Notes of a dirty black Man! Kohle her, schwarzer Mann!

Der Winter ballt noch einmal verzweifelt seine Fäuste. Schnee und Sturm umflattern mich. Die König Albert Brücke ruht in staatlich geförderter Renovierung mit den sie umstehenden Bauarbeitern. Hosen beulen sich aus. Kaffeetöpfe wechseln sich mit Bierflaschen ab. In Amerika verwirrt der neue Chef seine Leute. Wie? Er gibt den Schlipszwang

VMen.jpgDer Winter ballt noch einmal verzweifelt seine Fäuste. Schnee und Sturm umflattern mich. Die König Albert Brücke ruht in staatlich geförderter Renovierung mit den sie umstehenden Bauarbeitern. Hosen beulen sich aus. Kaffeetöpfe wechseln sich mit Bierflaschen ab. In Amerika verwirrt der neue Chef seine Leute. Wie? Er gibt den Schlipszwang im “Weißen Haus” frei. Damit ist die führende militärische Macht wieder in der Zivilisation angekommen. Wir atmen auf und erwarten weitere Enthüllungen.

Leipzigs Oberschönling- und bürgermeister Burkhardt “Ich war der Chef von Tiefensees Frau und deshalb bin ich jetzt der Chef von Leipzig” Jung grinst sich in die Weltgeschichte. Zeitungen werden verziert mit seinem Konterfei. Anfang Februar saß der Citytunnelbuddler 30! Meter von Obama entfernt beim Frühstück!!!! Was für eine Tat! Und die LVZ bringt’s sogar fett im Titel: 30 Meter trennen Jung von Obama.

Hmmm, vielleicht ist’s aber auch mehr – die Bedeutung in der Weltgeschichte zum Beispiel.

Großtraumsüchtels von der Pleiße, Streber in Nadelstreifen. Wozu gab’s denn die Wende mit ihrer Reisefreiheit, wenn jetzt nicht mal Dienstfahrten zum Massenbrunch auf Steuerzahlerkosten nach Washington neidlos erlaubt sind. Im Interview mit dem Heimatsender gibt Jung freudestrahlend in die Mikrophone: “Naja, die Hand gedrückt habe ich ihm nicht, aber ich war im selben Raum und wir haben uns gesehen!”. Obama hat Jung gesehen. Somit ist ja das Arbeitslosenproblem in Leipzig gelöst. Fantastisch. Ich habe mal in einer Kneipe – es war das Flower Power und später nochmal im Helheim, den DJ A.L.E.X. gesehen. Super, damit wäre auch das Problem mit dem schlechten Geschmack der meisten Musikkonsumisten gelöst. Da klatscht das Volk und freut sich auf die Wahlen!!! Die es dann in Politikverdrossenheit einfach verschläft oder mit alkoholverzitterten Fingern in Form bringt – als Hakenkreuzchen auf dem Wahlzettel.

Die letzten Wochen waren aber auch kulturell ereignisreich für den kleinen Berichterstatter in mir.

In der SKALA gab’s Captain Cats Traum nach Dylan Thomas in eine halbe Stunde gepfercht. Ich musste mit meiner schwangeren Frau und anderen Publikumissen (Frau Roche macht schließlich in ihrem Millionenbestseller Feuchtgebiete aus der Mehrzahl von Klitoris auch Klitorisse) im Dunkel stehen, während Horden von Jungdarstellern einen fantastischen Text zur Minna machten. Dann durfte ich der Diplomverteidigung einer HGBerin bei Neo Rauch beiwohnen und bestaunen, wie die Handschrift einer guten Expressionistin zur Comichaftigkeit eines Neo Rauch verkam. Ich weinte etwas hinter dem Fotoapparat und soff den Schranzen den Sekt weg. Und mein großartiger Kolumnistenkollege Spook holte den 02.02.09 – den INTERNATIONALEN TAG DER FEUCHTGEBIETE ans Licht. Und ja, es war lustig – und ja, ich erblöde mich nicht, der guten Laune des Volkes zugute, mit einer Grillholzzange auf der Bühne nachzuspielen, wie Mann auf einem Frauenarztstuhl einen selbstgebastelten Tampon aus der imaginären Vagina holt. Dem Schlund der Charlotte. Dem alles feministisch umschubsenden Nebenloch der Roche. Der literarischen Analfissur.

Trotz allem gab’s auch Positiveres.

Da hat die Leipziger Straßenzeitung Kippe ein neues Lay-Out bekommen. Junge Menschen fieselten an ihren Computern herum, ballten ihr Wissen zusammen und heraus kam eine Werbekampagne mit unserem Amerikareisenden Jung (siehe oben) ganz oben, der doch wirklich sagt: “Es ist Zeit, das Blatt zu wenden!” Da stimme ich ja zu, Herr Lehrer, aber das andere politische Personal ist ja genauso schlecht. Oder zu jung um die Alten mitzunehmen oder zu fies zu hinterrücks zu selbstverliebt. Mister Teflon, da hat ihnen ihre PR-Abteilung echt keinen Gefallen getan – so ein Spruch in Wahlzeiten …

Womit ich wieder am Anfang wäre. Ich mach’s ein bisschen dem Winter gleich und lasse mich von meiner Schwiegermutter zum griechisch Essen einladen. Lecker, lecker – und dann grübele ich noch ein bisschen darüber nach, ob sich aus der schwarzen Babyschwemme, dem derzeitigen Embryotsunami nicht eine schöne Verschwörungstheorie basteln lässt. So in Richtung: Die haben uns was ins Waser gekippt, damit wir in den Zeiten der Krise was zu tun haben und nicht mitbekommen wer sich hier die Hände am Verbrennen der Scheine wärmt. Meine Frau sagt gerade: “So ein Unsinn!!!” aber ich bin mir da nicht sicher – schließlich schiebt Obama gerade 1 Billion!!!! Dollar herüber, um die Banken zu retten – Burkhardt halt fest wasde kriegen kannst!!!! Loooooooos!

In diesem Sinne! Seid nett zum neuen Kolumnisten. Alles wird anders, alles bleibt so …

Punkrock Baby!

Euer VAU TEE

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