Tradition heißt Verantwortung

In der Zeit des Nationalsozialismus deportierte die Deutsche Reichsbahn mehr als 3 Millionen Menschen in Ghettos und in Konzentrations- und Vernichtungslager*.Sie war damit ein wichtiger Bestandteil der Logistik der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, die systematisch Menschen verschleppte, folterte und industriell ermordete. Die Deutsche Reichsbahn verzeichnete dabei hohe Einnahmen. Die Menschen, die dem

tradition1.gifIn der Zeit des Nationalsozialismus deportierte die Deutsche Reichsbahn mehr als 3 Millionen Menschen in Ghettos und in Konzentrations- und Vernichtungslager*.Sie war damit ein wichtiger Bestandteil der Logistik der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, die systematisch Menschen verschleppte, folterte und industriell ermordete.

Die Deutsche Reichsbahn verzeichnete dabei hohe Einnahmen.

Die Menschen, die dem Terrorregime zum Opfer fielen, sind und bleiben unvergessen und ihnen gilt es zu gedenken. Dabei muss auch die Rolle der Reichsbahn aufgearbeitet werden. Aufarbeitung der Vergangenheit ist ein Prozess der Selbstentwicklung eines selbstbewussten Unternehmens.

Der Verein „Zug der Erinnerung e.V.“ beschäftigt sich mit diesem Thema. „Zweck des Vereins ist die Pflege der Erinnerung an mehrere hunderttausend Kinder aus Deutschland und dem übrigen Europa, die von den deutschen Besatzungsbehörden verschleppt und auf dem Schienennetz in die Konzentrations- und Vernichtungslager des NS-Regimes geschleust wurden, weil sie Juden waren oder anderen verfolgten Bevölkerungsteilen angehörten.“ (aus der Satzung des Vereins „Zug der Erinnerung e.V.“)

Die Deutsche Bahn ist ein Unternehmen mit Tradition. Verbunden mit dieser Tradition, sehen wir auch eine Verantwortung der Deutschen Bahn gegenüber diesem Thema. Es ist zu begrüßen, dass die Deutsche Bahn AG mit der Ausstellung “Sonderzüge in den Tod” sich mit dem Thema auseinandersetzt. Erst auf öffentlichen Druck hin ist es gelungen, dass die Ausstellung nunmehr direkt an den Bahnhöfen gezeigt werden kann. In der deutschen Presse wurde diese Ausstellung als Alibi bezeichnet.

Die Deutsche Bahn verweigert jedoch der Ausstellung „Zug der Erinnerung“ den Zugang an den Bahnhöfen und verlangt hohe Mieten. Jedes Projekt, dass der Aufklärung über diese dunkle Vergangenheit dient, verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung.

Der Verein Rheinhessen gegen Rechts e.V. möchte daher dazu aufrufen, dass die Deutsche Bahn ihrer Verantwortung nachkommt und eine geschichtliche Aufarbeitung durch die Ausstellung ermöglicht. Der “Zug der Erinnerung” bietet hierzu Gelegenheit.

Unter www.tradition-heisst-verantwortung.de ist der Appell des Vereins zu lesen.

Kommentare

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  1. Waren es nicht Menschen, die entschieden haben, Menschen mit Zügen in den Tod zu transportieren? Die Bahn war dabei doch vermutlich nur Mittel zum unheiligen Zweck, ähnlich wie die Straßen, auf denen mobile Gaskammern unterwegs waren. Hier findet eine Diffusion der Verantwortung statt; weg von den verantwortlichen Menschen hin zu “schuldigen” Institutionen. Wer hat Interesse an einer derartigen Verdrängung der Verantwortung?