31.01.2009, Oslo – (red) – Die norwegische Ministerin für Fischereien und Küstenangelegenheiten, Helga Pedersen, gab in einer Pressekonferenz bekannt, dass die norwegische Regierung dem Parlament vorschlagen wird, das deutsche U-Boot U-864 zu bergen, anstatt es auf dem Meeresgrund zu belassen und einzukapseln. Sollte das norwegische Parlament diesem Vorschlag zustimmen, wird das im Zweiten Weltkrieg gesunkene deutsche U-Boot, welches 67 Tonnen flüssiges Quecksilber und Sprengstoffe enthalten soll, “zum Schutz der Menschen und der Umwelt” geborgen, entgegen der Empfehlung der Küstenbehörde, die aus Kostengründen dafür stimmten, das Wrack in 150 Meter Tiefe komplett einzubetonieren.
Die Zeitbombe U-864
“Das deutsche U-Boot U-864 wurde am 9.Februar 1945 durch einen Torpedoangriff des britischen U-Boots HMS Venturer getroffen, als es nach einem Maschinenfehler den Hafen in Bergen anlaufen wollte. Das U-864 sank etwa zwei Seemeilen westlich der Insel Fedje, wo sie erst 2003 in 150 Meter Tiefe gefunden wurde. Alle 73 Besatzungsmitglieder an Bord starben. Die Ladung des 87,5 Meter langen und 400 Tonnen schweren U-Boots beinhaltete u.a. etwa 67 Tonnen von hochgiftigem metallischem Quecksilber in Stahlfässern gelagert. Außerdem befand sich das U-864 auf einem Einsatz und hatte deswegen eine volle Ladung Waffen an Bord. Das Schiffswrack wird als potenziell nachhaltige Bedrohung für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt betrachtet. Wenn das flüssige Schwermetall ins Meerwasser gelange, würden, laut Umweltexperten, Mikroorganismen es zu Methylquecksilber umwandeln. Diese Verbindung sei 20-mal gefährlicher als reines Quecksilber.
Eine innovative Lösung
Ausgewählt für die potenzielle Bergung wurde das niederländische Unternehmen Mammoet Salvage B.V”, aufgrund ihrer “innovativen technischen Lösungen”, hieß es in einer Presseerklärung. Die Mammoet Salvage hob 2001 das russische Atom-U-Boot Kursk. Außerdem hat das speziallisierte Unternehmen eine Reihe von Bergungsprojekten in der ganzen Welt durchgeführt und für die Auftragsgeber zufriedene Resultate erzielt.
“Mithilfe ferngesteuerter Technik und einer von der Oberfläche aus gesteuerten Greifzange” will Mammoet das U-Boot heben und “damit die Quelle der Verschmutzung für immer beseitigen, ohne dass irgendjemand dafür unter Wasser arbeiten müsste”, erzählt Johan Pastoor von Mammoet Holding B.V. Eine neue Transporttechnik, genannt “Safeguard”, soll dafür sorgen, “dass während des Hebens und des Transports des Wracks kein Quecksilberleck entsteht”, laut Pastoor. Für die heikle Hebung des Wracks vom instabilen Meeresboden, will Mammoet Salvage mit einer ganz besonderen Lösung aufwarten.
Von
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Wenn Sie mich fragen ( aber mich fragt ja keiner ), würde ich bei beiden vorgeschlagenen Varianten bezüglich des Quecksilbers Risiken sehen. Einmal beim direkten Hebevorgang, denn absolute Sicherheit gibt es nirgends, aber auch ein Betonmantel kann entweder schon schadhaft gegossen werden oder durch spätere äußere Einwirkungen beschädigt werden. Das Heben von U-864 würde, wenn es problemlos gelänge, die Gewissheit bieten, daß der Fall endgültig gelöst wäre. Beim Betonmantel gäbe es eine ständige Ungewißheit, es müßte regelmäßig geprüft werden
und das verursacht Aufwand und Kosten.