Männer suchen Dates, doch Frauen wollen nur reden – Dr. Elizabeth Prommer (HFF) im Interview zur Studie über Soziale Netzwerke

Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” Potsdam-Babelsberg haben unter Leitung von Dr. Elizabeth Prommer vom Studiengang Medienwissenschaft: Analyse, Ästhetik, Publikum das Nutzerverhalten und Selbstpräsentation von Männern und Frauen im studiVZ- Netzwerk untersucht und dabei herausgefunden: Männer suchen Dates, doch Frauen wollen nur reden. Ich habe Frau Dr.

tgssdfs.jpgStudenten der Hochschule für Film und Fernsehen “Konrad Wolf” Potsdam-Babelsberg haben unter Leitung von Dr. Elizabeth Prommer vom Studiengang Medienwissenschaft: Analyse, Ästhetik, Publikum das Nutzerverhalten und Selbstpräsentation von Männern und Frauen im studiVZ- Netzwerk untersucht und dabei herausgefunden: Männer suchen Dates, doch Frauen wollen nur reden. Ich habe Frau Dr. Prommer in einem kurzen Email-Interview dazu befragt.

RE: Was waren die eklatantesten Unterschiede, die Sie zwischen Männern und Frauen in ihrem Nutzerverhalten herausgefunden haben. Welche der Angaben waren für Sie möglicherweise besonders überraschend?

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Dr. Elizabeth Prommer: Frauen nutzen die Plattform vorrangig zur Kommunikation innerhalb ihres realen schon existierenden Bekannten- und Freundeskreises. Männer sind häufig auf der Suche nach neuen Online-Bekanntschaften und schauen sich gern „fremde“ Profile an. Dies wirkt sich vor allem auf die Selbstdarstellung der Nutzer aus. Beide Geschlechter möchten sich möglichst positiv darstellen, jedoch unterscheiden sie sich dabei in ihren Strategien. Frauen nutzen zur Selbstrepräsentation die Profilbilder, die personenbezogenen Angaben und vor allem die Mitgliedschaft in Interessensgruppen. Frauen möchten sich möglichst authentisch darstellen. Männer verbergen ihre Identität oft, weil sie auf sich neugierig machen möchten.

RE: In welcher Weise bestätigen sich so online bereits bestehende Vorurteile über Männer und Frauen?

Dr. Elizabeth Prommer: Ich würde nicht sagen, dass die Studie Vorurteile bestätigt. Sie zeigt nur auf, dass soziale Netzwerke wie StudiVZ eher das Kommunikationsbedürfnis von Frauen befriedigen. Hier können sie so kommunizieren, wie sie wollen und es gerne tun.

RE: Welche Rolle spielt das Thema Datenschutz für die Nutzer von studiVZ – Setzen sich diese damit auseinander? Wie viel von sich geben studiVZ-Nutzer im Internet preis?

Dr. Elizabeth Prommer: Im Allgemeinen machen Frauen mehr personenbezogene Angaben als Männer. Erst bei den Kontaktdaten scheint die Grenze zwischen Selbstdarstellung und Privatsphäre überschritten. Kaum jemand gibt Adresse oder Telefonnummer an. Frauen sind signifikant ehrlicher bei der Angabe personenbezogener Daten als Männer. An den Umfrageergebnissen lässt sich beweisen, dass studiVZ nicht zur verfälschten Eigendarstellung genutzt wird. Die Nutzer versuchen sich in ihrer Identitätskonstruktion so echt wie möglich zu präsentieren und die Frage nach Authentizität ist ein zentrales Thema innerhalb Sozialer Netzwerke wie studiVZ.

RE: Eine selbst gestellt Forschungsfrage aus Ihrem Forschungsbericht, die ich sehr interessant finde, möchte ich gern aufgreifen: „Ist das Vernetzen und Kommunizieren innerhalb des Netzwerkes eine Erweiterung des real geführten Lebens oder ist es Ausdruck einer neu entstehenden Lebenswelt?“ Konten Sie darauf eine Antwort finden?

Dr. Elizabeth Prommer: Wir halten es für eine Erweiterung des real geführten Lebens, da alle Funktionen die für die Nutzer wichtig sind, wie Kommunikation oder neue Kontakte finden, im echten Leben auch so stattfinden oder sogar im echten Leben fortgesetzt werden.

RE: Sie konnten das Forschungsprojekt bereits im letzten Jahr auf Tagungen in Stockholm und Barcelona vorstellen. Wurden Ihre Ergebnisse aus dem deutschen studiVZ dort bestätigt bzw. gibt es diesbezüglich schon Vergleichsstudien aus anderen Staaten?

Dr. Elizabeth Prommer: Nein, wir sind die ersten mit einer solchen repräsentativen Studie.

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I.: Felix Kubach

Die gesamte Studie kann man als PDF hier lesen:

http://www.hff-potsdam.de/fileadmin/hff/dokumente/aktuelles/Medienwiss_Forschung…

Quelle Bild: http://relay.waldtmann.de/index.php?id=150 (dort auch Kurzbiografie zu Frau Dr. phil. Elizabeth Anna Prommer)

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  1. „Frauen nutzen die Plattform vorrangig zur Kommunikation innerhalb ihres realen schon existierenden Bekannten- und Freundeskreises. Männer sind häufig auf der Suche nach neuen Online-Bekanntschaften und schauen sich gern fremde Profile an.“

    Das stimmt leider. Ich habe mich dabei schon selbst erwischt. Die Frauen bewegen sich wirklich viel lieber in gewohnten Kreisen während Männer da sehr entdeckungsfreudig sind. Die wollen was neues sehen und kennen lernen. Die Frauen suchen da lieber Personen, die ihnen schon vertraut sind.