Verbesserte SG Eschenbacher Eltmann verliert dennoch denkbar knapp
Bundesliga Männer
SG Eschenbacher Eltmann – VC Bad Dürrenberg/Spergau
2:3 (25:21, 23:25, 25:13, 19:25, 13:15)
Einen mächtigen Schlag setzte René Bahlburg nach exakt zwei Stunden Spielzeit an. Der blau-gelbe Ball flog am Block vorbei, quer durch die Spielhälfte des VC Bad Dürrenberg/Spergau, landete an der Seitenauslinie und Eltmann jubelte über das 14:14 im Tie Break. Doch der Jubel dauerte nicht lange, denn Referee Jörg Kellenberger hatten den Aufschlagpunkt zum Entsetzen der Eltmanner im “Aus” gesehen und damit mit 15:13 eine ebenso dramatische, wie hochklassige Partie zugunsten der Gäste beendet.
Der sachsen-anhaltinischen Angstgegner hatte auch das vierte Match gegen die SG Eschenbacher Eltmann gewonnen, wenn auch nur mit knapp mit 3:2. “Das war ganz bitter”, stellte SGE-Mittelblocker Christian Nowak fest. Doch er wollte das umstrittene Ende auch nicht auf die Unparteiischen schieben: “Mit dem letzten Punkt verliert man nicht das Spiel. Wir dürfen es erst gar nicht so knapp werden lassen, dass eine Schiedsrichterentscheidung das Spiel entscheiden kann.” Auch Trainer Mark Lebedew sagte ganz klar: “Der letzte Ball war nicht entscheidend.” Dürrenbergs Coach Michael Merten glaubte, “dass ich den Ball drei Zentimeter im Aus gesehen habe. Das war glücklich für uns, denn wer weiß, wie sonst das Spiel ausgegangen wäre.”
“Wir haben super gekämpft und hatten eine super Einstellung, wir hätten das gewinnen müssen”
Denn die Wallburgstädter spielten wie angekündigt mit Leidenschaft, Kampfkraft und deutlich verbessert. Allen voran Kapitän Andras Geiger, der ein sensationelles Spiel machte, stark vor allem im Angriff. Mit 20 Punkten machte der beste Mann auf dem Feld die meisten Punkte aller Akteure und hatte mit 62 Prozent auch die beste Erfolgsquote. “Wir haben super gekämpft und hatten eine super Einstellung, wir hätten das gewinnen müssen”, fand auch Lebedew nach seiner Heimpremiere. “Wir waren in der Blockabwehr sehr gut und meistens auch im Aufschlag.” Vor allem bei letzterem, oft ein Schwachpunkt in Eltmann, rieben sich die 900 Zuschauer die Augen. So gut hatten die Unterfranken nämlich selten aufgeschlagen. Bis auf Michi Mayer schlug jeder Mann aus der Starting Six mindestens ein Ass, ebenso der für Mayer Anfang des zweiten Satzes eingewechselte Falko Steinke. Für Eltmann rekordverdächtige zehn Aufschlagpunkte wurden es insgesamt. “Michi ist nicht in Topform”, begründete Lebedew den frühen Wechsel “und Falko hat seine Sache in den letzten zwei Wochen wirklich gut gemacht, ich bin sehr zufrieden mit ihm.”
Vor allem im dritten Satz lief die Angriffs-Maschinerie der Hausherren perfekt. Mit 25:13 wurden die Bad Dürrenberger regelrecht vorgeführt. Doch hier fand sich schon ein Grund für die spätere Niederlage. Denn Merten wechselte scheinbar wild seine ganze Bank ein. Die war dann im vierten Satz warm gespielt und vor allem der Lette Haroldas Cyvas, Enrico Erhardt und Sven Dörendahl drehten auf. “Wir haben heute auch gewonnen, weil wir die bessere Bank hatten”, so der Gäste-Coach. “Das war wirklich erstaunlich, wie sehr die Ersatzleute das Spielniveau bei Bad Dürrenberg gehoben haben”, erkannte auch SGE-Mittelblocker Nowak an.
Lebedew hatte noch einen anderen Punkt ausgemacht: “Ohne ein sicheres Side out, kannst Du nicht gewinnen.” Darunter versteht man, über Annahme, Zuspiel und Angriff aus dem Aufschlag des Gegners einen Punkt zu machen und das Aufgaberecht zurück zu holen. In der Tat war gerade das Annahme-Spiel bei Eltmann noch verbesserungswürdig, die besten Werte hatte noch der gerade 20-jährige Bahlburg mit 66 Prozent (41% ausgezeichnet). Kleine Aufschlagserien (von 16:17 auf 16:20 bzw. 7:8 auf 7:10) im vierten und fünften Durchgang verdarben den Unterfranken diese Sätze. Zudem scheint das Nervenkostüm der Mannschaft zwar besser geworden zu sein, aber noch nicht ganz gefestigt. So pfiffen die Schiedsrichter kurz nach der ersten technischen Auszeit des vierten Satzes höchst umstritten einen technischen Fehler gegen SGE-Libero Phill deSalvo, der selbst den einzigen sichtbaren emotionalen Ausbruch des sonst äußerlich ganz ruhigen Lebedews hervor rief. Danach schien die Souveränität der Eltmanner ein wenig verloren gegangen zu sein. „Es ist schon ein Problem, dass wir dann sehr schnell unsere Arbeit nicht mehr gut machen“ gab Nowak zu, „andererseits dürfen wir auch nicht nach jedem zweiten Ball zum Schiedsrichter rennen und hoffen, dass der uns das Spiel gewinnt. Dieses Spiel hätten wir einfach nicht verlieren dürfen.“ Immerhin hatte Bad Dürrenbergs Trainer einen Trost für die unglücklichen Wallburgstädter: „Mit dieser Leistung werden wir beide Rottenburg hinter uns lassen und in die Play-offs einziehen.“
Eltmann: Alderman, Geiger, Bauer, Mayer, Bahlburg, Nowak, deSalvo (Libero). Eingewechselt: Steinke, den Boer, Staab.
Bad Dürrenberg: Krinseder, Erhardt, Chladek, Gluvajic, Stolfa, Langer, Hochmuth (Libero). Eingewechselt: Andörfer, Hähner, Cyvas, Dörendahl, Wiedersberg.
Schiedsrichter:Kellenberger (Eisingen), Knebel (Fürth). Zuschauer: 900.
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