Eltmanns neuer Trainer Lebedew will in die Play-offs – Co-Trainer Lehmann zurückgetreten
Für die Spieler der SG Eschenbacher Eltmann kam der Trainerwechsel vor allem nach zuletzt zwei Siegen von Milan Maric zu Mark Lebedew wohl überraschend. Als der Vereinsvorsitzende Peter Knieling am Dienstagabend den Australier vorstellte, zeigte der Gesichtsausdruck der Volleyballer reichlich Überraschung, bei manchen wohl auch Enttäuschung oder Skepsis. Vor allem diejenigen, die schon länger in Eltmann spielen, hatten schließlich ein enges Verhältnis zu Maric.
Kommentieren wollte jedenfalls keiner den Wechsel, auch Kapitän Andras Geiger nicht, “sonst sage ich vielleicht was falsches.” Knieling jedenfalls betonte, der Wechsel sei “keine einsame Entscheidung gewesen, sondern ein lange überdachter Schritt mehrerer Verantwortungsträger. Nach der Niederlage gegen Düren war uns klar, dass wir handeln mussten.” Nun soll es also der ehemalige Wuppertaler Coach Mark Lebedew richten. “Dass wir in die Play-offs müssen, ist klar”, sagte Lebedew nach der ersten gemeinsamen Trainingsarbeit. Unabhängig von möglichen persönlichen Ansichten, knieten sich die Spieler dabei richtig rein. “Die Spieler arbeiten gut, das macht es einfacher für die Zukunft”, freute sich der Australier. Natürlich könne er im Moment noch nichts konkretes sagen, was er ändern müsse. “Ich werde in den nächsten Tagen erst mal viele Spielvideos analysieren, dann werde ich sehen, woran wir arbeiten müssen, spielerisch und taktisch.”
Vor dem nächsten Match am kommenden Montag in Königs Wusterhausen sei es natürlich schwierig etwas zu ändern, “aber wir werden uns sehr gut auf den Gegner vorbereiten.” Dass der Übergang auch für ihn eine “schwierige Situation” sei, gab Lebedew offen zu. “Ich kenne Milan schon seit meiner Zeit in Wuppertal, dass ist für keinen von uns angenehm. Ich kann und will meinen Vorgänger auch nicht als Person ersetzen, ich kann nur machen, was ich meine und glaube, dass wichtig ist, damit man im Volleyball erfolgreich ist.” Zudem wolle er in den nächsten Tagen mit jeden Spieler Einzelgespräche führen. “Normalerweise hat man vor der Saison etwas Zeit, sich kennenzulernen. Diese Möglichkeit haben wir jetzt natürlich nicht, deshalb sind Einzelgespräche der beste Weg.”
“Ich bin der Mark. Ich bin ich.”
Erst am Dienstagnachmittag war der Australier aus Polen kommend, eingetroffen. Dort war Lebedw eineinhalb Jahre Co-Trainer beim Championsleague-Teilnehmer KS Jastrzebski Wegiel. “Ich habe in den letzten Jahren in Polen und zuvor noch in Italien viel gelernt, das möchte ich nun umsetzen”, so der 41-jährige. Das Angebot aus Eltmann habe ihn vor allem wegen des langfristigen Konzepts überzeugt, das vorsieht Eltmann bis zum Jahr 2012 an die nationale Spitze zu bringen. “So etwas reizt einen Trainer natürlich. Außerdem war es auch eine Chance für mich, wieder als Cheftrainer zu arbeiten.” Auf die Frage, welcher Art Trainertyp er sei, antwortete Lebedew, der im übrigen ausgezeichnet Deutsch spricht: “Ich bin der Mark. Ich bin ich.”
Die Frage beantwortete schließlich Eltmanns Zuspieler Brett Alderman, der mit Lebedew schon in der australischen Nationalmannschaft zusammen arbeitete. Lebedew war dort von 1998-2002 Co-Coach.”Er ist ein freundlicher Mensch, der offen auf die Leute zugeht und mit ihnen redet. Auf dem Feld aber verlangt er harte Arbeit und arbeitet auch selbst hart. Er sagt, wenn mal was schief geht, dann ist das nicht schlimm, aber er erwartet, dass die nächste Aktion dann besser ist und die Spieler auch Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Wir werden hart arbeiten, aber ich freue mich darauf.” Ex-Trainer Milan Maric wollte seine Beurlaubung unterdessen “nicht kommentieren. Aber es geht mir gut”, fügte er hinzu. Ob der Serbe das Angebot der SGE annehmen will, weiter im Verein zu arbeiten, müsse er noch überdenken. “Ich werde bis zum 1. Februar eine Entscheidung treffen.”
Aus Solidarität zu Maric hat auch dessen langjähriger Co-Trainer und Coach der Bayernligamannschaft Tado Lehmann mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt und vom Verein seinen Trainerschein und Spielerpass zurück gefordert. Verschiedene Versuche, Lehmann umzustimmen scheiterten. Wer die SGE II künftig betreut, ist noch offen. Cornel Closca, nun einziger Co-Trainer des Bundesliga-Teams, ist mit der Betreuung der Landesligamannschaft (zuletzt zwei Siege, u.a. gegen den Tabellenführer) und des Nachwuchses ausgelastet. Am Freitag soll ein ehemalige Zweitliga-Trainer, der inzwischen in der Region wohnt, ein Probetraining halten. Im Notfall kann aber auch der neue Chefcoach das Team bis Saisonende interimsmäßig betreuen.
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