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Die Kartenrevolution: OpenStreetMap

Freitag, den 30. Januar 2009 um 13:28 Uhr von Thilo Pfennig

Karten und Geodaten werden immer wertvoller in der heutigen Welt. Auf ihnen werden Ressourcen verzeichnet und Metadaten hinzugefügt. Immer mehr Autos sind mit Navigationssystemen ausgestattet. Mit diesen Daten waren und sind auch Macht und Einfluss verbunden. Nicht jeder Menschen kann auf alle Karten und Daten zugreifen.

Karten in der Geschichte

In der Vergangenheit haben Karten Aufstieg und Fall von Großreichen beinflusst. Die Portugiesen haben im 15. Jahrhundert viel investiert, um die für die damalige Zeit besten Seekarten erstellen zu lassen. Karten zeigten und illustrierten Seewege und neue Kolonien. Karten waren auch immer Spiegel der Zeit und gaben das Bild der Menschen von der Welt wieder. Waren Karten über Jahrhunderte nur für Eingeweihte zugänglich und lesbar, so werden Karten und Geodaten heute zunehmend zum Allgemeingut, so wie auch das GPS-Signal aus der Erdumlaufbahn.

OpenStreetMap

Das OpenStreetMap-Projekt (OSM) setzt auf globale Zusammenarbeit nach Wiki-Prinzipien. Jeder kann mitmachen. Neben den Daten für Straßen gibt es eine Unzahl an Metadaten, die zusammengetragen werden. In vielen Großstädten weltweit treffen sich Gruppen von Aktiven regelmäßig, um an der Verbesserung der Karten zu arbeiten und darüber zu debatieren, wie man welche Daten hinzufügen soll.

Google Maps hat gezeigt, welche Faszination und Macht im Besitz und Einsatz von Kartendaten liegt. Das Yahoo Maps! hat OSM vor einiger Zeit Luftausnahmen in geringer Auflösung zur Verfügung gestellt. Auch manche Behörde ist hilfsbereit, wie z.B. die bayerische Landesregierung.

Und OSM macht Fortschritte. Im Oktober 2008 war mit Hamburg die erste deutsche Großstadt komplett kartografiert worden.

Kopieren erwünscht

Das besondere an OSM ist aber nicht nur die internationale Zusammenarbeit, sondern auch die Tatsache, dass das Kartenmaterial frei kopiert und reproduziert werden kann. Alle Karten(daten) stehen unter der Lizenz Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0. Dies bedeutet z.B. für Website-Betreiber auch eine Möglichkeit die Daten für Anfahrtswege zu nutzen ohne eine Abmahnung befürchten zu müssen. Wie man die Daten nutzt, wie man sie weitergibt, ist den Nutzerinnen selbst überlassen. Und das ganze gebührenfrei.

Die Zukunft

Mit jedem Tag werden die Karten besser. Freiwillige rennen oder fahren mit GPS-Empfänger durch die Welt und zeichnen dabei Kartendaten via GPS auf, die sie anschließend über Computer auslesen und online einspeisen können. Es ist zu erwarten, dass OSM irgendwann zu der primären Quelle für Kartendaten wird, ähnlich wie Wikipedia derzeit die Wissensquelle schlechthin ist. Auch eine gegenseitige Integration von Wikipedia und OpenStreetmap ist möglich. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Über Metadaten können Karten mit einer schier endlosen Zahl an Zusatzinformationen befüllt und aktualisiert werden. Die Schwäche des heutigen Systems ist noch, dass es kein komfortables Webinterface zu bieten hat, wie man es bei Google Maps findet. Aber auch das scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Wer mehr wissen will, dem sei das FAQ des OpenStreetMap-Projektes empfohlen oder die Lektüre des Buches “OpenStreetMap - Die freie Weltkarte nutzen und mitgestalten” (ISBN 978-3-86541-262-1, 29,95 EUR).

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Eine Reaktion zu “Die Kartenrevolution: OpenStreetMap”

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  1. Readers Edition » Internetkultur: Offenere Kritik wagen

    am 1. Februar 2009 um 03:03 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 2.0 de (Namensnennung, keine Bearbeitungen) verhindert. Noch ist das Projekt im Status einer geschlossenen Betaversion. Es verspricht aber einen interessanten Beitrag zu leisten, ähnlich wie Projekte wie Wikipedia oder OpenStreetMap vor ihm. Einige Blogs nutzen es schon. […]

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