War da was? Exakt einen Monat ist es her, seit die Waffen schweigen – eigentlich. Am 18. Januar stoppte Israel den Gaza–Krieg, respektive erklärten Israel und die Hamas-Bewegung je einseitig eine Waffenruhe. Doch seither fliegt die israelische Luftwaffe 19 Angriffe, zumeist auf den Süden des Gaza-Streifens, dort wo die Schmuggel-Tunnels vermutet werden. Palästinensische Extremisten feuern gemäß eigenen Angaben 15 Raketen und 12 Granaten aus dem Gaza-Streifen auf Israel ab, die Israeli sprechen von 50 Geschossen – nicht einmal in diesem Punkt sind sie sich einig.
Der Krieg ist also nicht vorbei.
Der Sondergesandte der UNO für den Nahen Osten, Robert Serry, warnt heute Nacht vor dem UN-Sicherheitsrat vor einer neuen Eskalation: “Es besteht die dringende Notwendigkeit, dass alle Parteien alle Akte der Gewalt einstellen und das humanitäre Völkerrecht in vollem Umfang respektieren”, sagt Serry. Wenn es nicht bald eine Vereinbarung über einen dauerhaften Waffenstillstand gebe, bestehe die Gefahr, dass die neu aufflammende Gewalt noch zerstörerischer werde als bei der letzten Offensive
Na bravo.
Und was tun die beiden Kriegsparteien: Sie streiten weiter. Sie streiten darüber, wer sich zuerst zu bewegen habe.
Israels Rest-Regierungschef Olmert, gestützt durch seine Noch-Regierung, beharrt darauf, dass zuerst der vor 970 Tagen in den Gaza-Streifen entführte israelische Soldat Giald Shalit freigelassen werde. Und die Hamas insistiert, dass zuerst die Grenzübergänge zum Gaza-Streifen geöffnet würden. Sie verhandeln, indirekt, in Kairo. Und Kairo fühlt sich verschaukelt, weil beide Verhandlungsseiten immer und immer wieder von ihren Zusagen abweichen, immer und immer wieder politischen Slalom fahren. Die Vermittler zu Kairo zeigen sich dann alle paar Tage in einem Hintergrundgespräch “enttäuscht”, “getäuscht” oder “irritiert” – und sie händeln weiter. Niemand mehr zählt die Politiker-Statements, in denen von einem “baldigen Durchbruch”, von “Zuversicht” und “Hoffnungsschimmer” die Politiker-Rede ist.
Ginge es nicht um Menschenleben, um Gilad Shalit, um 1.5 Millionen Menschen im Gaza-Streifen, um zehntausende Israeli rund um den Gaza-Streifen, man würde zwischen Lachen, Kopfschütteln und ungläubigem Wegschauen angewidert hin und her schwanken. Aber es geht um Menschenleben, um Gilad Shalit, um 1.5 Millionen Menschen im Gaza-Streifen, um zehntausende Israeli rund um den Gaza-Streifen.
Und es geht um Politiker. Politiker vom feinsten. In Jerusalem, in Gaza, in Damaskus, Ramallah, und in Washington, Berlin, Bern und anderen Hauptstädten. Macht-Politiker vom feinsten.
War da was?
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com, einem inhaltlichen Partner der Readers Edition.
Haben Sie wirklich gedacht, das dieser Krieg aufhört? Natürlich nicht! Der Krieg eskalierte und geht nun weiter wie vorher. Wie viele andere Kriege auf der Welt. Inzwischen befindet sich unsere Erde in einem dauerhaften Kriegszustand – zumeist findet der Krieg in den Ländern statt – zwischen Interessengruppen – und oft eben nicht kriegerisch. Siehe Griechenland.