“anyone else getting google server errors this mornign?”, fragt Twitter-User nicklauscombs heute auf den Seiten des Mikro-Blogging-Dienstes skeptisch in die Runde. Er scheint dem “Frieden” noch nicht wirklich zu trauen. Immerhin kam es erst am vergangenen Samstag zu einem weltweiten Ausfall der führenden Suchmaschine. “Diese Website könnte ihren Computer gefährden“, bekamen die Nutzer zwischen circa 15.30 und 16.15 Uhr zu lesen, wenn sie auf ein Suchergebnis zugreifen wollten. Der lapidare Grund für diese Panne: Menschliches Versagen. So ist es zumindest in der schnellstens eingetippten und später aktualisierten Stellungnahme auf dem hauseigenen Blog zu lesen.
“Ah, internet, we really are people!”
Die Blogosphäre samt den unzähligen Twitter-Nutzern schwankt derweil zwischen Häme und Verständnis. Von “Google hat’s verkorkst” bis hin zu Bekundungen, dass wohl keiner vor solchen Fehlern gefeit wäre, ist, neben einfachen Verweisen auf entsprechende Meldungen, alles zu lesen. iphonefresh, der sich zur Stunde wie viele andere mit diesem Thema befasst, gibt sich damit jedoch nicht zufrieden und fragt: “So is anyone fired from Google for that simple human error which caused that malware bug?” Anders sieht die Sache jedoch echareonlarp. Für ihn steht dieser Fehler vielmehr in einem größeren Zusammenhang. Seine Worte wirken beschwichtigend und warnend zugleich: “Google ist not a single point of failure in our digital lives. The human errors simply warn BOTH sides, security = responsibility” Was NycoHerzog sicherlich ebenfalls unterschreiben könnte. Denn der User stellt hierzu ganz lapidar fest: “Ah, internet, we really are people!”
“Wer davon nichts mitbekommen hat, hat auch nichts verpasst…..”
Auch andernorts wurde sich mit Google und seinen “Ausfallerscheinungen” befasst. blog.datenwachschutz.de etwa bleibt, wie viele Twitterer übrigens auch, ziemlich gelassen. Dort ist nämlich zu lesen: “Ach was war das Geschrei wieder groß. Die ‘Goolge suche’ vermeldete zu allen Suchergebnissen, das diese Seiten alle als ‘gefährlich’ eingestuft wurden und es wurde auf Yigg schon von Hack gesprochen und auf Twitter meldete jeder 2. user auch schon das Google bla blubb sülz sei. (…).” Im Endeffekt sähe es doch aber so aus: “Fehler behoben, Mitarbeiter in Arsch getreten gerügt und die Google Suche funktioniert wieder. Als wenn es ‘nur’ Google gibt als Suchmaschine. (…) Wer davon nichts mitbekommen hat, hat auch nichts verpasst…..”
Michael Wenzl von farmblogger.de kann da auch nicht an sich halten und zieht den ganzen Fall erst einmal ordentlich durch den Kakao – allerdings mit nicht zu unterschätzendem ernsten Hintergrund. Und so titelt er bereits am vergangenen Samstag: “Google meint es mit der Bevormundung nur gut. Ehrlich!” Vielleicht ging die Sache um das falsch gesetze Zeichen aber auch weiter als bisher angenommen. G. Kustermann mutmaßt auf theinquier.de jedenfalls Folgendes: “Ob dieser Vorfall, der von Google auch offiziell eingeräumt und erklärt wurde, aber auch schon alles war, ist eine andere Frage – berichtet wird auch zum zeitgleichen Ausfall von Google-Anwendungen wie Gmail und iCalendar. Was dann dazu führt, dass skeptischere Gemüter sich wieder einmal die Frage stellen, was denn wäre, wenn’s mal nicht so glimpflich ausgeht – bereits ein temporärer Ausfall würde nicht wenigen Firmen ein schönes Loche in der Kasse bescheren …”
“Kleine Ursache – große Wirkung”
Viel Lärm um Nichts, könnten da böse Zungen behaupten. Oder wie es PC-Welt ausdrückt: “Kleine Ursache – große Wirkung”, die auch bei heise.de zu großem Gelächter geführt hat.
spreuss fällt zu dieser ganzen Geschichte nur ein Kommentar ein: “Funny, what a slash in the wrong place can do.” In der Tat. Denn auch auf YouTube gibt es bereits die ersten künstlerischen Auseinandersetzungen mit diesem Fauxpas:
Ich kann das Wort “Panne” nicht mehr hören. Alles soll eine Panne sein. Für mich ist eine Panne, wenn etwas das an sich so funktioniert wie es soll wegen eines technischen Defekts ausfällt oder wegen äußerer Einwirkungen. Es ist keine Panne, wenn ein Programm falsch programmiert wird. Problematisch ist hier auch der Hinweis auf menschliches Versagen.
Ich denke das Problem hier ist ein Programmierfehler – und auch eine falsche Organisation von Software. Wie bitte kann Google die weltweite Suchmaschine so schalten, das irgendwelche Softwareänderungen sofort weltweit wirken ohne das man eine Änderung vorher in den Auswirkungen testet. Wieso auch haben die keinen Filter gehabt für erlaubte Eingaben? Ich akzeptiere absolut wenn jede kleine Softwareklitsche solche Fehler macht – aber bei Google nicht – NEIN! Diejenigen, die dieses Interface gebaut haben gehören sofort entlassen. Sowas darf der größten Software weltweit nicht passieren – nicht bei so viel Milliarden an Dollar die da drinstecken.