Ein Putzlappen, eine 200-Euro-Videokamera und eine alte RPG aus der großen Zeit der DDR-Kampfgruppen, und fertig ist die “neue Qualität”, diesmal nicht der “rechten Gewalt” sondern des islamistischen Terrors. Das hat das investigative Magazin “Focus” durch langanhaltendes Anschauen des “Droh-Videos” eines verwirrten Verbraucherschützers auf Youtube herausgefunden: Früher flogen islamistische Terroristen noch mit vollbesetzten Verkehrsflugzeugen in Wolkenkratzer, sie sprengten amerikanische Kriegsschiffe in die Luft, setzten die Londoner U-Bahn in Brand oder erschossen Touristen in Dutzenden mitten in idyllischen Straßencafes.
Deutschland hingegen muss mit einer ganz anderen Bedrohung fertig werden. Ein Video macht Angst, ein Video versetzt Experten wie den Innenstaatssekretär August Hanning in Schrecken und den “Focus” in helle Aufregung. Der mit alten Decken und Tüchern vermummte Ansager des 30-minütigen Amateurwerks, der eine museumsreife Kalaschnikow-MPi als Staafage hinter sich gestellt hat, sei ein “sehr ernsthafter Islamist”, hieß es aus Fahnderkreisen. Der Mann habe nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Zugang zu Führungsstrukturen von El Kaida – das heißt, wohl, er darf die Haupthöhle nach Voranmeldung betreten. Zudem seien seine Landeskenntnisse über Deutschland “besorgniserregend”: Der Mann, der Bekkay H. heißt und sicherlich seit 15 Jahren davon träumt, sich in die Luft zu sprengen, soll zeitweise in Bonn gelebt haben – eine ganz spezifische Bedrohung für die ehemalige Bundeshauptstadt, könnte er doch dort gezielt gegen leerstehende frühere Parlaments- und Regierungsgebäude losschlagen.
Achtung nötigt den Sicherheitsbehörden auch die in gebrochenem Deutsch vorgebrachte Terrorede des Marokkaners ab.
Der Wortschatz sei sehr “beachtlich”, zum ersten Mal bestehe eine Terrordrohung nicht nur aus Grunzen und Schreien. Allerdings, so kritisieren deutsche Dichter und Sprachforscher, habe der “Al Talha” sich teilweise “verquast” ausgedrückt. “So wird er vom Volk nicht verstanden und entsprechend”, ließ Günther Grass bestimmt schon wissen, “Werden auch die Volksmassen nicht wie von ihm gewünscht hinter ihm stehen.” Dennoch vermute man ein gewisses “intellektuelles Niveau”, hieß es bei den Sicherheitsbehörden. Er ist schlau genug, sein Geischt zu verhüllen, um später wieder einer bürgerlichen Tätigkeit nachgehen zu können.
Das Video zeige, dass Deutschland – wie von deutschen Medien seit 2001 unentwegt berichtet – “in den besonderen Fokus der El Kaida gerückt ist”. Unter Umständen drohe jetzt eine virtuelle Terrorwelle. Es könnten sich zahlreiche Nachahmer finden, die ähnliche Videos produzieren. Dazu müssten die Betreffenden nicht einmal nach Afghanistan fahren. Eine deutsche Kiesgrube als Hintergrund reicht völlig.
Durch solche Drohvideos werden nach Darstellung des Bundesinnenministeriums Anschläge in Deutschland vorbereitet: Ist das Video erst einmal gedreht und auf Youtube hochgeladen, das wissen alle Terroristen weltweit, ist der Rest ein Kinderspiel. Es gilt nur noch, ein Ziel zu suchen, Waffen und Sprengstoff zu besorgen und willige junge Männer zur Ausführung anzuwerben, ohne dass irgendeiner Sicherheitsbehörde etwas auffällt. “Jetzt tickt die Uhr für einen Terroranschlag”, hieß es denn auch fast schon freudig aufgeregt in Geheimdienstkreisen. So deutlich habe sich bisher ein Attentat in Deutschland noch nie abgezeichnet. Schade ist nur, dass uns Al Talha nicht Datum, Ort und Uhrzeit hat wissen lassen.
Quelle: politplatschquatsch.com
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.