Kenia steht Kopf und Obamas Klassenkameraden feiern ihren Helden

- Das Baskettballteam an der Punahou High School.
Photo: TravelingMan
Die “Punahou School” in Honolulu feiert ihren Helden. Barack Obama hatte diese Einrichtung acht Jahre lang besucht (seit der fünften Klasse). Die hawaiianische News-Site www.kitv.com berichtet ausführlich über die dortigen Ereignisse der gestrigen Amtseinführung Obamas. Aber nicht nur der US-Bundesstaat Hawaii, auch Indonesien und Kenia beanspruchen einen Teil von Obamas Erfolg für sich.
Obama wurde auf Hawaii geboren, verbrachte hier die ersten sechs Jahre seines Lebens und kehrte nach vier Übergangsjahren in Jakarta/Indonesien wieder dorthin zurück. Verständlich also, dass er hier noch sehr verehrt wird. Mehr als 400 Schüler, Eltern, Lehrer und Dozenten brachen bei der Vereidigungs-Zeremonie Obamas in frenetischen Applaus aus. Anschließend aber hätte man, so schreibt www.kitv.com, während seiner ersten Rede als Präsident der Vereinigten Staaten eine Stecknadel fallen hören können, so angespannt hätten die Anwesenden seinen Worten gelauscht. Der Schulleiter Mike Walker fasste seine Hoffnung später in die Worte: “Ich hoffe, dass jeder Schüler, während er die Rede sah, gefühlt hat, dass sie alle das Potential haben. Wir wollen, dass sie davon träumen und wir hoffen, dass das Saatgut dafür heute gepflanzt wurde”.
Hawaiianer in Washington: Die strapaziöse Reise zur Vereidigung
Einer seiner ehemaligen Lehrer und Freunde vom Basketball “Punahou”-Schule, hatten gar die strapaziöse Reise zu seiner Vereidigung am Dienstag in Washington gewagt. Ihre “ganze Erfahrung, ihre Ausdauer und Hingabe an ihren Freund und ehemaligen Teamkollegen” habe diese Reise gefordert, berichten sie später. Denn vier Stunden lang gingen sie nur durch Chaos und Verwirrung in der National Mall, um zu sehen wie der Mann, den sie “Barry” nennen, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird. So erzählen die beiden Basketball-Freunde Alan Lum und Boy Aldredge und sein Lehrer aus der fünften Klasse Pal Aldredge. Man sei nahe daran gewesen aufzugeben bei dem Versuch, die Vereidigungszeremonie überhaupt noch zu Gesicht zu bekommen. Doch wären sie dann doch entschlossen geblieben, ihr Ziel zu erreichen: eine “Art von Antrieb, die auch Obama brauchen wird, um das Land zu führen”, wie sie sagen.
“Wie viel von Indonesien ist in Barack Hussein Obama?”
“Wie viel von Indonesien ist in Barack Hussein Obama?”, fragt dagegen die indonesische Zeitung thejakartapost.com. Zwar habe Obama kein indonesisches Blut in den Adern, doch immerhin ist er die ersten vier Jahre hier zur Schule gegangen. Und nicht etwa auf eine internationale Schule, nein auf eine einheimische! Hier habe er die indonesische Sprache sprechen und die indonesische Kultur kennen gelernt. Und nicht zuletzt sei doch die Zeit, die Kinder in der Grundschule verbringen, entscheidend, da hier ihr erster Eindruck von der sozialen Interaktion außerhalb ihrer unmittelbaren Familie geprägt werde und wo man grundlegende Werte für die Entwicklung des persönlichen Charakters erwerbe, die dann später im Erwachsenenalter nur noch verfeinert würden. Dass das Land maßgeblich an der Entwicklung des neuen US-Präsidenten Obama Anteil hatte, darin sind sich die Indonesen sicher. Auch in Jakarta feierten ehemalige Klassenkameraden und Lehrer seine Amtseinführung wie einen persönlichen Sieg.
”Ich hatte den Eindruck, Kenia erwarte gerade die Wiederkunft Jesu Christi”

- Ein Kind feiert in Obamas Heimatdorf der Familie Kogelo/Kenia seine Amtseinführung. Photo: Zoriah
Doch da ist noch Kenia, das Land seines vom Luo-Volk aus Alego stammenden Vaters Barack Hussein Obama Senior (1936–1982). Global Voices präsentiert einige Stimmen von dort, die alle von der großen Begeisterung an diesem gestrigen Tag zeugen. Rob, der als Freelancer über Afrika unter anderem für die “Times” und “The Daily Mail” schreibt, erwähnt den fast messianischen Charakter der Feierlichkeiten in Kenia:
“Während der Rest der Welt gerade die Eröffnung des 44. US-Präsidenten verfolgte, konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, Kenia erwarte gerade die Wiederkunft Jesu Christi am Jüngsten Tag. Unten in Kibera (der größte Slum in Afrika), war die Stimmung wie elektrisiert. Die meisten der Leute, die ich gesprochen habe, schienen schon sehr früh am Tag mit dem Trinken angefangen zu haben und jeder hatte eine Wunschliste mit Dingen, die Obama für das Land seines Vaters tun sollte”.
Dass nicht nur die westliche Welt ihr Auge auf Obama gerichtet hat, sondern auch Menschen, die ihm seit frühester Kindheit verbunden sind, hat sicherlich einen besonderen Anteil an seinem Aufstieg. Und diesen zeigen sie auch überschwenglich.
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Photo1: TravelingMan via flickr.com, CC-Lizenz; Photo2: Zoriah via flickr.com, CC-Lizenz











Heike
Wenn man sich das Foto so ansieht, dann muss man schon zugeben, dass er sich sehr verändert hat. Auf dem Bild sehe ich einen jungen und etwas zurückhaltenden Kerl. Wenn ich ihn mir aber jetzt ansehe, dann sehe ich einen sehr charakterstarken Mann, der weiß was er will und wo er auch hin will mit der USA. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen Glück und viel Erfolg, denn das wird er brauchen. Vor allem Kraft braucht er, um auch wirklich alles durchstehen zu können.
Julia
Ich bin auch so froh, dass endlich Barack Hussein Obama gewählt wurde, besser hätte es nicht kommen können und natürlich freuen sich so viele anderen darüber auch!
Andrea
Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob der Obama auch alle Erwartungen erfüllen kann. Ich möchte ehrlich gesagt nicht in seiner Haut stecken!