Humor ist eine spezielle Sache, Witze finden nicht alle lustig, und Satire kann leicht abstürzen.
Einen Total-Absturz produzierte der israelische Fernseh-Komiker Lior Shlein. Shlein meinte, er müsse sich auf Israels zweitem privatem Fernsehkanal Channel 10 revanchieren für das Foul aus Rom: Sie erinnern sich, der Papst hat’s ja nicht so mit der Geschichte, zumindest rehabilitierte er Bischof Williamson, dessen krudes Shoah-Verständnis doch sehr zu denken geben sollte.
Und so befand also Shlein, er versuche sich in Religions-Satire: Nein, Maria sei keine Jungfrau gewesen, vielmehr habe sie Jesus als 15-Jährige bekommen, geschwängert von einem Schulkollegen.
Lustig, nicht?
Und weil er sich vor Lachen nicht halten konnte, legte Shlein noch einen drauf: Jesus sei gar nicht übers Wasser gelaufen. Denn der sei so fett gewesen, dass er sich nicht aus dem Haus getraut habe, geschweige denn mit Badehosen zum See Genezareth gegangen wäre.
Wua ha ha ha ha ha ha ha.
Lior Shlein, der Satiriker, meinte, er habe den Christen, die den Holocaust verleugnen, “eine Lektion” erteilen wollen.
Aus dem Vatikan kam jetzt ein Protestschreiben, worauf sich Shlein artig entschuldigt hat; er habe ja niemanden beleidigen wollen.
Hey, Ihr Giaccobbo/Müllers, Dieter Nuhrs, Harald Schmidts, Gerhard Polts und sonstigen Helden der schnellen Zunge: wie wär’s, Ihr würdet Euch mal an den israelischen Politikern versuchen – nein, bitte nicht an der jüdischen Religion, das ist tabu; bin gespannt, ob danach auch eine kurze Entschuldigung reichen würde.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com, einem inhaltlichen Partner der Readers Edition.
Tabu?