Ein Wurm beschäftigt die Menschen, der Conficker-Wurm. Während die einen zutiefst verängstigt sind ob des gefählichsten Computervirus seit Jahren, belustigt andere vor allem der Name und halten ihn schlicht für Panikmache.
“Was man da wieder so liest, macht einem ja Angst!!! Und wie das Ding auch noch heisst! Es scheint einen PC-Wurm zu geben, der fröhlich PC um PC befällt. Wie genau, hab ich nicht so ganz verstanden, und das erschreckt mich noch mehr”, schreibt prinzess.biz. Die Angst ist verständlich, meint Alper Iseri auf meetinx.de. Immerhin sei der Virus sehr intelligent und soll über die Möglichkeit verfügen, sich über das Internet selber zu aktualisieren und sich mit anderen infizierten PCs abzustimmen. Zwischen zehn und 50 Millionen PCs sollen bereits befallen sein.
Was will der Wurm?
Schon im November hatten heise und andere über den “an Fahrt aufnehmenden” Computer-Wurm “Conficker” (auch unter den Namen “Kido” oder “Downadup” bekannt) berichtet. Und Microsoft hatte sogar bereits im Oktober eine Reparatursoftware, ein so genanntes Patch, zur Verfügung gestellt, die jedoch von den meisten Systemverwaltern kaum heruntergeladen wurde, weshalb ihnen in einer Web-Umfrage von Sophos zumindest eine Teilschuld an der Verbreitung des Virus zugerechnet wird.
Doch “die große Frage” ist noch: “Was will der Wurm?”, schreibt tweakpc.de. “Er ist nun auf bis zu zehn Millionen Rechnern, lädt über eine Hintertür ins Internet weitere Schadsoftware nach und macht sonst… nichts”. Bislang richte der Wurm auf den befallenen Rechnern keinerlei Schaden an, weshalb gerätselt wird, was genau die Programmierer mit dem Wurm bezwecken. Von einer “tickenden Zeitbombe” ist die Rede.
Nur Hysterie und Panikmache?
Es gibt jedoch auch Stimmen, welche die Hysterie um den Wurm für übertrieben halten, so etwa Torsten Dewi auf wortvogel.de. ‘Aggressiver Conficker-Wurm legt Millionen PCs lahm’. hatte ‘Bild’ getitelt. Dies sei ein ‘klassischer Fall” von ‘weder – noch”", schreibt Dewi. Denn “WEDER” habe der Conficker-Wurm Millionen PCs lahmgelegt, “NOCH” seien Sicherheitsexperten ratlos, wie “Bild” gewarnt habe. Natürlich, so schreibt er, könne man “ein wenig auf die Drama-Pauke hauen, um Otto-Normaluser, der anscheinend immer noch auf jede .exe-Datei klickt, die ihm per Mail zugeschickt wird, vor der Infizierung zu warnen. Dann sollte man vielleicht aber am Ende des Artikels auch erwähnen, dass 1. der Wurm längst identifiziert ist, und 2. nur solche Rechner befallen kann, die keine automatischen Updates durchführen, 3. keine Firewall besitzen, 4. keinen aktuellen Virusscanner installiert haben, 5. den Patch zum Wurm vermissen lassen.”
Auch axebase.net macht sich mehr über die “hochwissenschaftliche Sendung Galileo” lustig, die geschlagzeilt hatte: “Computerexperten wissen nicht, wie sie den Wurm stoppen koennen.” Daniel Große aus Leipzig fasst das auf seinem Blog mit noch etwas drastischeren Worten zusammen: “Mir gehen Würmer, Viren und dergleichen am Arsch vorbei. Weil ich sie nicht bemerke. Kaspersky Antivirus löscht hier sehr zuverlässig und quasi lautlos. Also: Wer fickt hier wen?”
So kann man sich schützen
Wer sich dennoch schützen will, PC-Welt liefert eine Anleitung in drei Schritten, wie man seinen Computer schützen kann. So soll man etwa die Installation des aktuellen Windows-Patches vornehmen, Administrator-Passwörter für lokale Netzwerke gegebenenfalls ändern und misstrauisch gegenüber fremden USB-Sticks sein. Andere raten zwar dazu, zusätzlich die Autorun-Funktion von Windows deaktivieren und sehen Microsoft diesbezüglich in der Kritik, da es das Unternehmen versäumt habe, diese Funktion bequem abschaltbar zu machen, PC-Welt allerdings betont, dies wäre nicht notwendig, denn es biete sowieso keinerlei Schutz. Mehrere Anbieter wie etwa F-Secure bieten ein kostenloses Tool gegen Downadup zum Download an. Hilfreich sei auch das “Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software“.
Photo: Rolf van Melis via pixelio.de
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