Propaganda von sogenannten “Botschafterinnen” und uninformierten Studiogästen anzuhören? Kompliment an an Scholl-Latour, dass er dageblieben ist;wäre er aufgestanden und gegangen hätte ich ihm das nicht übel genommen. Die Sendung hat den Untertitel “Unterhaltung zum Mitdenken”. Das ist auch erforderlich die Moderatoren tun es nämlich nicht.
Karl-Heinz Völker
Herr Albrecht,
ich finde Herrn Pfennigs Forderung so unmöglich wie Sie.
Ich unterstütze seine Forderung natürlich NICHT.
jürgen probst
Dritter Kommentar mir wird vorgeworfen die angeblich !einseitgen! greueltaten zu verharmlosen tatsache ist doch das beide seiten greueltaten begangen haben und das nur die greueltaten von der israeischen armee in gaza kritisiert werden und nicht die der palestinenser.Wenn man seit fast 10 jahren mit raketen beschossen wird hätte selbst Deutschland bezogen auf einen raketenbeschuss wieder militär eingesetzt das ist freillch nur ein vergleich ich will nur sagen keiner lässt sich das auf dauer gefallen.Bin mal gespant auf die versteckten Kommentare bestimmter gruppen.
Karl-Heinz Völker
Hallo, Herr Probst,
noch immer nicht jedes Haus in Gaza eingeebnet?
Tipp: mit einer kleinen “Melody” auf den Lippen geht’s wohl besser :-)
Und machen Sie mal einen Punkt, dann ist Ihr Elaborat leichter lesbar.
aysche sener
Deutsche Juden und Jüdinnen sagen NEIN zum Morden der israelischen Armee
Nach einer 18 Monate währenden Blockade, nach systematischer und umfassender Bombardierung eines unentrinnbar umschlossenen Landstreifens, der mit 1,5 Millionen Menschen der dichtest besiedelte Raum der Welt ist,
nach einem Blutbad, das über 1000 Menschen in den Tod gerissen, Tausende schwer verletzt und die gesamte Bevölkerung von Gaza traumatisiert hat, nach den unsäglichen Zerstörungen, die seit dem 27. Dezember die Weltöffentlichkeit täglich entsetzen, - nach all diesem gibt es immer noch Stimmen, die diese Maßnahmen Israels als gerechtfertigt, human und notwendig bezeichnen.
Wir sind über diese Unmenschlichkeit erschüttert.
Dass das europäische Judentum Opfer eines von Deutschland verübten mörderischen Unrechts wurde - gibt dies nun dem jüdischen Staat das Recht, Anderen Unrecht zu tun? Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung unserer jüdischen Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm einfällt?
Wir appellieren an die deutsche Regierung darauf hinzuwirken, dass die EU-Kommission dem Morden in Gaza ein Ende setzt. Der Schlüssel zu einem Ende des Bombardements von Gaza und der erdrückenden jahrelangen Blockade Gazas durch Israel liegt bei der EU. Es gibt keine Alternative zu Verhandlungen mit Hamas, denn dies ist die gewählte Vertretung der Palästinenser. Hamas benutzt terroristische Methoden, aber das tut die gewählte Vertretung Israels auch, und zwar hundertfach effektiver.
Israel kann durch Abschreckung nur einen Pyrrhusfrieden erzielen. Durch Verhandlungen über eine gerechte Lösung für die Palästinenser, ein Ende der Besiedlung der West Bank und der Blockade Gazas hätte Israel schon längst maximalen Schutz für die eigene Bevölkerung herstellen können: Einen dauerhaften Frieden. Dahin muss die internationale Gemeinschaft Israel bringen.
***
Galit Altshuler, Asaf Angermann, Esther Bejarano, Stacey Blatt, Prof. Dr. Michal Bodemann, Dr. Eliav Brand, Prof. Dr. Almut Sh. Bruckstein-Çoruh, Elias Davidsson, Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, Hedy Epstein, Ursula Epstein, Ilil Friedman, Ruth Fruchtman, Iris Hefets, David Hooly, Dr. Jean Joseph Lévy, Jonathan Kaiser, Michal Kaiser-Livne, Dr. Kate P. Katzenstein-Leiterer, Felicia Langer, Mieciu Moshe Langer, Dr. Edith Lutz, Abraham Melzer, Petra Mendelsohn, Moshe Perlstein, Prof. Dr. Fanny Michaela Reisin, Michael Riese, Prof. Dr. Paulr. Rolf Verleger, Dr. Susan Winnett
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Geschrieben von Daniel Neun in Politik um 12:09 | Kommentar (1)
Satire
Gute kämpfen gegen Böse.
Politische Haltungen wie im Märchen -
wenn das Völkerrecht mal wieder auf dem Kopf steht.
Wer sind die Guten?
Na Deutschland und seine Freunde. Wer sonst?
Sind die etwa nicht die die überlegene Ras… äh Kultur?
Überfallen Gute andere Völker?
Nein. Gute befreien andere Völker vom Bösen.
Besetzten und vertreiben Gute andere Völker?
Nein. Gute bringen Freiheit und Demokratie.
Vertrieben werden nur die Bösen.
Das Recht dazu nehmen sich die Guten immer aus ganz alten Märchenbüchern.
Schlagen die Guten völkerrechtlich legalen Widerstand nieder?
Nein. Die Guten führen Krieg gegen böse Terroristen und üben Selbstverteidigung.
Verüben die Guten selbst Terroranschläge und beschuldigen die Bösen, um Vorwände für lange geplante Kriege zu haben?
Nein. Manchmal müssen die Guten das eigene Volk belügen, um einem Angriff der Bösen zuvorzukommen.
Bringen die Guten auch Kinder um?
Nein. Die Guten treffen nur menschliche Schutzschilde, oder zukünftige böse Terroristen.
Beten die Guten?
Ja. Ihre heiligen Götter heißen Dividende, Rendite und Profit.
Deshalb sind die meisten Bösen so arm?
Ja, weil sie nicht beten.
Gibt es Menschen die das alles für Verbrechen, Betrug und Mord halten?
Ja leider, die sind alle verrückt oder total böse.
War die politische Haltung schon einmal so gut wie jetzt?
Ja, das was 1939.
Darf man das denn vergleichen?
Nein, natürlich nicht. Das waren doch die Bösen.
Wer das vergleicht ist böse.
Wer bestimmt wer böse ist?
Die Guten.
So steht im Völkerrecht.
#1 yellowbay am 18.01.2009 11:14
Hier der Link dazu für alle, die weiterlesen möchten.
http://www.radio-utopie.de/2009/01/17/Deutsche-Juden-und-Juedinnen-sagen-NEIN-zum-Morden-der-israelischen-Armee
Stefan
@Aysche: Ja, in Deutschland gibt es zwei oder drei weithin geächtete Parteien, die antisemitisch sind. In vielen arabischen Ländern ist Antisemitismus - gerne auf Israel bezogen - hingegen weitgehend normal. Das ist der Unterschied.
Zitat Aysche: “Ein geschehenes unermessliches Unrecht wie die Vertreibung und Tötung von Millionen Juden rechtfertigt nicht, dass die Nachfahren von diesen Menschen, denen Schlimmsten angetan wurde - heute andere Menschen - morden und vertreiben, Massaker anrichten und dann auch noch dieses schwere unmoralische Vorgehen mit “Selbstverteidigung ” rechtfertigen. Völkermord lässt sich mit nichts entschuldigen!”
Bitte, liebe Aysche: Wo und wann hätten denn die Israelis andere Menschen gemordet und vertrieben oder Massaker, gar Völkermord angerichtet? Das wäre der erste Völkermord in der Geschichte, bei dem sich die Ermordeten munter vermehren, denn schließlich ist das Gaza-Problem nur deshalb so eklatant, weil die Palästinenser immer und immer mehr werden. Die Geburtenrate ist extrem hoch. Ich weiß nicht, woher diese absurden Beschuldigungen kommen. In allen Kriegen, die Israel führen MUSSTE - nicht wollte! -, hat es darauf geachtet, die Zivilbevölkerung zu schonen. So wurden Flugblätter abgeworfen, auch in Gaza jetzt wieder, die Menschen wurden angerufen oder ihnen wurden SMS geschrieben mit der Warnung, demnächst gebe es bei ihnen ein Bombardement einer nahen Hamas-Einrichtung und sie mögen sich bitte in Schutz begeben. Das ist ein bislang einmaliger Vorgang in Kriegen, dass die Zivilbevölkerung des Gegners vor Angriffen gewarnt wird! Und da kann man nun wirklich nicht von “Völkermord” oder “Massakern” sprechen. Trotz zahlloser Luftangriffe sind in dem aktuellen Gaza-Krieg “nur” ca. 1000 Menschen gestorben (laut palästinensischen Angaben). Das ist für Luftangriffe, noch dazu in einem so stark und dicht besiedelten Gebiet wie dem Gaza-Streifen, eine sehr geringe Zahl.
Also reden Sie bitte nicht so dumm (oder bösartig?) von einem “Völkermord” daher. Wissen Sie denn nicht, was ein “Völkermord” ist? Israel hat die Mittel, einen solchen Völkermord tatsächlich durchzuführen, und wäre das das Ziel Israels, dann wären nicht tausend Menschen gestorben, sondern hunderttausende. Und dann würden die kriegerischen Handlungen so lange weitergehen, bis alle Palästinenser tot wären. DAS ist Völkermord. So sind die Nazis im besetzten Polen vorgegangen. (Übrigens haben die Polen damals trotzdem nicht angefangen, Raketen auf die deutsche Zivilbevölkerung abzuschießen oder Selbstmordattentate durchzuführen. Warum nicht? Jedenfalls hätte die SS gnadenlos gewütet, wenn das durchgeführt worden wäre. Vermutlich gäbe es dann heute keine Polen mehr.)
Schlussfolgerung: Israel verhält sich in Reaktion auf die dauernden Angriffe vergleichsweise human und zurückhaltend.
———-
@sibel:
Zitat: “Beim Lesen ihres Kommentars hat sich mir die Frage gestellt, ob Sie damit das Unrecht, welches Israel momentan begeht, rechtfertigen wollen; dass es Unrecht ist, Menschen zu töten, Bomben zu werfen und den Transport von Hilfsgütern zu blockieren, sollte auch ihnen einleuchten.”
Ich weiß nicht, was Sie damit sagen wollen. Natürlich ist es schlimm, wenn Menschen sterben, und es wäre weiß Gott besser, wenn niemand sterben müsste. Aber es ist durchaus gerechtfertigt, dass Israel dies tut. Meinen Sie, dass es niemals gerechtfertigt wäre, andere Menschen zu töten? Was ist mit Notwehr? Als die Alliierten 1944 an der Normandie anlandeten und zugleich mit Fliegern deutsche Städte bombardierten, starben Millionen deutsche Menschen. War das aber angesichts der Gräueltaten der Wehrmacht und der SS, angesichts der Konzentrationslager, angesichts von Massenmord und Vergasung nicht gerechtfertigt, um die Nazidiktatur zu beseitigen?
Es kann durchaus gerechtfertigt sein, Menschen zu töten, auch wenn es fürchterlich ist, dass Menschen gewaltsam sterben müssen. Aber wenn Sie das nicht einsehen wollen, müssen Sie schon sagen, welche Alternative Israel denn hätte? Die Menschen in Südisrael lebten seit drei Jahren in ständiger Angst, weil täglich Katjuschas einschlugen, später auch noch bessere Raketen. Diese Raketen feuerte die Hamas ab, OBWOHL Israel sich bereits 2005 aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hatte und die Menschen aus dem Gaza-Streifen in Israel arbeiten konnten. Die Israelis, die in ständiger Angst lebten, verlangten von der Regierung ein Einschreiten gegen diese Raketenangriffe. Selbst linke Pazifisten in Israel verlangten irgendwann ein militärisches Vorgehen, weil sie sich von der Hamas - der Israel große Zugeständnisse gemacht hatte - verarscht fühlten.
In Deutschland, wo es ruhig und friedlich ist, lässt es sich vom heimischen Sofa aus immer leicht reden. Aber stellen Sie sich vor, Deutschland sei so groß wie Hessen, hätte ca. 6 Millionen Einwohner und würde von einem benachbarten Gebiet von der Größe Hamburgs seit Jahren ständig mit Raketen beschossen, von Menschen, die Hessen abgrundtief hassen und - wenn sie könnten - alle Hessen sofort umbringen würden. In der Charta dieser Leute stünde drin, dass es keine Friedensverhandlungen mit den Hessen geben könne und dass erst dann Frieden eintreten würde, wenn alle Hessen tot seien. Meinen Sie nicht, dass die hessische Bevölkerung von ihrer Regierung Schutz gegen diese Raketenangriffe verlangen würde? Meinen Sie nicht, dass das hessische Militär schließlich Maßnahmen zum Schutz angehen würde?
Manfred Stiegel
Hallo Leute,
es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Bitte nachlesen: http://www.zeit.de/online/2009/04/gaza-krieg-israel-sackgasse
Ein Artikel von ZEIT.online! Hier hat wohl dL keinen Einfluss ausüben können!
Viel Freude!
kolja
ich fand Ton und Mimik der Madame Melody zutiefst anmaßend und unangebracht und konnte nicht verstehen, dass Sie nicht mehr Contra bekommen hat.
Offensichtlich war für mich, dass Melody sich einfach zu gerne selbst reden hört, anscheinend aber nicht bemerkt, dass Sie mit ihrer Oberstufen-Mentalität schlichtweg nicht ernstzunehmen ist.
Als Herr S.L. ihre Diskussionsansätze als dilletantisch bezeichnete, konnte ich ihm nur innerlich applaudieren.
Stefan
Bernard-Henri Lévy:
Da ich kein Militärexperte bin, werde ich davon absehen, der Frage auf den Grund zu gehen ob, die israelischen Bomben auf Gaza zielsicherer, vielleicht auch weniger intensiv hätten abgeworfen werden können. Während Jahrzehnten war ich nicht in der Lage, zu bestimmen, welche Tat gut und welche schlecht ist, ich konnte – um mit Camus zu sprechen – nicht zwischen den «verdächtigten Opfern» und den «privilegierten Scharfrichtern» unterscheiden. Dessen ungeachtet beunruhigen mich die Bilder von den getöteten palästinensischen Kindern aufs Äusserste.
Nachdem wir dies festgehalten haben, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass gewisse Medien einmal mehr von den Wogen des Wahnsinns fortgetragen werden, wie dies stets geschieht, wenn Israel in die Sache verwickelt ist, möchte ich an gewisse Fakten erinnern:
1. Keine Regierung der Welt, kein anderes Land als das diffamierte, durch den Dreck gezogene und dämonisierte Israel, hätte es toleriert, dass Jahr um Jahr Tausende von Raketen auf seine Städte fallen. Das Bemerkenswerteste an der ganzen Sache, die wirkliche Überraschung ist nicht Israels «Brutalität», sondern im wahrsten Sinne des Wortes seine Zurückhaltung.
2. Die Tatsache, dass die Kassem- und Grad-Raketen der Hamas so wenige Todesopfer gefordert haben, beweist nicht, dass sie amateurhafte oder nicht offensive Waffen sind, sondern viel eher, dass die Israeli sich schützen, dass sie versteckt in den Kellern und Luftschutzbunkern ihrer Häuser leben: eine angespannte Albtraum-Existenz, den Klang von Sirenen und Explosionen in Ohr. Ich war in Sderot; ich weiss es.
3. Die Tatsache, dass umgekehrt israelische Granaten so viele Opfer fordern, bedeutet nicht, wie es in Protesten zornig behauptet wird, dass Israel in ein «vorsätzliches» Massaker verwickelt ist. Vielmehr haben die Führer in Gaza die gegenteilige Haltung als die Israeli gewählt und setzen ihre Bevölkerung in altbekannter Manier als «menschliche Schutzschilde» ein. Das heisst, die Hamas installiert, wie vor zwei Jahren schon die Hizbollah, ihre Kommandozentralen, Waffenlager und Bunker in den Kellergewölben von Häusern, Spitälern, Schulen und Moscheen. Abscheulich, aber wirksam.
4. Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen den kämpfenden Parteien, den alle eingestehen müssen, die eine «korrekte» Vorstellung der Tragödie erhalten wollen – und von den Mitteln, um diese zu beenden: Die Palästinenser eröffnen das Feuer auf Städte oder in anderen Worten auf Zivilisten (was laut internationalem Gesetz ein «Kriegsverbrechen» ist); die Israeli nehmen militärische Objekte ins Visier und verursachen, ohne dies zu beabsichtigen, schreckliche Verluste unter Zivilisten (was in der Kriegssprache «Kollateralschäden» genannt wird, und was, so grässlich es auch sein mag, auf eine echte strategische und moralische Assymetrie hinweist).
5. Weil wir das Tüpfelchen aufs i zu setzen haben, werden wir einmal mehr an
eine Tatsache erinnern, über welche die französische Presse überraschenderweise selten berichtet, obwohl mir keine anderen Präzedenzfälle aus anderen Kriegen oder von irgendeiner anderen Armee bekannt sind: Während der Luftoffensive kontaktierte die israelische Armee regelmässig Einwohner des Gazastreifens, die in der Nähe von militärischen Objekten leben, und forderte sie zur freiwilligen Evakuierung auf. Nach Angaben eines israelischen Ministers wurden zu diesem Zweck 100 000 Telefonanrufe getätigt. Klar ist, dass dies nichts an der Verzweiflung von Familien ändert, deren Leben in dieser Hölle auseinandergebrochen ist. Dennoch ist dieses Detail nicht ganz bedeutungslos.
6. Schliesslich zur berühmten totalen Blockade, die angeblich über hungrige Menschen verhängt wurde, denen es an allem fehlt in dieser «präzedenzlosen» humanitären Krise: Auch das ist faktisch nicht korrekt. Seit Beginn der Bodenoffensive passieren pausenlos humanitäre Konvois den Übergang Kerem Shalom. Laut «New York Times» sind am 31. Dezember – an einem einzigen Tag – fast 100 Lastwagen mit Nahrungsmitteln und Medikamenten in den Streifen gefahren. Und ich erwähne, nur um die Erinnerung an die Tatsache zu bewahren (denn das ist selbstverständlich, doch wäre es vielleicht besser, es effektiv immer wieder zu sagen …), dass israelische Krankenhäuser, sogar jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, fortfahren, täglich verwundete Palästinenser aufzunehmen und zu pflegen.
aysche sener
@Stefan
Zitat: “Es kann durchaus gerechtfertigt sein, Menschen zu töten, auch wenn es fürchterlich ist, dass Menschen gewaltsam sterben müssen.” Ja, diese Meinung teilten bestimmt viele mit Ihnen!
Z.B. alle Rechtskräftig verurteilten Totschläger und Mörder, die hatten für ihre Taten bestimmt auch einen guten Grund.
Sorry - aber, bei dieser Gesinnung erübrigt sich jede weitere Kommunikation!!!
Philron
ANFRAGE
Da man die Redaktion von 3nach9 offenbar mit Protestmails bombardiert hat, würde mich mal interessieren, was damit eigentlich passiert. Liest das irgendjemand oder landet das in der runden Ablage?
Till Möller
Sehr geerhter Herr Albrecht,
Ihre Meinung in allen Ehren, aber dass Sie den Antisemitismus als “pseudowissenschaftliche Theorie jüngeren Datums” bezeichnen, zeigt doch, dass es sich gar nicht lohnt, mit Ihnen überhaupt zu diskutieren. Dass Antisemitismus in der Tat mehr mehr als nur eine Theorie ist, wird, so denke ich, gerade hier in einigen dieser Kommentare überdeutlich.
Dass Sie Herrn Scholl-Latours peinlichen Auftritt verteidigen und es nicht gerne sehen, wenn man ihn für seine unverschämte, herablassende Art und seine inhaltliche Verharmlosung der Hamas kritisiert - geschenkt!
Ich fasse zusammen: Inhaltlich falsch, von den Umgangsformen her unterste Schublade. Was, wenn nicht Senilität, sollte Herrn Scholl-Latours katastrophalen Auftritt bewirkt haben? Mit 85 Jahren ist das doch auch in Ordnung! Seltsam nur, dass Leute wie Sie das offenbar nicht akzeptieren können oder wollen.
Psychologisch dürfte es sich dabei um das gleiche Phönomen - nicht loslassen können - handeln, das Kubaner an Fidel Castro, Nord-Koreaner an Kim Jong Ill und Frauen über 60 an Uschi Glas bindet: Selbst wenn die Realität noch so faltig ist, kann man mit der Erinnerung an eine längst vergangene Zeit selbst heute noch Uschi Glas Faltencreme verkaufen lassen. Egal wie knautschig die Realität aussieht. In diesem Sinne…
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
Stefan
@Aysche: Ich habe ja nun ausführlich begründet, WARUM es gerechtfertigt sein kann, andere Menschen zu töten.
Zum Beispiel Notwehr. Wenn Sie ein Mann mit einem Messer abstechen will, Sie sich dagegen wehren und der Mann in Folge dieser Gegenwehr stirbt, war das gerechtfertigt. Kein deutscher Richter würde Sie für irgendwas verurteilen. Sie haben zwar getötet, waren aber gerechtfertigt.
Machen Sie es sich doch bitte nicht so einfach, sondern gehen Sie auf alles ein, was ich geschrieben habe.
Johannes
@Dr. Klaus Beckmann: danke!!
Das regt mich jetzt langsam auf, dieses Herumhacken auf den Moderatoren. Es ist nun mal so, dass jedem Gast eine begrenzte Zeit zugeteilt ist. Wie soll man denn aus ein paar Minuten einen anspuchsvolle Diskussionsrunde machen? Die beiden sind nun mal aufeinander losgegangen. Wer Recht hat ist doch mal egal. Erst hat SL seine Meinung gesagt, dann wurde der Botschafterin und den anderen Talkshowteilnehmern die Gelegenheit gegeben, etwas zu sagen. Und Scholl-Latour wurde auch immer wieder von di Lorenzo gefragt. So ist es ja nicht. Außerdem sagt der in einer Minute soviel wie andere in 3!!
“Anne Will” und den anderen wird vorgeworfen, dass sie das Thema nicht aufgreifen. Jetzt wird es sogar in einer Unterhaltungsshow thematisiert (wie auch immer), da muss man doch dankbar sein. Und die private Meinung der Moderatoren (die teilweise durchgeklungen ist) sollte man akzeptieren, schließlich haben wir doch Meinungsfreiheit. Oder wollen wir nur Leute wie Kerner, die sich für jede kleine eigene Meinungsäußerung entschuldigen und verteidigen?
Und die Zuschauer sind sicher schlau genug, sich auszusuchen, welche Meinung sie unterstützen. Irgendwas dazwischen wäre wahrscheinlich das beste. Weil - wir haben ja von Scholl-Latour gelernt: So einfach ist es nicht. Und: DIE Lösung gibt es nicht.
Wahrscheinlich bleiben die meisten sowieso (wie man hier im blog sieht) bei ihrer Meinung.
Renate Cortez
Buchempfehlung: “Die Irren von Zion” von Henryk M. Broder
Renate Cortez
Stephan Fröhder
news-online.de :: wissen, was zählt *** DER NEUE NAHOSTKRIEG 2009 /III ***”Amelie und Giovanni am 16.1. in “3 nach 9″ *** Wenn Amelie und Giovanni zur Talkshow nach Bremen einladen, sind Überraschungen möglich. So meldet die Pressestelle von radiobremen am 16.1.2009, dass nun auch Peter Scholl-Latour in die Talkshow kommen wird - ein Umstand. der die beiden Moderatoren ganz offensichtlich überfordert. Der international bekannte Journalist und Nahostexperte wird ganz unprofessionell und “ganz persönlich” angemacht und - weil seine aktuelle Nahostanalyse nicht gefällt - mit äußerst dilettantischen Gegenpositionen einer in Israel lebenden angeblichen Friedensaktivistin (Botschafterin Israels) konfrontiert, die außer emotionaler Stimmung nichts beizutragen hat. *** Was da unter der Regie des ZEIT-Redakteurs am 16.1.2009 in der Fernsehtalkshow “3 nach 9″ zum Thema Naher Osten geboten wird, ist weder gute Unterhaltung noch guter Journalismus. Der Bremer Umgang mit dem großen Mann des deutschen Auslandsjournalismus ist äußerst peinlich und hinterlässt - ganz im Gegensatz zu den übrigen Politik-Angeboten des ARD-Fernsehens - - beim Zuschauer einen bedauerlich schlechten Eindruck.”
Adcoram
Lief Herr Scholl-Latour bei Giovanni die Lozenzo und Emilie Fried in eine Falle?
Radio Bremen TV, 3 nach 9, 16.Jan.2009. Videoaufzeichnung unter www.readers-edition.de
Herr Scholl-Latou ahnt nichts. Er plaudert weltmännische über seine Reisen im hohen Alter von 84 Jahren. Gut vorbereitet sind nur wenige in der Runde. Ganz locker und geschickt wird das Gespräch vom Bereisen aller UN-Länder durch Scholl-Latour zu den Konfliktherden der Welt geführt. Schade, dass Herr Scholl-Latour die Gäste nicht kennt. So antwortet er nur allgemein auf die Frage zu aktuellen Krisenherden mit „Nahost und Kongo“ und nur zum Kongo steuert es Details bei. Blöd gelaufen für den Interviewer Lorenzo. So war das offenbar nicht gedacht. Gezielt wird nun nachgefragt nach dem militärischen Konflikt in Gaza. Jetzt ist Lorenzo auf dem Punkt. Scholl-Latur berichtet über die Aggression und die Sinnlosigkeit des Krieges für beide Seiten – Palästinenser und Israelis. Bei der Schilderung der primitiven, vom militärischen Zweig der Hamas „gebastelten Waffen“, interveniert die in nachdenkliche Dauerpose dargestellte und im Bild prominent positionierte israelische Botschafterin. Bei Analyse der Bildregie bis zu diesem Zeitpunkt fällt die überhöhte Bildpräsenz der israelischen Sonderbotschafterin, Melody Sucharevicz, noch vor ihrer Vorstellung in der Runde – allein während des Interviews mit Herrn Scholl-Latour- auf. Wer einmal Bildregie geführt hat, weiß um die Bildsteuerung bei gleichzeitiger Aufnahme durch verschiede Kameras.
Bildpräsenz. Allgemeine Phase: Fragen zu Reisen und Buch. Scholl –Latour, Bildpräsenz 14. Botschafterin Israel 4, Lorenzo 7, Fried 3. Alle Gäste (ohne Studioaufnahmen) 6. Bildpräsenz Frage „Gibt es einen Konflikt in der Welt, der Sie verzweifeln laßt (Lorenzo)“?. Antwort Gaza und Nahost. Bildpräsenz: Scholl –Latour 6, Sonderbotschafterin Israel 2, Lorenzo 2, Fried 0. Alle Gäste 2. Nachfrage Lorenzo gezielt nach dem miltärischem Konflikt in Gaza. Bildpräsenz: Scholl –Latour 3, Botschafterin Israel 3, Lorenzo 1, alle Gäste 1. Intervention der israelischen Botschafterin bezüglich der eingesetzten Waffenart der Hamas mit Erwiderung von Scholl-Latour. Bildpräsenz: Scholl –Latour 2, Botschafterin Israel 3, Lorenzo 1, alle Gäste 0. Erst nun Im Anschluss erfolgt die Vorstellung der israelischen Sonderbotschafterin mit Namen und Funktion durch Fried, etc.
Addieren wir die Bildpräsenz bis zur Intervention durch die israelische Sonderbotschafterin. Scholl –Latour 25, Botschafterin Israel 12, Lorenzo 11, Amelie Fried 3. Alle Gäste 9. Bildpräsenz. Mit 12 Bildkontakten hatte die israelische Sonderbotschafterin einen vergleichbaren Impulswert mit dem Interviewer (11) und einen sogar höheren Impulswert als alle Gäste(9) gemeinsam. Wie das?
Kann angesichts dieser Fakten der Verdacht der Manipulation aufkommen? Festzuhalten ist: Hier wurde meines Erachtens gezielt auf eine Provokation durch die Sprach- und Bildführung hingearbeitet. Mit Recht erkennt der erfahrene Journalist Herr Scholl-Latour instinktiv, dass er von Lorenzo „in eine Falle“ gelockt wurde. Herr Scholl-Latour war höflich und blieb in der Gesprächsrunde. Lorenzo riskiert nunmehr als Journalist seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Wer möchte noch zu einer Talkshow mit Lorenzo gehen? Im Übrigen hätte fairerweise die Gesprächsainladung an einen Vertreter der Hamas gehen müssen. Meiner Ansicht nach verstößt die Vorgehensweise gegen den Pressekodex.
Lorenzo kann auch anders - Fragen vermeiden.
Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt – Zeitmagazin Nr 4 15.01.2009 „Über Kriege im Namen der Menschenrechte“.
Im Interview wird jeder aktuelle Bezug zu aktuellen Krisen vermieden. Nicht gefragt und nicht nachgefragt werden von Lorenzo aktuelle Menschenrechtsverletzungen im Nahost oder im Kongo. Warum wird die unverhältnismäßige Gewalt, völkerrechtliche Aspekte und das Prinzip der Mitmenschlichkeit nicht thematisiert? Über tausend Menschen, davon über 300 Kinder sterben durch die Bombardierung und Granatbeschuss der Israelis durch Luftwaffe, Marine und Panzer.
Wurden die Fragen von Lorenzo nur nicht gestellt oder auf Wunsch von Herrn Schmidt gestrichen. Wie aber steht Herr Schmidt nun da. Ist er nicht Manns genug Menschenrechtsverletzungen aktuell anzusprechen? Was aber soll dann ein Interview über Menschenrechte? Und wer autorisiert den Beitrag und das Thema im Zeitmagazin?. So steht Herr Schmidt im hohen Alter als politischer Technokrat da und das hat er nicht verdient. In diese journalistische Falle hätte man ihn nicht laufen lassen sollen.
Andreas
Viele machen den Fehler, und steigen hier in die Materie ein. Wir sollten allesamt einfach die “Leistung” der Redaktion und der Moderation bewerten. Ich denke, darum geht es ja auch im Kernpunkt.
Die Redaktion hat - frei nach dem Motto “hauptsache neues Buch, neue CD neuer Film” wahllos ein Sammelsurium von Authoren eingeladen. Das geht solange gut, solange es das gewohnt langweilige BlaBla jeden Freitag bei 3nach9 ist.
Nun wurde es politisch und dann zeigt sich eben, ob die Moderation “etwas drauf hat”, oder nicht. Und hier hat sich aus meiner Sicht gezeigt: hoffnungslos überforderte und vollkommen überschätzte “Moderatorinnen und Moderatoren”. Amelie Fried hat mit ihrem dreisten “dauer - Kindergärtnerinnen-lächeln” komplett versagt, war unverschämt, einseitig und nur noch naiv. Ein sich selbst wohl für fürchterlich schön findener Giovanni di Lorenzo hat genauso versagt und hat die Diskussion nicht retten können, sondern einer gecasteten, israelischen Presse-Tröte Melody den Honigtopf gereicht. Wie war das noch? Was meinte die doch gleich noch zu bisherigen Israel-Propaganda in dem SZ-Jugendmagazin (also dem Journal aus dem gleichen Hause, bei der di Lorenzo als Chefredakteur sitzt, oh welch Zufall) Wir haben im Medienkrieg bisher schlecht performt. Na dann….
Die ganze Sendung war albern und überflüssig. Mir tuen nur die Gäste leid. Nein… eigentlich auch wieder nicht, denn auch da gibt es ja kaum noch wirklich interessantes. Von den Themen der Sendung mal ganz zu schweigen.
Mein Tipp für die nächste 3nach9 Sendung: ABSCHALTEN! oder andere Kanäle sehen. Kein Grund, dieses Blabla mit Quote zu belohnen.
Kain Warschauer
Regierungspropaganda vs. die Fakten. Polemische Schnepfe gegen jeden anderen Standpunkt.
Erinnerte diese Sendung vielleicht jemanden an Eva Hermans Abgang? Oder an das Nazometer von Schmidt & Pocher?
Verbietet sich das Vergleichen der Situation der Menschen im Gaza-Streifen mit jener der Menschen im damaligen Warschauer Ghetto? Ist Israels Wall humaner als die Berliner Mauer? Sind solche Fragen wirklich Antisemitismus?
Die Masse lernt durch solche Sendungen, was sie politisch korrekt zu denken hat.
rom
Was zum Teufel wirft man der jungen Israelin denn vor? Dass sie gesagt hat der Islam wolle die Welt erobern? Wer mit etwas Intelligenz könnte das bestreiten? Sie hat doch Scholl-Latour gar nicht widersprochen, sondern hat nur ganz ruhig gesagt wie sie die Dinge sieht. Scholl-Latour hat die junge Frau andauernd beleidigt und belehrt, weil er es nicht ertragen konnte, dass jemand im Fernsehen seine sankrosankte Meinung nicht teilte. Und was sein “…der Staatspräsident von Uganda ist ein Massenmörder…” mit dem zu tun hat was die junge Israeli in Uganda erlebt hat, bleibt schleierhaft.
Scholl-Latour hat sich hier total blamiert und sollte sich auf’s Altenteil zurückziehen. Die Moderatoren und die Zuschauer sahen das offenkundig auch so…..rom
Andreas
@ROM - das ist wohl eher Wunschdenken…
Amelie Fried und Giovanni di Lorenzo werden vollkommen zurecht überall für ihre “besondere Leistung” kommentiert und in der Luft zerrissen. Genauso wie mittlerweile das ganze Sende-Konzept dieses albernen “Neuerscheinungs-Laufsteg” im pseudo-anspruchsvollen Blabla-Desing.
Die isralische Presse-Tröte Melody war für Israel eine Anti-Werbung, da ihre Art ganz sicher nicht gut ankam. Viel zu flach, viel zu substanzlos, überhaupt nicht gewachsen, gegenüber einem Peter Scholl-Latour, weil einzig die erlernten Bildchen projeziert werden sollten. Bei mir fiel sie durch, denn wenn man schon eine Diskussion führen will, sollte man sie auf hohem Niveau führen, und nicht mit liebreizenden (gut - das ist nun wahrlich reine Geschmacksache) Plattitüden und verlogenen Mitleidsbekundungen “argumentieren”.
Peter Scholl-Latour wollte mehrmals beginnen, wirklich in die Materie einzudringen und wurde sofort von dieser Frau Fried in unverschämter Art und weise als alternder Mann der nun mal bitte schön still sein soll, zurückgedrängt.
Der Fehler lag letztlich darin begründet, einen hochkarätigen Gast in eine schlecht besetzte und relativ einfach gestrickte Veranstaltung einzuladen. Das konnte nicht gut gehen. 3nach9 ist schon lange nicht mehr das alte 3nach9 - Format.
Karl-Heinz Völker
“Was zum Teufel wirft man der jungen Israelin denn vor? ”
Außer der Tatsache, dass sie so dreist war, zu behaupten, in den deutschen Medien seien israelische Opfer kein Thema, nichts.(sie ist nun mal dazu auserkoren, die Werbetrommel zu rühren)
Bezeichnend, dass dem außer Scholl-Latour niemand widersprach, d.h. Giovanni de Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, stimmt ihr bei dieser Aussage zu. Folglich ist die ZEIT ein antisemitisches Blatt
Hadassah
An der bisherigen Diskussion ist mir äußerst unangenehm aufgefallen, auf welche Weise ein großer Teil der Kommentatoren die Person Melody Sucharewicz herabsetzt. Zum einen wird gerade von Kritikern gerne auf die Nennung ihres Nachnamens verzichtet, was wohl auf ihre angebliche Unreife hinweisen soll, während im gleichen Atemzug die Anrede “Herr Scholl-Latour” oder zumindest ein Namenskürzel verwendet wird. Zum anderen findet sich auffällig oft der Hinweis auf ihr “Charisma” (gefährlich!) und ihre Schönheit - so als würde ihr Aussehen sie am Denken hindern. Dabei scheint ihr Aussehen wohl eher einige der Zuschauer vom Nachdenken abgehalten zu haben… Traurig, dass auch heutzutage noch der Hinweis auf ihr Aussehen dazu benutzt wird, um einer jungen Frau (die ganz sicher kein naives “kleines Mädchen” ist) Sachkompetenz abzustreiten. Offensichtlich fühlten sich viele (nicht nur männliche Zuschauer) ordentlich vor den Kopf gestoßen, als das “hübsche Mädchen” plötzlich anfing, auf äußerst kompetente Weise ihre Meinung zu vertreten, die - allen Verschwörungstheorien zum Trotz - in diesem Land nur eine unbequeme Minderheitenposition ist.
Karl-Heinz Völker
Danke, Hadassah,
ist das Ihre Website
http://www.hadassah.org/
?
Lieber widme ich mich dem
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dokumentation/?em_cnt=1078225&em_cnt_page=1
Johannes
Gut gemachte Radiosendung von heute zum Nachhören:
hr2 - Der Tag - “Welches Opfer hätten´s denn gern? Propagandakrieg um Gaza” (Länge: 53:08)
“Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit - diesen Satz können wir alle herunterbeten. Wir wissen auch, was an ihre Stelle tritt: die Propaganda. Trotzdem fallen wir auf sie herein. Und leisten verbalen Kriegsdienst und demonstrieren für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser - oder doch lieber für das Existenzrecht Israels? Bilder von Leid und Zerstörung nötigen uns, ständig Positionen zu beziehen zu Dingen, von denen wir eigentlich viel zu wenig wissen. Was wir auch nicht wissen: wir selbst sind ein Teil der Kriegsstrategie. Wir sind verplant. Die Propgandamacher beider Seiten rechnen fest mit uns.”
Quelle: Redaktion Der Tag, 19.01.2009
Hier:
http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=14224
Charly
Lieber Stefan,
ich bin froh, dass Sie kein Palästinenser sind. Mit Ihrer Gesinnung wären Sie der eifrigste Kassem-Reketen-Werfer. Jeder Kämpft mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Das sage ich als Friedensaktivist. Hätten die Palästinenser die Waffen der israelischen Armee, würden sie auch “präzise” und “human” vorgehen.
Schade, dass hier Opfer aufgewogen werden. Lieber Stefan, seien Sie froh, dass Sie kein Palästinenser sind!
Mit den aller besten Wünsche für Sie
Felix
Scholl-Latours Auftritt war nur peinlich. Für mich Fremdschämprogramm schlimmsten Grade. Der alte Greis, eitel und selbstbesessen kann einer 28-jährigen rhetorisch nicht die Stirn bieten, und spielt stattdessen die beleidigte Leberwurst Rolle, und wird gar ausfällig!
Sicher hatte die junge Dame auch eine etwas penetrante Art, aber als direkt vom Hamas Terror betroffene, mag man ihr das nachsehen.
Angesichts ihrer Situation - ein kleines Land von Feinden umgeben, Dorn im Auge der ganzen islamischen Welt - sind die Israelis wohl das bewundernswert friedfertigste Volk der Welt.
Verhandlungen mit der Hamas maht Scholl-Latour an. Wie soll Israel mit einer Organisation verhandeln, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist?!
Dieser alte Mann kapituliert vor der Realität, und lebt sich selbstgefällig in seiner Rolle als alter Weiser ein.
Tina
In irgendeinem Beitrag las ich hier: “der Islam will die Weltherrschaft” oder so. Zumindest sinngemäß.
Vielleicht sollten wir uns daran erinnern, dass es im “die Israelis gegen die Hamas”-Konflikt leider vornehmlich um MENSCHEN geht, die davon betroffen sind. Die also trotz aller politischen Verhandlungen, Radikalisierungen etc. darum geht, dass wohl ein Großteil von ihnen ein Leben in Ruhe, Sicherheit, Gesundheit und finanzieller Eigenständigkeit führen möchte.
Israelis haben Angst vor Bomben und haben starke Probleme mit den Nachbarn, ja. Palästinenser haben Angst vor Bomben und haben starke Probleme mit den Nachbarn. Für beide Seiten furchtbar. Die Palästinenser haben noch dazu keinen wirklichen Ort zum Leben. Die ständigen Provisorien und das Hausen auf engstem Raum, ob im Libanon, in Gaza oder Westbank beschädigt die Psyche nachhaltig.
Wenn Menschen so leben, so aufwachsen, dann ergibt sich nur bei großer Stärke und gegen die aufkommende Verzweiflung beständiges Verständis und Annäherung.
Spannend finde ich dabei, dass ich von Israelis weiss, dass sie die derzeitige und seit langem anhaltende Lage sehr ernst nehmen und dabei auf Seiten der Palästinenser stehen.
Auf beiden Seiten stehen dagegen aber auch viele Personen, die den Konflikt möglichst heiss brennen lassen wollen. Das wird wohl immer so sein.
Indiskutabel nach wie vor die Moderation von 3 nach 9. GdL, den ich lange Zeit sehr schätzte, nervt mich immer mehr. Ja, wir alle wissen ja, dass er Halbitaliener ist. Dass er sich da immer gleich mit einbringen muss, und nicht als Quoten-Al Capone herhalten will - unwichtig, aber selbstgefällig. Der beifallsheischende Blick dazu, es nervt mich. Ich hätte aber vor allem mehr von ihm erwartet.
Amelie Fried habe ich schon ausgiebig benannt.
Generell eben auch einfach zu viele Personen für eine einzige Sendung.
Vielen Dank übrigens an jene Person, die die Kameraeinstellungen auf Frau Sucharewicz zählte, mir fiel das während der Sendung auch auf. Dachte zunächst, ein Kameramann bzw. einer aus der Regie findet sie einfach sexy.
Ich hätte mir, wie ich auch oben schon sagte, auch einen anderen Talkgast gewünscht als Gegenüber von SL.
sibel
@ stefan
also finden sie, dass Israel in Notwehr handelt? Es ist für sie also Notwehr wenn ein Staat Bomben auf ein dicht besiedeltes Gebiet wirft? Es ist Notwehr Kinder und erwachsene Zivilisten zu töten, es ist Notwehr ein UN-Gebäude mit Hilfsgütern zu sprengen???
Sie scheinen nach dem Grundsatz “meine Meinung steht fest verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen” zu leben, wie wärs, bewerben sie sich doch wie Fräulein Melody bei “The Ambassador” die israelische Propaganda haben sie ja schon bestens verinnerlicht.
m
sternstunden der tv-geschichte.
eigentlich kann man sich so eine talkshow nur wünschen… hätte sie nicht diesen ausgang gehabt.
mal ehrlich, wann gab es so eine kontroverse zuletzt live zu sehen.
scholl-latour konnte einem leid tun. erst als sich a.fried sicher war, dass sich auch wirklich alle anwesenden gegen scholl-latour positioniert hatten, hat sie noch mal schön nachgetreten.
das war nicht naiv. das war inkompetenz in reinkultur. dagegen war di lorenzos appell an die journalistische ehre noch ein richtig ehrenhafter zug.
ich kann einfach nicht verstehen, warum man solch ein intellektuelles leichtgewicht neben di lorenzo platznehmen und eine talkshow mit ansproch moderieren lässt.
was soll man zu melody noch sagen? aussehen und native erfahrungen sind eben nicht alles. ich hoffe, ich bin nicht der einzie, dem dieser arrogante zickenblick aufgefallen ist. ich hätte aus der haut fahren können. der anstand gebot scholl-latour, sie nicht vollends zur sau zu machen - und diese zicke deutet das als triumph. erbärmlich.
schin es zunächst noch so als hätte sich kunze der mehrheitsmeinung angeschlossen, stellte sich bei seinem (dann recht kurzem) interview heraus, dass er zunächst eigentlich nur seine differenzierte meinung kundgetan hatte, die sich in dem aspekt zufällig mit der mehrheitsmeinung deckte.
herrlich am schluss kunzes seitenhieb (vergleich mit marie antoinette), der den abend für mich versöhnlich enden ließ.
MARC
ES IST HIER OFFENSICHTLICH,
daß ein Mann wie Peter Sholl-Latour öffentlich demontiert werden soll!
bei der ILI (www.il-israel.org/index.php?idpage=7) bei der Melody S. arbeitet findet man auf der Homepage diese Inhalte:
Politische Rhetorik
Sprachpsychologische Wirkungen in politischen Diskussionen
Performance in Gruppendiskussionen
Argumentarium im Nahost-Konflikt
Information-Antisemitismus-Identität: die drei Seiten der Medaille
Kreative PR-Aktionen
Text und Taktik der Pressemeldung
Entwicklung strategischer PR-Konzepte
Was war los im Nahen Osten
Was ist los im Nahen Osten
Wenn Medien manipulieren - ein Massnahmenkatalog
Management gesellschaftspolitischer Organisationen
Die Islamische Eskalation im strategischen Kontext
Referenten-Training
Also ein Trainingscamp für mediale Agitation und Polemisierung zur Rechtfertigung eines Völkermordes in der europ. Öffentlichkeit und Diskreditierung und Demontage verdienter Persönlichkeiten, die mit Erfahrung, Wissen und Fakten die Rechtfertigung dieses Krieges in Gaza kritisieren könnten!
Markus
@Felix
Die Verdienste Peter Scholl-Latours wurden ja nun auch in dieser Sendung kurz nochmal in einem Beitrag für Unwissende zusammengefasst.
Ich kann mich nur sehr darüber wundern wie man einer solchen Person dann dennoch Eitelkeit und Selbstbesessenheit attestieren kann.
Vielleicht liegt es daran,dass für Sie ein geschockter entrüsteter Gesichtsausdruck,der von Latour, ein Zeichen von Selbstgefälligkeit ist.
Die etwas penetrante Art der jungen “Dame” kann man ihr sicherlich verzeihen.
Aber nicht das,was sie gesagt hat.
“Sie haben ja keine Ahnung wie schnell Terroristen Tunnel graben können”
“Ich bin Stolz darüber dass wir uns nicht in Terroristen hineinversetzen können”
Leider hat Meldoy S. nicht wirklich etwas Konstruktives zu sagen gehabt,dabei hätten sich sicherlich viele, der in diesem Forum zu Terroristenverstehern diffarmierten Zuschauer sehr über eine vorurteilsfreie Diskussion (zur der Peter Scholl-Latour allemal in der Lage ist) gefreut.
Die Krone dieser Farce war wohl die freundliche Versöhnungsgeste von Melody in der Sie noch einmal sagt,dass Peter Scholl-Latour für Sie immernoch einer der besten und angesehensten Welterklärer ist.
Diese Erklärung kommt für mich, nachdem Sie Ihn kein einziges Mal aussprechen lassen hat und die Diskussion auf ein Niveau rein emotionaler Stimmungsmache gebracht hat einfach nur wie Heuchlerei der übelsten Sorte an.
Es haben im Übrigen viele Leute hier geschrieben,dass Melody Peter Scholl-Latour im Hinsicht auf Rhetorik vorgeführt habe.(und das obwohl sie so jung ist.wow!)
Es macht mich sehr betroffen,dass die Fähigkeit jemanden rhetorisch in die Pfanne zu hauen offensichtlich mehr honoriert wird als die Vermittlung von Inhalten.
Stefan
@Charly: Die Palästinenser - aka: die diversen Terrorgruppen - haben keinen moralischen Grund und kein Recht, weiter zu kämpfen! Israel hat sich bereits 2005 aus dem Gaza-Streifen komplett zurückgezogen, also was will die Hamas noch mehr? Jawohl: Sie will Israel komplett vernichten.
Hätte die Hamas die Waffen, die Israel zur Verfügung stehen, wären die Kräfteverhältnisse umgekehrt, so wäre Israel längst vernichtet. Daran kann angesichts der Hamas-Drohungen, angesichts der Hamas-Charta kein Zweifel bestehen.
@Sibel: Aber natürlich ist das Notwehr, wenn Israel die Hamas militärisch bekämpft. Die Hamas schießt seit Jahren Raketen auf Israel ab, Israel hat selbstverständlich das Recht auf Selbstverteidigung - dass ihm im Übrigen auch kein ernstzunehmender Völkerrechtler oder Staat abspricht. Dass Kinder und Unschuldige sterben, versucht Israel mit allen Mitteln zu verhindern: möglichst präzise Schläge, Vorwarnungen der Zivilbevölkerung mit Flugzetteln, SMS, Telefonanrufen. Aber natürlich lässt es sich nicht zur Gänze verhindern, wenn der Feind aus Wohngebieten heraus operiert. Dass das UN-Gebäude bombardiert wurde, war wohl ein Versehen. Allerdings benutzt die Hamas UN-Gebäude (genauso wie Moscheen, Schulen etc.) mit Billigung der lokalen UN-Einheiten auch gerne als Waffen- und Raketenlager.
–
Nochmal: Was soll Israel mit dieser zu allem entschlossenen, tödlichen, friedensunwilligen Hamas tun? Was wäre die Alternative? Den ständigen Raketenbeschuss, die ständige Angst seiner Bevölkerung einfach hinnehmen? Dann verliert letztlich der Staat seine Legitimation, da es die ureigenste Aufgabe jedes Staates ist, seine Zivilbevölkerung wirksam vor Angriffen zu schützen. Die Hamas bestraft jeden Rückzug, jede Nachsicht mit noch stärkeren Angriffen.
rom
@M
“…Zicke….”
Wieso Zicke? Die junge Frau hat doch nur ihre Meinung gesagt. Wenn jemand rumgezickt hat, dann war es PSL!
Dass sie sehr selbstbewusst als 26jährige Israelin aufgetreten ist, gegenüber einem solchen Urgestein wie PSL, können offensichtlich einige nicht ertragen.
Wie sehr Scholl-Latour daneben lag, konnte man sehr deutlich am Schluss sehen, als er beleidigt in die Runde rief, der Staatschef von Uganda sei ein Massenmörder, was mit der Erzählung über Uganda von Frau Sucharewicz nichts aber auch gar nichts zu tun hatte!
Ich gebe aber gerne zu, dass eine solche Talkshow nicht das geeignete Forum war, um das komplexe Problem Naher Osten zu diskutieren! Das kann man allerdings Frau Sucharewicz nicht anlasten!rom
Dr. Klaus Beckmann
Was soll so verwerflich daran sein, wenn der Staat Israel sich um ein besseres Image in den Medien bemüht? Verstehen sich seine Feinde etwa nicht auf Propaganda?
S.-L. wurde nicht öffentlich “demontiert”, nein, er hat höchstselbst und in alleiniger eigener Verantwortung vorgeführt, dass er sich mit einem abweichenden Standpunkt nicht argumentativ auseinander setzen kann. Das überrascht ja auch nicht bei jemandem, der erst behauptet, die Hamas habe keine Waffen, und es dann als “Israls unwürdig” beklagt, seine seit Jahren terrorisierten Bürger gegen den Dauerbeschuss aus Gaza schützen zu wollen.
Es tut mir Leid, liebe S.-L.-Fans: Der Übergroße hat sich selbst blamiert, dazu bedurfte es keiner Verschwörung der übrigen Akteure!
Till Möller
Sehr geehrte Diskutanten,
Es verwundert mich doch sehr, wenn hier einseitige Kritik an der vermeintlichen “israelischen Propagandamaschinerie” geübt wird, deren Teil - durch was für eine Verschwörung auch immer gesteuert - die 3nach9-Sendung angeblich gewesen sein soll.
Liegt es an Unwissenheit?
Wer mal eine t a t s ä c h l i c h e Propagandamaschinerie in Aktion sehen möchte, kann sich ja mal auf folgenden Web-Seiten angucken, was so alles im palästinensischen Fernsehen sowie bei den Nachbarländern läuft.
Beispiele:
Ein saudischer “Gelehrter” im Fernsehen der Hamas: “Allah, Allah, zähle die Juden und töte sie alle!”
http://www.youtube.com/watch?v=2H8HFb-YG00
Ein Clip vom Hamas-Sender: “Bomben sind wertvoller als Kinder!”
http://www.youtube.com/watch?v=YIBNRVgq59Y
Ein Führer der Hamas erklärt, weshalb die Hamas b e w u s s t menschliche Schutzschilde einsetzt: “Daher setzen wir menschliche Schutzschilde aus Frauen, Kindern, Alten und Jihadis gegen die zionistische Bombenmaschinerie ein, als wollten sie alle dem zionistischen Feind sagen: Wir wünschen uns den Tod, ihr euch das Leben!”
http://www.youtube.com/watch?v=RTu-AUE9ycs
Kein Wunder, wird es doch selbst Kindern per TV von klein an eingeredet, dass es besser ist, zu sterben, als zu leben. Hier ein Beispiel vom in Palästina überaus beliebten Hisbollah-Sender Al-Manar (Libanon).
Frage Moderator: “Was ist besser für uns Palästinenser: Frieden und alle Rechte zu haben, oder als Shahid (Jihadist) zu sterben?” Antwort 11jähriges Mädchen: “Die Shahada. Nur dadurch erreiche ich meine Rechte.”
http://www.youtube.com/watch?v=Em-MnAYiEWk
Indoktrination per Hase - nach einer Art Mickey Mouse (die sich in der letzten Folge als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatte) und einer Biene (die von den Israelis - so die Storyline - grundlos ermordet worden war) nun das dritte Hamas-Maskottchen, ein Hase (und [seltsamerweise] der Bruder der verstorbenen Biene):
http://www.youtube.com/watch?v=-uPEF7pdRD0
Auch wenn dies jetzt - der Diskussion wegen - schwerpunktmäßig Videos des Hamas-Senders waren sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der offizielle TV-Kanal Palästinas, PATV, sich nicht groß von den gezeigten Beispielen unterscheidet. Und wer finanziert die PATV sowie die Palästinenser insgesamt? Richtig: Die EU! Und das mit ca. 700 Millionen Euro im Jahr.
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+IM-PRESS+20070615IPR07912+0+DOC+XML+V0//DE
Also nochmal für diejenigen, die nicht ganz so schnell sind, außer wenn es darum geht in bester deutscher Tradition von einer israelisch-jüdischen, die Medien kontrollierenden Verschwörung zu faseln:
Wir, die Bürger der EU, finanzieren unter anderem eine ganz reale Propagandamschinerie, die man nicht erst herbeireden muss und bei der “schlechte Moderation” das geringste Problem darstellt.
Unter diesen Umständen den Spieß umdrehen zu wollen, und sich über die 3nach9-Sendung zu echauffieren, nur weil Herr Scholl-Latour zu grantig war, um seinen Pro-Palästina Standpunkt gut zu verkaufen, geht so weit an der Realität vorbei, dass ich nur hoffen kann, dass einige von Ihnen sich die Zeit nehmen, sich die verlinkten Videos in Ruhe anzusehen und danach noch einmal darüber nachzudenken, wer hier wohl w i r k l i c h eine Propagandamaschinerie am Laufen hat: 3nach9 oder die Hamas.
Wer davor die Augen verschließt, der nimmt sich selbst meines Erachtens das Recht, ernst genommen zu werden, wenn es um den Nahost-Konflikt geht.
Mit freundlichen Grüßen,
Till Möller
kolja
“der Staatschef von Uganda ist ein Massenmörder”
…fand ich doch schon einen passenden Einwurf, nachdem Frau Sucharewicz mit leuchtenden Augen von ihrer Erfahrung, den Präsidenten zu treffen berichtete, wobei ihre Ignoranz gegenüber Latours Anmerkung tatsächlich: “meine Meinung steht fest verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen” zu implizieren schien.
Charmant war es sicherlich nicht einfach reinzurufen und es hat SL schon wie den beleidigten Verlierer der vorangegangenen “Diskussion” aussehen lassen. Dennoch ein angebrachter Einwurf.
Adcoram
„Dass Kinder und Unschuldige sterben, versucht Israel mit allen Mitteln zu verhindern: möglichst präzise Schläge, Vorwarnungen der Zivilbevölkerung mit Flugzetteln, SMS, Telefonanrufen“:
Ist dies israelische Propaganda?
Entgegen der Vorstellung des Ethikrats, das in der Tat Telefonate emphiehlt um unschuldige Ofer zu vermeiden, sieht das Vorgehen der miltärischen Führung anders aus. Bereits kurz nach Beginn des israelischen Angriffs auf Gaza waren über 80 Prozent der Kommunikations-Infrastruktur (Funktürme etc.) zerstört. Die geführten Telefonate und SMS konnten deshalb gar nicht, entgegen den israelischen Behauptungen, getätigt werden.Eine Fluchtmöglichkeit gab es nicht. Dies den Menschen auch noch vorzuwerfen, ist menschlich widerlich. Selbst die Flucht der Menschen in UN-Einrichtungen wie Schulen bot keinen Schutz. Auch sie wurden mit Granaten beschossen oder bombardiert. Die Behauptung der israelischen Regierung, aus den Schulen seien Rakten abgefeuert worden, erwies sich als Lüge. (Spiegel Bericht). Gerade in Schulen flüchteten die Menschen, weil keine Hamas Kämpfer sich dort aufhielten (Zeugenaussage, im Übrigen macht dies auch Sinn). Die israelische Regierung nahm und nimmt bewußt die Tötung unschuldiger Menschen in Kauf, um ihre „Strategie der Abschreckung“ (Regierungs-Verlautbarung) durchzusetzen. Und das Argument, die Hamas Kämpfer würden sich hinter der Zivilbevölkerung verstecken ist hanebüchen. Wie sind denn die alternativen Erwartungen der israelischen Militärführung (und der Propaganda): Aufstellen der Hamas Kämpfer in einer Reihe auf offenem Feld, freigegeben zum breitflächigen Niedermetzeln durch Phosphorbomben. Den Häuserkampf vermeiden die israelischen Soldaten. Nur keine militärischen eigenen Opfer. Lieber werden gegnerische zivile Opfer in Kauf genommen.
Angesichts dieser Tatsachen sind die Empfehlungen des Etihikrats nicht ernst zu nehmen. Erst wird die Infrastruktur zerstört, dann angeblich telefoniert, dann bombardiert und gemordet, schlussendlich entschuldigt sich das Außenministerium Israels vor der Weltöffentlichkeit für die Kollateralschäden, Frauen und Kinder. Es sind nun mal die Fakten, die die militärische Strategie als feige, israelische Aggression und nicht als Verteidigung entlarven. Zur Verteidigung durch Unterbindung des Waffenschmuggels - ohne Kollaterschäden- in den Tunnels (oder man wagt es kaum zu schreiben: Durch direkte Verhandlungen mit den Hamas und Aufhebung der Einkesselung) wäre die im Nahost stärkste Militärmacht sehr wohl in der Lage gewesen. Der Abschluß eines Memorandums der Außenministerinnen von USA und Israel ist in diesem Zusammenhang als reine Show zu werten (Shake hand für die Weltöffentlichkeit). Doch Verteidigung wollte Israel nicht. Unter der seit Jahrzehnten verfehlten israelischen Politik müssen nun auch alle Juden außerhalb Israels leiden, die sich seit Jahrzehnten für einen Dialog des Friedens einsetzten.
Karl-Heinz Völker
Dr Klaus Beckmann schrieb
“Was soll so verwerflich daran sein, wenn der Staat Israel sich um ein besseres Image in den Medien bemüht? ”
Nichts. Er könnte doch dann hier Hallen mieten und dort Propaganda betreiben.
Auf eigene Kosten dann aber bitte!
Sind die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verpflichtet, dem Gebührenzahler diese Propaganda zu servieren? Warum dann nicht auch die Propaganda der anderen Seite? Oder sollte doch manipuliert werden?
Karl-Heinz Völker
Till Möller
Bei den genannten Medien handelt es sich nicht um Sendeanstalten, die ich als Gebührenzahler mitfinanzieren muss.
Dass im Krieg die Wahrheit zuerst stirbt, ist eine Binsenwahrheit.
Nur: warum soll ich die Manipulatoren denn auch noch bezahlen?
Stefan
@Adcoram:
Dass von Seiten Israels telefoniert wurde, dass Flugblätter abgeworfen wurden, ist Fakt. Palästinenser haben bestätigt, das sie angerufen und gewarnt wurden. Im Übrigen ist es in Israels überragendem Interesse, dass möglichst wenig Kollateralschäden auftreten. Der Hizbollah-Krieg 2006 musste auf internationalen Druck hin beendet werden, weil die Kollateralschäden hoch waren. Insofern muss Israel sich bemühen, Opfer zu vermeiden. Außerdem sind die Israelis keine Massenmörder; es handelt sich um freundliche, lebensfrohe, herzliche Menschen, denen die palästinensischen Opfer keineswegs gleichgültig sind. Viele israelische Araber dienen in der israelischen Armee, denen das Schicksal der Palästinenser ganz gewiss nicht gleichgültig ist. Dennoch sahen auch sie die Notwendigkeit eines Schlages gegen die Hamas. Letztlich dient jede Schwächung der Hamas den Interessen des palästinensischen Volkes, damit dieser Wahnsinn endlich ein Ende hat.
In israelischen Krankenhäusern wurden vor, während und nach dem Angriff palästinensische Opfer behandelt und gepflegt. Israelische Soldaten ließen Lebensmittel und das Rote Kreuz ins Land (im Gegensatz zu den Ägyptern). Verhält sich so eine Nation, die ein “Massaker” anrichten will? Das ist doch absurd.
Ein Auszug aus der Hamas-Charta:
Artikel 6: Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, (…), die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina (= Israel) aufgepflanzt wird. (…)
Artikel 7: Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)
Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.
Artikel 32: Der Weltzionismus und die imperialistischen Kräfte haben mit klugen Schritten und bewusster Planung versucht, die arabischen Länder aus der Kampfarena gegen den Zionismus wegzustoßen, um letztendlich das palästinensische Volk zu isolieren…. Zionistische Machenschaften setzen sich nämlich endlos fort und werden sich nach Palästina gierig vom Nil bis zum Euphrat ausdehnen. Erst dann, wenn sie komplett die Gegend verdaut haben, auf die sie ihre Finger gelegt haben, werden sie zu noch mehr Expansion voranschreiten und so weiter. Ihr Komplott wurde in den Protokollen der Weisen von Zion niedergelegt: Ihre derzeitiges Verhalten ist der bester Beweis für das, was dort gesagt wurde. (…)
usw. usw.
Und mit denen soll Israel verhandeln? Über was denn?
Adcoram
„Israelische Soldaten ließen Lebensmittel und das Rote Kreuz ins Land“
Bleiben wir bei den Fakten.
Nachdem die Außenministerin eine humanitäre Katastrophe in Gaza zunächst leugnete („Eine humanitäre Frage gibt es nicht“), wurde sie durch den Druck der UN uind der Weltöffentlichkeit gezwungen für drei Stunden täglich die Grenzen für Hilfslieferungen zu offnen. Hilfskonvois der UN und des roten Kreuzes wurden (wie auch Krankenhäuser) mehrfach vom Militär angegriffen, wonach die UN die Hilfslieferungen für mehrere Tage unterbrechen musste um die eigenen Mitarbeiter zu schützen.
Dennoch bedarf es, zynisch gesagt, einer israelischen Korrektur des Ethikrates, beobachtet man die Realität konsequent unter Einbezug der Hilfslieferung.
Erst telefonieren (ohne Funkinfrastruktur technisch nicht möglich) – flüchten kann die Zivilbevölkerung nicht, wohin? -, dann Hilfskonvois mit Lieferung von Lebensmitteln und Arznei zulassen, dann bombardieren und morden, dann sich über die Kollateralschäden –getötete Nicht- Hamaskämpfer, Frauen und Kinder – vor der Weltöffentlichkeit entschuldigen.
Till Möller
Sehr geehrter Herr Völker,
Sie schrieben:
“Bei den genannten Medien handelt es sich nicht um Sendeanstalten, die ich als Gebührenzahler mitfinanzieren muss.”
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass ich bereits oben geschrieben habe, dass die geposteten Videos zum Teil auch von PATV, dem offiziellen Fernsehsender der palästinensischen Autonomiebehörde, stammen. Wie ich auch bereits mit einem Link belegt habe, hat die EU die palästinensische Autonomiebehörde in den Jahren von 2000-2008 mit jährlichen Zahlungen von zwischen 200 und 700 Millionen Euro finanziell unterstützt.
Also haben Sie und ich - als normale, Steuern zahlende Bürger der EU - die in den Links dokumentierte Hetze indirekt mitfinanziert - wenn auch unfreiwillig und nicht als Gebühren-, sondern als Steuerzahler. Sollten Ihnen dies nicht einleuchten, bitte ich Sie, sich den Beitrag, auf den Sie Bezug genommen haben, nochmals in Ruhe und in Gänze durch zu lesen.
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
Jorg Jarolimeck
@ Rathenau und alle, die so denken (fantasieren) wie Sie.
Sie haben Recht Joffe ist jüdischen Glaubens, dasselbe gilt vielleicht auch für Frau Fried, ob Michael Naumann jüdischen Glaubens, Christ oder Atheist ist, konnte ich so schnell nicht erruiren. Alles was ich dazu rausfinden,konnte ist, dass sein Vater als deeutscher Soldat in Stalingrad fiel, dass seine Mutter wegen Kontakten zu ihrer in die USA emigrierten jüdischen Verwandtschaft in der DDR verfolgt wurde, und mit ihren Kindern in den Westen fliehen musste.
Selbst, wenn Joffe und Naumann jüdischen Glaubens sind, hat das nicht mit der miit der Moderation des des in Stockholm geborenen Deutsch-Italieners Giovanni Di Lorenzo oder der Berichterstattug DER ZEIT über die israelische Verteidigungsaktion in Gaza zu tun.
Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen man einen Arier-Nachweis brauchte, um bei einer Zeitung arbeiten zu dürfen. finden Sie nicht auch?
Wenn Sie sich sich die Berichte zum Thema unter www.zeit.de/nahost anschauen müssen sie feststellen, dass sich dort keineswegs nur pro-israelische Artikel finden. Natürlichen finden Sie dort auch kritische Stimmen von in ihrer Meinung freien Redakteuren. Was siie aber nicht tun ist, wie manch anderes Medium, ist den Konflikt einseitig darzustellen. Immer wieder wird auch die israelische Position dargestellt und erklärt. Insofern hebt sich die ZEIT tatsächlich wohltuend vom Mainstream ab.
Zum Schluss noch ein Tipp an Sie Rathenau. Wenn Sie etwas gegen Juden haben, was Sie dadurch zeigen, dass Sie der ebenso alten wie absurden Wahnidee einer jüdischen Weltverschwörung anhängen, sollten sie dringend über ihren Nickname nachdenken. Reichsaußenminister Walter Rathenau war bekannter maßen auch Jude und wurde von deshalb von seinen Zeitgenossen, die genauso vourteilsbeladen waren wie Sie, gehasst. Schließlich wurde er wegen seiner Erfüllungspolitik aber vor allem weil er Jude war von der rechtsgerichteten Organisation Consul erschossen. Die Parole, mit der gegen Walther Rathenau im Vorfeld gehetzt wurde , ist bekannt und muss hier nicht wiederholt werden.
Klaus Gehrlein
Nachdem mir die Talkshow 3nach9 am 16.01.2009 schon schwer zugesetzt hatte-unkompetente Kommentatoren, nervige Melody, Diffamierung von Peter Scholl Latour……-habe ich mich durch sämtliche e-mails durchgearbeitet.
Es bleibt nichts hinzuzufügen als die Frage: Was sagen Frau Fried und Herr di Lorenzo zu alledem und wo kann ich das nachlesen?
Es muss doch eine Reaktion auf diese Flut von Beiträgen geben!!!
Mfg Klaus Gehrlein
Adcoram
„Berichterstattug DER ZEIT über die israelische Verteidigungsaktion in Gaza“
Was zeigen die Fakten?
In einigen der wenigen „kritischen“ Berichten über den Krieg in Gaza schreibt Josef Joffe in der Zeit 8.Jan.2009. unter der Rubrik Zeitgeist: „Dialog der Gewalt“.
Zitat: „Die Zahl der der Zivilopfer ist relativ klein, die Zahl der getroffenen Militär ziele – Raketenfabriken ,Tunnel relativ groß“.
Wer so etwas unreflektiert und verfälschend schreibt riskiert seine Glaubwürdigkeit. Die anderen Herren der Zeit wie Naumann etc, die sonst zu jeder Sache einen moralischen Standpunkt formulieren, haben sich total zurückgezogen. Man kann auch sagen, sie riskieren sich als inkompetent in Fragen der Mitmenschlichkeit darzustellen, wenn sie sich nicht zu Themen des Völkerrecht und der Gewalt aktuell äußern.
zara
Mit dem Hinweis, der Krieg sei Israels unwürdig, meinte Scholl-Latour “Das müssen die doch schneller und effektiver können”, sonst nichts. Man darf übrigens bezweifeln, ob er nicht vor allem in dieser Sache falsch liegt; die Selbstüberschätzung des Westens in Sachen ihrer eigenen Militärmacht ist doch seit Jahren augenfällig.
In diesem Missverständnis ist exemplarisch das ganze Problem dieser Sendung zu sehen: Scholl-Latour argumentiert überhaupt nicht moralisch, er hat gar kein Interesse, dieser oder jener Partei eine Schuld zuzuweisen oder einer bestimmten Gruppe (außer vielleicht seinen Buchkäufern) zu gefallen. Frau Sucharewicz hat dies sehr wohl, natürlich völlig legitim, ist dazu ja auch mal TV-gecastet geworden und macht ihren Job sicher einwandfrei ab jenem Tage, ab dem sie sich nicht mehr mit Hinweisen auf Trommelkurse selbst der Lächerlichkeit preisgibt.
Nur können solche Personen schon aus Prinzip nicht mit einander sprechen: Wenn einer, der einseitig argumentiert (MS), mit einem spricht, der alle Seiten zu sehen versucht (PSL), dann kann nur derjenige verlieren, der beide Seiten zu sehen versucht. Dies wiederum hat überhaupt nichts damit zu tun, wer “in Wirklichkeit” “recht hat”, denn natürlich sind beide Standpunkte völlig legitim, es ist keineswegs immer besser, Verständnis für beide Seiten zu haben. Warum soll man denn nicht auch mal einseitig argumentieren dürfen?
Der Fehler liegt daher noch nicht mal bei den Moderatoren, sondern bei den Planern der Sendung. Die hätten, wenn sie schon den totalen Clash wollen, irgendeinen Propagandisten der palästinensischen Seite einladen müssen. Rhetorisch musste also zwangsläufig jemand die Rolle der Hamas-Verteidigung übernehmen, sonst wäre die ganze Sendung zum Palästinenser-Bashing verkommen, und damit, da muss man halt dem Peter recht geben, würde man sich die Sache zu einfach machen. Sie fiel ihm automatisch zu, das war in der Tat eine Falle, aber keine bewusst gestellte.
Aber da fragt man sich eben auch: Wen hätte man denn einladen sollen? Wer glaubt denn, für die Seite den Palästinenser sprechen zu können? Wem glauben wir denn, dass er das könnte. Die gehen sich doch gegenseitig an die Gurgel…
Also sage ich: unglücklich gelaufen, sonst nichts.
Die weiter oben gefallenen Hinweise zur Kameraführung sind dennoch sehr interessant und hier darf man durchaus fragen, warum die _Regie_ plötzlich Interesse hatte, die beiden aufeinander zu hetzen (dass es um eine Demontage eines 84jährigen ging, halte ich für Paranoia, wozu das? - ausgerechnet in einer nicht für Tiefgang bekannten Show wie 3nach9 (die ich ja nur deswegen anschaute)?).
Die Antwort: Natürlich, weil man der hübschen Melody, der man übrigens ihr Aussehen natürlich vorwerfen darf, da es ja auch instrumentalisiert wird, ebenso gern beim Argumentieren zuschaut, wie man dem alten Greis beim Rumpeln zuhört, der sich hier auch nicht besonders clever in Szene setzte. Das allein ist der Grund, warum die Kameras an den beiden klebten, und nicht am langweiligen Özdemir oder den drei weiteren Gähn-Gästen, an die sich auch keiner mehr erinnern kann.
Regie, Kameraleute und Moderation glaubten halt ein paar Minuten lang, sie würden eine Sternstunde des Fernsehens produzieren, und ehrlich gesagt: Ein bisschen war das doch auch so, sonst würden wir hier nicht drüber sprechen. Alle haben sich als streitbar erwiesen, keiner hat die Sendung verlassen, hey, da hat man aber schon schlechteres und feigeres gesehen. Man sollte diese Sendung als Chance sehen, die der Diskussionskultur in diesem Lande neue Impulse gibt. Es bringt doch nichts, wenn wir alle immer nur kuschelig aneinander vorbei euphemisieren.
aysche sener
An alle, die den Israelischen Terror unterstützen, ihn als einzige mögliche
“Gegenreaktion” sehen u.ä.:
Auch ich habe das Thema Drittes Reich in der Schule bis zum erbrechen ertragen und erleiden müssen, habe Filme über den Holocaust gesehen, ehemalige KZ besucht und Zeitzeugen getroffen. Habe tiefstes Mitgefühl und unsägliche Trauer empfunden, habe Hass gegenüber den Verantwortlichen deutschen Soldaten gespürt, die ohne drüber nachzudenken, in den Krieg gezogen sind und gemordet haben.
Habe Hass gegenüber der Generation gespürt, die geschwiegen hat, die diese Taten unterstützt, befürwortet, heruntergespielt und schön geredet hat.
Heute werde ich wieder mit furchtbaren Bildern und Filmen konfrontiert,
zerstückelte, verbrannte Leichen von Kindern, Müttern und Vätern.
Tausende schwerst verwundete Menschen, darunter viele Kinder.
Und wieder ist eine übermächtige Kriegsmaschinerie/Propaganda am Werk.
Ich fange an, den gleichen Hass zu empfinden!!!
Auf alle Kriegstreiber, Kriegsbefürworter, auf alle die das Morden tolerieren, herunterspielen, schön reden-
und besonders perfide- die Opfer als Täter hinstellen.
Darum wirkt die eine Bemerkung bei 3 nach 9, von P. Scholl-Latour, immens beruhigend auf mich - am Jüngsten Tag wird es vorbei sein - so oder so ähnlich hat er sich geäußert. Diesen Satz finde ich sehr Weise.
Denn alle mächtigen Kriegstreiber dieser Welt, werden solange morden bis sie selbst untergehen, also folglich auch Israel.
Also, selbst wenn Israel alle Palästinenser , alle Araber, alle Moslems
(die ja laut Frau Sucharewicz’s Aussage, bei 3 nach 9, eine Bedrohung darstellen, wahrscheinlich genau so eine Bedrohung wie ihre jüdischen Vorfahren damals …) Wenn also Israel “in friedlicher Absicht und zur reinen Selbstverteidigung” diese Menschen massakriert, ist doch eines gewiss - Israel wird untergehen.
Wobei, Israel würde sich auch dann genötigt fühlen sich zu “verteidigen” wenn in der Region Buddhisten oder Hindus oder andere Gruppen lebten.
freundliche Grüße
Adcoram
„Es bleibt nichts hinzuzufügen als die Frage: Was sagen Frau Fried und Herr di Lorenzo zu alledem und wo kann ich das nachlesen?“
Nirgendwo. Beide haben ihre Aufgabe zielführend erfüllt. Der israelischen Sonderbotschafterin ein PR-Forum zu bieten. Die Panne mit Herrn Scholl-Latour ist ein publizistischer Kollateralschaden.
Karl-Heinz Völker
Till Möller
“Also haben Sie und ich - als normale, Steuern zahlende Bürger der EU - die in den Links dokumentierte Hetze indirekt mitfinanziert - wenn auch unfreiwillig und nicht als Gebühren-, sondern als Steuerzahler. ”
Herr Möller, welchen Einfluss habe ich bitte darauf? Wurden die Gelder mit Auflagen dorthin transferiert? Nein? Dann wäre hier die Bundesregierung der Ansprechpartner.
Stefan
@Aysche: Sie werden mir zunehmend aufgrund Ihrer Beiträge unsympathisch. Wenn Sie so viele Filme über das Dritte Reich gesehen haben, müssten Sie eigentlich verstehen, dass eine Gleichsetzung der Nazis und Israel - die Sie vornehmen! - totaler Stuss ist. Ich kann mir das nur so erklären, dass Sie entweder doch dumm sind oder total verblendet - oder aber dass Sie mit voller Absicht solchen Stuss schreiben.
Würden die Israelis gegen die Palästinenser so vorgehen, wie das Wehrmacht und SS unter Hitler mit missliebigen Völkern / Volksgruppen gemacht hat, wäre von den Palästinensern längst niemand mehr am Leben. Die Wehrmacht bzw. die SS hätten sich niemals auch nur eine einzige Rakete gefallen lassen, sondern zigtausendfache Rache genommen.
Sie können doch nicht ernsthaft die machtvolle, brutale Kriegsmaschinerie der Nazis, deren SS-Verbände gnadenlos mordeten, mit der wirklich - gerade im Gegensatz dazu - geradezu rücksichtsvollen Kriegsführung durch die IDF vergleichen! Wenn doch, haben Sie leider im Geschichtsunterricht das wirklich Wichtige verschlafen - nämlich wie grausam und brutal die Wehrmacht bzw. die SS vorgegangen sind.
Hier sehen Sie die wahrhaft mörderischen Soldaten der israelischen IDF:
http://www.serialno3817131.com/serialno6.html
Till Möller
Sehr geehrter Herr Völker,
Sie haben auf meinen Beitrag von 10:45 Uhr reagiert und mir unter anderem eine Frage gestellt, die ich versucht habe zu beantworten. Dies war der einzige Grund für mich, Sie anzusprechen.
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
Dr. Klaus Beckmann
Lieber Herr Völker,
sehen Sie sich doch um, beginnend bei unseren Mitdiskutanten: Meinen Sie im Ernst, wir wären gegen Hamas- und ähnliche Propaganda abgeschottet? Überprüfen Sie dann doch bitte, ob Sie Israel und seine Feinde wirklich mit fairem Maß messen. Es ist für mich jedenfalls ein Unterschied, ob Israel sich um eine geschicktere Präsentation in den Medien bemüht oder ob Islamisten, unterstützt durch viele Naivlinge hierzulande, ihre Hetze verbreiten.
Im Übrigen konnten auch Sie sachlich nichts zur Widerlegung von Frau Sucharewicz vorbringen.
Dr. Klaus Beckmann
@zara (Nr. 182):
Etwas gewagt finde ich die Bewertung, S.-L. habe “alle Seiten sehen” wollen - im Unterschied zur ach so “einseitigen” M. S.
Tatsächlich hat S.-L., der mir als Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (somit in einer Ahnnreihe mit Jürgen W. Möllemann stehend!) keineswegs der geborene “Neutrale” in der Nahosttheatik zu sein scheint, eine moralische und politische Glichwertigkeit beider Seiten auf Kosten der Fakten konstruiert. Seine Behauptung, die Hamas wolle doch nur die Wiederherstellung der 1967er-Grenzen, ist schlicht, einfach und erweisbarer Maßen falsch. Stefan (Nr. 176) hat auf die entscheidenden Stellen der Hamas-Charta hingewiesen. Diese - möglichst im kompletten Text - gründlich zu studieren, empfehle ich jedem, der versucht ist, die Hamas für eine politische Kraft zu halten, mit der Israel verhandeln könnte, um zu einer schiedlich-friedlichen Koexistenz zu gelangen. Für die religiösen Fundamentalisten der Hamas wäre Israel selbst dann noch “Besatzer”, wenn es sich auf den Strand vor Tel Aviv zurückzöge.
Wir im komfortablen Mitteleuropa, die wir solche Nachbarn (einstweilen) nicht haben, sollten sehr vorsichtig sein, die “Angemessenheit” des israelischen Umgangs mit den militanten Islamisten zu beurteilen.
Stephan Fröhder
“Israel wirbt mit Objektivität für die eigene Position
Diese Art der Propaganda, die einerseits Fakten liefert, andererseits für die eigene Position wirbt, ist professionell gemacht. Israel hat aus seinem letzten Konflikt und aus dem übertriebenen Militärjournalismus der USA während des Irakkrieges gelernt. Die Informationen sind weder blutrünstig noch zu sehr rhetorisch aufgeladen. Seriosität und Objektivität, damit wirbt Israel für sich. Emotionen sind nur indirekt erwünscht. Schon zu beginn der Operation wandte sich ein Sprecher des Außenministeriums über YouTube direkt an die Deutschen. Er erklärte, es sei nicht der leiseste Wunsch der israelischen Regierung, das palästinensische Volk, “unser Nachbar”, zu bekämpfen. Der Feind sei die Hamas, nicht nur eine mörderische, brutale und terroristische Bewegung, sondern auch ein “zentraler Bundesgenosse der Achse des Bösen, die zwischen Teheran und der Hisbollah verläuft”. Wie würde man selbst handeln, wendet sich der Sprecher an die User, würde das eigene Land mit Raketen beschossen.” PHOENIX Januar 2009 http://www.phoenix.de/219097.htm
Prof. Vercin Getorix
Lieber Dr. Klaus Beckmann,
als Anwort zu Ihrem letzten Kommentar:
Melodys Argument zur DDR und Siedlungspolitik verwundert eigentlich gar nicht, die Geschichte Europas und Beurteilung der politischen Lage des letzten Jahrhunderts liest sich bei Melody Sucharewicz so:
“In 1910, a good German boy was he who hated the French, and vice versa. Before this, there was the enemy-identification between France and England and before that, between England and Spain. This enmity-image ruled in Europe for centuries–it ruled and broke Europe–again and again. Historically, Europe is the example for disasters, but also for overcoming them. TV snapshots say it all: Merkel hugs Blair, Blair hugs Sarkozy, Sarkozy-Zapatero - one big “shmooze”.”
Allein diese Aussage entspricht eher dem Niveau eines 10-jährigen Schülers. Hier wird bewusst vereinfacht und Schwarz-Weiss gemalt. Mit Absicht auf Gut und Böse reduziert, kein Hintergrund, keine Analyse.
Und zum Einbeziehen des Begriffes “Antisemitismus” und die gleichzeitige Unterstellung von Verschwörungstheorien kann man bei Melody nachlesen:
“…network embedded in a powerful pool of bloggers… Sounds naive and simplistic? Perhaps, but as a matter of fact, blogs today create opinions, and opinions shape policy-making.”
Artikel verfasst von Melody Sucharewicz
Published 30/7/2007 © bitterlemons.org
Darüberhinaus ist ihr Vater und Mentor Leo Sucharewicz, dem man beste Beziehungen zur israelischen Regierung und dem Mossad nachsagt, Kommunikations-Wissenschafter und Inhaber der deutschen PR-Agentur ComLab, Gründer und Betreiber der IL-I (I Love Isarel) Webseite, hinlänglich bekannt als Verfasser von “offenen Briefen” und Aufrufen zu pro-israelischen Demonstrationen. Seine Anhänger findet man dann unter Anderem hier, bei
http://verteidigtisrael.blogsport.de/
Dort steht schon in der Überschrift, also als Leitsatz:
“Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch!”
oder weiter unten:
“dass man Deutschen und anderen Europäern kein Recht auf Israelkritik zubilligen darf”.
Allein diese Grundeinstellung macht eine intelligente Diskussion obsolete.
(original bei http://www.normalverkehr.com/post/melody-sucharewicz-desastroeser-autritt-im-wdr-3nach9-zur-palaestina-frage/#comments )
Karl-Heinz Völker
Lieber Dr Beckmann,
ein Blick in Zeitungen, Fernsehen oder Internet genügt, dass, anders als Frau Sucharewicz es behauptete, auch die israelischen Opfer zur Kenntnis genommen werden.
Wollen Sie das abstreiten?
Ansonsten verzichte ich nach wie vor gern auf eine Manipulation, die ich auch noch bezahlen soll. Sonst ist nämlich auf die Meinungsfreiheit gepfiffen.
K.Freudenthal
@Alexander Lassalle
Vielen Dank für diesen Kommentar.
Ich wünsche mir sehr,dass Sie damit wenigstens ein paar Menschen zum Nachdenken über den Nahost-Konflikt anregen konnten.
Robert
Die Sendung war einfach schrecklich.
Zuerst lassen die arme Annette Dash “Ein Bett im Kornfeld” singen
und dann noch soviel Inkompetenz, Dilettantismus und Arroganz seitens Frau Fried
gegenüber von Herrn Scholl-Latour ! Ich war ein Fan dieser Talkshow,
wurde aber diesmal ebenso in eine Falle gelockt !
Übrigens: stammt Frau Fried aus dem Osten ?
Die hat so eine FDJ-Tussi-Art!
Dr. Klaus Beckmann
Sehr geehrter Herr Professor!
In der Tat: Was Sie da an Zitaten und Links aufbieten, nimmt nicht gerade ein für diese Art von “Israel-PR”. Allerdings machen Sie es sich wohl zu einfach, wenn Sie damit S.-L.s Verhalten in der Sendung vom vergangenen Freitag rechtfertigen wollen. Auf das, was er von sich gab - und worauf Sie nicht eingehen - passt das Etikett “einseitig” nämlich mindestens so gut wie auf die von Ihnen beigebrachten Fundstücke. Frau Sucharewicz hat in der Sendung nach meinem Urteil - und ich habe mir das Gespräch noch zwei Mal im Internet angesehen - keineswegs weniger differenziert gesprochen als S.-L., der die ideologischen und programmatischen Fakten seitens der Hamas beschönigte (1967er-Grenzen) und die seit Jahren andauernde Situation im Süden Israels zynisch überspielte (”ja, wenn man so eine selbstgebastelte Rakete auf den Kopf kriegt…”). So spricht niemand, der an der verfahrenen Lage vor Ort redlich Anteil nehmen will. Auch dass er nicht einmal den Versuch unternahm, auf seine junge Gesprächspartnerin inhaltlich einzugehen, zeugt nicht für das Bemühen, wirklich eine Auseinandersetzung um den Nahostkonflikt zu führen. Ich meine, bei ihm eine starke emotionale Abwehr gegen die - unleugbaren - Fakten gesehen zu haben, die eben nicht in das Bild des Konfliktes passen, das er sich zurecht gemacht hat. Daher seine überaus heftige Reaktion auf die m. E. höflich und sachlich vorgetragene Einrede. Da traf wohl auch seine gekränkte persönliche Eitelkeit zusammen mit einer inhaltlichen Parteiischkeit, die sich der Realität verweigerte. Wer Frau Sucharewicz kritisiert - übrigens immer noch ohne klaren Einwand gegen das, was am Freitag in der Sendung von ihrer Seite sachlich geäußert wurde -, sollte vor S.-L.s Schagseite nicht die Augen verschließen.
Lieber Herr Völker,
natürlich streite ich nicht ab, dass in den deutschen Medien einigermaßen fair auch über das Leid der israelischen Zivilbevökerung berichtet wird. Das ist allerdings - falls Sie es nicht bemerkt haben sollten, lesen Sie einfach nochmal nach - gar nicht Gegenstand der hier geführten Debatte. Vielmehr geht es darum, dass S.-L. in der Sendung vom Freitag die Haltung und das Vorgehen der Hamas beschönigt und in der Tat die seit Jahren andauernde Terrorisierung von Sderot heruntergespielt hat. Wollen Sie das abstreiten?
Frau Sucharewicz wurde in der Sendung offen als Sonderbotschafterin Israel vorgestellt. Dass S.-L. in der Dt.-Arabischen Gesellschaft eine führende Rolle spielt, wurde hingegen nicht erwähnt. Zu wessen Gunsten wäre hier also allenfalls von “Manipulation” zu reden?
Es ist im freien Medienbetrieb ganz selbstverständlich, dass auch Personen sich äußern können, die entschiedene Standpunkte und eigene Verbindlichkeiten haben. Der mündige Medienkonsument wird sich sein eigenes Bild aus der Vielfalt der gehörten Standpunkte erstellen. Im Fall von “3 nach 9″ sah es nun so aus, als hätte S.-L. nicht eben den stärkeren Standpunkt, denn er zog sich ja beledigt aus dem Gespräch zurück, und zwar nicht, als er persönlich angegriffen wurde - das geschah den ganzen Abend über nicht (sehr im Unterschied zu dem Umgang seines Fanclubs mit Frau Sucharewicz in diesem Forum!) -, sondern als er sachlichen Widerspruch erhielt.
Daran ändern auch alle Beleidungen und Bannflüche gegen M. S. oder die Moderatoren nichts mehr (”FDJ-Tussi”: Was soll diese Flegelei?).
Jörg Jarolimeck
@Aysche Sener
was hat das Vorgehen Israels in Gaza mit dem Holocaust, der systematischen Ermordung von 6 Mio Juden zu tun?! Rein gar nichts!!!
Oder meinen Sie auch wie viele wohl meinende, friedliebende Demonstranten Israels militärische Antwort auf das Raketenfeuer der HAMAS, sei der Holocaust Israels an den Palästinensern? Wenn ja dann ist das absurd und Sie haben in der Schule wohl doch nicht genug über den Holocaust gelernt.
Hier wurde von den Gegnern Israels behauptet, jede Kritik an Israel werde böswillig als antisemitisch zurückgewiesen. Nein nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch. Aber man kann ja auch mal ein Buch oder einen Aufsatz in die Hand nehmen und sich belehren lassen, was man unter antisemitischer Israel-Kritik versteht. Dann wird man bei nahezu allen Autoren, die sich mit dem Thema beschäftigen nachlesen, dass Israel-Kritik immer dann antisemitisch ist, wenn sie die Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Vermichtungspolitik der Nazis während des Krieges im Osten oder eben mit dem Holocaust vergleicht.
Sie haben zumindest einen solchen Vergleich nahe gelegt. Während der Demonstration gegen Israel war der Vergleich mit dem Holocaust in diesen Tagen an der Tagesordnung.
Jörg Jarolimeck
Zitat von ADCORAM:
„Berichterstattug DER ZEIT über die israelische Verteidigungsaktion in Gaza“
Was zeigen die Fakten?
In einigen der wenigen „kritischen“ Berichten über den Krieg in Gaza schreibt Josef Joffe in der Zeit 8.Jan.2009. unter der Rubrik Zeitgeist: „Dialog der Gewalt“.
Zitat: „Die Zahl der der Zivilopfer ist relativ klein, die Zahl der getroffenen Militär ziele – Raketenfabriken ,Tunnel relativ groß“.
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Ein Standpunkt, den man vertreten kann, und zwar unabhängig davon ob man Atheist, christlichen, muslimischen oder eben jüdischen Glaubens ist!
Karl-Heinz Völker
Lieber Dr Beckmann,
sind Sie der Herr Beckmann, der hier aufscheint
http://www.honestly-concerned.org/Temporary/ack-isr-sonnt-2006.doc
?
Freundliche Grüße
Karl-Heinz Völker
Dr Beckmann
Wenn schon “Frau Sucharewicz”, dann bitte auch “Herr” S-L.
Danke
Till Möller
Sehr geehrter Herr Völker,
Sie schrieben:
“Ansonsten verzichte ich nach wie vor gern auf eine Manipulation, die ich auch noch bezahlen soll. Sonst ist nämlich auf die Meinungsfreiheit gepfiffen.”
Diesen Gedankengang finde ich interessant: Sobald eine aus öffentlichen Geldern finanzierte Sendung eine Position vertritt, die nicht mit Ihrer Meinung einhergeht, wird also auf die Meinungsfreiheit gepfiffen.
Ich empfehle Ihnen freundlichst die Lektüre des folgenden Artikels:
http://de.wikipedia.org/wiki/Aussagenlogik
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
zara
@Dr. Beckmann:
Mein Hinweis darauf, dass Scholl-Latour alle Seiten zu sehen versucht, bedeutet doch keineswegs, dass er nicht ebenfalls der Versuchung erliegt, ungewisse oder ungeprüfte oder bewusst falsche Faktenaussagen zu tätigen. Das tun in diesem Konflikt doch alle.
Ich versuche ebenfalls beide Seiten zu verstehen, und habe allergrößtes Verständnis für die Rache der Israelis an denen, die Raketen in ihre Siedlungen schießen. Ebenso werde ich dann verstehen, wenn sich die Kinder derer, die derzeit sterben, an den Kindern derer rächen, die derzeit in den Panzern sitzen. Ich kann das alles verstehen. Aber man darf doch, auch als friedensverwöhnter Mitteleuropäer, sich wünschen, dass es anders wäre.
Die Position, die Sie mir unterstellen (der Mitteleuropäer, der es gut und daher keine Ahnung hat), habe ich in Ihren Augen nur inne, weil Sie die Position der Einseitigkeit angenommen haben (der Angegriffene, der auf sein Recht zur Verteidigung pocht (dabei aber “die Verhältnismäßigkeit der Mittel” aus den Augen verloren hat)).
Wenn’s um “die Charta” geht, dann gehts auch um diese hier:
http://tinyurl.com/746eaf
Kann jetzt nicht gerade behaupten, dass sich alle Mitgliedsländer dran halten. Wollen Sie umgekehrt im Ernst behaupten, alle Mitglieder der Hamas, oder besser noch, alle Bewohner des Gaza-Streifens haben die “Hamas-Charta” gefressen und wollen sie im Wortlaut umsetzen? Das ist doch Unfug. Es wird gerne auf die Brust getrommelt, um die Truppe bei Laune zu halten - siehe George Bush. Würde man das alles ernst nehmen…
Sich des weiteren hinzustellen und zu sagen, die eine Gruppe habe eine Charta, in der die Vernichtung der anderen beschlossen ist, daher könne man nicht verhandeln, ist doch Bullshit. Genau deswegen muss man ja verhandeln, nämlich um die eine Gruppe dazu zu bringen, ihre fanatische Charta mal zu überdenken (da sie sonst zwangsläufig zur Vernichtung der Fanatiker führen wird).
Ihre These, es könne nicht verhandelt werden, zeugt von einer gewissen Naivität. Denn auch die Nationalcharta der PLO enthielt ursprünglich den Aufruf zur Zerstörung Israels, und genau diese Formulierungen wurden wegverhandelt. Es zeugt von einem Mangel an Phantasie, zu glauben, dass dies nicht erneut möglich sei. Natürlich wird man wieder verhandeln, sobald genug Material in Klump geschossen und genug Menschen umgebracht wurden. Auf Erden hat noch kein Konflikt mit der vollständigen Auslöschung des Gegners enden müssen, und Gott und seinen religiösen Fanatikern haben wir das ganz sicher nicht zu verdanken.
Adcoram
@adcoram: In einigen der wenigen „kritischen“ Berichten über den Krieg in Gaza schreibt Josef Joffe in der Zeit 8.Jan.2009. unter der Rubrik Zeitgeist: „Dialog der Gewalt“.
Zitat: „Die Zahl der Zivilopfer ist relativ klein, die Zahl der getroffenen Militärziele – Raketenfabriken,Tunnel - relativ groß“.
@Jörg Jarolimeck Zitat: „Ein Standpunkt, den man vertreten kann, und zwar unabhängig davon ob man Atheist, christlichen, muslimischen oder eben jüdischen Glaubens ist!“
In diesem Krieg hat die israelische politische Führung (und das Militär) durch Mord wehrloser Menschen ihre Ehre verloren. Über Herrn Josef Joffe, Herausgeber der DIE ZEIT, der nicht das Prinzip des mitmenschlichen Mitgefühls in seiner Meinung vertritt , sondern Sachzerstörungen gegen menschliche Opfer gegenrechnet, möchte ich nicht sprechen. Er hat sich selbst demaskiert.
Adcoram
Noch mal zu den Fakten der Sendung und zur „journalistischen Leistung“ der Moderatorin Frau Amelie Fried. Vorstellung der israelischen Sonderbotschafterin Frau Melody Sucharevicz.
Frage von Frau Fried: „Was war der verrückteste Moment, seit sie für Israel unterwegs waren?“ Die Sonderbotschafterin berichtete über ihren aufregenden Besuch in Uganda und ihren Empfang beim ugandischen Präsidenten. Zwischenruf von Herrn Scholl-Latour – „ein Massenmörder“. Frau Fried weiß wie man Gäste zurechtweist: „Ach Herr Scholl-Latour werden Sie nicht polemisch.“ Herr Scholl-Latour: „Ist nun mal so“. Frau Fried: „ Aber darum geht es doch gar nicht im Moment“.
Bildregie- Zufall oder Manipulation?
Die Bildregie bei Vorstellung der Sonderbotschafterin in der Analyse ohne Zeitanteile. Bildimpule Fried 4, Sonderbotschafterin 7, Lorenzo 0, Gäste 2, Scholl-Latour nur einmal Rückansicht.
Noch eimal zum Vergleich die Bildimpulse bei Vorstellung von Herrn Scholl-Latour:
Bildimpule Fried 3, Sonderbotschafterin 12, Lorenzo 11, Gäste 9, Scholl-Latour 25
Dr. Klaus Beckmann
Lieber Herr (!) Völker,
ja, das war ein Treffer: Der Text zum Libanon 2006, den Sie aus dem Internet gefischt haben, wurde von mir mitverantwortet. Gerne dürfen Sie an passender Stelle darauf eingehen, am besten mit sachlichen Argumenten - was Ihre Entdeckung im Kontext der Diskussion um S.-L. austragen soll, verstehe ich bisher allerdings nicht.
@zara:
Das “beide Seiten verstehen Wollen” ist ein hoher Anspruch; immerhin geben Sie ja zu, dass S.-L. einseitige Aussagen zur Sache gemacht hat. Damit könnte die Diskussion ja eigentlich beendet sein, denn Sie haben ja indirekt Frau Sucharewicz’ Entgegnung bestätigt (deren Einrede war ja nichts anderes als eine Korrektur der zuvor von S.-L. vertretenen schlagseitigen Position).
Der von Ihnen gebrauchte, auf das israelische Vorgehen gemünzte Ausdruck “Rache” scheint mir indes nicht unbedingt von viel Verstehensbemühungen zu zeugen. Es ging den Israelis doch primär darum, den Raketenterror gegen die eigene Bevölkerung abzustellen. In sofern scheint es auch nicht recht plausibel, wenn Sie mir Einseitigkeit anlasten. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich bei der Konfrontation zwischen einem demokratischen Rechtsstaat wie Israel und einer islamistischen Organisation wie der Hamas bestimmt nicht neutral bin. Das muss - gerade im Hinblick auf die Situation der durch die Hamas als Geisel genommenen und zum Schutzschild benutzten Bevölkerung des Gazastreifens - wohl nicht eigens gerechtfertigt werden; von der Lage der Christen in Gaza gar nicht zu reden.
Was wollen Sie mit der Charta der Vereinten Nationen aussagen oder beweisen? Dass die Hamas den Ideen und Grundsätzen Ihrer Charta treu zu sein scheint, führt ihr Verhalten doch vor Augen. Sicherlich haben die Menschen in Gaza diese Charta nicht “gefressen” (komische Vorstellung…), aber ihre politische Lage ist von derselben geprägt. Darauf sollte eingehen, wer die Dinge dort verstehen will.
Richtig, auch in der Nationalcharta der PLO war einmal von der Nicht-Anerkennung Israels die Rede. Jedoch macht es einen Unterschied, ob eine politische Bewegung säkular verfasst ist wie die PLO oder fundamentalistisch-religiös wie die Hamas. Eine säkulare Gruppierung hat es wesentlich leichter, neue Einsichten aufzunehmen und ihre Politik zu verändern, als Leute, die jeden Verzicht auf ein Stückchen Palästina als Verrat am Islam deklariert haben. Solange wir nicht zu differenzieren lernen zwischen “den” Palästinensern, die in meinen Augen jedes Recht haben, politisch das Beste für sich herauszuholen, und den frommen Fanatikern der Hamas, die im Prinzip jede politische Lösung des Konflikts mit Israel verweigern, werden wir nur oberflächliche und pseudo-moralische Urteile über Israels Gegenwehr abgeben können.
Von hier aus mal eben so zu bewerten, ob Israel die “Verhältnismäßigkeit der Mittel” wahrt, finde ich ziemlich anmaßend. Woher nehmen Sie die Kompetenz, den Verantwortlichen der IDF ein derartiges Zeugnis auszustellen? Dass Sie keineswegs alleine sind mit diesem Urteil, besagt noch gar nichts über seine Stichhaltigkeit.
Johannes
Mal schaun, ob der Frank es besser macht?
Und was die Redaktion an Filmchen vorbereitet hat…hier im Blog werden einige sicher schon Manipulation und Propaganda wittern. Soll keine Beleidigung sein, nur eine Feststellung. Ich befürchte, Friedmann wird wieder mal die Chance nutzen, um vor allem sich selbst zu inszenieren, dann einen Film aus Gaza gezeigt bekommen mit der Frage, “Herr Friedmann, was sagen Sie dazu?”…aber egal…dann lieber 3 nach 9.
Heute bei “hart aber fair”:
Gäste:
Michel Friedman (Publizist, Fernseh-Moderator, ehem. stellv. Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland), Norbert Blüm (langjähriger Bundesminister in der Regierung Kohl 1982-1998, hat den Gaza-Streifen mehrfach besucht), Ulrich Kienzle (Journalist, Nahost-Experte), Rudolf Dreßler (ehem. deutscher Botschafter in Israel 2000-2005), Udo Steinbach (Centrum für Nah-, Mittelost-Studien an der Uni Marburg, ehem. Direktor des Deutschen Orient-Instituts 1976 bis 2006)
Johannes
Noch was:
Zeigt mir, dass man Herrn Scholl-Latour und seine Empörtheit auch nicht zu ernst nehmen sollte:
“Kritik beirrt ihn nicht, wie eine Anekdote zeigt, die nebenbei auch den Mut des Kombattanten zeigt. Eines Tages, erzählt Udo Steinbach, habe er Scholl-Latour in Paris angerufen, um ihn für eine Tagung in Hamburg einzuladen. “Ich kann Ihnen den Flug nicht bezahlen und auch kein Honorar. Die Leute, die da sind, hassen Sie alle. Aber ich würde mich freuen, wenn Sie kämen”, warb er um den Autor. Der reiste tatsächlich an und ging nach der unfreundlich verlaufenen Podiumsdiskussion sogar noch zum gemeinsamen Abendessen mit. Dort hagelte es weiter Kritik, bis Scholl-Latour eine andere Argumentationsebene fand: “Ihr könnt mich verreißen, wie Ihr wollt, ich bin trotzdem erfolgreich.”
Von hier:
http://www.handelsblatt.com/archiv/der-welterklaerer;611655
Jörg Jarolimeck
@ ADCORAM:
Dass es dann, wenn Israel den nun seit 8 Jahren andauernden Rakenterror der HAMAS miltärisch beantworten würde, unter der Zivilbevölkerung Opfer geben würde, war zumal bei der assymetrischen Kriegführung der HAMAS, die Raketen aus Schulen und aus dicht besideltem Wohngebiet abfeuert abzsehen und von der HAMAS, leider einkalkuliert.
Der sicherlich unverdächtige renomierte Politikwissenschaftler Herfried Münckler sagte 2006 während des Libanonkrieges als die Empörung über Israels Vorgehen gegen die Hisbollah ebenfalls groß war, in der der noch unverdächtigeren TAZ auf die Frage ob Israels Reaktion unverhältnismäßig sei folgendes, was sich m. E. auch auf die Strategie der HAMAS übertragen lässt:
“Die israelische Armee versucht, Infrastruktur zu zerstören, um die Bewegungsmöglichkeiten von Hisbollah-Kämpfern zu blockieren. Und sie greift vermutete Stellungen an, wobei diese Stellungen teilweise in Dörfern oder unter Häusern eingegraben sind.
Die asymmetrische Kriegführung der Hisbollah ist immer auch darauf angelegt, dass Israel reagieren muss - und dass es sich dann ins Unrecht setzt, weil der Krieg immer auch Zivilbevölkerung trifft. Das ist die Strategie der Provokation, wie wir sie kürzlich in einem ganz anderen Zusammenhang zwischen Materazzi und Zidane beobachten konnten:
Der vermeintlich Schwächere provoziert, und wenn der Stärkere dann zurückschlägt, steht er am Pranger - weil sich seine Reaktion medial aufbereiten lässt. […]”
Wenigstens das Ziel hat die HAMAS auf Kosten der eigenen Bevölkerung erreicht: Israel steht am Pranger der internationalen Medienöffentlichkeit.
Sie und viele hier in diesem Forum drücken sich aber doch schon die ganze Zeit um die Beantwortung der entscheidenden Frage herum. Hat Israel das Recht, aus Sicht der eigenen Bevölkerung im Süden nicht sogar die Pflicht nach 8 Jahren irgendwann einmal militärisch zu reagieren. Würden Sie jedem anderem auch das Recht verweigern, sich zu verteidigen, wenn es angegriffen wird?, oder gelten wieder einmal andere Standards für Israel?
Herzliche Grüße
Jörg Jarolimeck
Hier noch die Quellen-Angabe zum Münckler-Interview
http://www.taz.de/index.php?id=archiv&dig=2006/07/28/a0173
Jochen Ebmeier
Israel hat dieses Recht.
Danny
In verschiedenen Foren und Magazinen wird berichtet, dass ein Medienkrieg herrscht. Blogger werden für sog. “pro-israelische Statements” eingesetzt.
An dieser Stelle möchte ich mich an diese Menschen richten und erinnern, dass das Judentum ursprünglich für Barmherzigkeit, Selbstkritik und Weltoffenheit stand und steht. Die Verbrechen die stattfinden katapultieren
Israel und somit auch Juden weltweit in eine Aussenseiter-Rolle, der neuen Antisemitismus oder genauer Antijudaismus verursacht.
Der aufgeklärte Mensch weiss, dass es sich in diesem Konflikt nicht um Religion oder die Bösen vs. die Guten handelt, sondern um die ständige Besetzung (Gross-israel), die enormen Gas-Vorräte an der Küste Gazas und die geopolitische, strategische Präsenz der USA. Es ist mittlerweile alles belegt.
Diese Fakten sind die Gründe warum einige Bezahlte auf den wenigen Seiten im Internet u.a über das Thema hier schreiben.
Doch wie sieht die Zukunft aus? Wollt Ihr nicht irgendwann mal sagen: Ich mach jetzt einen Kurztrip nach Syrien, Jordanien, Shoppen in Beirut. Mein Kind soll sich z.b. im Süden Israels frei entfalten können, soll
ohne Angst aufwachsen. Stehen die Ziele der Machtelite wirklich in Relation zu einem Leben, indem ich ständig darüber nachzudenken muss, ob ich jüdisch bin, oder in einem Cafe sitze und ständig alle
beobachte, die mit einem Koffer hereinkommen? Endlich mal koscher essen ohne eine Polizeikolonne.
Der wahre Antijudaismus wird sich erst dann zu erkennen geben, wenn Frieden herrscht. Erst dann können wir unterscheiden. Erst dann kann man sich nicht mehr hinter der Besatzungspolitik Israels verstecken.
Broder möchte gerne jene Juden als antisemitisch abstempeln, die Israel kritisieren. Ich meine mitterweile, dass Broder den Juden keinen Gefallen aus o.g Gründen macht und daher selbst antisemitisch handelt.
Ich glaube, dass jene Schreiber ganz genau wissen was ich meine. Bestimmt stecken sie auch in einem Konflikt. Auf der einen Seite sind Sie bestimmt, traumatisiert von einer Millitarisierung der Gesellschaft in Israel, die ständige Gehirnwäsche: Wir müssen uns verteidigen, sonst werden wir vernichtet, es gibt für uns nur eine Chance, die Population der Araber, Wir sind umringt usw. usw.
Sie wissen aber auch, dass Israel die stärkste Millitärmacht in der Region ist, Finazstärke besitzt und daher es NIE WIEDER zu einer Widerholung des Holocaust kommen kann - nicht für Israel, aber für die Palestinenser.
Ich bitte Euch aus vollem Herzen darüber nachzudenken, wenigstens für 1 Minute. Sie möchten doch genauso wenig wie ich, dass sich die Hassspirale erweitert. Was bedeutet das in Zukunft für Sie , für mich, für uns.
Der Preis für den Frieden wird hoch sein. Auf beiden Seiten wird es mind 2 Generationen voller Hass, Leid und Reparationszahlungen benötigen. Doch hiernach wird es eine Welt ohne Angst geben, eine wunderschöne Welt. Da bin ich mir sicher. Der Handel mit allen arabischen Länder wird blühen, die Kriegsindustrie und die Millitarisierung verliert ihre Berechtigung. Und alle Kinder, die ab den heutigen Tag geboren werden, werden es Euch danken.
Vielleicht sind meine Ausführungen teilweise naiv, Hass verblendet eben immer beide Seiten und die Wahrheit tut weh. Aber nur so erlagen Sie/sie inneren Frieden - Shalom.
Marion
Was ist Recht Herr Ebmeier???
Man sollte schon objektiv bleiben und sich fragen wie alles begann.
http://www.123recht.net/Israel-verlaumlngert-Untersuchungshaft-fuumlr-18-Hamas-Politiker__a18020.html
Stattdessen habe Israel die Wahlen aber unterstützt “und ihren Ablauf sogar erleichtert”, fasste der Rechtsanwalt die Ausführungen des Richters zusammen.
Unter den Angeklagten sind Parlamentspräsident Asis Duweik, der Generalsekretär des Parlaments, Mahmud Ramahi, sowie drei Minister und ein Abgeordneter. Duweik war Anfang August in seinem Haus in Ramallah festgenommen worden. Der 58-Jährige wurde im Februar zum Parlamentspräsidenten gewählt, nachdem die radikalislamische Hamas die Parlamentswahl gewonnen hatte. Ramahi sagte zu Beginn der Anhörung in Ofer: “Wir erkennen die Zuständigkeit dieses Gerichts, das keine Rechtmäßigkeit besitzt, nicht an.” Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte Israel auf, vor der geplanten Bildung der neuen Palästinenserregierung die inhaftierten Politiker freizulassen
http://www.123recht.net/Israel-verlaumlngert-Untersuchungshaft-fuumlr-18-Hamas-Politiker__a18020.html
Kadish war laut der vor einem Gericht in Manhattan eingereichten Anklageschrift von 1979 bis 2000 als Agent Israels tätig. Er habe von dem israelischen Konsularbeamten regelmäßig eine Aufstellung von Dokumenten erhalten, zu denen Israel Zugang wünsche. Zu den gelieferten Unterlagen zähle eine Akte, die “als ‘geheim’ klassifizierte Informationen über Nuklearwaffen” enthalten habe, heißt es in der Klageschrift. Der namentlich nicht genannte israelische Verbindungsmann habe die USA 1985 verlassen und sei nie wieder eingereist. Kadish habe ihn 2004 bei einem Besuch in Israel getroffen.
US-Außenamtssprecher Tom Casey äußerte Enttäuschung über Israel. “Diese Art von Aktivitäten sind nicht das, was wir von einem Freund und Verbündeten erwarten würden”, sagte Casey. “Wir würden von Israel erwarten, sich nicht an solchen Handlungen zu beteiligen.” Er kündigte an, der Fall werde vor israelischen Vertretern zur Sprache gebracht - “wenn wir das nicht schon längst getan haben”. Im State Department hieß es darüber hinaus, der neue Fall stehe “in gewissem Zusammenhang” mit der Spionageaffäre um den Pentagon-Spion Jonathan Pollard, der wegen Spionage für Israel in den USA seit Mitte der 80er Jahre lebenslange Haft verbüßt.
Adcoram
@Jörg Jarolimeck
Zitat „Sie und viele hier in diesem Forum drücken sich aber doch schon die ganze Zeit um die Beantwortung der entscheidenden Frage herum. Hat Israel das Recht, aus Sicht der eigenen Bevölkerung im Süden nicht sogar die Pflicht nach 8 Jahren irgendwann einmal militärisch zu reagieren. Würden Sie jedem anderem auch das Recht verweigern, sich zu verteidigen, wenn es angegriffen wird, oder gelten wieder einmal andere Standards für Israel?“ Zitatende.
Vorweg, ich habe mit der Begründung einer inkompetenten Berichterstattung über die israelische Aggression in Gaza mein Abo - DIE ZEIT - gekündigt: Und zwar noch vor der PR Veranstaltung der israelischen Sonderbotschafterin in der Sendung bei 3 nach 9 mit den Moderatoren Frau Emelie Fried und Herrn Giovanni di Lorenzo.
Dem sogenannten „Ethikberater der israelischen Streitkräfte, Asa Kasher“ –man kann auch sagen „Philosoph des Todes“ – wurde in der ZEIT ein Forum zur Verfügung gestellt. “Das Töten ist nicht der moralische Kern” DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04. Nach der Lektüre wird einem speiübel.
Es gibt Standards der Verteidigung bei Aggressionen, die machtpolitisch und ethisch begründet sein können, die aber die Befürworter der israelischen Position nicht akzeptieren wollen und auch die persönlich gestellte Frage oben beantworten.
Waren die diplomatischen Mittel einer Verständigung ausschöpft? Nein. Israel, die USA, Deutschland und die EU verweigerten und verweigern Gespräche mit der frei gewählten Hamas bis heute.
Waren die politischen Mittel abgewogen? Nein. Israel, die USA und die EU und im Machtbereich der USA auch Ägypten verhängten eine Blockade und Israel kesselte die Palästinenser ein.
Waren die militärischen Mittel ausgeschöpft? Nein. Die größte Militärmacht im Nahen Osten hatte nicht den Waffenschmuggel an der Grenze zu Ägypten unterbunden, was militärisch einfach wäre, sondern den Schmuggel 8 Jahre zugelassen. (Also auch noch während der Besatzung in Gaza)
Waren die militärischen Mittel ausgewogen? Nein. Zur Eindämmung des Waffenschmuggels genügt die Bombardierung oder militärische Sicherung der Tunnel an der Südgrenze. Gewollt war aber ein Abschreckungskrieg mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.
Hier drückt sich niemand um die Beantwortung von Fragen, aber es drücken sich einige vor der Akzeptanz von Wahrheit und Realität. Auch für Israel gelten Standards und gilt das Völkerrecht. Mord der Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.
Thilo Pfennig
@Danny. Sie argumentieren ebenfalls antiemitisch und merkens nicht, aber ich wills hier mal aufschliessen:
1. Sie unterstellen DEN JUDEN (”das Judentum”) eine geschichtliche Eigenart, nur um im gleichen Atemzug zu kritisieren, das da angeblich irgendwas verloren gegangen ist. Das Problem hierbei ist, das Sie hier quasi argumentieren, das alle Juden gleich sind, bzw. alle den gleichen Regeln folgen (müssten).
2. Der Begriff “Gross-Israel” gibt es nicht. Das ist abgeleitet von “Gross-Deutschland” im Dritten Reich. Das ist der Versuch die Nazis mit den Juden gleichzusetzen um die Schuld der Deutschen zu minimieren und gleichzeitig die der Juden zu vermehren.
3. Sie kritisieren Broder, weil der “DEN JUDEN” angeblich keinen Gefallen täte. Wieder fassen Sie hier Juden zu einer homogenen Gruppe oder Rasse zusammen, was Broder im übrigen nie tut. Ich denke sehr wohl das Juden antisemitisch sein können, auch wenn das viele als Widerspruch in sich betrachten. Der Widerspruch besteht aber nur dann, wenn man den Juden eine unteilbare Eigenart zuweist zu der es keinen Widerspruch geben kann. Antisemitische Juden sind ein Indiz dafür, das Juden eben wie keine Gruppe der Welt homogen sind oder gleichartige Eigenschaften besitzen.
Was einfach Unsinn ist, ist die Illusion das Frieden positiv ist und Krieg negativ. Oft verbirgt der Frieden nur den Konflikt, der jederzeit ausbrechen kann. Das ist also so, wie wenn man auf eine rotte Fassade frische Farbe aufträgt und dann froh ist, das jetzt alles gut ist. Außerdem wundere ich mich wie viele die sich hier gegen Israel ereifern geschwiegen habe als Israel nur eingesteckt hat und noch nicht zurückschlug. Das deutet darauf hin, das es eben vielen auch nicht um Frieden geht. Ich denke wenn es vorher Druck auf die Hamas gegeben hätte und auch keine Waffenlieferungen wäre all das nicht passiert.
hobbit
@Aysche Sener
Wissen Sie eigentlich, was wirklich “weise” ist? Weise kann nur sein, wenn man seine Objektivität behält und in diesem Rahmen alle positiven und alle negativen Seiten auf BEIDEN Seiten erkennt und auslotet. Partei für nur eine Seite zu ergreifen, hat grundsätzlich mit unreifem Denken und mit zum Himmel schreiender Ungerechtigkeit zu tun. Die Überparteilichkeit täte uns allen mal wieder sehr gut, um zu einem überzeugenden Urteilsvermögen zu gelangen. Und noch was, werte Frau Sener: Hass ist eine der gefährlichsten und schlechtesten menschlichen Eigenschaften, die immer wieder zu vermeidbaren Auseinandersetzungen führen. Schade eigentlich, dass die Menschheit immer noch so unreif ist, obgleich sie aus der Geschichte eine ganze Menge hätte lernen können. Beratungs- und Belehrungsresistenz scheint hier weltweit auf dem Vormarsch zu sein!
Till Möller
Sehr geehrter Herr Pfennig,
um Ihren zweiten Punkt zu unterstreichen, hier der Hinweis auf einen Artikel zum Begriff “Gross-Israel”:
http://www.ask1.org/redaktion-73.html
Mit freundlichem Gruß,
Till Möller
Jörg Jarolimeck
Sehr geehte(r) ADCORAM,
1. Dass Sie Ihr Abo der ZEIT gekündigt haben, hat DIE ZEIT sicher schwer gtroffen
2. Natürlich gab es über den Vermittler Ägypten Gespräche mit HAMAS
3. Sie müssen. nein Sie sollten einmal akzeptieren, dass Israel, bis auf wenige Tage im Jahr die Palästinenser mit 1000den Tonnen Lebnesmitteln und anderen Gütern versorgt, dass Palästinenser in israelischen Krankenhäusern versorgt, werden, dass hin und wieder sogar FATAH-Anhänger vor den feindlichen Brüdern der HAMAS nach Israel fliehen. Was tut dagegen die frei gewählte Regierung der HAMAS?, sie lässt Schmuggeltunnel graben und schafft Waffen an.
Würden Sie Ihrem Nachbar großzügig helfen, der offiziell verkündet ihr Haus demnächst “annullieren”, d. h. zerstören zu wollen. Soll man mit einer Terrororganisation verhandeln, die in ihrem Grunsatzprogramm Friedensgepräche als unnütze Bemühung und Zeitverschwendung bezeichnet. Die Charta der HAMAS ist in Geltung, ihr 20jähriges bestehen wurde erst vor kurzem (August 08), mit den zugehörigen antijüdischen und antiisraelischen Tiraden gefeiert
Man wird aber in der Tat nicht um Waffenstillstandsvereinbahrungen herumkommen. Vielleicht hält ja auch der beidseitig einseitig erklärte Waffenstillstand länger als eine Woche. Mal sehen.
4. Wie soll Israel den Waffenschmuggel an der Grenze zu Ägypten unterbinden. Soll Israel den Gaza wieder dauerhaft besetzen. Soll Israel gar Ägypten mit dem seit 30 Jahren ein Friedenabkommen (Land gegen Frieden!) besteht, angreifen
5. Zur Eindämmung des Waffenschmuggels genügt, dass die frei gewählte HAMAS-Regierung in Gaza-Stadt - in Kriegszeiten in einem Bunker unter dem Shiva-Krankenhaus! - die Einstellung des Waffenschmuggels anordnet. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass sich die israelische Regierung sich aufgrund von Raketenbeschuss Zugeständnisse abpressen lassen kann und wird. Die HAMAS braucht schlicht und einfach keine Raketen. Denn sowohl Israel als auch die arabischen Brüder in Ägypten haben keine territorealen Interessen in Gaza. Die Ägypter sind sogar froh, dass sie den Gaza los sind, sie wollten ihn nach 1967 nicht zurückhaben, sie wollten ihn im Friedensabkommen von 1978 nicht haben, und dass sie ihn jetzt doch bald u. U. an der Backe haben könnten, ist ihre größte Angst. Raketen etwa zur Landesverteidigung sind also nicht notwendig.
6. Das Völkerrecht muss in der Tat gelten. Es gibt zum Thema Völkerrecht wie zu allen Rechtsfragen unter zwei Juristen immer mindestens drei Meinungen. Eines steht jedoch fest, Israels Verteidigungsaktion, war von Art 51 der Charta der UN gedeckt, ich habe niemand gehört, der das bestritten hätte.
Viele Grüße
Marion
Sehr geehrter Herr Jörg Jarolimeck und wie erklären Sie das???
Börse Tel Aviv
Spektakulärer Gasfund bewegt die Kurse
Wem gehören diese Gasfelder?
Von Rechts wegen gehören diese Bodenschätze Palästina, doch haben der Tod Yasser Arafats, die Wahl der Hamas-Regierung und das Ende der palästinensischen Behörde im Gazastreifen es Israel ermöglicht, die de facto-Kontrolle über Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen. British Gas hat mit der Regierung in Tel Aviv darüber eine Absprache getroffen, bei der die Hamas-Regierung im Hinblick auf Erforschungs- und Entwicklungsrechte für die Gasvorkommen umgangen wurde. Nach der Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon im Jahr 2001 wurde Palästinas Herrschaft über die küstennahen Gasfelder vom Obersten Gerichtshof Israels angefochten, Sharon erklärte, dass „Israel nie von Palästina Gas kaufen werde“ und gab zu verstehen, dass die küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören.
Jörg Jarolimeck
Hallo Marion
Langsam scheint Ihnen die Substanz auszugehen, Sie haben wahrscheinlich im Internet nach irgendetwas gegoogelt, was gegen Israel zu verwenden ist. Folgendes dazu:
1. Ich muss das nicht erklären
2. Wenn Sie das schon von mir erwaten, machen Sie bitte eine ordentliche Quellenangabe
3. Ich könnte mir vorstellen, ohne den Fall genauer zu kennen, dass die HAMAS-Regierung für British Gas kein zuverlässiger Partner ist
4. Ariel Sharon hat aus bekannten Gründen schon lange keinen Einfluss mehr auf die israelische Politik
Zusammenfassend: Netter Versuch aber Satz mit X, das war wohl nix,
herzliche Grüße
Jörg
Marion
Hallo Jörg,
die Quellenangabe hatte ich leider vergessen;-)
Aber ich denke die braucht es nicht mehr. Weil wenn Sie es nicht wissen, kann ja nicht´s wahres dran sein.
Vielen Dank für die schnelle Antwort
mit herzlichen Grüssen
Marion
Jörg Jarolimeck
Hallo Marion,
ich habe selbst gegoogelt und herausgefunden, dass im Handelsblatt vom 21.01.09 tatsächlich stand, dass Gas gefunden hat. Allerdings bei Haifa (!) (Nord-Israel) Haifa ist nun von Gaza und vom Einflussgebiet der HAMAS ungefähr so weit weg, wie die Erde vom Mond.
Sie sollten dringend selbst nach Israel reisen um es selbst zu ERFAHREN
Hier kann man über den Gasfund nachlesen:
http://www.handelsblatt.com/politik/international/gasfund-vor-der-kueste-israels;2130812;0
Sie sind da wohl in irgendeine Falle getappt, das kann in diesen Tagen vorkommen und ist kein Beinbruch,
mit verwirrten Grüßen
Jörg
Marion
Hallo Jörg,
es tut mir leid das ich Dich verwirrt habe. Ich habe mich auch über den überraschenden Gasfund für Israel gefreut.
Aber als ich diese Naricht über Haifa gelesen hatte, fragte ich mich wo noch überraschend Gas gefunden werden könnte.
Ich weiss natürlich nicht ob dieser Bericht stimmt. Deweiteren gab es ein schönes Filmprojekt von Arte was ich schon vor dem Gaza Krieg gesehen hatte.
Mit freundlichen Grüssen
Marion
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?lg=de&reference=6787
Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4 Trillionen cubic-foot (über 39 Milliarden Kubikmeter) geschätzt, die einen Wert von annähernd 4 Milliarden $ haben sollen. Diese Zahlen wurden von der British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas Gasreserven könnte viel größer sein.
Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.
Marion
Anbei der Link von Arte.
2 Städte
Gaza (Palästina)
Sderot (Israel)
3 km Entfernung
2 Videos pro Tag
Dieses Programm wurde jeden Tag
vom 26. Oktober zum 23. Dezember 2008 online gestellt
Sie können 40 Folgen (80 Videos) ansehen.
http://gaza-sderot.arte.tv/
Heinrich Wächter
Widerlich. Widerlich, wie eine sich selbst als “frei und unabhängig” klassifizierende “deutsche Medienlandschaft” von einem zionistischen Apartheidsstaat fremdbestimmen, manipulieren, formen, etcetc. läßt.
Es geht ja nicht einmal um diese oben angesprochene Sendung. Dass diese in hächstem Maße erbärmlich war, muss ja nicht debattiert werden und davon zeugen auch die von der Mehrheit ausgesprochenen Reaktionen.
Doch nahezu alle deustchen Medien fühlen sich offenbar dieser “deutschen Staatsräson” verpflichtet, dass diesem kleinen Staat Israel unbedingte Solidarität und Unterstützung zu Teil wird. Und zwar vollkommen unabhängig davon welche unwürdigen Verbrechen, welche Grauen und welche Brüche jedweder moralischen Verantwortung dieser Staat begeht. WAS soll das?
Und nahezu noch widerlicher sind diese Propaganda-Trolle, die jedesmal, wenn Israel wieder seine ekelhaften “Operationen” vollzieht, plötzlich wie Pilze aus dem Boden spriessen und mit gleichlautenden, mechanischen Propaganda-Gesülze die Medien, Foren, Zeitungen bombardieren, durchsetzen und dabei stets die gleiche, angelernte Litanei abspulen. Da ist es egal ob diese Propaganda-Robotniks angelernt, vom “Verband jüdischer Studenten”, aus Tel Aviv, aus dem Zentralverband oder sonstwo herkommen, es ist IMMER der selbe Dreck, der uns, der “dumpfen Masse” vorgesetzt und vorgekaut wird. Widerlich!
Dass sich der Staat Israel mit dieser Politik der verbrannten Erde und Menschen nicht halten können wird, DAS ist sicherlich wahr. Ein auf Unrecht gebauter Staat wird nicht existieren können. Und insbesondere dann nicht, wenn die Unterdrückten sich wehren. Das sollten die Israels, die Juden doch wissen?
aysche sener
@Heinrich Wächter
Danke für Ihren ehrlichen Kommentar.
Ich möchte zu den “Juden” noch anfügen - Juden und Israel sind nicht das “gleiche”.
Zum Glück gibt es viele jüdische Organisationen/Vereine und eine große Anzahl von bekannten Juden, die sich gegen die israelische Regierung aussprechen. Diese Juden distanzieren sich ganz deutlich von den Kriegsverbrechen Israels. Leider sind die Kriegstreiber und die deutsche Medienlandschaft anscheinend entschlossen, diese Stimmen konsequent zu überhören.
Darum werden auch in Talkshows “Vertreter” wie Frau Melody Sucharewicz oder der Ex-Kokser eingeladen!
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/
Heinrich Wächter
Ja, klar. Es gibt sie wohl. Die kritischen, realistisch denkenden Israeli, Juden, Hebräer, wie auch immer. Und ja, von denen hört man nichts. Nicht hier in den “Main-stream-medien”; aber auch nicht sehr stark in den “unabhängigen” Medien. Und damit sind diese Aktivisten und Gruppen eben schlicht nicht wahrnehmbar. Damit irrelevant.
Tatsache ist, dass 80% der dumpfen israelischen Bevölkerung - und ich nehme an, dass nicht die 25% “arabisch-stämmigen” und damit muslimischen Israelis befragt wurden - diese “Operation” gutgeheissen haben und geradezu in Ekstase verfallen sind, als man es den “Hunden da drüben ” mal zeigte. Übrigens ist diese garadezu einhellige Meinung in Israel IMMER der Fall. Ob es der unsägliche Libanonkrieg war, ob jetzt diese Mordbrennerei, ob früher …
Es ist immer dasselbe:
1. Man erhöht sich und seine Gruppe/Nation/Ethnie/Rasse/was-auch-immer als besonders auserwählt/erkoren/vom Schicksal bestimmt/als Himmels-Volk/Herrenmensch/höherwertiger/sonstiger-Superlativ
2. Man stilisiert ein Unrecht/einen Raub/Plünderungen/Diebstahl/Ausrottung/Vernichtung/Raubzug/Nierwerfung/etc. als legitim/notwendig/erforderlich/als Schicksalskampf/als legitimer Überlebenskampf/ etc. und verbrämt diese aberwitzige Begründung mit allerlei ideologischem Geschwätz, mit historischen Legenden, mit überhöhten Märchen, mit psychotischen Phantastereien, mit permanentem Selbstbetrug und immer grösserer Selbstüberschätzung
3. Man erniedrigt den Gegner als /schwarze Tiere/Untermenschen/Ragheads/Kindermörder/Kinderblut-saufende Monster/als Sandnigger/die Weltvernichtung anzettelnde bolschewistischen Hakennasen/als Christus-Mörder/als türksiche Rotzhaufen/als gelbe Brut/als Hunnen/als stinkende Kalmüken/als hinterhältige rote Teufel/als sich hinter Kindern-und-Frauen-versteckende Terrokisten/etc…
4. Man zettelt einen Propagandakrieg an, um die Welt auf seiner Seite zu haben. Die Kritiker vernichtet man, oder, falls man nicht ihrer habhaft werden kann werden diese diffamiert, verhöhnt, bekämpft, geschmäht…
Und nun kann man aus den obigen Teilen von 1.2. und 3. die entsprechenden Epochen und Kriege zusammenfügen. Ja, sie sind austauschbar.
Und DARUM geht es. Israel ist per Selbstdefinition ein jüdischer Staat. Was soll dann das Ausblenden dieser Tatsache? Und das ist ein Staat der bar JEDWEDEM Recht, die ursprünglichen Bewohner dieses Landstriches vertreibt, aushungert, mordet und - ja, es ist richtig, und das wisst ihr - diese Bewohner vernichtet.
Und DAMIT wird dieser Staat auf lange Sicht keinen Erfolg haben. Das ist einfach NICHT möglich. Wie auch?
Marion
http://www.israelheute.com/default.aspx?tabid=179&nid=18057
Das ist von einem israelischen Forum
5 . Schmarotzer
Selbst war der Libanon nicht imstande, mit Intelligenz und Unternehmergeist Möglichkeiten der Energieversorgung voranzutreiben. Jetzt, wo Israel Gas im Mittelmeer gefunden hat, beginnt man zu schreien und meint sogar, vom verhassten Judenstaat einen Anteil einfordern zu können! Was für eine verlogene Mentalität! Was ist aus dem einst so blühenden Libanon inzwischen geworden..! Was für ein Jammer! Aber eben: in 1. Mose 12,3 steht halt, was für ein geistliches Gesetz dahintersteht. Dies gilt im persönlichen Bereich wie auf der Ebene von Nationen. Hoffen wir, dass Israel der UNO diese Tür nicht auch noch aufmacht!
Wolfgang 21.01.2009 23:37
6 . Es wird einen Rechtsstreit geben. Gott steht seinem Volk bei
Shalom
Helga Aschemann 21.01.2009 21:01
7 . Psalm 23
… Du deckst mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Shalom le Israel!
Ümit 21.01.2009 20:33
8 . Um die Gasflaschen zu füllen?
Um die Gasflaschen zu füllen?
Das passt ihnen, dann kommen noch die Jordanier und die Syrer, plötzllich wollen die Libyer auch noch von dem Gaskuchen etwa haben.
baron77 21.01.2009 19:59
9 . Selber bohren
Volle Bohrkosten mit sattem Gewinnaufschlag berechnen oder selber bohren lassen. Bislang gibt es nicht viele islamische Bohrfirmen. Die meisten kommen aus den USA, Russland, Europa und ein paar aus Kuweit und den Emiraten. Die haben aber viel mit dem eigenen Zeug zu tun.
Also ruhig registrieren lassen und einen kleinen Teil Gas mit fetten Gewinnen an Libanon liefern.
So bekämpft man Neid. Neid muß Geld kosten und zwar viel.
Reimund 21.01.2009 18:31
Jörg Jarolimeck
Hallo Marion,
Was willst uns damit sagen?
viele Grüße
Jörg
Jörg Jarolimeck
Hallo Marion,
Was willst Du uns damit sagen? heißt es natürlich.
Viele Grüße
Jörg
Heinrich Wächter
Exakt DAS ist diese ungeheure verlogene und fern jedem Rechtsbewusstsein verbreitete Ideologie in Israel.
Da findet man also natürliche Ressourcen in einem Gebiet welches nicht zu Israel gehört und beansprucht wie selbstverständlich diese Ressourcen für sich. Und zwar mit der Begründung “diese unzivilisierten Sand-Nigger” wären ja ohnehin nicht in der Lage dies selbständig zu fördern. UNd verbrämt dies dann auch noch mit irgendwelchen salbungsvollen Phrasen aus einem verlogenen Märchen-Büchlein.
Welch ein Abgrund an Erbärmlichkeit. An Bigotterie. An emotionaler, psychischer Indoktrination.
Halten wir nur KURZ fest: Dieses Land Israel expandiert in alle Richtungen. Es reisst sich wie selbstverständlich alle verfügbaren Ressourcen an sich. Sei dies Land, Wasser, Bodenschätze, Boden,…Es vertreibt, säubert und tötet die ursprünglichen Bewohner.
Israel wird finanziert durch die USA und andere westliche Regierungen. DA gibt es NIX zu deuteln. Ohne die erheblichen finanziellen Aufwendungen IST das Land nicht überlebensfähig, nicht in der Form, wie dies gegenwärtig gehandhabt wird. NUR mit der erheblichen Fremdfinanzierung ist die Ausbeutung des Landes, ist die ach so gerühmte “Fruchtbar-Machung” des Bodens möglich. Dies auszublenden bedeutet in einer vollkommen irrealen Scheinwelt zu leben.
Und nun? Und nun wird mit Hilfe dieser Mittel eine Bohrung durchgeführt und es wird eine natürliche Ressource gefunden. Eine Ressource die NICHT Israel zusteht. Doch das wird eben wieder durch diese ideologische Selbst-Erhöhung, durch dieses kollektive manische Momentum sogar als unrechtmäßiger Anspruch von “Unwürdigen” dargestellt.
Ja, WIE soll das denn weiter gehen? Was geschieht, wenn die Gelder aus den Absatzmärkten (USA, Westeuropa, als Haupthandelsländer) wegfallen? Wenn die Fremdfinanzierung aufhört? Wenn die USA noch weiter in das tiefe Loch der Rezession fällt (und das wird es) undd dann der Dollar, mit dem Israel überschüttet wird, nichts mehr wert ist? Werden sich dann die Israeliten und ihre End-Zeit-evangelikalen Fanaktiker wieder auf ihre verlogenen Märchenbücher berufen?
WIEDERLICH!
Marion
Hallo Jörg,
schön das du Dich gemeldet hat.
Ich finde die Menschen sollten immer zwei Seiten sehen.
Mittlerweile denke ich schon, das es um diese Gasfunde geht.
Siehe Link von meinen Kommentar.
Desweiteren fand ich es auch sehr bedauerlich,
das der Swr vor ca 3 Monaten die Israelischen und Palästinensischen Tagebücher von seiner Homepage genommen hat.
Seltsamerweise kurz vor Ausbruch des Konfliktes,
aber das war bestimmt nur ein Zufall?
Als ich bemerkte habe ich mir aber die Seiten gespeichert.
Vieleicht könnte der SWR die Tagebücher wieder reinehmen.
Dort sind viele Zeitzeugenberichte,
es wurde meiner Meinung nach auch objektiv darüber berichtet.
Viele Grüsse
Marion
Marion
Ich meine diesen Link, um Missverständnissen vorzubeugen.
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?lg=de&reference=6787
aysche sener
@ Marion
hab`mich gefragt was du damit wohl sagen willst!?
Lieber Heinrich Wächter,
Sie haben mit jedem Wort absolut recht, ich wünschte es gäbe viele Menschen die so klar wären… Ich möchte auch nichts ausblenden.
Ich wollte lediglich betonen, dass es auch viele Juden gibt, die diesen Terrorstaat verurteilen und ablehnen. Die sich deutlich von den 80% der dumpfen israelischen Bevölkerung distanzieren und sich diffamiert fühlen, weil SIE im GEGENSATZ zu diesen 80% WIRKLICH gläubige Juden sind und nach der THORA leben - in der das Erste Gebot -
DU SOLLST NICHT TÖTEN -ist.
Gruß
Marion
Sehr geehrter Herr Wächter,
lassen Sie sich bitte nicht von Ihrer Wut Steuern.
Auch wenn ich Ihnen im Kern zustimme.
Aber dieses israelische Forum schreibt so,
als wenn es von allen Vorgängen nicht´s wüsste.
Das sind Menschen die in diesem Land Leben.
Ich denke wenn man lang genug in einem Kriegszustand lebt,
ist man für vernünftige Argumente nicht zugänglich.
In diesem Land ist ein wirklich guter Diplomat gefragt,
der auf beide Seiten zugeht.
Viele Grüsse
Marion
aysche sener
LIEBER HEINRICH WÄCHTER,
Ihren letzten Kommentar habe ich gerade erst gelesen.
Ich ziehe den Hut vor Ihnen!
Lukas Lehmann
Liebe Marion,
es scheint mir als ob Sie einen Drang nach pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen und Verschwörungstheorien zu haben. Es verwundert mich ja sehr, wie Sie ausgerechnet bei Israel Heute auf ein israelisches Forum rückschliessen können. War es der Name “Israel” oder der Davidstern, der in so einem komischen Symbol sie an Israel und Judentum erinnert hat?
Ich möchte mal einiges klar stellen:
1: Nicht überall wo Israel drauf steht, ist auch Israel drin
2: Die Postadresse von Israel Heute ist:
israel heute
Shmuel-Hanagid St. 1,
Pobox 10117,
IL-93503 Jerusalem
Ist also tatsächlich in Israel.
3: Das komische Symbol, was Sie vielleicht hinter “Israel heute” erkannt haben, besteht aus einem Davidstern und einem Fisch. Machts beim “Fisch” bei Ihnen vielleicht klick? Ja genau, das ist das klassisch antike Symbol der Christen und nicht der Juden. Während dessen der Davidstern auch nicht unbedingt als “Jüdisch” zu bezeichnen ist, da dieser ikonographisch auch in hinduistischen Gemeinden oder auch in muslimischen Gemeinden des Nahen Ostens beheimatet ist. In diesem Fall hat dieser allerdings schon etwas mit Juden zu tun und eben auch etwas mit Christen - mit messianischen Juden (Christen, die an Jesus als Messias glauben, die jüdishen Riten und Feiern einhalten, aus dem neuen Testament lesen, sich paradoxerweise aber messianische JUDEN nennen.).
Im folgenden Bild können SIe im Hintergrund das Symbol nochmals erkennnen http://www.messianische-juden.org/pageID_2263704.html
4. Falls Sie ein richtiges israelisches Forum finden wollen, müssten Sie Hebräisch lernen, denn nicht Deutsch ist die Landessprache Israels (obgleich dies zu Anfang schon mal gefordert wurde), sondern Hebräisch, und zwar Neuhebräisch. Falls Sie dann soweit währen, klicken Sie sich mal auf www.walla.co.il, www.nana.co.il oder http://www.mekusharim.co.il/ - zumindest sind das die Seiten, die meine israelischen Freunde immer benutzen - also ganz und gar nicht Israel Heute!
5. zu dem empfehle ich Ihnen folgenden Überblick über Land, Leute und Geschichte Israels, sodass Sie zu mindest ein Basiswissen sich aneignen können, das Sie befähigt kritischer mit Quellen um zu gehen: www.anti-defamation.ch. (Dies ist übrigens weder ein zionistisches Forum, denn die gibt es nicht mehr, noch ein israelisches Forum (die Webseite kommt aus der Schweiz, sondern eine Webseite der jüdischen Bnei Brit Loge, die wir auch an der Universität benutzen, um uns über konkrete Sachverhalte des Judentums und des Nahostkonflikts zu erkundigen und auseinanderzusetzen.)
Mit freundlichen Grüßen,
Lukas Lehmann
Marion
Lieber Lukas,
schön das Sie das schreiben.
Dieses Forum sollte tatsächlich gesperrt werden.
Vielleicht könnten Sie diese Seite an Ihre israelischen Freunden weiterleiten
Leider kann ich kein Hebräisch.
Mit freundlichen Grüssen
Marion
Jörg Jarolimeck
Liebe Marion,
dass irgendwelche Leute in einem Forum absurde Dinge schreiben, kann doch nicht ernsthaft Kriterium für die Beurteilung der Politik eines Staates sein. Dass Leute aus dem Zusammenhang gerissene Bibelstellen mit der Politik des Staates Israels in Verbindung bringen, spricht gegen die Intelligenz dieser Leute, kann aber doch für uns nicht ernsthaft Diskussionsgrundlage sein. Und vor allem, was hat all dies, was hat auch der Gasfund bei Haifa mit dem aktuellen Konflikt zu tun.
In der Tat importiert Israel scheinbar auch aus Gaza Erdgas. Insofern muss ich mich korrigieren und tue das hiermit gern.
Ich wollte diese ganze Diskussion deshalb nicht mehr weiterführen, weil ich sie für nebensächlich und nicht Ziel führend halte aber, wenn das gewünscht wird stelle mich natürlich gerne der Diskussion, auch wenn ich das nicht tun muss, und mich auch gar nicht kompetent fühle, die Energiepolitik des Staates Israel zu erklären.
Als Quelle gibst du mir einen Text von Michel Chossudovsky, in dem er die These vertritt, der Grund für Israels militärisches Vorgehen liege darin, dass Israel die Gasfelder in Gaza besetzen wolle. [Anm 1] Mit dieser These steht Herr Chossodowsky (Keine Garantie für die Rechtschreibung des Namens) soweit ich es sehe ziemlich alleine.
Insbesondere in meinem Studium habe ich gelernt quellenkritisch zu arbeiten. Deshalb muss man sich natürlich schon fragen, wer der Autor dieses, übrigens seinerseits schlecht mit Quellen belegten, Textes ist.
M. Chossudowsky ist Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Ottowa. Er ist Globalisierungs- und USA-Kritiker und taucht fast nur als Zeuge solcher Gruppen.
auf.
Chossodowsky hat in der Vergangenheit behauptet, hinter den Anschlägen vom 11. September stecke die Regierung Bush, die nach einer Rechtfertigung gesucht habe, dass amerikanische „Imperium“ über die Grenzen der USA hinaus auszuweiten. [Anm. 2] außerdem so Chossodowsky, habe die Regierung Bush die Anschläge geplant, um in den USA einen Polizeistaat aufbauen zu können. Jetzt kann man sich über den sog. Anti-Terror Kampf der USA und die Maßnahmen der Regierung Bush im eigenen Land streiten (aber bitte an anderer Stelle!), aber zu behaupten, die Bush-Regierung habe 9/11 geplant, ist ins Reich der Märchen zu verweisen.
Hinter den ebenfalls von islamistischen Terroristen durchgeführten Anschlägen auf die Londoner U-Bahn vermutet Chossodowsky den britischen Geheimdienst MI 6. [Anm. 3]
Beim Libanonkrieg 2006 ging es nach Chossodwsky um Öl [Anm. 4], auch das eine Theorie, an der er Exklusivrechte hat
In diese Reihe absurder Theorien, die sich für nahezu jeden in den internationalen Medien berichteten Anschlag oder Konflikt fortsetzen ließen, passt nun auch die Geschichte vom angeblichen Krieg ums Gas in Gaza.
Wer Spaß an ähnlichen Storys hat dem sei die Seite http://www.globalresearch.ca/index.php?context=listByAuthor&authorFirst=Michel&authorName=Chossudovsky wärmstens empfohlen. Ein wahres El Dorado für Fans von Verschwörungstheorien!
Soviel zur Glaubwürdigkeit von Michel Chossodowsky.
Jetzt sollten wir wieder zum Thema zurückkehren und sachlich mit der Kraft der Argumente, hart in der Sache, aber so freundlich wie es irgend geht im Ton (Nicht auf Dich gemünzt Marion) über die Auseinandersetzung zwischen der HAMAS und Israel und ihre Wahrnehmung in den deutschen Medien diskutieren, bei dieser Auseinandersetzung geht es – Chossodowsky zum Trotz – wirklich nicht um Erdgas.
Viele Grüße
Jörg
Anmerkungen:
1. http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=11784
2. http://www.globalresearch.ca/globaloutlook/truth911.html
3.
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=CHO20060814&articleId=2960
4.
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=viewArticle&code=CHO20060726&articleId=2824
Lukas Lehmann
Liebe Marion,
Wwas meinen Sie mit…das Forum sollte gesperrt werden? Können Sie mit Andersdenkenden nicht umgehen oder ist es Ihr Demokratiedefizit, was Sie dazu drängt? Zudem möchte ich wiederholen, dass in israel Deutsch nicht die Landessprache ist, sondern Hebräisch und deshalb werden meine israelischen Freunde ganz sicher nicht auf ein Forum wie Israel Heute gehen, welches auf Deutsch verfasst ist. Ich hoffe, dass dies Ihnen logischweise einleuchtet,
MFG
Lukas Lehmann
Marion
Lieber Jörg,
ich stelle ja nur die Fragen eines Bürgers der fragt und nicht urteilt. Du selber schreibst ja jetzt auch
“In der Tat importiert Israel scheinbar auch aus Gaza Erdgas. Insofern muss ich mich korrigieren und tue das hiermit gern.”
Nenne mir doch die Quelle wie du darauf gekommen bist.
Lukas auch dich muss ich Fragen,
wenn man auf der Seite weitergeht ist der Kontakt nun einemal die untengenannte.
http://www.israelheute.com/default.aspx?tabid=206
Kontakt zu israel heute
Redaktion:
Tel.: 00972-2-6226 880
Fax: 00972-2-6226 886
Email: info@israelheute.com
Gebührenfrei: 00-800-60-70-70-60
Abonnements/Bestellungen:
Tel.: 00972-2-6226 880
Fax: 00972-2-6226 882
Email: abo@israelheute.com, bestellung@israelheute.com
Postadresse:
israel heute
Shmuel-Hanagid St. 1,
Pobox 10117,
IL-93503 Jerusalem
Liebe Grüsse
Marion
FA
israel lässt nicht nicht mal mehr bestellte reporter aus GAZA-GHETTO berichten.
analytiker gegen propagandisten haben in den von titenschau beherschten medien
keinen platz. es war eine kalkulierte FALLE. S-L ist weder palästina-kenner noch freund,
er ist der erfinder eines islams, der früher nur für deutsche zwecke zu gebrauchen war.
alle terrorexperten seien daran erinnert:
-im WARSCHAUER-GHETTO gab es auch bewaffneten Aufstand
-N. MANDELA gilt heute noch in usa als terrorist
-die günder israels waren mitglieder einer terroorganisation
Lukas Lehmann
Liebe Marion,
dies habe ich schon genannt oder hast du meinen Kommentar nicht gelesen? Trotzdem ist es eben kein israelisches Forum, sondern ein messianisches Forum, an Deutsche gerichtet. Israel Heute als israelisches Forum zu bezeichnen ist falsch und unqualifiziert. Ich wiederhole zum 3. mal: Die Landessprache Israels ist Hebräisch und NICHT Deutsch. Zudem müssen Sie beachten, dass 99% der Israelis kein Deutsch sprechen, geschweige denn verstehen. Wenn sind es die alten aus Deutschland eingewanderten Juden, die im Rentenalter sind und nur noch in einer sehr kleinen Minderheit noch leben. Wiederum möchte ich Sie auf die Webseite Antidefamation.ch verweisen, wo Sie diese und weitere Informationen erhalten.
Auf das Sie Ihre Scheuklappen öffnen mögen,
Lukas Lehmann
MelodySternchen
Sie leidet an ihrer eigenen dummen - nicht naiven - “Perception”, wenn sie meint, sie könne - als Gewinnerin zweitklassiger DSDS und Talent Shows, Weltpolitik machen. Sie ist nicht nur dilettantisch, sondern rechthaberisch und unbelehrbar mit geradezu aberwitzigen Hirngespinsten:
Ein Frieden zwischen Israel und Palästina aufgrund ihrer “Perception” mit illusionärer Grenzziehung ohne allzu starker Berücksichtigung “technischer Details”???
Dabei sind noch nicht einmal die Kernprobleme “Wohin mit den Siedlern?” und Status Jerusalems inbegriffen.
Die Welt ist doch einfach! Danke Frau M. S.. Sie sollten den Friedensnobelpreis bekommen!
betreten
ich bin über den verlauf dieser sendung peinlich berührt. von dem respektlosen umgang von den gästen und moderatoren mit herrn scholl-latour. wenn man nicht in der lage ist diesen mann im kontext der journalistischen brillianz zu begreifen, sondern lediglich als irgend ein gast neben vielen anderen, dann steht der 3nach9 talkshow auch nicht der titel der seriösität zu, sondern im höchstfall nur noch der hinter billigen anbietern von sensationsunterhaltung, wie wir sie in massen für die massen täglich zum erbrechen erleben können. einen 85 jahre alten mann, der sein leben der findung nach der wahrheit hinter den interessen gewidmet hat, fällt man nicht ins wort und verhöhnt nicht seine statements und begreift ihn nicht als ungerecht, sondern hört viel mehr zu und nimmt sich die zeit missverständnisse, auch bei schwierigen darstellungen, auszuräumen. in wenigen minuten geplanter sende- bzw. gesprächszeit ein komplexes thema zu zwingen, und sich abstoßende meinungen zu heilen, ist ein ebenso unmögliches wagnis, wie jenes peter scholl latour hinter die erfahrungen einer, angeblich von der israelischen mehrheit auserwählten, sprecherin zu stellen. ich bin zutiefst beschämt, dass eine talkshow die ich seit jahren verfolge, sich auf ein nievau begeben hat, dass dem parkett auf dem es dargestellt, glatt wie eis und ebenso kalt, dem zuschauer fast das genick gebrochen hätte. -
Marion
Lieber Lukas,
dass 99% der Israelis kein Deutsch sprechen, finde ich äusserst bedauerlich. Mich würde schon Interressieren, warum die Israelis nicht´s von den Kriegsverbrechen mitbekommen oder scheinbar nicht´s davon wissen
Es gibt viele Blogs z. B.
http://forum.hagalil.com/board-a/index.htm
In der London Sunday Times vom 19.6.77 schrieb Ralph Schoenmann, der Exekutivdirektor der Bertrand Russell-Stiftung:
„Die israelischen Verhörbeamten misshandeln und foltern routinemäßig arabische Gefangene. Die Gefangnen haben einen Sack über dem Kopf oder eine Augenbinde über den Augen und werden an ihren Handgelenken für lange Zeit aufgehängt. Die meisten werden in ihre Genitalien gestoßen oder anderweitig sexuell missbraucht. Andere werden mit Elektroschocks behandelt.“
Amnesty International kam zu dem Schluss, dass es kein Land in der Welt gibt, dass die offizielle und anhaltende Anwendung von Folter so gut eingesetzt und dokumentiert hat wie im Falle Israels.
http://zmag.de/artikel/ist-man-bereit-sich-den-fakten-ueber-israel-zu-stellen
Deweiteren ist es kein Problem mal zu googeln mit diesem Suchbegriff
„Das Schweigen brechen“ Haaretz
Desweiteren hatte der SWR2 Wissen - eine Reportage gemacht
Das Schweigen brechen -
Wehrdienstverweigerer im Heiligen Land
Aus der Reihe: Zivilcourage (4)
Autorin: Kai Adler
Redaktion: Bettina Wenke
Regie: Carola Preuss
Sendung: Donnerstag, 9. Dezember 2004, 8.30 Uhr, SWR 2
Auf das auch Sie Ihre Scheuklappen öffnen mögen,
Mit herzlichen Grüssen
Marion
Marion
no coment
Olmert mit BG einen sittenwidrigen Vorvertrag über die Lieferung von Offshore-Gas aus Gaza im Wert von vier Milliarden Dollar ab, der sowohl Hamas als auch die Palästinabehörde ausschließt. Als Vorwand nutzte Israel, daß »kein Geld an Hamas« fließen dürfe. Die Hamas stellte zu jener Zeit die rechtmäßige Regierung für ganz Palästina. Zugleich sah der israelische Vertragsentwurf mit BP-Group vor, das alles Offshore-Gas von Gaza per Pipeline zum israelischen Hafen von Ashkelon gepumpt würde, wodurch Israel die vollkommene Kontrolle über das palästinensische Gas an sich gerissen hätte. Auf Grund des Widerstands der Hamas, die der BG-Group Konsequenzen in Aussicht stellte, zog sich die britische Gruppe jedoch im Dezember 2007 zurück und schloß im Januar 2008 ihr Büro in Israel.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Gaza/gas.html
aysche sener
Liebe Marion , vielen dank für diese Informationen!
Mir fehlen die Worte!
Gruß
Aysche
FA
JOHN PILGER 2006 : ……………………. Realität, nachdem israelische
Kriegsschiffe auf Familien, die am Strand von Gaza picknickten, geschossen und 7
Menschen getötet hatten, einschließlich drei Kindern und drei Generationen. Dies stellt – das
Problem der Palästinenser betreffend - schließlich eine Lösung (final solution) dar, die mit
der USA und Israel abgestimmt ist. Während die Israelis Granaten auf palästinensische
Picknicker und Häuser in Gaza und in der Westbank abschießen, lassen beide Regierungen
sie außerdem aushungern. Die Opfer werden vor allem Kinder sein.
Am 23. Mai wurde vom US-Repräsentantenhaus mit 361 zu 37 Stimmen die Sperrung der
Hilfsgelder für NGOs genehmigt, die das Rettungsseil für das besetzte Palästina darstellen.
Israel hält palästinensische Steuern zurück, die sich auf 60Millionen $ im Monat belaufen.
Solch eine kollektive Strafe, die nach den Genfer Konventionen als Verbrechen gegen die
Menschheit betrachtet wird, erinnert an die Strangulierung des Warschauer Gettos durch die
Nazis und die amerikanische Belagerung des Irak in den 90er Jahren. Wenn die Täter ihren
Verstand verloren haben, wie Miller denken lässt, scheinen sie ihr Barbarei zu verstehen und
ihren Zynismus zu entfalten, wie z.B. Dov Weißglas mit der „Idee, die Palästinenser auf Diät
zu setzen .“ Er ist Berater des israelischen Ministerpräsidenten, Ehud Olmert.
Dies ist der Preis, den die Palästinenser für ihre demokratischen Wahlen im Januar zahlen
müssen. Die Mehrheit wählte die „falsche“ Partei, die Hamas, die die USA und Israel als
Terroristen beschreiben - im Sinne von „ ein Esel schimpft den andern einen Esel“ . Doch
Terrorismus ist nicht der Grund für die Aushungerung der Palästinenser, dessen
Ministerpräsident Ismail Haniyeh bestätigt hat, dass Hamas sich verpflichtet, den jüdischen
Staat anzuerkennen, wenn Israel sich an das Völkerrecht hält und die Grenzen von 1967
respektiert. Israel verweigert dies, weil es - wie die im Bau befindliche Apartheidmauer
deutlich macht – andere Absichten hegt: immer mehr palästinensisches Land zu übernehmen
und ganze Orte ja schließlich auch Jerusalem zu umzingeln.
aysche sener
…..Ein sehr guter Bericht von Jonathan Miller, des britischen Channel 4, der uns die Situation in Gaza nach dem 23 tägigen israelischen Massaker zeigt. Die Zerstörung in Gaza ist unfassbar, so wie ein Erdbeben, Hurrikan oder Tsunami, die er als Journalist gesehen hätte, wie Miller erzählt.
Er berichtet auch, israelische Soldaten hätten 100 Palästinenser in ein Gebäude getrieben und dann mit Granaten beschossen, wobei 49 Zivilisten ermordet wurden. Auf die Wände des Hauses hätten die Israelis geschrieben, “Make war not peace” und “Arabs need to die - Araber müssen sterben”.
hier der Link zum weiterlesen/video
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/
Adcoram
Frau Amelie Fried wörtlich nehmen.
In der Sendung Kika 24.01.2009 Willis VIPs wurde ihr Buch vorgestellt und ihre Biographie (Familie, unter anderem ihr heranwachsender Sohn) dargestellt und von Frau Fried instrumentalisiert. Zum Schluss des Films stellt Frau Amelie Fried die Erwartung nach stärkerem persönlichen Engagement: „Dazu gehört Mut“ ist sie sich sicher. Warum wird Herr Scholl-Latour von Frau Fried der Mund verboten, als er den ugandischen Präsidenten als Massenmörder kennzeichnet? Weit her ist es nicht mit dem geforderten Mut, wenn er nicht zur eigenen Propagandastrategie passt.
Deutsche Medien:
In der Hamburger Morgenpost wird am 23.01.2009 von einem Beschuss eines israelischen Kriegsschiffs berichtet. Zwei Frauen, zwei Kinder und ein älterer Mann starben. Eine Verletzung der Waffenruhe, die in den deutschen Medien kaum wahrgenommen wird.
Die FAZ berichtete am 23.01.2009 über den neu ernannten Nahost-Gesandten George Mitchell. In seinem Bericht über die 2. Intifada hieß es: „Es gibt keine Grundlage für die Annahme, dass die palästinensische Autonomiebehörde die Absicht hatte zur Gewalt zu greifen. Das widerspräche der israelischen Lesart. Weiter heißt es. Israel wurde aufgefordert alle Siedlungsaktivitäten einzustellen. Die illegale Inlandnahme wuchs und wächst seit her jährlich um etwa 5 Prozent.
Stefan
Es ist schon so: Kein Thema lässt die Deutschen so energisch und emotional werden wie der Nahost-Konflikt. Wenn in Ruanda, Somalia oder sonstwo in Afrika Millionen Menschen erschlagen werden, bewegt sich keine Sau auf die Straße; wenn in Tibet von China Demonstrationen brutalst unterdrückt werden, bleibt die Reaktion in Deutschland verhalten; wenn Russland in Tschetschenien oder Georgien massivst und gewaltsam gegen Aufsässige vorgeht, bleibt alles ruhig. Die 3 Meter hohe Grenzmauer, die den Gaza-Streifen von Ägypten trennt und die Palästinenser im Gaza-Streifen einsperrt, bringt keinen Deutschen dazu, wütend von Ägypten ein Ende der “verbrecherischen Abriegelung” des Gaza-Streifens zu fordern. Der tausende Kilometer lange Grenzzaun zwischen Indien und Pakistan und demnächst zwischen Indien und Bangladesch regt auch keinen Deutschen auf.
Aber wenn Israel ins Spiel kommt: oho! oh! Dann kochen die Emotionen über. Dann wird geschimpft, gezetert, protestiert, dann finden Demonstrationen statt, werden israelische Fahnen verbrannt (meistens von Moslems), werden Juden beschimpft.
Warum gibt es diese Emotionen nur, wenn es um den jüdischen Staat geht, aber nicht bei den unzähligen anderen, viel schlimmeren Dingen, die in der Welt passieren? Hängt das vielleicht doch damit zusammen, dass hier Juden agieren? Hat das vielleicht doch damit zu tun, dass der Antisemitismus auch sechzig Jahre nach Ende des Dritten Reichs noch viel allgegenwärtiger und verwurzelter ist, als wir alle glauben wollen?
Marion
@ Stefan
Das ist hier das Thema.
Reaktionen zu “Peter Scholl-Latour: Leiden bei 3nach9”
Menschenrechtsverletzungen finden auf der ganzen Welt statt. Soll man bei einem Land wie Israel wegsehen, weil es gerade mal nicht passt.
Manfred Stiegel
Heute (27.01.2009) in der Süddeutschen Zeitung (Feuilleton Seite11) ein Artikel “Was bitte war daran erfolgreich? (auszugsweise):
Jeder Krieg brennt Bilder in das Gedächtnis,die einen eine Zeit lang verfolgen. Eines der Bilder aus dem Gazakrieg wird das Bild des weinenden Dr. Abu El-Aish sein, eines palästinensischen Gynäkologen, der in einem israelischen Krankenhaus arbeitet: Nachdem sein Haus von Israelis bombadiert und drei seiner acht Kinder getötet wurden, weinte er hemmungslos vor dem Krankenhaus, in dem eine seiner Töchter um ihr Leben kämpfte. In diesem Moment kam die Israelin Levana Stern auf ihn zu und beschimpfte ihn:”Sie sollten sich schämen, wie sollten wir wissen, was Sie in Ihrem Haus verstecken?”
Levanas Sterns´Verhalten spiegelt die innere Haltung der meisten Israeli während dieses Krieges wider:Eine Art Unzugänglichkeit, ein blinder Glaube an die israelische Armee und all ihre Handlungen, ein Verschließen der Sinne vor dem Leid der Gegenseite, selbst wenn der Leidende vor einem steht, selbst wenn er ein bekannter Arzt ist, der in einem israelischen Krankenhaus arbeitet und vielen israelischen Frauen bei der Geburt ihrer Kinder geholfen hat, einen Verfechter des Friedens und der Koexistenz, dessen Welt gerade untergeht.
Und sie (Levana) ist beileibe keine Ausnahme, Abu Al-Aish wurde unflätigst beschimpft, sei es im Radio, in den Zeitungen oder im Internet, wo jeder seine Meinung anonym verbreiten kann.
Bilder von Tod und Zerstörung auf palästinensischer Seite wurden kaum gezeigt, an allen palästinensischen Opfer in der Zivilbevölkerung wurde der Hamas die Schuld gegeben, beinahe jeder Kommentar rühmte die Aktionen der Israelis, konträre oder kritische Gedanken wurden dazu nicht geäußert. Anti-Kriegs-Demonstrationen wurden ins Lächerliche gezogen, die Protestierenden als ein marginaler Haufen von verrückten Spinnern karikiert (selbst als über 10.000 Leute demonstrierten); und als eine Nachrichtensprecherin Mitleid mit dem palästinensischen Elend zeigte, wurde eine Petition aufgesetzt, sie vom Bildschirm zu verbannen, die in zwei Tagen von 30.000 Menschen unterschrieben wurde.
“Wir” hatten immer recht, waren gezwungen, es zu tun, haben keine Fehler gemacht und verhielten uns vollkommen moralisch. Die Folgen dieser Berichterstattung waren beeindruckend: Laut einer Umfrage hielten 78 Prozent der Israelis (was beinahe alle Juden bedeutet) die Operation für erfolgreich.
Ich finde es schwierig, eine militärische Operation als erfolgreich zu bezeichnen, wenn nach drei Wochen über 1.300 Palästinenser tot und tausende von Bombardierten verletzt und obdachlos sind, die Hamas immer noch tausend Raketen besitzt und der Schmuggel durch die Tunnel nicht gestoppt wurde. Worin liegt der Erfolg, wenn unter den Toten 300 Kinder sind? Wenn in der ersten Woche des Krieges vier israelische Bürger von Raketen der Hamas getötet wurden, nachdem im ganzen vergangenen Jahr nur ein Einziger getroffen wurde? Was ist so gut an Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, am Streit mit den USA, an weltweiten ant-israelischen Demonstrationen oder daran, das Venezuela und Bolivien ihre diplomatische Beziehungen zu uns abgebrochen haben?
(Assaf Gavron)
Mein Kommentar: Israel, oh Israel! Verhülle Dein Haupt und weine!
Renate Cortez
@Stefan
Ganz klar gibt es Antisemitismus bei uns. Ob er “noch viel allgegenwärtiger und verwurzelter ist, als wir alle glauben wollen”, vermag ich nicht zu beurteilen, denn dabei landet man eher auf dem Feld der Spekulationen, als auf dem der gesicherten Erkenntnisse. Genauso gefährlich wie dieser verwurzelte Antisemitismus ist aber meines Erachtens der rechts-, ebenso wie auch der linksradikale Gedankenmüll zur Infiltrierung von immer mehr jungen Menschen der heutigen Zeit.
Sie fragen, “Warum gibt es diese Emotionen nur, wenn es um den jüdischen Staat geht, aber nicht bei den unzähligen anderen, viel schlimmeren Dingen, die in der Welt passieren?”
Dieses mit Antisemitismus zu erklären, ist zu kurz gesprungen. Es ist keinesfalls so, dass hinsichtlich der von Ihnen angeführten (wie auch der nicht erwähnten) Kriegs-/Krisen- oder sonstigen Brennpunktgebiete nicht protestiert wird. Aber keiner dieser Konflikte betrifft uns so unmittelbar, wie der Nahostkonflikt. Viele Menschen, darunter ganz besonders junge Menschen mit Familie und Kindern haben eine ganz große Angst, dass Israels Unnachgiebigkeit hinsichtlich seiner Siedlungspolitik, die mit immer unverhohleneren Drohungen aus Teilen der arabischen Welt beantwortet wird, früher oder später einen Weltkrieg auslösen könnte.
So entsteht nach und nach eine immer größer werdende Wut auf Israel, bzw. auf die israelische Regierung. Das darf mit Antisemitismus nicht verwechselt werden, es ist aber zweifellos ein Nährboden dafür. Wenn junge (und auch ältere) Menschen dann noch in einschlägigen Internetforen entsprechend “gebrieft” werden, kann aus dieser Wut auf Israels Verhaltens- und Vorgehensweise Antisemitismus entstehen.
Israel sollte endlich auf berechtigte Interessen und Forderungen der Palästinenser eingehen und aufhören, durch eine überspitzte und immer ausgefeiltere Kriegs- und Selbstverteidigungs-Rhetorik immer mehr Menschen gegen sich aufzubringen. Es läßt sich auf Dauer nicht die Behauptung aufrechterhalten, Israel hätte die Berechtigung und Verpflichtung, seine Bürger vor den palästinensischen Übergriffen zu schützen, wenn es gleichzeitig und unter Missachtung völkerrechtlicher Beschlüsse diesen Übergriffen palästinensischer Terrororganisationen Vorschub leistet.
Zwar wird der “alteingesessene” Antisemitismus auch durch ein israelisches Einlenken nicht abzuschaffen oder einzudämmen, das müssen wir selber tun, durch Gesellschaft, Staat und Politik unsererseits, aber was sich sehr wohl bewirken ließe, wäre, den Zulauf zu den wohlorganisierten antisemitischen Volksverhetzern zu unterbinden.
Renate Cortez
Stefan
@Renate:
Der Hass auf Israel war am größten am Tag nach der Staatsgründung, als mehrere arabische Staaten den frisch gegründeten Staat grundlos angriffen, um ihn zu vernichten. Seitdem hat Israel mehrere Kriege gegen seine feindlich gesinnten Nachbarn ausfechten müssen und dabei unter anderem den Sinai besetzt, ein Gebiet, das deutlich größer ist als das heutige Israel. Dieses Gebiet hat es später an Ägypten zurückgegeben und mit Ägypten Frieden geschlossen. Mit Syrien und Jordanien wurde zwar kein Friede geschlossen, aber faktisch herrscht doch Friede. Insofern entsteht nicht “nach und nach eine immer größer werdende Wut auf Israel” in der arabischen Welt, sondern diese nimmt insgesamt gesehen wohl eher ab. Viele arabische Staatsoberhäupter dürften Israel im Kampf gegen die Hizbollah wie auch gegen die Hamas insgeheim die Daumen gedrückt haben, weil sie selbst Angst vor diesen radikalen Spinnern haben - auch wenn sie das offiziell nie zugeben würden.
Ihre Argument einer Angst vor einem Weltkrieg, weil Israel sich gegen seine Vernichtung wehrt, ist absurd, lächerlich, nirgends zu sehen und an den Haaren herbeigezogen. Niemand hat Angst vor einem solchen Weltkrieg und protestiert DESHALB gegen Israel. Ein solcher Weltkrieg ist auch völlig abwegig. Viel wahrscheinlicher ist ein baldiger iranischer Atombombenschlag gegen Israel, aber beim Iran kann sich Israel verhalten wie es will: Nicht mit seinem Verhalten kann Israel sich Freunde schaffen.
Nochmals: ISRAEL wurde mehrfach grundlos angegriffen, nicht umgekehrt. Nicht Israel hat durch sein Verhalten die Zustände geschaffen, wie sie heute sind, sondern seine Nachbarn haben diese geschaffen. Grund allen Übels ist der Hass auf Israel, die erklärte Absicht des Iran sowie der Hizbollah und der Hamas, Israel vernichten zu wollen.
Die Hamas will Israel vernichten, ganz gleich, wie Israel sich verhält. Es ist der Hamas egal, ob Israel neue Siedlungen baut, alte Siedlungen zurückzieht, ob sich Israel auf die Grenzen von 1947 zurückzieht oder nicht, ob Israel Jerusalem aufgibt oder nicht oder nur Ostjerusalem: Die Hamas wollen Israel vernichten, und zwar komplett vernichten.
Wieso bedingt Wut aus Israel zugleich Antisemitismus? In Israel leben Juden, Atheisten, Christen, Moslems. In der israelischen Armee dienen zahlreiche jüdische Araber, die keine Juden sind, sondern Moslems. Wieso ist also die Wut auf Israel “Nährboden” für den Antisemitismus? Sind die Leute denn alle bescheuert?
Marion
@ Stefan
Dito auf Ihren letzten Satz.
Stefan
Ups:
Der Satz “In der israelischen Armee dienen zahlreiche jüdische Araber, die keine Juden sind, sondern Moslems” sollte natürlich lauten: “In der israelischen Armee dienen zahlreiche israelische Araber, die keine Juden sind, sondern Moslems.”
Marion
@ Stefan
Das haben Sie sehr schön erklärt, in dem Verlauf dieser ganzen Diskussion ging es immer um Israel.
Welches meines Wissens eine Demokratie sein soll, niemals um Menschen mit jüdischem Glauben.
Renate Cortez
@Stefan
Zur Verteidigung der israelischen Sicht scheint es nötig zu sein, beleidigend zu werden und den Sinn der Texte von Andersdenkenden zu entstellen. Ich habe kein Interesse an einer unsachlichen Diskussion.
Renate Cortez
Adcoram
Gegen den reflexhaften Vorwurf von Antisemitismus in diesem Forum und in den Medien:
In dem Maße, in dem das Prinzip von Mitmenschlichkeit, die Geißelung des Rückfalls in kriegerische Barbarei, der Landraub in Palästina gleichgesetzt wird mit Antisemitismus, wird dieser zum Synonym für den Schutz vor Entrechtung und das Eintreten für Gerechtigkeit.
robert
Hallo Stefan,
unterschreibe jedes Wort vom Ihnen!
Trotzdem starben durch diese Kriege auf den palestinesischen Seite
unschuldige Menschen ( Kinder, Frauen,…), die möglicherweise auch den Iran und die Hamas hassten.
Jörg Jarolimeck
Wir sind nicht nur deshalb solidarisch mit Israel, weil wir als Deutsche die historische Verantwortung für die Ermordung von 6 Millionen Juden haben. Auch deshalb ist unser Verhältnis zum Staat Israel sicher ein ganz besonderes. Deshalb bekämpfen wir Antisemitismus egal ob er von rechts, aus der scheinbaren Mitte der Gesellschaft aus muslimischen Kreisen oder von links kommt. Deshalb protestieren wir, wenn am Stand des Iran auf der Frankfurter Buchmesse die „Protokolle der Weisen von Zion“ unkommentiert als die reine Wahrheit angepriesen werden. Deshalb sind wir angeekelt, wenn wir in der Charta der HAMAS lesen, die Juden wären angeblich an allen Kriegen der Welt schuld, auch am 2. Weltkrieg, aus dem sie im Übrigen riesige finanzielle Gewinne gezogen hätten. Ein wahrhaft ekelhafter Satz insbesondere dann, wenn man bedenkt, was den Juden während des 2. Weltkriegs tatsächlich widerfahren ist. Zum Holocaust ist in der Charta der HAMAS natürlich nichts zu lesen. Gerade wegen der historischen Versagens Deutscher gegenüber den Juden, dessen negativer Höhepunkt der Holocaust war, müssen wir laut aufschreien, wenn in der arabischen Welt bereits Kinder mit antijüdischen Parolen indoktriniert werden, wenn bereits im Kinderprogramm des HAMAS-Senders Al Aqusa zur Ermordung von Juden aufgerufen wird.
Der eigentliche aktuelle entscheidende Grund, warum wir als Deutsche und als westliche Welt mit Israel solidarisch sein sollten, ist ein anderer:
Israel ist das einzige Land im Nahen Osten das unsere Werte teilt. Die Werte, die wir in Europa so gerne für das Christentum exklusiv vereinnahmen sind in Wahrheit jüdische Werte:
Die Achtung des Individuums, Nächstenliebe (3. MOSE 19,18); Solidarität mit dem, der in soziale Not geraten ist u. s. w.
Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, das unsere demokratischen Prinzipien teilt:
Weitgehende Gleichberichtigung von Mann und Frau, Freiheit der Meinungsäußerung, Demonstrationsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit für alle, bis hin zur Freiheit der sexuellen Orientierung.
Ich finde es gut, dass es in Israel Demonstrationen gegen die Militär-Aktion in Gaza gab, auch wenn ich anderer Meinung war. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, die Menschen in Gaza dürften überhaupt gegen die HAMAS und ihren Raketenterror gegen israelische Zivilisten demonstrieren.
Ich finde es gut, dass Amira Hass in der Haaretz einer der, wenn nicht der größten israelischen Tageszeitung, die Dank ihrer englischsprachigen Internet-Ausgabe einem noch größeren Publikum zugänglich ist, veröffentlicht; selbst, wenn die kritischen Kolumnen von Amira Hass wegen ihrer Einäugigkeit oft schwer zu ertragen sind. Ich würde mir wünschen, dass es in der arabischen Welt und im Iran auch Journalisten gäbe, die kritisch über Regierungen berichten dürfen, ohne um Freiheit. oder gar Leib und Leben fürchten zu müssen
Ich finde es gut, dass es in Israel Organisationen, wie Becelem gibt, die über kriminelle Übergriffe von Siedlern auf die arabische Bevölkerung berichten. Ich habe in Israel auch schon einen Vortrag von Becelem gehört, und sehe ihre Arbeit auch teilweise kritisch, aber es ist ein Zeichen des funktionierenden Meinungspluralismus in Israel, dass es Becelem und vergleichbare Organisationen gibt.
Ich würde mir wünschen, dass im Iran eine Organisation gäbe, die gefahrlos auf die bedrängte, schlimme Lage der Angehörigen der Bahai-Religion hinweisen kann.
Ich würde mir wünschen, dass es in Gaza eine Organisation gäbe, die sich für die christliche Minderheit einsetzen würde oder könnte. Die Situation in Gaza wird für Christen unter der HAMAS, die gerade dabei ist, die Scharia einzuführen, immer dramatischer.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Staat Israel garantiert, dass Juden, Christen und Muslime beispielsweise in Jerusalem ihren jeweiligen Glauben leben können. Bis Anfang Juni 1967, als Jerusalem unter muslimischer Verwaltung stand, war es Juden nicht erlaubt, an der Westmauer zu beten.
Ich finde es gut, dass es in Jerusalem trotz des Widerstandes einer kleinen Gruppe religiös-radikaler Juden und des Vatikans (!) einen Christopher-Street-Day gab, und dass es offensichtlich eine fette Party war.
Ich warte noch auf den Tag, an dem in Riad, Damaskus und Teheran Homosexuelle auf Straße unbeschwert feiern dürfen. Bis dahin, wären sie wahrscheinlich froh, sie müssten nicht im Untergrund leben. Zumindest im Iran weiß man sicher, dass Homosexuellen oder solchen Menschen, denen man vorwirft, sie seien homosexuell (auch Minderjährigen!) die Todesstrafe droht und auch schon häufig- teilweise durch öffentliches Erhängen - vollstreckt wurde.
Deshalb wegen alledem Solidarität mit Israel!
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag fndet sich auch hier:
“Warum wir solidarisch mit Israel sein sollten”
Stefan
@ Jörg Jarolimeck: Sie haben Recht und es erfreut, auch einmal Stimmen zu lesen, die nicht so denken wie doch offenbar die meisten in Deutschland.
Mich hat das auch schon oft geärgert: Dass immer wieder zu hören ist, wir müssten allein deshalb, weil wir wegen unserer Geschichte in einer besonderen Verantwortung stünden, zu Israel halten. Natürlich haben wir eine besondere Verantwortung, aber die sehe ich eher darin begründet, dass wir uns eine gewisse Scham und Demut bewahren und nicht ausgerechnet den Nachfahren der Opfer vorwerfen sollten, sie würden heute “Nazi-Methoden” anwenden - weil das geschmacklos und dumm ist (und nicht stimmt, wie jeder weiß, der sich mal mit den Methoden der Nazis beschäftigt hat - siehe Leningrad, siehe Babyn Jar.
Aber darin erschöpft es sich eben nicht und das ist, wie Sie zu Recht schreiben, auch nicht der eigentlich Grund, warum wir zu Israel stehen sollten. Sondern eben auch, weil es eine lebensfrohe, weltliche, rechtsstaatliche Demokratie ist, die für die gleichen Werte eintritt wie wir. Israel ist der “Vorposten der Demokratie” im Nahen Osten. Ich erinnere mich noch gut, im Zuge der Korruptionsvorwürfe gegen Ehud Olmert irgendwo im Internet Leserbriefe von Moslems aus allen möglichen arabischen Zeitungen (Ägypten, Saudi Arabien, Irak etc.) gelesen zu haben, in denen etwa folgendes gesagt wurde: Erstens, wie lächerlich diese Korruptionsvorwürfe doch seien angesichts der immensen Korruption in den eigenen arabischen Ländern, zweitens, wie toll die Leserbriefschreiber es fanden, dass über diese Korruptionsvorwürfe in Israel offen gesprochen wurde, dass Ermittlungen durchgeführt wurden, dass die Presse hierüber berichtete - denn all das kennen die Menschen aus arabischen Ländern in der Regel nicht.
Ich meine allerdings, dass die Nähe zum Westen nicht der alleinige Grund ist, warum wir Israel unterstützen sollen. Sondern ein wichtiger Grund ist eben auch, dass Israel tatsächlich im Recht ist. Es ist ein Staat, der sich seit seiner Gründung mehrfach und immer noch gegen seine Vernichtung wehren muss, obwohl die Juden bereits seit 1880 in dem Land siedeln, obwohl sie das Land von den dort damals nur vereinzelt lebenden Arabern gekauft haben und obwohl es 1947 einen UN-Teilungsbeschluss gab, der das Land den Israelis zusprach.
Abschließend: Wenn sich die Deutschen nur ein einziges Mal so über Geschehnisse in anderen Gegenden der Welt erregen würden wie über die in und um Israel - etwa über die in Tibet, Ruanda, Somalia, Iran, Russland etc. -, dann wäre mir auch bedeutend wohler und ich fände das alles nicht so schrill, hysterisch, hasserfüllt, und ja: antisemitisch.
Adcoram
Unsere historische Verantwortung gilt dem Streben nach Gerechtigkeit, Schutz gegen Gewalt Ächtung kriegerischer Barbarei und Mitmenschlichkeit. Ich habe als spät geborener Deutscher keine Verantwortung für das was war, sondern für das was ist und wird.
Solidarisch sind wir Deutsche mit den Menschen in Israel, die die gleichen Werte teilen.
Jörg Jarolimeck
@ Stephan
Das Existenzrecht Israels ist für mich jedenfalls so selbstverständlich, dass es keiner eigenen Erwähnung mehr bedarf. Aber in der Tat, wir sollten wir auch deshalb mit dem Israel solidarisch sein weil, er seit dem ersten Tag seiner Existenz von seinen Nachbarn bedroht ist.
Es wurde angefragt, ob mein Komentar als eigenständiger Artikel, als Diskussionsgrundlage veröffentlicht werden soll und er wurde es:
http://www.readers-edition.de/2009/01/29/warum-wir-solidarisch-mit-israel-sein-sollten/
Schreiben Sie doch dazu einen eigenen Komentar.
Viele Grüße
Jörg Jarolimeck
Stefan
@Adcoram: Sie haben keine Verantwortung im Sinne von Schuld, aber Sie haben durchaus eine Verantwortung im Sinne einer gewissen Zurückhaltung und auch einer gewissen Demut.
Mir kommt es oft so vor, als wollten wir Deutschen immer die größten sein. Von 1933 bis 1945 wollten wir die Welt militärisch beherrschen, nach 1945 vor allem wirtschaftlich, und mittlerweile wollen wir die größten Pazifisten der Welt sein.
Finden Sie es denn nicht geschmacklos, als Deutscher einem jüdischen Israeli, dessen Vorfahren in einem deutschen KZ verreckten, vorzuwerfen, sein Land gehe mit (deutschen) “Nazimethoden” gegen Palästinenser vor?
Haben wir denn aus der Nazi-Zeit wirklich nur “gelernt”, dass man keine verbrecherischen Kriege führen und keine Menschen massenhaft ermorden sollten (”nie wieder”)? Ich finde diesen wohlfeilen Satz immer so billig, so banal, ja eigentlich peinlich. Das ist doch eine Allerweltserkenntnis, für die der Zweite Weltkrieg und der Holocaust gar nicht nötig waren. Anders gesagt: Jede Nation der Welt außer der deutschen hatte das auch vorher schon gewusst. Wenn man wirklich aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust eine Lehre ziehen will, dann die: Manchmal ist es nötig, einen Krieg zu führen! Und damit meine ich nicht Hitlers Kriege, sondern den Krieg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland.
Wir sind heute in der Rolle Chamberlains und rufen aus: peace in our time! Und das wollen wir dann, ganz von oben herab, auch den Israelis vorschreiben: Habt ihr Juden denn gar nichts aus dem Holocaust gelernt, so wie wir? Wisst ihr denn nicht, dass man Frieden halten muss, auch mit Feinden, die zu allem entschlossen sind?
Nein, nein: DAS ist nicht die Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg. Das ist sogar genau die falsche Lehre.
Adcoram
Verschobene Wahrnehmung
Bei einer unreflektierten pro-israelischen Haltung haben sich die historischen Realitäten und die Wahrnehmungsebenen deutlich verschoben, wie man leider auch hier wieder beobachten kann. Dazu gehört auch der reflexhafte Vorwurf des Antisemitismus, der sich nur allzuoft als unglaubwürdig erweist. Im Übrigen: Die Definition deutscher Verantwortung liegt in der subjektiven Identität eines Menschen. Das Einschreiten für die Menschenrechte bedarf nicht Zurückhaltung und Demut (auch und gerade nicht für Deutsche), sondern Engagement.
Renate Cortez
@Jörg Jarolimeck
Ich habe zu Ihren Ausführungen eine einzige Frage: Haben Sie den “Report 2008″ von Amnesty International gelesen?
Zur Verdeutlichung meiner hier bereits mehrfach vertretenen Position:
Ich leugne nicht, dass offener Protest gegen die unerhörten Menschenrechtsverletzungen in arabischen Staaten lebensbedrohlich ist oder sein kann und wir somit unerträglich wenig erreichen. Nur ist das für mich kein Grund, mich mit den Verbrechen der israelischen Regierung solidarisch zu erklären.
Israel ist eine Demokratie und will auch als solche wahrgenommen werden. Darum muss mit den ewigen rabulistischen Begründungen, warum welche Resolution für Israel keine Gültigkeit hat, warum welcher Militärschlag in der vorgenommen Weise erforderlich war, endlich Schluss sein. Die Hamas muss an den Verhandlungstisch geholt werden und Alternativangebote zum Terror vorgelegt bekommen. Der türkische Ministerpräsident hat dazu ein paar überlegenswerte Vorschläge gemacht. Wer das von vornherein als Schwachsinn abtut, lässt es am politischen Willen fehlen und beharrt dabei auf der militärischen Option.
Solidarätit mit Israel: Ja. Israels Existenzrecht ist unanzweifelbar und unantastbar und soll und wird (in Übereinstimmung mit den meisten Ländern des Westens) im Falle eines existentiell bedrohlichen Angriffs auf sein Land mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, nötigenfalls auch militärischen, verteidigt werden.
Solidarität mit Menschrechtsverletzungen/Völkerrechtsverletzungen: Nein. Auch nicht in Israel.
Renate Cortez
Stefan
@ Renate Cortez: Die Hamas will leider gar nicht verhandeln. Und für sie gibt es auch keine Alternative zum Terror, ups: Widerstand. Und schon gar nicht will sie über eine Akzeptanz Israels sprechen. Das Existenzrechts Israels halten Sie hoch, aber die Hamas will genau diese Existenz beseitigen.
Das haben alle Vertreter der Hamas immer und immer wieder betont, auch während des Gaza-Kriegs, auch jetzt nach dem Krieg wieder, egal ob gemäßigt oder radikal. Nehmen Sie das nicht zur Kenntnis?
Das Problem ist nicht Israel.
Marion
@ Stefan
Das Problem ist nicht Israel?
Doch die Herstellung chemischer, biologischer und atomarer Waffen in dem Wüstenstädtchen Dimona und in Nes Ziona ist längst ein offenes Geheimnis. Bereits Ende der siebziger Jahre hatte Anwar al-Sadat seine Entscheidung für den Frieden mit Israel mit dessen Atomarsenal erklärt. Spätestens seit den Enthüllungen Mordechai Vanunus, der als Techniker in Dimona Nuklearwaffen mitgebaut und 1986 sein Wissen der britischen Presse mitgeteilt hat, weiß die Welt von dem Atomwaffenarsenal.
http://www.zeit.de/online/2006/50/Olmert-Atomwaffe
Sechs Wochen lang leugnete die Regierung, etwas über Vanunus Verbleib zu wissen, bis es ihm gelang, aus einem Polizeibus heraus Journalisten eine Nachricht zukommen zu lassen, indem er eine heimlich auf seine Handinnenfläche geschriebene Nachricht „Vanunu M - was hijacked - in Rome ITL - 30.9.86 - came to Rome - by BA Fly 504” an die Fensterscheibe hielt. Wegen Landesverrats und Spionage wurde er zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er etwa 11 Jahre in Isolationshaft verbrachte, in Aschkelon, heute „Gefängnis von Schikma”.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mordechai_Vanunu
Stefan
@Marion: Ja, und? Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen. Natürlich hat Israel die Atombombe. Finde ich auch verständlich und richtig.
Renate Cortez
@Stefan
Doch, ich nehme es zur Kenntnis. Es geht aber nicht um das, was die Hamas “will”, oder was sie sich auf ihre Fahnen oder in ihre Charta geschrieben hat. Es geht darum, sie auf taktische Weise unschädlich zu machen. Die “konventionelle”, von den USA oder Russland übernommene Methode der israelischen Terrorbekämpfung führt nicht zum Erfolg. Sie verursacht nur unendlich viel Leid in der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.
Ich begreife durchaus die Hamas als das, was sie ist: eine bis zum Äußersten fanatisierte, vom Iran alimentierte, korrupte Mörderbande, die dem Land Israel, und besonders dessen Bevölkerung im Süden des Landes das Leben zur Hölle macht. Ich verstehe somit auch die Zustimmung der israelischen Bevölkerung zu den Vergeltungsaktionen ihrer Regierung. Diese Regierung weiß aber andererseits ganz genau, dass durch solche Aktionen kein Frieden zustande kommen wird. (Frieden ist hier gemeint im Sinne von Friedenszustand, weil es “den Frieden”, von dem manche Pazifisten und Friedensaktivisten träumen, nicht gibt.) Die Propagandamaschinerien tun im Übrigen auf beiden Seiten ihre Wirkung.
Wie schon von einigen Vorrednern ausgeführt, ist es richtig, dass Frieden “erkämpft” werden muss, und dass zu seiner Erhaltung auch die entschlossene, militärische Verteidigung gehört. Wenn man aber erst einmal diese bellizistische Rhetorik bezüglich der Vokabel “erkämpfen” verinnerlicht hat, ist es bis zur Gleichsetzung dieses Begriffes mit “erobern” gar nicht mehr weit. Israel verbindet fast jede seiner Militäraktionen mit der Eroberung weiterer palästinensischer Territorien und läßt sie besiedeln. Auch jetzt ist dieses Vordringen wieder zu sehen. Das ist laut Beschluss der Vereinten Nationen nicht zulässig. Israels Einwand, das Besiedelungs-Verbot betreffe nur Angriffskriege, ist eine reine Schutzbehauptung, mehr nicht. Sie müssen meine Ausführungen aber nicht glauben. Niemand kann Sie dazu zwingen, den Tatsachen ins Auge zu sehen.
Zum Abschluss nun noch einmal: Das Existenzrecht Israels steht nicht zur Disposition. Es ist nicht verhandelbar, nicht nur, weil es (trotz mancher gegenteiliger Behauptungen) historisch belegbar ist, dass dieses Land auch die Heimat des israelischen Volkes ist, sondern auch, weil der UN-Beschluss von 1947 zur Teilung Palästinas nicht mehr hinterfragbar ist. Aber über eine Menge anderer Dinge ließe sich verhandeln, wie z.B. über das Existenzrecht der Palästinenser (oder haben die nach Ihrer Auffassung gar keines?) Über die Modalitäten einer beiderseitigen Anerkennung einer Zwei-Staaten-Lösung ließe sich verhandeln, sowie auch über die Vorteile durch die Einstellung der ebenfalls beiderseitigen Verstöße gegen geltendes internationales Recht.
Renate Cortez
Stefan
@Renate:
Sie schreiben: “Wenn man aber erst einmal diese bellizistische Rhetorik bezüglich der Vokabel ‘erkämpfen’ verinnerlicht hat, ist es bis zur Gleichsetzung dieses Begriffes mit ‘erobern’ gar nicht mehr weit. Israel verbindet fast jede seiner Militäraktionen mit der Eroberung weiterer palästinensischer Territorien und läßt sie besiedeln. Auch jetzt ist dieses Vordringen wieder zu sehen.”
Wo denn? Das stimmt doch überhaupt nicht! Aus dem Gaza-Streifen sind die israelischen Soldaten nunmehr erneut KOMPLETT abgezogen. Israelische Soldaten gibt es im Gaza-Streifen also nicht mehr. Es gibt dort auch seit 2005 keine israelischen Siedlungen mehr. Auch 2006, nach dem Hizbollah-Krieg, der übrigens erfolgte, NACHDEM sich Israel 2001 komplett aus dem Libanon zurückgezogen hatte (was übrigens das Ziel der Hizbollah war) und daraufhin zum Dank von Hizbollah mit Raketen beschossen wurde, auch 2006 hat sich Israel wieder komplett aus dem Libanon zurückgezogen. Wieso bleiben Sie nicht bei den Fakten?
Was die Frage angeht, wie man die Hamas am besten bekämpft, so frage ich Sie, welche Alternative Sie Israel denn vorschlagen? Wie soll Israel sich denn gegen die Hamas verteidigen, wenn nicht militärisch? Einfach die Raketenangriffe - die eine Millionen Israelis terrorisieren - aussitzen in der Hoffnung, in fünf, zehn oder vielleicht erst fünfzig Jahren werde der Hamas vielleicht die Lust daran vergehen? Hoffen, dass der Iran der Hamas doch sicherlich keine weitreichenderen Raketen übergeben werde, die dann auch Tel Aviv oder Jerusalem erreichen? Oder was? Soll Israel das Gespräch mit der Hamas suchen, obwohl die Hamas ständig betont, es gebe nichts zu verhandeln, weil alleiniges Ziel ihrer Terrororganisation das Ende des israelischen Staates sei, und sie wolle und werde auch nicht mit den zionistischen Kindermördern und Brunnenvergiftern reden?
Ich bitte Sie. Leute wie Sie machen es sich immer so einfach. Es ist so einfach, von Israel ein “Ende der Gewalt” zu fordern. Jeder möchte, dass die Gewalt endet. Natürlich. Aber einen konkreten Vorschlag, was Israel denn ansonsten unternehmen soll, haben Sie nicht. Die Israelis müssen mit diesen unablässigen Raketenangriffen und existenziellen Bedrohungen tatsächlich umgehen, die haben nicht das Privileg, wie wir vornehm darüber debattieren zu können! Meiner Überzeugung nach gibt es derzeit leider keine andere Lösung: Israel muss Abbas unterstützen und fördern, ihm helfen, die Hamas hingegen militärisch bekämpfen. Einfach deshalb, weil es keine Alternative gibt.
Übrigens: Als Jordanien im sog. “Schwarzen September” die PLO von Jassir Arafat bekämpfte und deren Hauptstadt brutal bombardieren ließ, da führte das tatsächlich zum Frieden. Der Friede mit Nazi-Deutschland ist auch (nur!) über einen sehr, sehr brutalen Krieg erreicht worden. Manchmal sind Kriege tatsächlich unausweichlich und führen Kriege tatsächlich auch zum Frieden. Wer sagt Ihnen denn, dass die Hamas, wenn sie ständig und immer wieder brutal von Israel bekämpft wird, nicht irgendwann genug bekommt? Oder dass möglicherweise die palästinensische Bevölkerung irgendwann genug hat von den ständigen Verwüstungen und erkennt, dass der Weg der Hamas nur noch weiter in den Untergang führt?
Renate Cortez
@Stefan
Nazi-Deutschland interessiert in diesem Zusammenhang nicht. Und ob Sie nun den “Schwarzen September” oder ob Sie “Friede für Galiläa” ins Feld führen würden, oder “Gegossenes Blei”, so sind das sämtlich Aktionen, die eben NICHT zum Frieden geführt haben, sondern nur zu weiteren blutigen Massakern. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Renate Cortez
Adcoram
Manipulation von Nachrichten: Tagesschau 30.01.2009
Zitat sinngemäß: „Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kam es zu einem Eklat. Der türkische Ministerpräsident Erdogan verließ eine Forumsdiskussion mit dem israelischen Präsidenten Peres, nachdem dieser den Krieg in Gaza verteidigte und der Moderator ihm keine weitere Redezeit zubilligte. Zu Hause wurde Erdogan stürmisch empfangen.“
Im Bild gezeigt wird der Diskutant Herr Peres, ein im Aufbruch befindlicher Ministerpräsident Erdogan und bei Ankunft in der Türkei eine imposante Menschenmenge, dekoriert mit Leuchtfeuer und Fahnen.
Wieso meint man offensichtlich in der Tagesschau-Redaktion uns Zuschauern manipulierte Informationen zumuten zu müssen? Ein Ministerpräsident verlässt ein wichtiges internationales Forum, erklärt nie mehr zu einem Weltgipfel kommen zu wollen, weil ein israelischer Ministerpräsident seine militärische Position verteidigt? Ist diese Information glaubwürdig?
Ein Journalist der FAZ informiert im Morgenmagazin über den Hintergrund: Israel wurde vom türkischen Ministerpräsidenten vorgehalten, dass das Militär über 300 unschuldige Kinder tötete: „Vom Töten verstehen sie was“. In diesem Zusammenhang wurde dem Ministerpräsidenten Erdogan Antisemitismus vorgehalten.
Wieder einmal ist der reflexhafte Vorwurf von Antisemitismus unglaubwürdig (Die Türkei vertrat und vertritt viele Jahre trotz aller Widersprüche eine pro-israelische Haltung und ist Verbündeter in Nahost). Engagement in Fragen der Menschenrechte, das Eintreten für das Prinzip der Mitmenschlichkeit wird gleichgesetzt mit Antisemitismus. In diesem Sinn sind alle diejenigen Menschen Antisemiten die Menschenrechte verteidigen. Provokativ gesagt wäre es in diesem Sinn eine Ehre Antisemit zu sein. Die Inflation unglaubwürdiger Vorwürfe führte weltweit zu einer völligen begrifflichen Entwertung.
Von interessierter Seite manipulativ in eine antisemitische Ecke gestellt zu werden bedeutet: Du hast zu fühlen, zu denken, zu handeln und dich zu erinnern nach meiner imperativen Maxime. So sehen und empfinden es heute viele Menschen.
Im übrigen glänzte die Tagesschau während der israelischen Offensive (Tagesschau-Sprech) – was für ein sprachästhetisches Synonym für entsetzliche Barbarei – nicht gerade mit einem Übermaß an Nachrichtenpräsenz. Im TV-Text wurde mehrere Tage über den israelischen Angriff nicht mehr berichtet. (Das fortgesetzte Töten unschuldiger Menschen hatte offenbar keinen Nachrichtenwert oder die Information darüber entsprach nicht der öffentlich rechtlichen Staatsräson). Auf Tagesschau online ist immerhin, das sei zur halbseidigen Ehrenrettung gesagt, ein informativer Bericht über den Eklat von Ulrich Pick (SWR) zu hören.
Manfred Stiegel
Hallo!
Ging es nicht mal um die Sendung 3nach9 und das (unmögliche) Verhalten der Moderatoren?
Stefan
@Adcoram:
Zitat: “Ein Journalist der FAZ informiert im Morgenmagazin über den Hintergrund: Israel wurde vom türkischen Ministerpräsidenten vorgehalten, dass das Militär über 300 unschuldige Kinder tötete: „Vom Töten verstehen sie was“. In diesem Zusammenhang wurde dem Ministerpräsidenten Erdogan Antisemitismus vorgehalten.”
Also wirklich, sowas! Da sagt der Erdogan zum israelischen Premier, dass die Israelis sich auf’s massenhafte Ermorden Unschuldiger verstehen würden, insbesondere anscheinend auf die Ermordung unschuldiger Kinder, und dann wird diese sachliche und berechtigte Kritik einfach als Antisemitismus missverstanden! Also wirklich. Wie gemein. Dabei kann doch Erdogan überhaupt kein Antisemit sein, wie “Adcoram” überzeugend darlegt, weil die Türkei bekanntlich eine pro-israelische Haltung vertritt und jemand, dessen Land Israel unterstützt, ja nun wirklich kein Antisemit sein oder antisemitische Dinge äußern kann, ist doch völlig logisch. Auch die Aussage Erdogans, dass die Israelis vom Ermorden Unschuldiger wirklich etwas verstehen würden, ist ja eigentlich eine sehr pro-israelische Aussage. Vielleicht hätte Erdogan noch hinzufügen sollen, dass die Israelis auch ganz gerne das Blut der von ihnen ermordeten Kinder trinken, dann wäre seine pro-israelische Haltung noch besser herausgekommen.
–
Zitat: “Im übrigen glänzte die Tagesschau während der israelischen Offensive (Tagesschau-Sprech) – was für ein sprachästhetisches Synonym für entsetzliche Barbarei – nicht gerade mit einem Übermaß an Nachrichtenpräsenz. Im TV-Text wurde mehrere Tage über den israelischen Angriff nicht mehr berichtet. (Das fortgesetzte Töten unschuldiger Menschen hatte offenbar keinen Nachrichtenwert oder die Information darüber entsprach nicht der öffentlich rechtlichen Staatsräson).”
Stimme Ihnen wieder völlig zu, Adcoram. Die Tagesschau, die aus journalistischen Gründen zur Neutralität verpflichtet ist, hätte die israelische Offensive ganz klar als das bezeichnen sollen, was sie objektiv ist, nämlich eine entsetzliche Barbarei, ein mörderisches Abschlachten. Das wäre neutral und objektiv gewesen. Indem sie aber von einer “Offensive” sprach, bezog sie ganz eindeutig Stellung für Israel. Wieso nicht Klartext reden? “Israelische Juden baden erneut im Blut ihrer unschuldigen Opfer”, oder “Israelische Kinder- und Völkermörder erneut im Blutrausch”. Das wäre objektiv und neutral gewesen.
Wobei es natürlich, das sollte man vielleicht auch bedenken, gelegentlich schwer fällt, Unschuldige von Schuldigen zu unterscheiden, immerhin haben die Hamas-Terroristen vor dem israelischen Angriff ganz einfach ihre Uniformen ausgezogen und sahen damit plötzlich aus wie unschuldige Menschen. Und da die Hamas die Fernsehbilder, die nach draußen drangen, kontrollierte, hat man keinen einzigen getöteten Terroristen gesehen, sondern ausschließlich barbarisch abgeschlachtete Unschuldige. Natürlich lässt sich zuweilen auch schwer unterscheiden, ob die im Fernsehen gezeigten Toten nicht gelegentlich auch von der Hamas getötete Fatah-Kämpfer waren - oder Kinder und Frauen von Fatah-Kämpfern oder Kinder und Frauen von solchen, die die Hamas als Fatah-Leute ansah. Und ob einige der Toten, nachdem sie ordnungsgemäß gefilmt worden waren, wieder aufgestanden sind, was im Gaza-Streifen gelegentlich ja auch schon vorgekommen ist, konnte auch niemand kontrollieren.
Stefan
“Ja, der Störenfried der Nachbarschaft, er ist nur einer / Seine Feinde sagen, er ist auf ihrem Land. / Sie sind Millionen, er einer / kein Ort nimmt ihn, nirgends kann er hin. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.
Der Störenfried der Nachbarschaft versucht zu überleben, / dass er lebt, wirft man ihm vor. / Wehren soll er sich nicht, / eine dicke Haut soll er haben, / auf den Boden soll er sich legen und sterben, wenn sie ihm die Tür eintreten. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.
Der Störenfried der Nachbarschaft wurde aus jedem Land vertrieben, / als Exilant wandert er von Ort zu Ort. Vor seinen Augen wurde die Familie verstreut, seine Landsleute verfolgt und zerstört, / und immer wird ihm vorgehalten, dass er überhaupt geboren ist. Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.
Und als er eine Mörderbande k. o. schlug, kamen die Kritiker, / alte Frauen verdammten ihn, er solle sich entschuldigen. / Dann vernichtete er eine Bombenfabrik, es freute sich niemand. / Die Bomben galten ihm. / Und er sollte sich schämen. / Er ist der Störenfried der Nachbarschaft.”
Bob Dylan, “Neighborhood Bully”
(Text kopiert von http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/auf-den-punkt/Antisemitismus-Israel-Erdogan;art15890,2719326 )
Renate Cortez
@Stefan
Aber im Iran hat Bob Dylan den Song sicher nicht vorgetragen, oder?
Renate Cortez
Stefan
@Renate: Er war ja nicht lebensmüde. Songs für Israel kamen und kommen im Iran nicht so gut an. Besser wäre sowas wie “Mein Kampf”, das ja an jeder Ecke ausliegt.
Renate Cortez
@Stefan
Bestimmt wurde er von den Ayatollahs gezwungen, zum Islam überzutreten.
Renate Cortez
Stefan
@Renate: Wie meinen? Was hat Bob Dylan mit dem Islam zu schaffen?
Haben Sie sich vielleicht schon wieder vertan, wie jetzt schon mehrfach in Ihren Beiträgen - und meinen Cat Stevens?
Renate Cortez
@Stefan
Jetzt verwirren Sie mich aber. Ich meine, vor ein paar Tagen auf 3-Sat gehört zu haben, dass es Bob Dylan war. Darüber will ich aber gar nicht mit Ihnen streiten, denn es ist tatsächlich möglich, dass ich im Irrtum bin.
“Schon ehrfach in meinen Beiträgen” habe ich mich wohl insofern vertan, als ich nicht Ihre Auffassung zu Israel und Palästina teile?
Renate Cortez
Stefan
@Renate Cortez: Zu dem “schon mehrfach”:
Sie schrieben gestern: “Israel verbindet fast jede seiner Militäraktionen mit der Eroberung weiterer palästinensischer Territorien und läßt sie besiedeln. Auch jetzt ist dieses Vordringen wieder zu sehen.”
Ich habe Ihnen daraufhin entgegnet, dass das definitiv nicht stimmt. Israel hat weder im Libanon-Konflikt 2006 noch jetzt im Gaza-Feldzug irgendwelches Land “erobert” oder gar besiedeln lassen. Vielmehr hat es sich sowohl aus dem Libanon als auch aus Gaza wieder vollständig zurückgezogen. Das war schlichtweg unwahr. Bezeichnenderweise haben Sie hieraus nicht geantwortet. Fakten nehmen Sie offenbar ungerne zur Kenntnis.
Und es gibt auch weitere Beispiele für Faktenferne in Ihren Beiträgen:
So schrieben Sie auch schon von “Isreals mörderischem Feldzug”, obwohl dieser “mörderische Feldzug” konkret so aussah, dass palästinensische Zivilisten vor Angriffen von den Israelis per Flugblättern, Telefonanrufen oder SMS gewarnt wurden. Ich kenne keine andere Nation, die derart rücksichtsvoll gegen ihre erklärten Todfeinde Krieg führt.
Sie schrieben weiterhin auch schon: “Große Teile der Öffentlichkeit, sowie auch die jüdischen Verbände sind ja nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, jemandem für ein israelkritsches Statement den Antisemitismus-Stempel aufzudrücken.”
Auch das ist unwahr. Es ist ein in Deutschland weit verbreitetes Vorurteil, das Sie bedenkenlos nachplappern, und das eigentlich in rechtsextreme Kreis gehört. Sie werden mir kein einziges Beispiel vorlegen können, wo etwa der Zentralrat der Juden jemandem, der ein israelkritisches Statement bringt, den “Antisemitismus-Stempel” aufdrückte. Es gibt solche Beispiele nämlich nicht. Der Zentralrat der Juden würde sich hüten, so zu handeln. Israel wird ja auch seit Jahrzehnten in Deutschland kritisiert, ohne dass jemals jemand die Antisemitismus-Keule geschwungen hätte. Dieses angebliche Tabu, was hier aufgebaut wird, existiert schlicht nicht.
Dies alles gilt allerdings nur für echte Kritik. Wenn jemand Israel nicht kritisiert, sondern eigentlich nur seinem Antisemitismus freien Lauf lässt und dies als Kritik tarnt, ist es angebracht, hier auf den versteckten Antisemitismus hinzuweisen. Wenn etwa jemand der israelischen Armee “Nazimethoden” vorwirft oder von einem “Holocaust” spricht, der an den Palästinensern verübt würde, ist das für mich eine Form eines Ressentiments, die man auch als Antisemitismus werten könnte. Denn wenn die Israelis wirklich so vorgehen würden wie die Nazis, dann hätte der aktuelle Gaza-Krieg nicht 1300 Tote gefordert, sondern eine Million fünfhunderttausend tote Palästinenser, denn genau so viele leben im Gaza-Streifen. Wer sich historisch weiterbilden möchte, was “Nazimethoden” waren, dem empfehle ich, sich über die Vorgehensweise der deutschen Wehrmacht bzw. der SS in Babyn Jar, in Leningrad, in Sant’Anna di Stazzema, in Oradour-sur-Glane, in Putten oder in Marzabotto zu informieren.
Renate Cortez
@Stefan
“Auch das ist unwahr. Es ist ein in Deutschland weit verbreitetes Vorurteil, das Sie bedenkenlos nachplappern, und das eigentlich in rechtsextreme Kreis gehört.”
Hier, ganz aktuell:
http://www.sueddeutsche.de/politik/62/456728/text/
…”konkret so aussah, dass palästinensische Zivilisten vor Angriffen von den Israelis per Flugblättern, Telefonanrufen oder SMS gewarnt wurden.”
Die Zivilbevölkerung wurde gewarnt. Ja, so ist es kommuniziert worden. Sie müssen mir aber dann bitte auch die Frage beantworten: Wohin sollte die Zivilbevölkerung denn flüchten? Raus konnte doch niemand und niemand konnte wissen, welche Gebiete oder Gebäude das israelische Militär nicht als Angriffsziel einschätzen würde. Ihre Argumentation ist irreführend und einseitig.
Zu der Siedlungsfrage habe ich mich Ihnen gegenüber nicht weiter geäußert, weil Sie lediglich auf die geräumten Gaza-Siedlungen hingewiesen haben, und ich mir Ihre Begründungen zur vorgeblichen Rechtmäßigkeit der weiterhin bestehenden rund 200 illegalen israelischen Siedlungen ersparen möchte.
Stefan, der unablässige Versuch zur Demontage der Nichtanhänger Ihres sorgfältig erarbeiteten Feindbildes ist allenfalls demotivierend, sich mit Ihnen argumentativ auseinanderzusetzen. Das stereotype Abspulen der gesinnungsethischen Phrasen dieser von Ihnen vertretenen Selbstverteidigungs-Ideologie kann vielleicht einen gewissen Sadismus befriedigen, wie er sich in Ihrem unsäglichen, nicht weiter zu kommentierenden “Blut-Geschmiere” in Ihrer Antwort an Adcoram zeigt. Das befreit Sie aber letztlich nicht davon, für die Folgen der Unverhältnismäßigkeit einer jeden (nicht nur der israelischen) Verteidigungsaktion Verantwortung übernehmen zu müssen.
In Prof. Michael Wolffsohns “Juden und Christen - ungleiche Geschwister” lese ich auf Seite 130 über das Rechtsverständnis des christlichen Abendlandes, bzw. des abendländischen Europas: (…) “Ich verzichte auf rechtshistorische Exkurse, ich bilanziere sie und sage: >Auge um Auge, Zahn um Zahn
Renate Cortez
@Stefan
hier mein letzter Absatz nochmal komplett. Der untere Teil ist mir offensichtlich beim Reinkopieren verloren gegangen.
In Prof. Michael Wolffsohns “Juden und Christen - ungleiche Geschwister” lese ich auf Seite 130 über das Rechtsverständnis des christlichen Abendlandes, bzw. des abendländischen Europas: (…) “Ich verzichte auf rechtshistorische Exkurse, ich bilanziere sie und sage: >Auge um Auge, Zahn um Zahn
Renate Cortez
shit, was ist denn nun los? Ich probier`s noch mal anders
Renate Cortez
@Stefan
Nächster Versuch, jetzt nochmal neu getippt
In Prof. Michael Wolffsohns “Juden und Christen - ungleiche Geschwister” lese ich auf Seite 130 über das Rechtsverständnis des christlichen Abendlandes, bzw. des abendländischen Europas: (…) “Ich verzichte auf rechtshistorische Exkurse, ich bilanziere sie und sage: >Auge um Auge, Zahn um Zahn
Renate Cortez
ich versteh’s nicht.
Vielleicht klappt es, wenn ich nur das Fehlende einsetze:
…bedeutet: Die Strafe darf nicht härter als die Tat sein. Anders formuliert: Nicht Vergeltung, sondern die Verhältnismäßigkeit von Tat und Strafe sei Maß und Ziel des Rechtsverständnisses. (…) Das wiederum bedeutet, das reale Rechtsverständnis des christlichen Abendlandes ist eher “jüdisch” als “christlich”.
Ja ist denn der (um Ihrer Terminologie zu bleiben) auch bescheuert?
Renate Cortez
Stefan
@Renate Cortez:
1. Sie haben einen Artikel aus der Süddeutschen zitiert, in dem es darum geht, dass die Juden in Deutschland ob der vielen Angriffe in letzter Zeit zu Recht dünnhäutig werden - und ich stimme dem Artikel zu. Dieser Artikel belegt aber mit keinem Wort (!) das von Ihnen geäußerte Vorurteil, gerade jüdische Verbände würden gerne israelkritische Statements mit dem Antisemitismus-Vorwurf belegen.
2. Die Zivilbevölkerung wurde gewarnt. Gut, haben wir das geklärt. Da das israelische Armee grds. sehr präzise ein bestimmtes Haus, einen bestimmten militärisch genutzten Komplex bombardiert hat, war es kein Problem, zu flüchten. Ich sage ja nicht, dass das immer funktioniert hat. Aber bitte: Welche Nation der Welt hat jemals einen Krieg geführt und die gegnerische Zivilbevölkerung vor ihren Angriffen gewarnt?
3. Im Übrigen: Bitte, beantworten Sie doch endlich die Frage, was Israel denn tun sollte? Die Hamas konnte militärisch nur bekämpft werden, indem im Gaza-Streifen operiert wurde - denn nur dort ist die Hamas. Der Gaza-Streifen ist sehr stark besiedelt, da lassen sich zivile Opfer kaum vermeiden. Nur was sollte Israel tun? Die Hamas nicht bekämpfen, eben weil sich zivile Opfer kaum vermeiden ließen? Den ständigen Raketenbeschuss, womöglich mit weitaus besseren Raketen, einfach hinnehmen, noch weitere drei Jahre? Was sollte Israel tun?
4. Zur Siedlungsfrage: Nein, liebe Frau Cortez, so geht es nicht. Sie versuchen abzulenken. Es ging um Ihren Vorwurf, Israel verbinde seine Militäraktionen mit der “Eroberung weiterer palästinensischer Territorien” und lasse sie besiedeln, und das sei auch jetzt wieder zu sehen.” Ich habe Ihnen daraufhin vorgehalten, dass das nicht stimmt, weil Israel weder im Hizbollah- noch im Gaza-Krieg seine Militäraktionen mit der Eroberung weiterer palästinensischer Territorien verbunden hat. Ich sehe nicht, dass Sie hierauf bislang eine Erwiderung gefunden haben.
5. Mein “Blut-Geschmiere” in meiner Antwort auf Adcoram diente - wie Sie ja hoffentlich auch selbst wissen - allein dazu, durch Übertreibung seinen unsäglichen Beitrag zu entlarven. Er hatte sich darüber beschwert, dass die Tagesschau von einer “israelischen Offensive” sprach statt von “entsetzlicher Barbarei”. Da finde ich es naheliegend, diese völlig hirnrissige Auffassung dadurch zu entlarven, dass ich in der Überspitzung fordere, die Tagesschau sollte noch besser gleich vom “Blutbad der Israelis” sprechen. Dass Sie meinen Beitrag dadurch zu diffarmieren versuchen, dass Sie mir die Befriedigung eines “gewissen Sadismus” vorwerfen, ist wirklich absurd und lächerlich. An Ihrer Stelle würde ich mich für so einen peinlichen Versuch schämen.
6. Ich versuche nicht, Sie zu demontieren. Ich halte Ihnen lediglich vor, wo Sie die Unwahrheit sagen oder wo die Fakten nicht mit dem übereinstimmen, was Sie schreiben. Bislang konnten Sie keinen einzigen meiner Vorwürfe entkräften, wenn ich das richtig sehe. Leider.
Das passiert allerdings oft, wenn man sich von seinen Gefühlen leiten lässt, anstatt den Verstand einzuschalten. Damit will ich Sie nicht beleidigen, sondern meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Ihre teilweise wirklich haarsträubenden Behauptungen nur Ausdruck Ihrer Emotionalität sind. Aber, liebe Frau Cortez: Auch auf israelischer Seite sterben Kinder und Frauen. Und die Hamas WILL sogar, dass israelische Kinder und Frauen sterben, und zwar möglichst viele. Bei der israelischen Armee sind es bedauerliche und tragische Collateralschäden, wenn palästinensische Zivilisten sterben. Bei der Hamas nicht.
Adcoram
Lügen der israelischen Regierung.
Richtig. Das israelische Militär hat ein Blutbad unter der Zivilbevölkerung angerichtet und hunderte unschuldige Menschen verletzt und getötet.
Schon mit dem ersten Militärschlag, vom israelischen Militär Schock genannt , wurden die Funktürme in Gaza weitgehend zerstört. Wo die Infrastruktur noch intakt war, konnte nicht mehr telefoniert werden, weil durch den Stromausfall die Akkus nicht mehr aufladbar waren.
“Wer hat angerufen? Das israelische Militär. Was will es? Sie empfehlen die Schule zu räumen und in den Schulhof zu gehen. Warum? Weil sie erst das Gebäude und dann den Schulhof bombardieren.”
Renate Cortez
@Stefan
Der Einspieler im heute-journal vom 29.1.09 über die Siedlungen kommt in der zweiten Hälfte.
http://vodcast.web.de/item/play/57342
Marion
Sehr geehrter Herr Stiegel,
Ich habe mich schon gefragt weshalb Herr Scholl-Latour sagte, “warten auf das Jüngste Gericht.”
Stefan am 30. Januar 2009 um 08:41 Uhr | Link | Kommentar melden
@Marion: Ja, und? Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen. Natürlich hat Israel die Atombombe. Finde ich auch verständlich und richtig.
Von arabischen Israelis etwa verlangt er schriftliche Loyalitätsbekenntnisse zum jüdischen Staat. Und im Krieg gegen die Hamas warb er dafür, Gaza so platt zu machen, wie es die USA einst in Hiroshima taten.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1667522_Ein-Rechtspopulist-profitiert-vom-Krieg.html
Marion
Sehr geehrte Frau Cortez,
haben Sie jemals darüber nachgedacht gegen wen Sie da Schreiben?
Es ist nur eine Vermutung meinerseits.
Alles Liebe
Marion
http://www.israelnetz.com/themen/nachrichten/artikel-nachrichten/datum/2009/01/29/ueber-1000-freiwillige-wollen-israel-im-internet-vertreten/
Stefan
Liebe Marion,
Ihre gleichsam witzigen wie absurden Vermutungen, ich könnte ein U-Boot-Jude oder -Israeli sein, sind leider komplett falsch. Ich bin 100prozentiger Deutscher, habe keinerlei jüdische oder israelische Verwandte oder Vorfahren und sehe sehr arisch aus. Sie können also ganz beruhigt sein.
Oder vielleicht auch beunruhigt: Ich bin ein ganz normaler Deutscher, der trotzdem für Israel eintritt. Irre, was?
Kopfschüttelnd,
Stefan
ps.: Adcoram: Was wollen Sie jetzt eigentlich behaupten? Dass niemand angerufen hat, oder dass doch angerufen wurde? Aber ich befürchte, Ihnen geht es eigentlich nur um eines: Ihrem Israelhass freien Lauf lassen, indem Sie Israels Verzweiflungsschlag einfach ein “Blutbad” nennen und kein Wort darüber verlieren, was Israels Alternativen gewesen wären und ob Israel vielleicht einfach gar keine Wahl hatte. Diese Frage hat mir bisher überhaupt niemand hier beantworten können.
Stefan
Nachtrag: Soeben lese ich, dass Hamas erneut Raketen auf Israel abgefeuert hat, und dass Israel harte Gegenschläge androht.
Warum kann die Hamas nicht endlich die Waffen ruhen lassen? Ist Gaza nicht schon genug zerstört worden? Wenn die Hamas endlich die Waffen schweigen ließe, könnten die Palästinenser auch daran gehen, einen eigenen Staat aufzubauen. Kein Israeli befindet sich noch im Gaza-Streifen. Legt Hamas die Waffen nieder, muss sich Israel auch nicht mehr verteidigen und die ganze Misere hat ein Ende.
Marion
@ Stefan
sehe sehr arisch aus
Ups. Manche Menschen wissen nicht was Arier sind. Viel Spass beim Googeln
Adcoram
Es gibt wahrlich kämpferische Trolle mit verschobener Wahrnehmung. Man erklärt Ihnen die diplomatischen, politischen und militärischen Alternativen einer gewalttätigen Konfliktbewältigung -siehe oben- auf die konkrete Feststellung “Niemand hat bisher meine Frage beantwortet” - ein paar Beiträge später die gleiche Feststellung: “Niemand hat bisher…..” An Lösungen oder Erkenntnisgewinn sind solche Trolle nicht interessiert, nur an einer nicht ernst zunehmenden und zerstörerischen Kommunikation.
Stefan
@Adcoram: Sie können mich auch ruhig direkt ansprechen, das mache ich bei Ihnen ja auch. Ist eine Form des Respekts.
Ich habe mir jetzt nochmal Ihre Beiträge durchgelesen und keine Hinweise auf “diplomatische, politische und militärische Alternativen” gefunden. Was meinen Sie mit “siehe oben”?
Coco Lores
Hallo miteinander,
ich bin im Thema nicht ganz firm. Ich weiß darüber, na ja, sagen wir mal das Übliche, das was man liest, was man hört etc - natürlich beschränke ich mich jetzt auf den Nahostkonflikt, über den Holocaust weiß ich bescheid.
Im Nahostkonflikt gibt es zwei Seiten die sich bekämpfen, offen oder verdeckt. Die Details stehen, sowohl für die eine als auch für die andere Seite hier in den Kommentaren und werden diskutiert. (Wobei das hier kein Forum ist, sondern Kommentare zu einem Artikel bzw. zu einer Meinung in einem Blog, aber sei es drum).
Ich habe die eine oder andere Frage:
@Marion und Stefan, warum ist es so wichtig hierbei zu wissen wer Stefan ist? Seine Position ist doch klar und er wirft nicht seine Person in der Diskussion sondern seine Argumente. Dabei ist es doch völlig egal wer er ist - deutscher, deutscher katholik, deutscher Jude, Israeli, israelischer Palästinenser, palästinensischer Israeli oder vielleicht ein Agend der Mossad … es geht doch um die Argumente. Oder?
@Stefan, darf ich Sie Fragen welche ihrer Meinung nach die Wunschlösung des Konfliktes von Seiten der Palästinenser wäre und welche von Seiten der Israelis? Gibt es Wunschlösungen? Was wäre das ideale für beide Seiten, welche Lösung die realistische? Gibt es irgendwo einen kleinsten gemeinsamen Nenner?
Für die Antworten - so es sie gibt, vielen Dank.
Beste Grüße
Coco
Marion
Sehr geehrte Frau Lores,
es ist nicht unwichtig ob man mit einem “Troll” schreibt.
Wie Herr Adrocam so treffend formulierte.
Meine Lösung für diesen Konflikt schrieb ich am 23. Januar 2009 um 19:37 Uhr
Sehr geehrter Herr Wächter,
lassen Sie sich bitte nicht von Ihrer Wut Steuern.
Auch wenn ich Ihnen im Kern zustimme.
Aber dieses israelische Forum schreibt so,
als wenn es von allen Vorgängen nicht´s wüsste.
Das sind Menschen die in diesem Land Leben.
Ich denke wenn man lang genug in einem Kriegszustand lebt,
ist man für vernünftige Argumente nicht zugänglich.
In diesem Land ist ein wirklich guter Diplomat gefragt,
der auf beide Seiten zugeht.
Viele Grüsse
Marion
Stefan
@ Coco Lores:
Endlich mal einer, der nicht so bösartig und einseitig an die Sache herangeht…
Zu Ihrer Frage an mich: Das ist alles nicht einfach zu beantworten, weil es sowohl bei den Palästinensern als auch bei den Israelis verschiedene Fraktionen gibt. Bei den Palästinensern reicht das Spektrum von der völligen Vernichtung des Staates Israel - Beispiel Hamas - bis zu einer (faktischen) Anerkennung (etwa bei Teilen der Fatah), doch auch bei den Israelis gibt es fundamentalistische, nationalistische Stimmen, die noch immer von einem Groß-Israel träumen (Bsp. Siedler), und es gibt diejenigen, die eine Zwei-Staaten-Lösung wollen. Wenn man mal die radikalen Kräfte außen vor lässt, so gibt es wohl durchaus Ansätze für einen Frieden.
Allerdings sind für eine friedliche Lösung wirklich viele offene Fragen zu klären. So sind die israelischen Siedlungen natürlich tatsächlich ein erhebliches Problem. Die Israelis haben ihre Siedlungen zwar im Gaza-Streifen vollständig abgebaut, aber nicht - und dort stehen viel größere und zahlenmäßig umfangreichere Siedlungen - in der Westbank. Ob der israelische Staat überhaupt in der Lage wäre, hier Siedlungen abzubauen, ist fraglich, da die Siedler meistens sehr fundamentalistisch sind und natürlich keine Lust haben, ihre mühsam aufgebauten Siedlungen aufzugeben. Trotzdem wird an einem Rückbau der Siedlungen - zumindest eines Teils - auf lange Sicht kein Weg vorbei führen. Aber natürlich muss die israelische Regierung hierfür stark genug sein, dies auch gegenüber den Siedlern durchzusetzen. Solange die Hamas und große Teile der Palästinenser den Staat Israel nicht anerkennen, gibt es für die Regierung auch keine Möglichkeit, gegenüber den Siedlern (und der eigenen Bevölkerung) hinsichtlich der Siedlungen eine harte Linie zu verfolgen. Das würde Israel gegenwärtig fast zerreißen.
Trotzdem besteht - oder bestand - in der israelischen Regierung seit vielen Jahren die Bereitschaft zur Aufgabe der Siedlungen. 2001 wurde in Camp David von Ehud Barak ein umfassendes Friedensangebot an die Palästinenser gemacht, das den Abbau der Siedlungen von 80 bis 97 Prozent vorsah (die genaue Zahl ist unbekannt). Israel war also bereit, sich für Frieden zurückzuziehen und dies auch gegenüber den Siedlern durchzusetzen.
Aber das sind nicht die einzigen Punkte. Ein Problem ist auch Ostjerusalem, welches die Palästinenser verlangen; auch hier war Barak 2001 bereit, diese Forderung weitestgehend zu erfüllen.
Nicht so schwer, wie man vermuten könnte, wäre es hingegen vermutlich, einen lebensfähigen palästinensischen Staat zu installieren. Dass dies bisher gescheitert ist, liegt meines Erachtens ziemlich offensichtlich nicht an den Israelis, sondern an den Palästinensern selbst. Ich kann hier keine Zahl nennen, aber allein die Milliarden, die die Palästinenser von der EU an Aufbauhilfe erhalten haben, hätten wohl für mehrere Staaten von der Größe Palästinas gereicht. Eigentlich müsste das Land prosperieren, müssten Schulen stehen, Infrastruktur etc. Leider hat Arafat viele Millionen in die eigene Tasche gewirtschaftet, andere Millionen wurden für Waffen ausgegeben oder sind irgendwo versickert. - Dass der Gaza-Streifen derzeit von der Außenwelt nahezu abgeschnitten ist, wäre in dem Moment vorbei, in dem die Palästinenser den Staat Israel uneingeschränkt anerkennen und die Waffen ruhen lassen. Israel greift nur an, wenn es angegriffen wird, das ist seit der Gründung des Staates Israel israelische Politik. Wenn die Palästinenser den Frieden wählen, sind alle diese Wege offen.
Ein großes Problem aber - an dem meines Wissens auch die Friedensverhandlungen 2001 gescheitert sind und auch ein Angebot der Araber 2002 oder 2003 - besteht in der Frage eines Rückkehrrechts. Die Palästinenser betrachten sich bis heute als Vertriebene, was zwar aus historischen Gründen falsch ist, weil viele Palästinenser auch einfach geflüchtet waren; außerdem sind die heutigen Palästinenser zu großen Teilen ja nur die Nachfahren der damals Vertriebenen, aber gut - das soll mal dahinstehen. Jedenfalls möchten sie ein Recht auf Rückkehr in ihre - wie gesagt, das ist sehr fragwürdig - “angestammten Gebiete” haben. Dort aber befindet sich der Staat Israel. Israel will dieses Rückkehrrecht nicht gewähren, da dies bedeuten würde, dass ca. 4 bis 10 Millionen Palästinenser - die meisten Moslems - nach Israel kommen könnten. Da in Israel nur sieben Millionen Menschen leben, von denen wiederum nur etwa 5 Millionen jüdischen Glaubens sind, wäre die genuin jüdische Identität des Staates Israel damit vorüber. Da dies aber die “Idee” hinter der Gründung Israels war, nämlich aus den Erfahrungen des Holocausts und der Progrome einen Zufluchtsort für Juden weltweit zu schaffen, lehnen die Israelis dies - meines Erachtens nachvollziehbar - ab.
Das sind nur kurze Aufrisse der vielfältigen Probleme. Meine Wunschlösung wäre sicherlich eine Zwei-Staaten-Lösung, wie sie unzählige Male angedacht und geplant wurde, mit einem lebensfähigen Staat Israel und einem lebensfähigen Staat Palästina. Wie Peres in Davos gesagt hat, stellt er sich einen Staat Palästina etwa so vor wie Singapur, also ein zwar kleiner, aber wirtschaftlich potenter Staat.
Das Problem aber ist, dass es zwar auf Seiten der Palästinenser auch Pragmatiker geben mag, die zu friedlichen Lösungen bereit wären - vor allem auf Seiten der Fatah -, dass aber leider, leider derzeit die Hamas das Geschehen bestimmt. Die Hamas aber hat in ihrer Gründungscharta, einem widerwärtig antisemitischen Hetzwerk, einen Passus stehen, wonach sie Israel niemals anerkennen wird und alle Friedensverhandlungen bedeutungslos seien. Deshalb ist eine friedliche Lösung erst dann in Sichtweite gerückt, wenn sich die Palästinenser - denn nur die können das letztlich schaffen - endlich von der Hamas trennen.
Ob die israelische Strategie, gegen die Hamas mit voller Härte vorzugehen und sie dadurch auch in den Augen der Palästinenser zu schwächen, aufgehen wird, kann nur die Zukunft zeigen. Allerdings mussten die Israelis den Raketenbeschuss stoppen, weil die Bevölkerung dies immer vehementer verlangte.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.
Beste Grüße,
Stefan
Stefan
@Marion: DAS ist Ihre großartige “Lösung”? “Ein guter Diplomat, der auf beide Seiten zugeht”? Dass ich nicht lache.
Ich habe es oben bereits ausführlich begründet, jetzt nochmal kurz: DIE HAMAS WILL NICHT REDEN. Sie will keinen Frieden. Sie will Krieg.
Ein Diplomat bringt daher gegenwärtig gar nichts. Das einzige, worüber die Hamas gelegentlich “verhandelt” - und das ist ja auch das einzige Ergebnis aller bisherigen Gespräche, die über Ägypten verlaufen -, ist ein temporärer Waffenstillstand. An den sich die Hamas natürlich nicht hält und den sie auch nur dazu nutzt, neue Tunnel zu bauen, Minen zu legen, Raketen und Waffen heranzuschaffen, Kämpfer auszubilden etc. pp. - alles für den Tag, an dem sie den Waffenstillstand wieder endgültig bricht.
Und dass Sie mich als “Troll” abstempeln, ebenso wie Adcoram, bloß weil Sie keine Argumente parat haben, obwohl doch Sie - und nicht etwa ich - die Tatsachen falsch wiedergeben, juckt mich wenig. Ich glaube, ganz ehrlich, Sie haben schlicht keine Ahnung von dem Konflikt. Und wenn Sie diese meine Vermutung widerlegen wollen, nur zu: Schreiben Sie doch einmal etwas mit Substanz.
Marion
Stefanam 1. Februar 2009 um 23:24 Uhr
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@Marion: DAS ist Ihre großartige “Lösung”? “Ein guter Diplomat, der auf beide Seiten zugeht”? Dass ich nicht lache.
Von arabischen Israelis etwa verlangt er schriftliche Loyalitätsbekenntnisse zum jüdischen Staat. Und im Krieg gegen die Hamas warb er dafür, Gaza so platt zu machen, wie es die USA einst in Hiroshima taten.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1667522_Ein-Rechtspopulist-profitiert-vom-Krieg.html
Marion
Mir fehlt die Antwort eines Trolls
Diplomaten sind natürlich nicht gefragt.
Coco Lores
Vielen Dank für die Antworten.
Hm!
@Marion, einen guten, inteligenten Diplomaten hin zu schicken, das wäre ein Anfang.
Ich glaube aber, dass es noch nicht die Lösung wäre. Der Diplomat müsste schon was in der Tasche haben. Die Frage aber war, was hat er in der Tasche! Welches Konzept!
@Stefan, Ihre Antwort muss ich noch genauer durchlesen. Zunächst, danke für Ihre Geduld mir so ausführlich zu antworten. Ich werde noch etwas Zeit brauchen, Ihren Standpunkt genauer durchzulesen. Muss aber jetzt los, ins friedliche Leben der Arbeitswelt ;-)
Nochmals Danke und schönen Tag an alle.
Coco Lores
Adcoram
Deutsche Medien ARD TV Text: Israel 02.02.2009
Mangelt es der Tagesschau Redaktion am Sprachverständnis oder ist sie gewollt unpräzise?
Die Nachricht morgens: „Ein Vertreter der Sicherheitskräfte bestätigte, dass die Luftwaffe mehrere Angriffe auf den Gazastreifen geflogen habe. Niemand sei verletzt worden“. (Na ja, wenn sie nur fliegen! Anm. Verf)
Quelle: Vertreter der Sicherheitskräfte – also die Polizei und nicht das Militär – erteilt militärische Auskünfte: Unglaubwürdig! Diese Einstufung erfolgt nach heftiger Debatte in Deutschland über die Zuständigkeit für die innere Sicherheit in Deutschland und deren Definition: Polizei gleich Sicherheitskräfte versus Militär.
Die Nachricht nachmittags präzisiert: „Kampfflugzeuge bombardieren eine unbesetzte Polizeistation… Ein Mensch soll getötet und drei verletzt worden sein“.
Geht doch, sehr geehrte Tagesschau Redaktion. So lernt man dazu: Offensive ist Angriff oder Krieg, das Töten über 300 Kinder kein Kollateralschaden sondern ein Blutbad und Rückfall in die Barbarei, Bombardement kein Rundflug.
Stefan
Kollateralschaden: in der räumlichen Umgebung eines Ziels entstehende Schäden aller Art durch ungenauen oder überdimensionierten Waffeneinsatz bei nicht-zivilen Aktionen
Natürlich sind die zivilen Opfer Kollateralschäden. Sonst würden Sie nämlich unterstellen, dass Israel absichtlich Kinder tötet. Ich hoffe sehr, dass Sie das nicht tun. Falls doch, nehme ich Sie nicht mehr ernst.
Coco Lores
Hallo Stefan,
-zu Ihrem Beitrag vom 01.02., 23.15h:
Das heißt also, dass wenn die Hamas den Staat Israel anerkennen würde dann würde Israel langsam eine Möglichkeit finden, auch die Siedlungen abzubauen bzw. einen Teil davon.
Ohne die Hamas, so verstehe ich Sie, wäre also lediglich die Frage des Rückkehrrechts das größere Problem. Alles andere - Siedlungen, Staatsgrenzen etc. ließe sich verhandeln. Beide Seiten müssten das Existenzrecht der jeweils andere anerkennen und vor allem akzeptieren, dass der Jahrzehnte andauernde Konflikt einige Probleme geschaffen hat, die es auszuräumen gilt. Wäre das eine Annäherung? Und hatte Arafat Israel nicht bereits anerkannt?
Ich stolpere in Ihren Ausführungen immer wieder über folgenden Satz:
“Die Palästinenser betrachten sich bis heute als Vertriebene, was zwar aus historischen Gründen falsch ist, weil viele Palästinenser auch einfach geflüchtet waren;”
Dazu habe ich noch Fragen:
Warum ist das aus historischen Gründen falsch? Welches sind diese Gründe?
Was bedeutet, die Palästinenser sind “einfach geflüchtet”?
Soviel ich weiß ist das Rückkehrrecht in der UN-Resolution 194 anerkannt? Demnach wäre international anerkannt, dass es die Flüchtlinge gibt und dass sie ein Recht haben zurückzukehren.
Sind es wirklich bis zu 10 Mio.?
das ist wirklich viel! Das wäre wirklich ein großes Problem für Israel.
Wie verhält sich Ihrer Meinung nach der Konflikt zwischen Israel und Palästina im Lichte des Völkerrechts?
Ich weiß, ich weiß es sind jetzt noch mehr Fragen geworden, vielleicht finden Sie die Zeit zu antworten.
Beste Grüße
Coco Lores
Stefan
Hallo Coco,
ja, so sehe ich es. Erkennt die Hamas Israel offiziell an und stoppt den Raketenbeschuss, dann könnte auch Israel gegenüber der Bevölkerung und den Siedlern eine andere Politik entwickeln und etwa Siedlungen zurückbauen. Aber ich sehe derzeit nicht, dass die Hamas Israel in absehbarer Zeit anerkennen wird. Es handelt sich um eine islamistische Mörderbande, die derzeit nur die Sprache der Gewalt versteht; jegliche Schwäche nützt ihr nur. Deshalb müssen sich endlich die friedliebenden Palästinenser, die es ja gibt, gegen die Hamas auflehnen und diese bekämpfen.
Das Rückkehrrecht ist wirklich ein großes Problem. Zu Ihren Fragen: Der historische Ursprung des Konflikts lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass seit ca. 1880 Juden im heutigen Israel-Palästina-Gebiet ansiedelten. Das karge Land war nur dünn von Arabern besiedelt. Die Juden kauften daher das Land zu sehr günstigen Preisen von den Arabern und bewirtschafteten es. Als es erblühte, kamen mehr Araber und mehr Juden. Im Zuge des Zionismus kamen dann so viele Juden ins Land, dass es zu Konflikten mit den Arabern kam. Im Rahmen eines Teilungsbeschlusses teilte die UN-Vollversammlung sodann das Land zwischen Juden und Arabern auf. Die Israelis gründeten auf dem ihnen zugesprochenen Land ihren neuen Staat. Alles hätte gut sein können bis dahin. Vertreibungen waren nicht erfolgt. ABER: Einen Tag nach der Gründung Israels griffen mehrere arabische Staaten Israel an, um es zu vernichten (sog. israelischer Unabhängigkeitskrieg). Der Krieg endete mit einem Sieg Israels. Nunmehr passierte zweierlei: Zum einen hatte die arabische Propaganda die Juden als kindermordende Barbaren dargestellt, weshalb viele Araber - also die heutigen Palästinenser - vor den Israelis flohen, weil sie Angst vor etwaigen Gräueltaten hatten. Zum anderen kam es auch zu Vertreibungen als Folge des Krieges. Die UN erklärte nun aber ALLE Palästinenser pauschal zu Vertriebenen, unabhängig davon, wie es konkret zum Verlust des Eigentums gekommen war (etwa durch Flucht), und, noch entscheidender, sie erklärte den Vertriebenenstatus für vererbbar. In der Folge sind alle Kinder und Enkel jener Palästinenser ebenfalls Vertriebene nach internationalem Recht.
Übertragen auf die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg würde das bedeuten, dass alle aus Polen und Tschechien vertriebenen Deutschen als “Vertriebene” betrachtet würden und auch alle Kinder, Enkel, Urenkel usw. Somit wäre beispielsweise jemand “Vertriebener”, dessen Urgroßmutter aus Schlesien stammte, und hätte damit ebenfalls ein Recht auf Rückkehr nach Polen. Eine absurde Situation, finde ich.
Es wird auch zuwenig berücksichtigt, dass die Araber nun einmal diesen Krieg begonnen - und verloren - haben.
Es gibt etwa 10 Millionen Palästinenser, ja. Wie viele davon wirklich als Vertriebene gelten würden und ein Rückkehrrecht hätten, ist mir nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass es der Großteil wäre. Aber schon die paar Millionen Palästinenser aus dem Gaza-Streifen und der Westbank wären ein Problem, da in Israel selbst ja bereits etwa 2 Millionen Araber leben; dem stünden nur 5 Millionen Juden entgegen.
–
Insgesamt hoffe ich - und hoffen auch die meisten Führer arabischer Staaten -, dass es Israel gelingen wird, die Hamas militärisch so zu schwächen, dass die Palästinenser sich gegen die Hamas auflehnen werden und können. Das war bislang nahezu unmöglich, weil die Hamas mit brutaler Gewalt gegen Palästinenser vorgeht, die aufsässig erscheinen oder der konkurrierenden Fatah angehören. Die Unterstützung im Volk jedenfalls scheint bereits dramatisch geschwunden zu sein. Ist die Hamas nicht mehr an die Macht, ist der Weg wieder frei für Friedensverhandlungen.
Solange die Hamas aber an der Macht ist und solange Raketen auf Israel niedergehen, wird es keinen Frieden geben können. Einfach deshalb, weil - was in Deutschland oft völlig ignoriert ist - die Hamas kein Partner ist, mit dem über Frieden verhandelt werden könnte.
Gruß,
Stefan
Stefan
Nachtrag:
Die UN haben ihren Bericht über einen Zwischenfall während des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen revidiert. Während der Kämpfe hatten Sprecher der UNRWA behauptet, 43 Menschen seien von israelischen Granaten getötet worden, nachdem sie in einem Schulgebäude der UN Zuflucht gesucht hatten. Die israelische Armee hatte UNRWAs Anschuldigungen zurückgewiesen. Heute teilten die UN mit, die israelischen Granaten hätten die Schule tatsächlich nicht getroffen. Alle Opfer seien außerhalb des Gebäudes getötet worden. Auch die Anzahl der Toten wird von Israel bestritten.
Marion
Hallo Stefan,
sollten Dir mal die Argumente ausgehen.
mfg
Marion
Das ist eine Pro Israelische Seite
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/German/Die_Siedlungspolitik.html#A
Behauptung
“Israel wurde durch die amerikanischen Kreditbürgschaften mit Milliarden von Dollar aus der Tasche der amerikanischen Steuerzahler versorgt, mit denen in der Westbank und im Gazastreifen neue Siedlungen errichtet wurden, weil man Wohnraum für die russischen Juden schaffen musste.”
Tatsache
Seit 1989 sind etwa eine Million Juden nach Israel eingewandert. Die Mehrheit von ihnen, etwa 80 Prozent, kam aus der ehemaligen Sowjetunion. Israel muss für diese Immigranten Nahrung, Wohnraum, Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Noch größer ist die Herausforderung, wenn die Neuankömmlinge aus unterentwickelten Ländern wie Äthiopien kommen und in buchstäblich allem - von der Benutzung des Spülklosetts bis hin zum Geldabheben bei der Bank - Anleitung benötigen. Israel hat sich dieser Verpflichtung gestellt und sehr viel Geld investiert. Hohe Summen kamen dabei auch von der jüdischen Gemeinschaft in Amerika, die durch Spendenaktionen wie die United Jewish Appeal’s Operation Exodus und andere Kampagnen Milliardenbeträge bereitstellen konnte.
Trotz all dem blieb die Aufgabe, vor die sich das Land durch den Zustrom neuer Immigranten gestellt sah, so gewaltig, dass Israel die Vereinigten Staaten um Hilfe bat. Um den Vorgang in den richtigen Relationen sehen zu können, muss man bedenken, dass die Vereinigten Staaten - ein Land mit 250 Millionen Einwohnern und einem Bruttosozialprodukt in Billionenhöhe - jährlich etwa 125000 Flüchtlinge aufnehmen, wohingegen allein im Jahr 1990 200000 Juden nach Israel eingewandert sind.
Die Vereinigten Staaten gingen der ganzen Freien Welt in ihrem Bestreben voran, den sowjetischen Juden die Ausreise zu ermöglichen. Bereits 1972 bewilligte der Kongress Mittel für die Ansiedlung sowjetischer Juden in Israel, und seit 1992 wurden 80 Millionen Dollar für diesen Zweck bereitgestellt.
Marion
Ach Stefan,
wie sieht es denn mit den Bürgschaften aus. Wenn wir mal schon dabei sind.
Nur eine Frage eines Bürgers der nicht fragt und nicht urteilt. Wo kommt das Geld her. ??????
Bürgschaften sind keine Subventionen - nicht ein Cent amerikanische Staatsgelder gelangte auf diesem Weg nach Israel. Der amerikanische Staat übernahm lediglich die Bürgschaft für Kredite, auf die hin die amerikanischen Banken Israel Geld zu günstigeren Konditionen liehen: zu niedrigeren Zinssätzen und mit längeren Rückzahlungszeiträumen, zum Beispiel 30 Jahre statt nur fünf oder sieben. Diese Darlehensbürgschaften haben keine Auswirkung auf die amerikanische Haushaltspolitik. Die amerikanischen Steuerzahler werden durch sie nicht belastet, es sei denn, Israel zahlt seine Kredite nicht zurück - was bisher nie vorkam. Darüber hinaus wird ein Großteil des auf diese Weise aufgenommenen Geldes in den Vereinigten Staaten für amerikanische Produkte ausgegeben, fließt also in die USA zurück.
Als sich abzeichnete, dass der Flüchtlingsstrom noch größer als vorhergesehen war und jeden Monat wieder Tausende neuer Immigranten eintrafen, erkannte Israel, dass es mehr Hilfe brauchte, und bat die Vereinigten Staaten um weitere zehn Milliarden Dollar in Form von Bürgschaften.
1992 ermächtigte der Kongress den Präsidenten zu weiteren Kreditbürgschaften, um Israel bei der außergewöhnlichen humanitären Belastung zu unterstützen, die die Aufnahme und Integration der Immigranten für das Land bedeutete. Diese Bürgschaften wurden mit einer jährlichen Erhöhung um zwei Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt. Während die Kosten dieser Hilfsmaßnahme für die amerikanische Regierung gleich Null waren, zahlte Israel den Vereinigten Staaten jedes Jahr Gebühren in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar für Verwaltungs- und andere Kosten.
Stefan
@Marion: Ich weiß nicht, worauf Sie in Ihren letzten beiden Beiträgen hinauswollen? Natürlich hat Amerika Israel - glücklicherweise - mit viel Geld unterstützt. Oder was meinen Sie?
Adcoram
Nachdem der Chefredakteur der Zeit Giovanni di Lorenzo in seinem Leitartikel am 05.02.2009 sich um den Papst und die Katholiken geradezu einfühlsam sorgt, stellt sich die Frage: Ist die Teilnahme des Zeitchefs selektiv? Wer in Fragen unschuldig getöteter Muslime und der Menscherechte in Gaza - Januar 2009 - auffällig schwieg sollte zu Fragen der ethischen Einstellung des Papstes und der Kirche schweigen.
Zitat Lorenzo: „Der Papst nimmt Lügner und Antisemiten auf. Das würde eine furchterregende Kirche schaffen, in der sich ein Großteil der Katholiken nicht mehr zu Hause fühlen könnte“.
Stefan
@Adcoram: Wieso das? Der Chefredakteur der Zeit kann sich aussuchen, wozu er etwas sagen möchte und wozu nicht.
Stefan
Möglicherweise bietet folgendes Interview manchen überraschende Einsichten:
Ein Iraker bereist Israel - schon das allein eine Sensation. Hinterher schreibt er darüber und bringt seine Überraschung zum Ausdruck, dass a) es den Palästinensern in Israel weitaus besser geht als in allen arabischen Ländern und b) dass die Israelis keine Monster sind, sondern Angst vor der Vernichtung haben.
http://www.welt.de/welt_print/article3162913/Wir-werden-mit-Palaestina-erpresst.html
Hermann
Na, ist das nicht schön? Da blubbern die Propaganda-Robotniks aus TelAviv immer noch in den Foren umher und versuchen ihr widerliches Rchtfertigungsgesülze an den Mann/die Frau zu bringen.
PFUI! Widerliche bigotte Hetzer. Wie dieser Stefan und seine Doppelgänger. Um es klar zu sagen: NICHTS, aber auch GAR nichts kann dieses zutiefst ungerechte, rassistische und chauvinistische Staatsgebilde, genannt Israel, rechtfertigen. Nichts, aber auch GAR nichts kann diese planvolle, langsame, brutale und menschenverachtende Extinktion der Urbevölkerung, nämlich der Araber, rechtertigen. NICHTS!
Da hilft auch keine noch so gigantische Propagandamaschinerie, die aus TelAviv gesteuert, finanziert und unterstützt wird. Da helfen langfristig auch keine noch so wuseligen, ungemein aktiven Einflüsterer, Lobbyisten und “Kommunikatoren” nichts. SO wie sich dieser Staat, seine Junta und die Mehrheit seiner leider aufgewiegelten und vollkommen aufgehetzten Bürger präsentiert, wie er agiert, wie er Politik betreibt, SO wird dieser Staat zugrunde gehen. Und zwar aus eigener Schuld. Und SCHULD hat dieses Staatsgebilde in unermesslichem Maße angehäuft.
Adcoram
Selbstverständlich haben alle Trolle ein intellektuelles Problem.
Ab einer gewissen Stufe ihrer propagantistischen Aktionen, entlarven sie sich selbst und verlieren ihre Glaubwürdigkeit. Ich halte es so, dass ich dann deren Kommentare nicht mehr zur Kenntnis nehme. Ich rege mich auch nicht über Zuschreibungen wie „Israelhasser“ und andere Einstufungen auf oder nehme darauf Bezug (Ab hier wurde überdeutlich: Aha ein Troll).
Eine Gespräch erfordert die Akzeptanz des Gesprächspartners.
Wie aber kann man einen Gesprächspartner akzeptieren, der eine gesteuerte propagandistische Funktion hat? Und der versucht jemanden von vornherein ins Unrecht zu setzen, um Recht zu erhalten? Diese Form der Antikommunikation hat leider weltweit zu einer mangelnden Glaubwürdigkeit der israelischen Regierungen und ihrer Vertretungen geführt. Und so empfinden und beobachten es viele Menschen in der Welt: Wenn inflationär die „antisemitische Keule“ (es gibt keine antispanische, antifranzösische, antideutsche etc.)gegen jegliche berechtigte Kritik in die Debatte eingeführt wird (der Verdacht rassistischen Verhaltens im eigenen Land sich überdeutlich zeigt), Halbwahrheiten als Tatsachen erklärt werden, etc. schalten die Menschen einfach auf Unverständnis.
Sie begreifen klar, hier wird uns etwas vorgemacht, hier werden wir belogen, hier stimmt was nicht. So wird es für die interessierten Kreise immer problematischer ihre Themen wie Rechtfertigung der Siedlungspolitik (Landraub) und Verteidigung gegen Raketen (Tötung vieler unschuldiger Menschen in Gaza, ohne Versuch der Ausschöpfung von diplomatischen, politischen, militärischen Optionen) nach außen hin zu kommunzieren.
Robert
Liebe Hermann,
so redet einer, der keine vernünftigen Argumente mehr hat,
oder haben will. Mit solchen Hasstiraden gegen Israel
erinnern Sie mich schon ein wenig an die Nazipropaganda des Herrn Goebbels.
@ADCORAM
Welche diplomatische und politische Optionen meinen Sie?
Es wird seit Jahrzehnten durch Abgesandte aller Länder der Welt versucht dort diplomatisch und politisch zu vermitteln. Ohne Erfolg, wie man sieht.
Und seit die Hamas an der Macht ist, ist die Hoffnung gleich null, denn
die Hamas will nicht verhandeln!! Das Ziel der Hamas ist Israel zu vernichten!
Gruß
Adcoram
Wie man die Täterschaft einer humanitäre Tragödie den Opfern zuordnet, zeigt die Rede von Dorothee Bär.
Dorothee Bär bezeichnet sich als “wertkonservativ”.Ausgelobt als außenpolitischen Sprecherin der Landesgruppe. www.dorothee-baer.de - unter aktuelle Themen.
Dorothee Bär sprach am Mittwoch, 14. Januar 2009, im Plenum des Deutschen Bundestages zur aktuellen Lage im Nahen Osten: Den Link zu ihre Rede hat sie leider auf ihrer Homepage deaktiviert. Vielleicht schämt sich die designierte Vize-Generalsekretärin der CSU über ihren sprachlichen und inhaltlichen Missgriff.
Auszug der Rede am 14.01.2009 im Bundestag.
Zitat: „Die humanitäre Katastrophe und das Leiden der Zivilbevölkerung lassen uns
nicht kalt. Deswegen ist es am wichtigsten, zivile Opfer zu vermeiden und die
humanitäre Versorgung sicherzustellen. Ohne Rücksicht auf Verluste versucht die
Terrororganisation Hamas, möglichst viele palästinensische Opfer zu generieren, um
damit den Kampf, vor allem den um die Medien, zu gewinnen. Es wurden über
10 000 Raketen in den letzten acht Jahren auf Israel gerichtet, und wir dürfen nicht
dulden, dass die Hamas die eigene Bevölkerung zugrunde richtet, nur um Israels Ruf
in der Weltöffentlichkeit zu ruinieren“ Zitatende.
Schreiben Sie ihr doch kritisch ihre Meinung zum Zitat. Trolle können applaudieren.
Readers Edition » Best of Readers Edition – eine Wochenbilanz
[…] Nun wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein schönes Wochenende. Gestatten Sie uns allerdings einen letzten Verweis: Im Monat Januar erreichte der Artikel “Deutsche Banken unschuldige Opfer der aktuellen Finanzkrise?” von Georg Erber eine durchschnittliche Leserbewertung von 5.5 Punkten, die höchste Bewertung unserer Jury mit 6 Punkten und somit den ersten Platz. Den zweiten Rang belegt “Obama: ein Paradigmenwechsel und die deutschen Parteien” von Jesko Arlt mit 4 Punkten in der Jury- und 5.3 Punkten in der Leserwertung. An den Beitrag “Peter Scholl-Latour: Leiden bei 3nach9″ von Claus-Dieter Stille vergaben die Jury 3 Punkte und die Leser 4.9 Punkte und er erreicht somit den dritten Platz. Herzlichen Glückwunsch an die drei Sieger-Autoren und vielen Dank and die Jury! […]
tanzender joe
der alte mann wird schon wissen auf was er sich einlädt. der nimmt ja nicht für eine warme mahlzeit daran teil. er weiss zwar viel aber begeht oft den fehler alles wissen zu wollen. verglichen mit den restlichen dumschwätzern die im fernsehen einen auf intelligent machen, hat er noch die nase vorn.
Dancing Queen
Tanzender Joe,
lern doch erst einmal ordentlich schreiben, so ein Kauderwelsch, da drücken
sich ja 85jährige klarer und sinnvoller aus als du.
Zu Dr., Lehmann-Lukas (oder doch Lukas Rosenbaum?) und wie sie sich hier
alle nennen:
Ihr seid zu OFFENSICHTLICH als Imageaufbesserungs(versucher) unterwegs, ich würde vorschlagen, ihr lasst euch noch einmal schulen.
Eure billige Propaganda riecht man schon beim Drüberfliegen der Zeilen, da wird
euer Chef sicher not amused sein.
MFG
Jemand der es gut mit euch meint *lol*
Markus
Das wahre Israel….
Peter Scholl-Latour ist ein erfahrener und weiser Mann, was nicht bedeutet, dass er die Gerechtigkeit selbst ist !
Dennoch kann ich nichts Falsches erkennen in seinen Äusserungen in der Sendung drei nach neun. (eigendlich müsste diese Sendung 2 vor 12 heissen…grins)
Scholl-Latour äusserte sich absolut treffend zur Frage, wie denn der Konflickt Hamas und Israel zu beenden sei.
Er sagte, dass dies kein politisches oder gar diplomatisches Problem wäre, sondern ein Problem der gerichtbarkeit Gottes (jüngster Tag)…
Denn Scholl Latour weis zu gut, dass ALLE Kriege dieser Welt religiös motiviert sind.
Israel WAR einmal das Volk Gottes. Das ist seit dem Tod Christi am Kreuz nakte Tatsache ! Jesus hat das Schicksal Jerusalems vor seinem Tod vorhergesagt: Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben und Israel wird nie wieder ein Staat des friedens werden, sondern Füchse und Schakale darinnen hausen (ein Zeichen für Krieg, Unordnung). Daran hat auch die zwangsweise Neugründung Israels in den 60ger Jahren(?) nichts bewirkt, die Konflikte zw. Israel und Palestina sind bis heute nicht beigelegt. Leidtragende sind die Kinder !!
Warum muß Israel seinem religiösem Fanatismus huldigen und unbedingt seine Existenzberechtigung mit Gewalt durchsetzen??
Andererseits ist keine Art von Terrorismus gutzuheissen.
Aber weil Israel das Schwert und nicht die Gerechtigkeit Gottes gewählt hat, bleibt nur der göttliche Richterspruch: Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert getötet werden !!
Bis heute verleugnen die religiösen Verehrer Israels (Zionisten, Juden) die 1. Ankunft Jesu vor 2000 Jahren. Sie behaupten immer noch, der Messias sei noch nicht gekommen.
Da das wahre Wort Gottes ein Kampfthema ist, wird jeder, der es verkündet verfolgt werden müssen, aber Gott wird ihn beschützen.
Wenn die Bibel von einem neuen Jerusalem spricht, dann meint sie nicht den von Menschen gegründeten territorialen politischen Staat Israel, sondern das geistige Israel, denn Israel heist übersetzt: Überwinder der Sünde.
Ein Russe oder ein Chinese kann Sünde überwinden, wenn er an die Macht des Wortes Gottes glaubt.
Das althergebrachte Namens-Christentum hat mit seinen aberwitzigen Herrschaftsansprüchen auf diese Welt (Kreuz-züge, mortal criss-crossing, ect die grössten Konflikte und Kriege über diese Welt gebracht mit Milliarden von getöteten Menschen !!
Es wird an der Zeit, die Bibel in die Hand zu nehmen und unabhängig von JEDER Religionsgemeinschaft das Wort Gottes selber kennen zu lernen !
Denn in dieser Bibel steht die wahre Geschichte Israels !!
Markus
nachtrag
zum Auftritt Scholl-Latours in dieser Sendung
Natürlich will ich nicht verschweigen, dass er ungewohnt bissig reagiert hat, anfälliger gegen Kritik war und eher dazu neigte, das Handtuch zu schmeissen wie ein arroganter Student…
So kenne ich scholl-latour nicht !!
Gewiss, jeder hat mal Schwächen, aber dieser Mann weiss sich doch zu benehmen nach soviel Weisheit und Lebenserfahrung….
Was ist dem also vorrausgegangen, wer kannte die Psyche Scholl-Latours so genau, um ihn mal richtig aus der Fassung bringen zu können ??
Seine Worte, man hätte ihn mit dieser Talkshow in eine Falle gelockt, geben den Schlüssel zum näheren Verständnis.
Ich kann mir nicht verkneifen zu behaupten, dass kommerzielle Interessengruppen, alias TV-Sender, Scholl-Latour zu einem akzeptablen Lösungsvorschlag in der gegenwärtigen Nah-Ost-Kriese zu bewegen drängten.
Als ginge es hier um monitäre Geschäfte.
Scholl Latour blickte schnell durch und konterte, er wolle sich in der Diskussionsrunde nicht in eine ungewollte Position drängen lassen.
Damit dies auch jeder verstehe, drehte er mal protzig auf und simulierte einen Handtuchwurf (Abgang). Aber er ging nicht - und krönte die Talkrunde auf die Frage, ob er eine Lösung des Nahostkonflicktes wüsste mit der Aussage, dass diese Lösung eben nicht im politischen läge, sondern ein Anliegen des jüngsten Gerichtes Gottes über die Menschheit wäre. Stillschweigend setzte er dabei Bibelgrundwissen in seinen Zuhörern vorraus, was wohl leider nicht zutreffen würde…hey, wo leben wir denn heute? in einer togal versauten Zeit - richtig !
Diese Vorraussetzung machte er absichtlich - und recht hat er mit seiner Aussage, auch wenn er (absichtlich) etwas provokant und arrogant wirkte.
Für jemanden, der Scholl-Latour nicht kennt, erschien er wohl etwas arrogant.
Aber Scholl-Latour hat noch im Angesicht der gallopierenden Welt-Kriesen eine Botschaft, auf die er durch sein sonderliches Verhalten indirekt die Zuschauer aufmerksam machen wollte:
Wenn wir weiter so achtlos aneinander vorbei leben, wird der Gasa-Streifen bald vom Nordpol bis zum Südpol reichen….
Ob die Zuschauer dies begriffen haben??
Ich drücke Scholl-Latour die Daumen
Lukas Lehmann
@ Markus: Ihr Gedankengang vom falschen Volk Israel hat schon die Christenheit seit dem Altertum bewegt, um sich selbst vom Judentum abzugrenzen und sich als Christen zu bezeichnen und zu gesellschaftlich zu etablieren, Juden zu defamieren, sie aus der Gesellschaft mit diversen Judenparagraphen auszugrenzen und sie gewalttätig zu verfolgen und zu vernichten.
Dass Ihr Gedankenstrang eine völlig inakzeptable und antijüdische Argumentation ist, zeigt der geschichtliche Hintergrund dieses und anderer Bibelverse, die in der Zeit von Fremdherrschaft, sei es unter den Persern, Babyloniern oder Griechen und Römer, entstanden sind und zu Recht aus innerjüdischer Sicht die Gesetzesüberschreitung des eigenen Volkes und dessen Abgewandheit zum jüdischen Gott anprangern. Nicht nur die Propheten des christlichen “Alten Testaments” taten dies, sondern auch Jesus.
Historisch gesehen kommt eine weitere Komponente hinzu: Die Konstruktion einer Religion und dessen Gesetzeswerk. Schaut man sich den Prozess der Kanonisierung zum Beispiel der fünf Bücher Moses an, so stellt man fest, dass es aus vielen verschiedenen Quellen zusammen gesetzt ist und in verschiedenen Phasen zu dem wurde, was wir heute als Tora oder Pentateuch verstehen. Die Quellenverfasser stellten ihre individuellen Forderungen und Wünsche für ihre Lebenszeit dar: So ist es nicht verwunderlich, dass die so genannte priesterliche Quelle den zentralen Tempelkultus in Jerusalem hervorhob und jedweige andere Praktiken an anderen Orten, wie in Sichem, anprangerten und verboten. Die deuteronomistische Quelle hingegen repräsentiert hingegen die Forderungen einer monarchischen Schicht, die das Königtum und nicht den Priesterkultus hervorhob. Neben diesen zwei Quellenströmungen wurde der Pentateuch zusammen mit der elohistischen und jahwistischen Schrift im 5. Jahrhundert v. Chr. kanonisiert, also viele Jahre nach der so genannten biblischen Geschichte, sei es die Theologische oder die Historische.
Es müssen also mindestens zwei Komponenten bei der kritischen Analyse von Bibelversen beachtet werden: ihr historischer Ursprung und dessen Kontext, sowie die Entstehungsgeschichte des Versabschnitts. Was Sie mit dem Zitat getan haben, ist allerdings das blinde Wiederholen v.a. katholischer und protestantischer Elemente des historischen Antijudaismus. Ob diese mit der Realität übereinstimmen, können Sie mit einer ernsthaften, kritischen und ideologiefreien Auseinandersetzung mit dem Thema Israel als biblisches Volk und dem Staat Israel heute selbst herausfinden.
markus
Hallo Herr Phil-rer.nat Lehmann
Es ist meine eigene Meinung - sonst nichts.
Mag sein, dass wir alle, und dazu gehöre auch ich, durch den religiös geprägten des Staates vorgeprägt erscheinen mag..
Keine Wissenschaft kann jemals die Existenz eines Gottes, sei es ein buddhistischer oder christlicher, nachweisen.
Keine Wissenschaft kann jemals den Wahrheitsgehalt der Bibel nachweisen.
Genausowenig, wie ich etwa mit dem mathematischen Grundwissen eines 3.-Klässlers
mathematische Probleme in der Differentialgeometrie lösen könnte.
–
Ich bin zumindest für die Verhältnissmässigkeit der Religiösen Anschauungen.
Jede Anschauung hat durch ihre Vertreter, das Recht,ihre Meinung zu äussern.
Keine Gruppierung, und sei es eine naturphilosophische oder historisch-philosophische, kann für sich den Absolutheitsstatus in Anspruch nehmen, indem sie sich etwa das Deckmäntelchen der Wissenschaftlichkeit überzieht.
–
Nochmal: Es ist völlig unrelevant, wer die Bibel geschrieben, überliefert, kopiert und verfälscht hat. Nachweisen wird es niemand jemals tun können.
Dies ist quasi ein Grundsatz !
–
Religiöse Anschauungen sind unzertrennbar mit jedem Volke verbunden. Das lehren uns alle Kriege dieser Welt.
–
Und das Judentum ist kein Motocross-Verein,sondern dahinter steckt die religiöse Anschauung des Judentums.
Ich verachte diese nicht.
Aber Tolleranz bedeutet für mich nicht nur, diese anzunehmen, sondern auch zu überprüfen. Denn wir lebenin einem aufgeklärtem (oder verklärtem??)Zeitalter.
–
Ich benütze auch keine biblischen Zitate, und seien es Aussprüche von Jesus, um
meine Position zur rechtfertigen gegenüber meiner Meinung.
–
Der persönliche Glaube an Gott hat NACH MEINER MEINUNG nichts mit den christlichen Kreuzzügen und ALLEN Weltreligionen zu tun !!
–
Und an was glaubt die Liga der humanistischen Philosophen? An die ewige Kraft des Perpetuum-Mobiles ??
–
Da bin ich doch lieber der exakte Naturwissenschaftler…und halte mich fern von
religiösen Anschauungen, genausosehr, wie ich NICHT öffentlich bekanntgebe, wie ich meinen Kuchen backe im Ofen oder meinen Hund bürste.
Privatangelegenheit - ganz einfach….
–
Ich empfehle jedem Philosophen mal etwas mehr Sport - tut einfach gut - für Korpus,Mentor und Spiritus (grins)
markus
Nachtrag
OK, nehmen wir mal die Anschauung der geistigen lite dieser Welt, die der Philosophen.
Ich wünschte, Staatsmänner und eben Philosophen wären auch mal Täter ihrer klug dahergeredeten Worte.
Welchen Nutzen Philosophie haben kann, sieht man an den ausgelebten Exzessen des Philosophen Nietzsche, ein Vordenker des Diktators des 2.Weltkrieges - oder heute:
die Antroposophie Rudolf Steiners, die u.a. auf den flotten Sprüchen Goethes basiert.
Dies ist aber noch alles nichts gegenüber den wahren Verbrechen der sogenannten Christenheit über alle Jahrtausende. Weit vor den Kreuzzügen, Die auferzwungene Monopol-Diktatur des Papsttums, ect kosteten die meisten Menschenleben.
Nun zu den flotten Sprüchen der Politiker, an denen sich zumindest Helmut Schmidt hält.
Schmitt ist für die strikte Nichteinmischung von Regierungen in die Angelegenheiten
ausländischer Staaten und Völker.
Das hat Amerika ignoriert im Irak-Krieg, entgegen den UNO-Bestimmungen.
Israel steht im Bündnis zu den USA. Dies ist in den Augen der islamischen Welt der grösste Fehler Israels.
Hat es etwa Angst,nicht allein ohne Hilfe der USA ein eigenständigen Staat zu etablieren und aufrecht zu erhalten?
1) Israel hat das volle Recht, einen eigenen Staat zu gründen und aufrechtzuerhalten.
Nur muß es sich dabei wie andere Staaten auch an Gesetze und Bedingungen halten, dies nicht auf Kosten Anderer zu tun, noch sich in Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.
Dies wird, von den dahinterstehenden USA so vorgegeben,leider nicht befolgt.
Irgendwann wird sich Israel beschämen, eine Marionette der USA gewesen zu sein.
2) Es gibt kein besseres Erfolgsrezept für Staaten, sich anderen gegenüber tollerant zu verhalten.
3) Die jetzige Nahost-Lage ist nicht ausschliesslich die Schuld der anderen, Irael ist darin involviert, und das leider mit religiösen Wurzeln.
4) Keine Religion hat das Recht auf territoriale Ansprüche !!!!
Das ist ein grosses Problem für Israel.
Versuch: Man biete Israel ein Territorium an zB. in Südafrika, viel grösser und besser in der Infrastruktur - und das kostenlos. Einzige Bedingung: Aufgabe der bisherigen geographischen Israels. Ich sage schon jetzt: Israel wird gänzlich ablehnen.
Das lehrten uns die Indianer, die sagen,dass die Erde Gottes sei - ein Geschenk für alle Menschen.
–
Das Problem aller Religionen: Macht, Gewalt, Reichtum, Fanatismus - zum Nachteil des menschlichen Lebens - insbesondere des der Andersdenkenden.
3nach9
[…] Was hat das hier zu suchen? Nun, versuchen Sie doch mal, über diese Sendung etwas zu finden im Blätterwald der Webzines, wo sonst jede Will/Maischberger/JBK-Plörre am nächsten Tag pointenreich nacherzählt wird. Nullinger. Nichts. Betretenes Schweigen. Lange Zeit gab es nur einen lesenswerten und stark kommentierten Beitrag auf www.readers-edition.de, der sicher das Meinungsbild der meisten Mitzuschauer spiegelt, sowie diese launische Notiz bei meedia.de, seit heute Nachmittag immerhin noch was leider sehr halbgares auf www.fr-online.de. Warum zerreist sich der Blätterwald nicht das Maul? […]
Rita Himmel
Soweit ich weiß war er lange Zeit Berater unter Helmut Schmidt und ARD/ZDF Korrespondent. Dass er jetzt im Fernsehen zum Teil so schwer gegen Windmühlen kämpft hat verschiedene Gründe! Ich habe einen sehr interessanten Artikel und ein Interview über ihn auf http://www.fassette.com/peter-scholl-latour-und-sein-erbe gelesen. Dort wird er über sein neues Buch Die Angst des weißen Mannes interviewed, und der Zeitungsherausgeber von Fassette selbst hat einen hervorragenden positiven aber auch kritischen Artikel über Peter Scholl-Latour geschrieben. Ich denke so wie ihm geht es vielen mit Scholl-Latour …
Gruß aus HH