„Die Natur ist ein Geschenk Gottes. Wir Menschen sind nicht da, um sie zu zerstören, sondern wir müssen sie erhalten.“ Dieses Zitat stammt von Alfredo Manimba, der als Bauer auf den Philippinen lebt. Es ziert den Rücken des diesjährigen Misereor-Magazins zur Fastenaktion.
Seit einem halben Jahrhundert kümmert sich das katholische Hilfswerk Misereor um Entwicklungsprojekte in den ärmeren Regionen der Welt. Mit „Zorn und Zärtlichkeit“ kämpfen Frauen und Männer dafür, dass den Armen Gerechtigkeit geschenkt wird – und keine Almosen. Dennoch braucht es für die Projekte Geld. Das Geld wird hauptsächlich in der Fastenzeit gesammelt, im Rahmen einer thematischen Aktion, für die jedes Jahr auf Großplakaten Prominente ihre bekannten Gesichter zeigen.
“Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können”.
In diesem Jahr lautet das Motto „Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur – und damit auf die Lebensgrundlage der Menschen. Am Beispiel Haiti wird die Dramatik deutlich: Durch Wirbelstürme und Starkregenfälle sind 90% der Ackerfläche von Erosion betroffen. Dadurch entstand in den letzten Jahren ein Verlust von Millionen Tonnen fruchtbarer Erde. Es ist diese Dramatik, die Misereor auf den Klimawandel schauen lässt.
Neben dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Münchener Rück Stiftung und dem Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule der Jesuiten in München ist Misereor am Projekt „Klimawandel und Gerechtigkeit“ beteiligt, das Strategien entwickelt, Klimaschutz und Armutsbekämpfung zu verbinden. Nachdem lange Zeit argumentiert wurde, die Kosten für den Klimaschutz gingen zulasten der wirtschaftlichen Entwicklung und verstärkten damit die Armut, findet unter Ökonomen derzeit ein Umdenken statt, weil man mittlerweile einerseits weiß, dass Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren immer häufiger als Folge des Klimawandels auftreten, andererseits die Kosten-Nutzen-Relation beim Klimaschutz dadurch, dass nicht nur einige Tier- und Pflanzenarten leiden, sondern Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern betroffen sind, viel günstiger erscheint. Anders gesagt: Da die Kosten des Klimawandels durch Ernteausfälle und die Zerstörung von Nutzflächen sowie von werthaltigen Kulturgütern stetig steigen, erscheinen die Vermeidungskosten immer mehr Experten hinnehmbar. Es gebe Berechnungen, so PIK-Chefökonom Ottmar Edenhofer im Misereor-Magazin, nach denen zur Verhinderung einer Erderwärmung um zwei Grad Celsius, die dramatische Auswirkungen hätte, weniger als ein Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums aufgewendet werden müsste, wodurch sich das Wachstum im 21. Jahrhundert nur um wenige Monate verzögere.
Ein Gebot der Solidarität gegenüber den Entwicklungsländern
In der Pflicht stehen dabei zunächst die heutigen Industrienationen, die mit ihren Emissionen die Atmosphäre in den letzten zwei Jahrhunderten erheblich belastet haben. Diese Belastung muss künftig teuer werden, damit sich Innovationen im Bereich von Energie- und Verkehrstechnik lohnen. Der Emissionshandel weist hier den richtigen Weg. Doch an diesem System müssen sich alle beteiligen, damit die Rechnung aufgeht. Das ist nicht zuletzt ein Gebot der Solidarität gegenüber den Entwicklungsländern, die an der Verursachung des Problems weit unterdurchschnittlich beteiligt sind, dessen Folgen aber weit überdurchschnittlich zu spüren bekommen.
Klimaschutz ist also nicht zuletzt eine Frage der Gerechtigkeit. Darauf will Misereor aufmerksam machen. Die Partnerorganisation rechnen unterdessen vor, dass sich Klimaschutz auch wirtschaftlich lohnt und entwickeln Vermeidungs- und Anpassungsstrategien. Handeln müssen wir alle. In der Fastenzeit bietet sich der Verzicht auf unnötige Autofahrten ebenso an wie eine Überprüfung der häuslichen Energiebilanz. Und natürlich eine Spende an Misereor.
Ich dachte,
in unserer aufgeklärten Zeit und Zeit der schnellen Medien hätten Propagandaexperten ausgedient. Aber Herr Bordat kennt wahrscheinlich keine Suchmaschine. Seine Kombination von Erosion in Haiti mit Auswirkungen des (menschengemachten?) Klimawandels könnte blöder nicht sein. Die Haitianer haben aus diversen Gründen ihre Wälder abgeholzt, und das dann Wind und Regen das Ackerland schädigen, ist tatsächlich menschengemacht, aber hat mit einem globalen Klimawandel nichts zu tun.