Benediktushof in Holzkirchen stellt am 1. März Kochbuch zum bewussten Essen vor
Essknete, Schnitzel zum Toasten, Nudeln in Form vonComic-Helden, Sojasprühsahne – die Liste der neuen Produkte im Nahrungsmittelbereich lässt sich weit fortsetzen. Dieser Vielfalt entspricht die Anzahl an Kochsendungen im Fernsehen und der längst nicht mehr zu überblickende Kochbuchmarkt. Und doch ist das Kochen zuhause und damit das gemeinsame Essen in der Familie schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Statt geregelter Mahlzeiten wird immer öfter zu Kaffee und Snack zwischendurch gegriffen, der bewusste Genuss bleibt auf der Strecke.
Erfreulich und tröstlich ist es, wenn es Anlässe gibt, inne zu halten, sich seiner bewusst zu werden, um achtsam mit sich und seinen Mitmenschen umzugehen. Solche Anlässe schafft der Benediktushof in Holzkirchen bei Uettingen durch seine unterschiedlichsten Veranstaltungen. In deren Rahmen findet auch die Küche des spirituellen Zentrums sehr großen Anklang, was dessen spirituelle Leiterin Doris Zölls und dessen Chefkoch Christof Zirkelbach bewogen hat, einen Kochkurs mit begleitendem Sitzen in der Stille anzubieten. Der Erfolg der Veranstaltung und die Nachfrage nach Rezepten, die gänzlich auf Fleisch verzichten, mündet nun in ein Buch, das ab Ende Februar im Buchhandel erhältlich ist. Es geht der Frage nach “Wie schmeckt Zen” und möchte zum achtsamen Genießen einladen.
“Mit jedem Augenblick schmecken wir das ganze Universum.”
Doch wie unterscheidet sich die Art der Zubereitung oder des Essens von gewöhnlichem Essen? “Das Essen selbst wird zur Übung der Achtsamkeit. Man versucht nicht zu schlingen, das Essen als Frucht der Arbeit anderer Menschen und als Geschenk der Natur wahrzunehmen”, erklärt die Autorin, die am 1. März zusammen mit Christoph Zirkelbach um 11 Uhr das Buch im Benediktushof umrahmt von Ausstellung und Kochvorführungen vorstellen wird. “Das führt unweigerlich dazu, dass alle Aufmerksamkeit auf das Essen und Schmecken gerichtet ist. Durch die Achtsamkeit schmeckt man intensiver, man nimmt das Essen in besonderer Weise wahr”. Das bewusste Essen führe zu gutem Kauen und die vegetarische Küche belaste den Körper nicht, fasst Doris Zölls die Wirkung auf den Körper zusammen.
“Mit jedem Bissen schmecken wir das ganze Universum.”
Doch woher kommt diese Sichtweise? Sie leite sich aus der Erfahrung ab, dass wir mit allem verbunden sind und wir uns selbst achtsam behandeln, wenn wir mit allem achtsam und verantwortungsvoll umgehen, macht die Autorin klar. Bleibt die Frage: Wie schmeckt Zen? “Zen ist die Achtsamkeit im Augenblick, das heißt, mit jedem Bissen schmecken wir das ganze Universum.”
Bravo, endlich mal mit Verstand an die einfachsten Dinge im Leben herangehen ist etwas wirklich Neues. Und dann noch die richtige Lösung: pflanzliche Nahrung nicht schlingen, sonden fein mit den Zähnen vermahlen. Die Begleitsprüche stören nicht wie die “Übung in Achtsamkeit” und “das Essen als Frucht der Arbeit anderer Menschen und als Geschenk der Natur wahrzunehmen.” Das klingt zwar ein wenig esoterisch, ist aber gar nicht falsch. Wir müssen auf die Natur sehen, die seit je her weiß, was weir für unser Wohlergehen brauchen. Dann kommen wir zwangsläufig auf diese Lösung.
Die Frage ist nur, wer sein Essverhalten wirklich umstellt. Es geht ja nicht darum dass man ein wenig intensiver auf seiner Rohkost herumkaut. Allein der kluge Heilpraktiker Henning Müller-Burzler aus Münschen, ein “eingefleischter” Rohkostler, ist ganz ehrlich: jedr Bissen muss 150 Mal mit den Zähnen zerkaut werden, damit die Nahrung in mikonfeine Partikel herunterkommt um mit der dadurch gewaltig vergößerten Oberfläche vollständig ausgenutzt zu weren! Man muss die Zellusolepanzer der Grüpnpflanzen knacken und auch die Chitinpanzer der Pilze, weil man sonst gar nicht an den Inhalt der Nahrung herankommt. Die beleibt nämlich sonst in den Zellen gefangen und gibt nur stinkige Faulgase ab.
Da ist es doch viel einfacher, das Zeugs zu schlingen, wenn Dressing oder Soße abgeschleckt sind und zum Ausgleich für die fehlenden Nähr- und Vitalstoffe richtig lecker Fleisch zu essen (das wir gar nicht in Mengen metaboliiseren können). Und schon ist der Grundstein gelegt für sichere Degenerierung, frühzeitige Zipperlein aller Art und ein langes Lebeen mit teuren Medikamenten.