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Best of Readers Edition – eine Wochenbilanz

Freitag, den 20. Februar 2009 um 17:24 Uhr von nicole oppelt
Aggression im virtuellen Raum - eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Ganz groß ist es heute auf der Titelseite von heise.de zu lesen: “CDU/CSU: Verfassungsschutz soll auch Daten von Kindern elektronisch speichern”. Was bisher Personen ab 16 Jahren betraf, soll nun auch Kindern ab 14 oder sogar schon 12 Jahren zu Teil werden können. Eine bessere Überwachung “terrorverdächtiger Minderjähriger” so die Intention der Ideengeber, die nun für einen Aufschrei der Entrüstung sorgt. Von “unnötig” über “Wahn gesteuert” bis hin zu “Kinder muss man schützen!” ist derzeit so einiges an Reaktionen zu lesen. Und auch unser Autor Holger Finn nimmt sich des Themas an. Er verweist auf das Gebaren in Sachsen-Anhalt. Denn dort wurde anscheinend schon lange getan, was nun in der Kritik steht.

Sorge um Franziska Drohsel und andere hübsche Damen

Doch nicht nur Holger Finn trifft mit seiner Themenwahl derzeit genau ins Schwarze. Schon am vergangenen Samstag war von Claus-Dieter Stille zu lesen: “Amelie und Giovanni besorgt um Franziska Drohsel“. Denn diese ist sich sicher, “dass sich (…) unsere Gesellschaft - verantwortet durch eine der Wirtschaft allzu hörige Politik - in eine kaum mehr hinzunehmende unsoziale Lage hineinmanövriert hat, die nicht nur deren Spaltung in arm und reich immer weiter vergrößert, sondern auch früher oder später in Gefahr geraten wird, auf Grund des angesammelten sozialen Sprengstoffs zu implodieren”. Und das hätte jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch erkennen müssen. Nun landete die Bundesvorsitzende der Jusos wie schon vor kurzem Peter Scholl-Latour ebenfalls bei “3nach9″. Moderatorin Amelie Fried und Giovanni di Lorenzo haben es jedoch nicht geschafft, Frau Drohsel ins Lächerliche zu ziehen. Ganz im Gegenteil meint unser Autor: “die Drohsel hat wahrlich Potential! Noch dazu ist sie ehrlich und erfrischend wie reines Quellwasser!”

Für weniger erquicklich hält Niclas Grabowski allerdings diejenigen Damen, die sich derzeit unter der Federführung von Heidi Klum am Contest “Germany’s Next Topmodel” beteiligen. “Deutschland sucht das Supermodell” lautet seine Überschrift am vergangenen Montag, unter der sogleich seine erste Erkenntnis reift: “Ich hätte nie gedacht, dass ich folgenden Satz jemals sagen, geschweige denn schreiben werde: Inzwischen macht mir das Ansehen von hübschen, jungen und gelegentlich sogar halbnackten Frauen so gar keinen Spaß mehr.” Besorgt folgt der gemeine Leser nun den Ursachen für derartig markante Sätze und stellt schnell fest: Lieber Gott, er hat Recht. Denn wir haben es nicht nur mit einer zu “Flachzangen” mutierten Jury zu tun, sondern auch mit Mädchen, die sich ob einer potentiellen Modellkarriere völlig zum Horst machen. “Jedes bisschen Selbstachtung wird hier geopfert, nur um die eigene Anpassungs- und Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen”, zieht der Autor mit ihnen ins Gericht. Kaum kann er verstehen, was sie antreibt. “Denn der Traum, um den es hier geht, ist wirklich fragwürdig. Nicht zuletzt deshalb, weil die Entscheidungen der Jury in der Regel auch noch falsch sind und es deshalb für die Siegerin hier kaum etwas zu gewinnen gibt.” Fremdschämen ist also auch hier angesagt und nicht nur im Hinblick auf das Treiben so manch Radio-Moderators.

Cyper-Mobbing und andere elektronische “Späße”

Am 10. Februar fand der “Safer Internet Day” in mehr als 40 Ländern statt. Der Fokus diesmal: “Cyber-Mobbing“. Denn “Immer mehr Schülerinnen und Schüler sind im Alltag mit Mobbing-Attacken via Handy und Internet konfrontiert.” Kai Beisswenger greift das Thema am letzten Montag noch einmal auf und schaffte es hiermit auf Anhieb in die Liste der meistgelesenen Artikel. Auch er stellt fest: “Kein einziges Forum oder Netzwerk, kein Blog kommt ohne Schmähungen aus” und fragt sogleich: “Ist das die schöne, neue Welt, die wir uns gewünscht haben?” Am Beispiel der Seite esowatch.com bricht er ein allzu gängiges, aber deswegen nicht weniger verurteilenswürdiges Gebaren herunter auf einen Einzelfall. Intoleranz und abgrundtiefer Hass ist dort zu finden, gerichtet gegen Einzelne. Mit Hilfe einschlägiger Philosophen und dem gesunden Menschenverstand ist Beisswenger dem besorgniserregenden Phänomen auf der Spur. Sein Fazit. “Der Dialog im feindlosen Raum wird ersetzt durch den Hass im virtuellen Raum. Hier heult des Menschen Wolf mit seinesgleichen.”

Doch verabschieden wir uns nun aus dem virtuellen Raum und kehren zurück ins reale Leben. “Der neue ‘e-Pass’ kommt“, lässt uns nämlich unser neuer Autor Scriptus wissen, den wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich begrüßen möchten. “Als Motorola im Jahr 1983 mit seinem weltweit ersten kommerziellen Mobiltelefon auf den Markt ging, wurde es von vielen verflucht. Ein tragbares Telefon, wer brauchte das schon? Ähnlich verhält es sich mit dem neuen ‘e-Perso’, der ab November 2010 auf alle Deutschen Bundesbürger zukommt”, beginnt er seine Ausführungen über das neue Dokument, was er im Folgenden konkret vorstellt. Viele neue, aber vor allen Dingen bequeme Möglichkeiten soll der neue e-Pass mit sich bringen. Doch aufgepasst: “Vor allem Datenschützer kritisieren den Ausweis stark. Sie gehen von einer großen Bedrohung durch den kabellos auslesbaren Chip aus und befürchten ein geheimes Mitlesen der persönlichen Daten. Auch eine Manipulation oder Fälschung wird nicht ausgeschlossen.”

Ist die Abwrackprämie auch eine Stützung der Müllidnustrie?

Einen kritischen Blick riskiert am heutigen Freitag auch Norbert Herrmann. Auch ihn heißen wir zum Abschluss unseres kleinen Überblicks noch einmal ganz herzlich Willkommen. “Nachhaltigkeit und Abwrackprämie” lautet sein Thema des Tages. Denn er fragt sich ernsthaft: “Wo sind die kühlen Köpfe und die kühlen Medien, die diese Rechnung, möglicher Weise Milchbubenrechnung, näher durchleuchten?” Skeptisch steht er dem Modell “Abwrackprämie” gegenüber. Wird dadurch nicht vielleicht doch nur eine Verzögerung des Einbruchs erreicht? Oder kann sie tatsächlich als Füllmaterial eine derzeit entstandenen Nachfragelochs fungieren? Andererseits, wurde hier auch an die weiterreichenden Folgen gedacht? “Was passiert eigentlich mit den Altautos? Ist die Abwrackprämie auch eine Stützung der Müllidnustrie?” Norbert Herrmann jedenfalls hätte andere Lösungen vorgezogen. Eine Biolebensmittel-Prämie findet er ebenso spannend wie eine Fahrrad-und-Bahn-Prämie wären seiner Ansicht nach wohl nachhaltiger gewesen. Doch wie dem auch sei: “Auf die statistischen Auswertungen zur Abwrakprämie, bestimmt ein nachhaltiges Doktorarbeitsthema in den kommenden Jahren, bin ich gespannt.”

Während unser Autor wahrscheinlich noch seinen Gedanken zur “Autoproblematik” nachhängt, brodelt es in Sachen Datenspeicherung Minderjähriger unentwegt weiter. Mehr als 340 Kommentare finden sich bereits jetzt auf heise.de. Viele von ihnen teilen das Gefühl von Veit Wolpert, der mahnt: “Ich habe das Gefühl, für die Sicherheitsbehörden ist die Verfassung etwas, das man überwinden muss, statt sie zu schützen.” Wenig scheint dem hinzuzufügen, außer: Wir wünschen Ihnen trotz derartiger Nachrichten ein geruhsames Wochenende.

Machen Sie’s gut. Wir lesen uns nächsten Freitag.

Ihre Redaktion Readers Edition

Photo Quelle/Copyright: Gerd Altmann, via pixelio.de

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  1. Esowatch.com im Münchhausen-Test: »Akupunktur« | H.Blog: Homöopathie & Forschung

    am 22. Februar 2009 um 11:44 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Nicole Oppelt bei READERS EDITION: »Best of Readers Edition - eine Wochenbilanz« […]

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