Nutzerbewertungen sind in vielen Kontexten zu einem wichtigen Instrument geworden. In den rechtlichen Vorgaben sehen die Betreiber der entsprechend ausgestatteten Plattformen allerdings meistens vor, dass sie selbst alle Rechte an eingehenden Bewertungen erhalten. Beispiel dafür ist z.B. Amazon. Die schreiben in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen: “Entscheidet sich der Nutzer, eine Amazon.de-Kundenrezension zu verfassen, gewährt er Amazon.de eine für die Dauer des zugrunde liegenden Rechts zeitlich und örtlich unbeschränkte und ausschließliche Lizenz zur weiteren Verwendung der Kundenrezension für jegliche Zwecke online wie offline.”
Die eingesperrten Kommentare
Portale wie Amazon können dadurch Kommentare monopolisieren. Zudem erscheint es unsinnig, ein und dieselbe Rezension auf verschiedensten Portalen abzugeben. Es gibt auch Meinungsportale wie Dooyoo oder Ciao.de. Diese versuchen, ihre User mit Punkten und Gewinnspielen zu motivieren. Zweifelsohne findet man bereits heute eine Vielzahl hilfreicher Kommentare zu Produkten, die Kunden sicher auch vor so manchem Fehlkauf bewahrt haben. Aber man sollte sich auch daran erinnern, dass das Internet, wie wir es heute kennen, früher nicht so war. In den 80ern und bis in die 90er hinein waren Onlinedienste wie BTX/T-Online, AOL oder Compuserve abgeschlossene Communities, die sehr darauf bedacht waren, dass ihre User nicht das eigene Netz verlassen. Erst die Attraktivität des Internets sorgte zunächst dafür, dass es Gateways dorthin gab – und nunmehr bezeichnen sich die ehemaligen Onlinedienste selbst als Internet-Provider.
Informationen und Wissen möchten frei sein. Daher hat sich das Projekt Open Critics zum Ziel gesetzt eine Plattform zu schaffen, über die Nutzerbewertungen in andere Sites eingebunden, zentral gesammelt und auf diese Weise netzweit genutzt werden können.
Die Aneignung durch irgendwen wird dabei mittels der Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 2.0 de (Namensnennung, keine Bearbeitungen) verhindert. Noch ist das Projekt im Status einer geschlossenen Betaversion. Es verspricht aber einen interessanten Beitrag zu leisten, ähnlich wie Projekte wie Wikipedia oder OpenStreetMap vor ihm. Einige Blogs nutzen es schon.
Der Artikel basiert auf der Pressemitteilung “Freiheit für die User Ratings“(CC-BY) von Creative Commons Deutschland.
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