Subkultur deluxe: Valentinstags-Massaker

Der Tag des Grauens rückt immer näher. Die Blumenindustrie freut sich ein Löchlein in den Bauch und auch sämtliche Gourmet- und Wellness-Tempel werden am Valentinstag ihre wahre Freude haben. Ein kleiner Ort, mitten im idyllischen Main-Spessart, dreht den Spieß allerdings um. Am Samstag, den (wer hätte es gedacht!) 14.02.08 dürfen

shorts.jpgDer Tag des Grauens rückt immer näher. Die Blumenindustrie freut sich ein Löchlein in den Bauch und auch sämtliche Gourmet- und Wellness-Tempel werden am Valentinstag ihre wahre Freude haben. Ein kleiner Ort, mitten im idyllischen Main-Spessart, dreht den Spieß allerdings um. Am Samstag, den (wer hätte es gedacht!) 14.02.08 dürfen alle Verschmähten ihren Aggressionen im „PIRANHA“ in Karlstadt hemmungslos im Moshpit Luft machen. “Subkultur deluxe” ist angesagt und Metal in unterschiedlichen Farben und Formen dürfte hierfür genau das Richtige sein.

Eine eigene Definition von tightem und sattem Crossover Metal, mit einem guten Schuss Hardcore

Den Auftakt in diesem irren Trio, das Euch mit einem wahren “Valentinstags-Massaker” ordentlich durch den Abend peitschen will, machen die Lokalmatadoren „HELLBOUND“ aus Obersfeld. Bereits beim Open Air „”5 Jahre Hütte Obersfeld”“ konnten die fünf Newcomer ein großes Publikum überzeugen. Vor allem denjenigen, die auf ordentlich rockigen „Hellrider Metal“ stehen, dürfte hier das Herz aufgehen. Gebe Motörhead, Black Sabbath, Gorefest und die Doors in einen “Jack La Lannes Powerjuicer” und Nicholas Cage kommt dir auf seinem Flammenrad entgegen (Wie? Du hast “Ghost Rider” noch nicht gesehen?), um sich mit Luzi zum Kaffeekränzchen zu treffen. Im Galopp geht’’s weiter mit [AEM-X] aus Stuttgart. Die Band stand bereits mit Größen wie Ektomorf und den Emil Bulls auf der Bühne und schaffte es bei einem Online-Voting beinahe, die legendären „Slayer“ supporten zu dürfen. Deutsche, englische und sogar türkische Texte kommen mit mächtig Druck und Emotionen daher. Abwechslungsreich, mit viel Shouting aber auch tiefgängigem Gesang, zwischen erbarmungslosem Gemetzel und Parts, bei denen es dir warm ums schwarze Herz wird. Eine eigene Definition von tightem und sattem Crossover Metal, mit einem guten Schuss Hardcore, versohlt die Hintern einer großen Fangemeinde.

Ein furchtbar kranker Bassist „slappt“ dir gehörig in die Visage

Den verstörenden Abschluss machen die genialen „Jaked off shorts and loaded heads“. Sie werfen alle Genreregeln über den Haufen und zeigen der „Musikpolizei“ frech den Mittelfinger. Allein der Versuch einer Beschreibung führt einen tiefer herab, in der Spirale des blanken Wahnsinns. Irgendwo zwischen Elektrometal, mit einem tollwütigen „Sampler“, der unverhofft einen Schrei oder „Teletubbi-Sounds“, mitten in verwirrenden und harten Crossover- Metal wirft, und düster-schönen Klangwelten, aus denen ein wilder Ritt in die Welt des „Screamo“ wird. Ein furchtbar kranker Bassist „slappt“ dir gehörig in die Visage, als hätte er viel zu schnell die „Red hot Chili Peppers“ zum Frühstück vernascht, um den Ball seinem kleinen Bruder zu zuwerfen, der dir den Verstand mit rasenden, funkigen Gitarrenparts raubt. Die Message: Das Leben ist kein Ponyhof!

Dieses Konzert ist nichts für zarte Gemüter. Alle andere seien zum Tanz mit den Seelenfressern eingeladen. Beginn ist um 20 Uhr.

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