“PhantomGesichter”: Die FH Potsdam lädt zur öffentlichen Tagung

PhantomGesichter. Eine öffentliche Tagung und Ausstellung zu biometrischen Bildern vom 12. bis 14. März 2009, jeweils 10.00 – 20.00 Uhr Schaufenster der FH Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 6, 14467 Potsdam Der Studiengang Europäische Medienwissenschaft Potsdam veranstaltet vom 12. bis zum 14. März 2009 im Schaufenster der FH Potsdam eine öffentliche Tagung und

PhantomGesichter. Eine öffentliche Tagung und Ausstellung zu biometrischen Bildern vom 12. bis 14. März 2009, jeweils 10.00 – 20.00 Uhr

Schaufenster der FH Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 6, 14467 Potsdam

Der Studiengang Europäische Medienwissenschaft Potsdam veranstaltet vom 12. bis zum 14. März 2009 im Schaufenster der FH Potsdam eine öffentliche Tagung und Ausstellung zum Thema der biometrischen Bilder.

Seit dem 11. September 2001 gewinnen biometrische Technologien weltweit immer mehr an Bedeutung. An Grenzen, auf Flughäfen und Bahnhöfen sowie in Reisepässen sind sie längst selbstverständlich. Die Debatten zum Thema radikalisieren sich zwischen Befürwortung und Ablehnung der entsprechenden Überwachungstechnologien.Die öffentliche Tagung “PhantomGesichter”, gefördert mit einem Preisgeld aus dem “Jahr der Mathematik” und von der Initiative “Pro Geisteswissenschaften”, widmet sich diesen Technologien unter dem Aspekt der Bildlichkeit.

Allgemeines Verständnis für biometrische Verfahren wecken

“Die besonderen Qualitäten biometrischer Bilder bleiben der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Biometrie hat nicht nur eine bemerkenswerte Vorgeschichte – sie stellt ebenfalls ein bildtheoretisch komplexes Problemfeld dar, dem nur ein interdisziplinärer Dialog gerecht werden kann”, begründet Initiator Dr. Uli Richtmeyer vom Institut für Künste und Medien das spezifische Anliegen der Veranstaltung. Mit Beiträgen aus Mathematik, Sozial- und Geisteswissenschaften, Alltag und Kunst versteht sich die interdisziplinäre Tagung als Informationsveranstaltung für eine breite Öffentlichkeit.

Neunzehn Referenten möchten ein allgemeines Verständnis für biometrische Verfahren wecken, angefangen von deren Qualität und Nutzung bis hin zu Grenzen und Chancen. Zu den Vortragenden gehören sowohl Kulturwissenschaftler wie Dietmar Kammerer, Autor des Buches “Bilder der Überwachung” (Suhrkamp, Oktober 2008), Kulturanthropologen wie Nils Zurawski, Leiter des DFG-Projekts “Überwachung” und Herausgeber der “Surveillance Studies“, Mathematiker, Informatiker und Ingenieure wie Christoph Busch und Helmut Seibert vom Fraunhofer Institut, aber auch Sicherheits-Aktivisten wie der “Ethical Hacker” Jeroen van Beek, der mit einem biometrischen Pass auf den Namen Elvis die Sicherheitsschleusen des Amsterdamer Flughafens überwand, und Künstler, wie Raul Gschrey, der Masken anbietet, mit denen sich die Besucher in einen biometrischen Durchschnittsberliner verwandeln können.

Wie sind biometrische Systeme programmiert?

Dr. Uli Richtmeyer: “Auf der einen Seite gibt es das von einer Kamera, meist im öffentlichen Raum gemachte Bild einer Person, mit allen Auffälligkeiten, die sich durch Bewegung, Bekleidung, Lichteinfall, Bartwuchs oder das Tragen einer Sonnenbrille ergeben, und auf der anderen Seite das in einer Datenbank gespeicherte, von Algorithmen strukturierte Bild. Dieses mathematische Bild muss immer wieder mit dem aktuellen abgeglichen, also neu berechnet werden. Dabei ist der Anteil an mathematischen Strukturen und Berechnungen bei derartigen Bildern enorm gestiegen, was die Frage nach sich zieht, wie biometrische Systeme programmiert sind und welche Konsequenzen sich daraus für den Status der Bilder ergeben.”

Der Veranstalter, der Studiengang Europäische Medienwissenschaft, ist als gemeinsamer Modell-Studiengang zweier Hochschulen, der Universität Potsdam und der FH Potsdam, einmalig in Deutschland. Die Studierenden werden sowohl kulturwissenschaftlich und medienphilosophisch als auch medienpraktisch, künstlerisch und experimentell umfassend und spezifisch ausgebildet.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*