Als Motorola im Jahr 1983 mit seinem weltweit ersten kommerziellen Mobiltelefon auf den Markt ging, wurde es von vielen verflucht. Ein tragbares Telefon, wer brauchte das schon? Ähnlich verhält es sich mit dem neuen “e-Perso”, der ab November 2010 auf alle Deutschen Bundesbürger zukommt.
Bei dem neuen Ausweis handelt es sich um einen biometrischen und elektronischen Identitätsnachweise im Scheckkartenformat mit Fingerabdruck. Er soll den Handel im Internet und die Kommunikation mit Behörden einfacher, sicherer und schneller machen.
Die nötige Gesetzesgrundlage billigte der Bundesrat vor wenigen Tagen. Somit wurde zudem die Grundlage für das Programm “E-Government 2.0” geschaffen, welches bereits in diesem Jahr erste Testreihen durchlaufen soll.
Der elektronische Personalausweis beinhaltet einen kontaktlos auslesbaren RFID-Chip, auf welchem neben dem digitalen biometrischen Passfoto auch freiwillig zwei Fingerabdrücke gespeichert werden sollen. Des Weiteren kann, gegen Aufpreis, ebenfalls eine elektronische Signatur abgespeichert werden. Somit könnten Kaufverträge und Anträge bei Behörden per Internet unterschrieben und eingereicht werden. Die elektronische Signatur ersetzt dabei die eigenhändige Unterschrift. Kürze Bearbeitungszeiten sollen daraus resultieren.
Durch die Speicherungen der biometrischen Daten versprechen sich Experten Fälschungssicherheit von dem Dokument, wie beim Reisepass.
Grundsätzlich soll jedem Bundesbürger jedoch freistehen, ob er die elektronische ID-Funktion freischalten lassen will.
Das Bundesinnenministerium versprach in Zusammenhang mit der Gesetzesgrundlage, dass die persönlichen Daten ausschließlich Behörden durch technische Maßnahmen zugänglich gemacht werden sollen. Dritte, welche die Daten zur Kaufabwicklung abrufen wollen, müssen vorher ein Berechtigungszertifikat beantrag haben. Des Weiteren muss der Ausweisinhaber mittels einer geheimen sechsstelligen PIN der Freigabe der Daten zustimmen.
Vor allem Datenschützer kritisieren den Ausweis stark. Sie gehen von einer großen Bedrohung durch den kabellos auslesbaren Chip aus und befürchten ein geheimes Mitlesen der persönlichen Daten. Auch eine Manipulation oder Fälschung wird nicht ausgeschlossen.
Und wo ist jetzt der Zusammenhang zwischen Handy und e-Pass? Oder soll die Einleitung nur sagen “hey, das Ding ist voll toll”?
Ich sehe den Ausweis sehr kritisch. Schon die freiwillige Fingerabdruck-Sache. Macht sich nicht direkt jeder verdächtig, der “nein” sagt?
Und was bringt der Fingerabdruck dadrauf, wenn er nicht eingelesen wird?
Ich habe im Sommer einen Reisepass verloren, bzw. er wurde mir geklaut. Jetzt hat jemand einen Chip mit meinen Fingerabdruck drauf. Wo ist für mcih die erhöhte Sicherheit? Die wäre nur da, wenn ich am Flughafen zeitgleich auch mit meinem Fingerabdruck mich ausweisen müsste, denn dann bringt es keinem was, den Pass zu klauen, meinen Finger aber dran zu lassen!
Aber wollen wir wirklich das alle Staaten alle Fingerabdrücke haben?!?! Nein, ich hoffe nicht!
Und Kaufverträge sollen über einen e-Pass sicherer werden? Für mich klingt das nach: Klaust du den neuen Perso, kannst du damit noch mehr Mist machen als vorher. Also das komplette Gegenteil von mehr Sicherheit. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Fingerabdruck auf einem Ausweis kontrolliert wird, also ist sogar das mit der Fälschungssicherheit hinfällig.