Obamas Amtseinführung – ein virtueller Großkampftag

“Barack Obamas Amtseinführung wird im Fernsehen gezeigt. Über sie wird getwittert, sie wird live ins Netz gestreamt und auch in virtuellen Welten simuliert”, fasst Jenna Wortham auf dem Blog der New York Times zusammen, was sich in diesen Stunden im World Wide Web tut. Bequem scheint das für alle, die

obamz.jpg“Barack Obamas Amtseinführung wird im Fernsehen gezeigt. Über sie wird getwittert, sie wird live ins Netz gestreamt und auch in virtuellen Welten simuliert”, fasst Jenna Wortham auf dem Blog der New York Times zusammen, was sich in diesen Stunden im World Wide Web tut.

Bequem scheint das für alle, die sich erstens keine Frostbeulen holen und auch sonst nicht im Partytrubel versinken möchten. Ganz zu schweigen von denjenigen, die nicht einfach mal so gen Washington “pilgern” können. Für sie alle ist Hilfe in Sicht: Denn die Internetgemeinde ist bereit, um das Ereignis des Jahres angemessen – und damit ganz in Obama’scher Manier – rund um den Globus zu tragen.

Es wird “gezwitschert” und “geschossen”

Ob Live-Stream via “The New York Times“, Hulu oder Joost, Live-Tweeting, Flickr oder 3-D Panorama: alle verfügbaren Ressourcen sind auf Position. Selbst Second Life, Facebook, Tumblr und Wee World laden heute zur virtuellen Party. Und die Liste der Angebote wächst und wächst. Das “gute alte” TV ist passé – Laptop und iPhone haben es abgelöst. Wer wirklich hip ist, der begibt sich ins Internet oder folgt gar der Aufforderung des Senders CNN, der die Zuschauer vor Ort aktiv ins Geschehen einbinden will. “Du kannst helfen, diese historischen Sekunden zu dokumentieren“, heißt es dazu auf der entsprechenden Seite. Alles, was dafür zu tun ist, ist im Moment des Amtseides die Kamera oder das Handy zu zücken und die Schnappschüsse einzuschicken. Selbiges haben auch andere im Sinn: “Picturing the Inauguration: The Readers’s Album“, fordert die New York Times ebenfalls ihre fleißigen Leser auf gemeinsam ein gar historisches Photoalbum zu kreieren.

Der virtuelle Großkampftag hat begonnen: Es wird “gezwitschert” und “geschossen” – ohne Rücksicht auf Verluste. Doch wird das geplante “Informationsbombardement” so reibungslos über die Bühne gehen? “Mobilfunknetzbetreiber (befürchten), die Menschenansammlung können einen Zusammenbruch der Washingtoner Handy-Netze herbeiführen, zumal CNN und die New York Times nicht die einzigen sind, die um Fotos bitten”, erklärt hierzu heise.de. Allein AT&T hätten bereits vier Millionen Dollar investiert, um die Kapazität seines 3G-Netzes für die teuerste Amtseinführung aller Zeiten um 80 Prozent zu erhöhen.

Einer wird sich aus Zeitmangel allerdings garantiert zurückhalten. Barack Obama, der erste Mensch im höchsten politischen Amt der USA, der über einen Twitter-Account verfügt, wird heute weder dazu kommen ein paar Kurzmitteilungen zu versenden, noch sein geliebtes BlackBerry in die Hand zu nehmen.

Ein nie dagewesenes Medienspektakel

Eines steht jedoch fest: Wir haben es mit einem “nie dagewesenen Medienspektakel” zu tun, das den Internethype auch nach Obamas digitalem Wahlkampf weiterleben lässt. Wie das allerdings nach dem Einzug ins Weiße Haus aussehen wird, bleibt fraglich. Denn, so berichtet futurezone.at, “viele seiner Mitarbeiter (dürften) einen Schock erleben”, wenn sie zum ersten Mal ihre neue Wirkungsstätte betreten. Einige der Computer seien nämlich so alt, dass auf ihnen noch Windows 2000 laufe. Zudem gebe es Filter, die den Zugriff auf zahlreiche Websites verhindern würden. Instant Messaging sei gar grundsätzlich verboten. Harte Zeiten brechen an…

Bis es allerdings soweit ist, soll auch auf der Readers Edition gelten:

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Photo Quelle/Copyright: wumpiewoo, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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  1. Jack Shafer, Medienkritiker bei slate, hat bezueglich Medienrummel eine, wer
    ihn kennt, eher skeptische Ansicht. (Er ist kein parteipolitischer Sektierer.)
    Obama changes press strategy
    http://www.slate.com/id/2208981/
    Damit soll niemand der Spass am Stoebern im Netz verdorben werden. Ist
    irgendwie alles vereinbar.