CO2-Sequestrierung (CCS) – eine ernstzunehmende Alternative?

Seit einigen Jahren wird das Thema CCS immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert. Selbst die Republikaner in den USA unterstützten deren Weiterentwicklung. Doch was steckt dahinter? Es handelt sich dabei um eine Methode um CO², das bei der Verbrennung entsteht, wie z.B. bei fossilen Kraftwerken, abzuscheiden und einzulagern. Eingelagert werden

co21.jpgSeit einigen Jahren wird das Thema CCS immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert. Selbst die Republikaner in den USA unterstützten deren Weiterentwicklung. Doch was steckt dahinter?

Es handelt sich dabei um eine Methode um CO², das bei der Verbrennung entsteht, wie z.B. bei fossilen Kraftwerken, abzuscheiden und einzulagern. Eingelagert werden soll dabei z.B. in ehemaligen Erdgas- oder Erdöllagerstätten, in der Tiefsee, in Kohleflözen oder auch in salzhaltigen Grundwasserleitern.

In der Theorie klingt das sehr überzeugend. Beraubt man doch den Abgasen des klimaschädlichen CO²s. Was will man mehr?

Zum einen aber gibt es weltweit bisher noch keine laufende CO²-Einlagerung – denn es handelt sich um eine Technologie, die noch in der Erforschung ist – und daher ist unklar, ob es so funktioniert, wie in der Theorie geplant. Das heißt, die Forschungsgelder, die heute ausgegeben werden, könnten auch vergebens sein. Anders als bei alternativen Energieträgern wird eben nicht ein gradueller Fortschritt gefördert, sondern man fängt bei Null an. Es ist auch unklar ob das eingelagerte CO², sofern die Einlagerung zumindest mittelfristig klappt, nicht etwa langfristig oder durch äußere Faktoren wieder frei wird. Dann könnte man es nicht wieder einfangen im Vergleich zu CO², das nie produziert wurde.

Der Wirkungsgrad der Kraftwerke nimmt bei der Installation einer solchen Abscheidungsanlage zwischen acht und 15 Prozent ab (Quelle: Gesamtverband Steinkohle). Das heißt, das CCS nicht bei den Bemühungen hilft, die Kraftwerke effizienter zu betreiben. Der Rohstoffverbrauch der Kraftwerke müsste demgemäß um eben diese Prozentsätze steigen. Würde CCS im größeren Stile eingesetzt, würde es also dazu beitragen die Brennstoffreserven schneller zu verbrauchen als bisher. Auch müsste man daher für den Transport mehr CO²-Verbrauch einberechnen, der nicht gefiltert wird und einen Teil der Filterung wieder rückgängig macht. Auch das Anfallen von Abfällen bei der Abscheidung trägt zu einer Umweltbelastung bei.

Ein anderer Aspekt sind die Kosten. Da dies eine teure Technologie darstellt, würde sie zur Verteuerung der Strompreise für die Endkunden führen. Gerade dies aber wurde in der Vergangenheit oftmals den Regenerativen Energien vorgeworfen.

Interessanter Weise scheinen Befürworter von Atomenergie und CCS oftmals aus der selben Ecke zu kommen. Offenbar deswegen, weil CCS auch eine teure Großtechnologie ist, die Unsummen verschlingen wird. Und wo viel Geld im Umlauf ist, ist auch viel Geld zu verdienen.

Die große Frage ist, ob es bei den genannten Risiken und Unsicherheiten vertretbar ist, Steuergelder in solche Forschung und Pilotanlagen zu investieren. Insbesondere weil jeder Steuer-Euro nur einmal ausgegeben werden kann.

Siehe hierzu auch: Meldung auf tagesschau.de

Photo Quelle/Copyright: zoko3k2, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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