Jeder will es, mancher hat es, aber wie es entsteht, weiß nicht mal Franz Müntefering, der das Land am liebsten regieren würde. Geld ist der Treibstoff der Welt, und das, obwohl es zum überwiegendem Teil in Wirklichkeit gar nicht existiert. Franz Müntefering, Angela Merkel, Peer Steinbrück und Barack Obama, die es derzeit schick finden, “härtere Regeln für die internationalen Finanzmärkte” zu fordern, müssten wissen, dass nicht zu lasche Regeln das Problem sind, sondern die Wirkungsweise von Finanzmärkten an sich.
Eine Wirkungsweise, die allerdings gleichzeitig der Treibriemen des Fortschritts ist, weil allein Schuldenwirtschaft die Menschheit bis an einen Punkt gebracht haben, an dem Hartz-4-Empfänger im Fernsehen über ihren kaputten Geschirrspüler klagen, Jung-Friseusinnen in BMW-Tuning-Clubs organisiert sind und europäische Fördermittel übrig sind, um die Raketenfabriken der Hamas nach jeder mit europäischen und amerikanischen Fördermitteln finanzierten israelischen Luft-Attacke wieder auf Vordermann zu bringen.
Quelle: politplatschquatsch.com
Da in Europa der Geldschöpfungsprozess komplizierter ist, sind wir den Amerikanern bei der Bewältigung des Finanzdebakels weit unterlegen. Wir machen Schulden, Amerika druckt das Geld einfach neu und lässt dann die Welt bezahlen. Da unsere Politiker große Angst vor den Amerikanern haben (Krieg, Folter, Wirtschaftssanktionen …), gibt es auch keinerlei Gesetze, die den Handel oder die neue Entstehung von betrügerischen Zertifikaten und Optionen verbieten bzw. einschränken. Gleiches gilt für die Begrenzung von Managergehältern oder die Verstaatlichung von Banken, alles Zusagen unser gewählten Volksvertreter im Gegenzug für die Hilfe mit Steuergeldern, die unsere Enkel noch zurückzahlen müssen, um die heutige Finanzkrise aufzufangen!
Werden Politiker auf diesen Missstand angesprochen, heißt es nur, man wäre noch nicht so weit, derartige Gesetze zu erlassen und verweist in dem Zusammenhang gerne auf die internationalen Kapitalmärkte, ohne deren Mitwirken derartige Beschränkungen gar keinen Sinn machen würden. Seltsam nur, dass Amerika “über Nacht” Länder wie Lichtenstein dazu zwingen konnte, das Bankgeheimnis aufzugeben …
Festzuhalten ist, dass unsere Politiker keineswegs untätig sind. Die Gesetze zur totalen und dauerhaften Bespitzelung der Bevölkerung werden im Wochenrythmus freigeschaltet (neue Straftatbestände wie Posingfotos, Jugendpornographie, Kinderpornographie; Überwachungsinfrastruktur wie ELENA, Gesundheitskarte, Steueridentifikationsnummer, Überwachung der Telefondaten, Überwachung der Internetverbindungen, routinemäßige DNA-Profile bei Verkehrskontrollen in Landkreisen in BaWü, Überwachungsreisepass, Überwachungspersonalausweis, Verkehrszeichenscanning, Internetzensur, verdachtsunabhängige Personenkontrolle, unkontrollierte Datenübermittlung in die EU und USA …). Haben wir als Bürger den Staat an den Rand seiner Existenz gebracht oder warum werden wir in unseren Rechten jeden Tag immer weiter beschnitten?
Am Wochenende konnte ich das Dilemma in einer sehr agilen Diskussionsrunde auflösen: Das weltweit vernetzte Kapital und Großunternehmertum sieht eine ganz andere Chance in der “Krise”. Die ohnehin geschwächten Staaten werden durch die hohen Kreditaufnahmen noch weiter entmachtet. Dank der Salamitaktik der Banken (das Elend wir nur in dünnen Scheiben serviert) ist gewährleistet, dass immer weiter Kapital in dem kriminellen Bankensektor umgeleitet wird. Die Staaten werden nach und nach ausgeblutet und der Schaden der Verbrecherbande wird auf Kosten aller jetzt lebenden Bürger, deren Kinder und Enkel abgewälzt. Ein sicheres Zeichen für diese These ist der immer noch nicht funktionierende Interbankenmarkt. Ein Funktionieren ist gar nicht vorgesehen! Es wurde als Blck-Box eine Umverteilungsbehörde für die Milliardenzuschüsse eingerichtet (Soffin), die vom Bundestag nicht kontrolliert werden kann. Was sind das für denkwürdige Umstände?!
Das Zusammenbrechen des Systems ist einkalkuliert und den Profiteuren willkommen!!! Wir werden unser Land nicht wiedererkennen, wenn das Kapitalsystem einmal auf Null heruntergefahren wurde. Der Neustart wird dann vollständig vom globalen Großkaptialismus bestimmt. Regierende werden dann endgültig und offensichtlich Marionetten des Kapitals sein. Hartz IV und Niedriglohnjobs werden uns in der Retrospektive als paradiesische Zustände erscheinen. An dieser Stelle schließt sich auch endlich wieder der Kreis zum Überwachungsstaat. Der wird dann dringend gebraucht, um die Menschen, denen man lediglich sklavenähnliche Arbeitsbedingungen zumutet, unter Kontrolle zu halten. Testweise wurde jetzt als erster Tendenzbetrieb, höchstrichterlich bestätigt, die Kirche über das Tarifrecht und Grundgesetz gestellt. Die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Betrieben gehen den Staat nichts mehr an, Gewerkschaften sind dort auch nicht erwünscht!
Angefangen hat der Schlamassel mit dem “großen Dicken”, der sich in unverschämter Weise am Bürgervermögen bedient hat und so den Grundstein für einen schwachen Staat legte, der in der jetzigen Finanzkrise seine gesamte Ohnmacht offenbart! Gande uns Gott (aber hoffentlich ohne Kirche).