Die Weiße Rose

Am 22. Februar 1943 wurden die Geschwister Scholl und Christoph Propst als Mitglieder der Weißen Rose hingerichtet. Es ist in der Vergangenheit viel über sie berichtet worden. Daher nur die Beleuchtug einiger Aspekte, die auch heute wichtig sind: “…Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die Weiße Rose nicht im Solde

Hans.jpgAm 22. Februar 1943 wurden die Geschwister Scholl und Christoph Propst als Mitglieder der Weißen Rose hingerichtet. Es ist in der Vergangenheit viel über sie berichtet worden. Daher nur die Beleuchtug einiger Aspekte, die auch heute wichtig sind:

“…Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die Weiße Rose nicht im Solde einer ausländischen Macht steht. Obgleich wir wissen, daß die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muß, suchen wir eine Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her zu erreichen. Dieser Wiedergeburt muß aber die klare Erkenntnis aller Schuld, die das deutsche Volk auf sich geladen hat, und ein rücksichtsloser Kampf gegen Hitler und seine allzuvielen Helfershelfer, Parteimitglieder, Quislinge usw. vorausgehen. Mit aller Brutalität muß die Kluft zwischen dem besseren Teil des Volkes und allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt, aufgerissen werden. Für Hitler und seine Anhänger gibt es auf dieser Erde keine Strafe, die ihren Taten gerecht wäre.

Aber aus Liebe zu kommenden Generationen muß nach Beendigung des Krieges ein Exempel statuiert werden, daß niemand auch nur die geringste Lust je verspüren sollte, Ähnliches aufs neue zu versuchen. Vergeßt auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, auf daß keiner entkomme! Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre! Zu Ihrer Beruhigung möchten wir noch hinzufügen, daß die Adressen der Leser der Weißen Rose nirgendwo schriftlich niedergelegt sind. Die Adressen sind willkürlich Adreßbüchern entnommen.

Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen; die Weiße Rose läßt Euch keine Ruhe!”

(Zitat aus einem Flugblatt der Weissen Rose)

Die “Interessensgemeinschaft 13. Februar” rief dieses Jahr in der “Aktion Weiße Rose” dazu auf in Dresden eine weiße Rose als Zeichen der Mahnung und des Gedenkens zu tragen. Auch Rechtsextreme trugen am 13. und 14. Februar dieses Zeichen.

Hier wurde also versucht die Widerstandsgruppe “Die Weiße Rose” dergestalt zu vereinnahmen, dass diese, obgleich sie sich klar für den Krieg der Aliierten gegen Hitlerdeutschland aussprach für gänzlich gegenteilige Ziele benutzt werden konnte. Nun also für den Versuch der Kriminalisierung des Krieges gegen Hitlerdeutschland.

Um es noch mal deutlicher zu sagen: Eine Widerstandsgruppe wie die Weiße Rose wären die Letzten gewesen, die sich gegen den Einsatz militärischer Macht der Aliierten geäußert hätten. Hier hat die Dresdner Erinnerungspolitik das Gedenken an junge Leute bechmutzt, die ihr Leben riskierten, um ihre Meinung zu sagen und um ihre Mitbürger aufzrütteln. Das Statement, das es zwischen der Weißen Rose und der Weißen Rose angeblich keinen Zusammenhang geben soll kann nur als zynisch betrachtet werden. Jeder in Deutschland kennt die Weiße Rose als ein Symbol des Widerstandes gegen das Nazi-Regime. Niemand kann ernsthaft dieses Symbol für andere Zwecke verwenden ohne sich dessen bewusst zu sein, das es hier zu einer Überlagerung von Bedeutungen kommt. Mag man es der angeblichen Erfinderin, die in der USA noch zugestehen, dass sie über diese Zusammenhänge weniger bescheid weiß, so gilt dies jedoch nicht für deutsche Organisationen, die dieses Symbol propagiert haben!

In gewisser Weise werden dadurch die Mitglieder der Weißen Rose ein zweites mal ermordet – dieses Mal in dem man sie ihres Symboles beraubt und ihr Gedenken beschmutzt.

Kommentare

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  1. Absolut richtig. Wir hatten so wenig Widerstand gegen das Hitler-Regime, als dass sich irgend jemand bei der Erwähnung einer Weißen Rose nicht gleich an die Geschwister Scholl und Christoph Propst erinnerte. Dieses eindeutig voll besetzte Symbol für die Erinnerung an die Bombenagriffe auf Dresden zu benutzen ist frech und dumm. Es soll wohl die Bedeutung des Widerstands relativieren, schadet aber auch dem ehrlichen Gedenken an die zivilen Opfer in Dresden.