Und plötzlich erwischt’s dann einen, denn du selber kennst.
Sie haben sicher schon mal von verhafteten Bloggern gehört, in China, in Myanmar, in Saudi-Arabien oder sonstigen garstigen Pflastern für Verfechter der freien Bloggerei. Philip ist ein deutsch-ägyptischer Blogger, er lebt und schreibt in Kairo. Genauer gesagt: Er sitzt irgendwo im Ägypten im Gefängnis – weil er bloggt.
Philip Rizk wird am Freitag abend in nördlich von Kairo gelegenen Ort Kaljubia verhaftet. Der 26-Jährige beteiligte sich an einer Kundgebung für die Palästinenser im Gaza-Streifen – denn Philip bloggt ausschließlich über den Gaza-Streifen. Polizisten hätten ihre Autos mehrere Stunden blockiert, sagt eine Mit-Demonstrantin – und dann Philip in ein Fahrzeug ohne Kennzeichen gebracht und seien davongerast.
Philip studiert eigentlich an der American University in Kairo. Davor lebte er zwei Jahre im Gaza-Streifen, arbeitete dort für eine christliche Hilfsorganisation.
Dort habe ich Philip kennen gelernt, Philip den Gaza-Blogger. Später, in Kairo, erzählt er mir von verhafteten Kollegen, Bloggern, die das Regime kritisierten. Nicht so Philip: Er organisiert Foto-Ausstellungen über den Gaza-Streifen, dreht einen Dokumentarfilm über das Leben im besetzten Westjordanland. Und er bloggt über den Alltag im Gaza-Streifen – eben tabula Gaza. Als wir in Kairo an einer Polizei-Station vorbei laufen, meint Philip: “Das erinnert dich daran, dass du der nächste sein kannst, den sie reinholen.”
Philips letzter Blog-Eintrag stammt vom 4.Februar:
“Word on the street is that Egypt is closing Rafah crossing to all journalists and doctors entering or exiting Gaza on Friday.
Does this mean more bloodbaths to come?”
Dann wird er verhaftet, Philip der deutsch-ägyptische Blogger.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.
We have read – and shared…how can we help Philip…please give us news…artists against war where ever…and against fascism where ever
http://www.myspave.com/kunstgegenkrieg
FREE PHILIP RIZK