Fundstücke aus dem Netz: “We Don’t Wanna Put In”

Eigentlich war die Teilnahme Georgiens am diesjährigen Eurovision Song Contest in Moskau gar nicht geplant. Wie ein Stein lagen die jüngsten Auseinandersetzungen mit Russland im Magen. Nun wird doch angetreten – und zwar mit Pauken und Trompeten. Stephane & 3G repräsentieren das multiethnische Stückchen Erde an der Nahtstelle Eurasiens. “Wir

Eigentlich war die Teilnahme Georgiens am diesjährigen Eurovision Song Contest in Moskau gar nicht geplant. Wie ein Stein lagen die jüngsten Auseinandersetzungen mit Russland im Magen. Nun wird doch angetreten – und zwar mit Pauken und Trompeten. Stephane & 3G repräsentieren das multiethnische Stückchen Erde an der Nahtstelle Eurasiens.

“Wir müssen Europa und allen voran Moskau eine Botschaft schicken.”

Nini Badurashvili, Tako Gachechiladze und Kristine Imedadze setzen dabei – unterstützt von Sänger Stephane Mgebrishvili – allerdings auf Provokation und rufen mit ihren “antirussischen” Zeilen vielfältige Reaktionen hervor. Von “Viel Glück, ich hoffe ihr gewinnt!” über “Wir wollen Putin nicht!” bis hin zu “Musik ist sicher nicht dazu da um politische Provokationen los zu werden” oder “Sie sollten disqualifiziert werden!” ist so manch kontroverses Kommentar zum offensichtlichen Wortspiel und damit eindeutig politischen Botschaft in der Blogosphäre zu lesen.

Die Jury jedenfalls geht davon aus, dass der Disco-Titel im kommenden Mai in Moskau einen “besonderen Eindruck” hinterlassen wird. Ein “lustiger Liederabend” wird es also sicherlich nicht werden, da ist sich nicht nur n24.de ziemlich sicher. Auch Produzent Kakha Tsiskaridze betont noch einmal: “Wir müssen Europa und allen voran Moskau eine Botschaft schicken. Für uns ist es wichtig zu sagen, was Georgien als Land sagen möchte.”

Ob das mit Zeilen wie diesen allerdings gelingen wird?:

“We don’t wanna put in/The negative move/It’s killin’ the groove.”

Blogger Chris Borgen von opiniojuris.org glaubt jedenfalls an die weitreichende Wirkung dieses musikalischen Vorstoßes. Er schreibt heute: “Ich sage Euch, mehr Politikwissenschaftler müssen ihr Augenmerk auf dieses Eurovisions Ding richten. Wo sind denn meine Empiriker, wenn ich sie mal wirklich brauche?” Ja, wo sind sie eigentlich?

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